BAD BERLEBURG. „Dachstuhlbrand“, war die Meldung die Bad Berleburger Feuerwehr, die Löschgruppe Schüllar-Wemlighausen, die Löschgruppen Berghausen, Dotzlar und Arfeld, sowie den DRK Rettungsdienst aus Bad Berleburg am Freitagnachmittag erreichte. „Die Anfahrt erfolgte auf Sicht“, berichtete Einsatzleiter Philip Kloos.
Eine riesige Rauchwolke hatte die „Lause“ umhüllt. Die Flammen schlugen aus dem Dach und der Giebelseite eines Wohnhauses in der Straße „An der Lause“. Die drei Menschen, die bei Brandausbruch im Haus waren, konnten das brennende Gebäude glücklicherweise noch selbst verlassen. Die Feuerwehrkameraden aus Bad Berleburg begannen schnellstmöglich mit dem Löschangriff von außen – von innen war der Einsatz lange Zeit zu riskant, der hintere Teil des Gebäudes brannte in voller Ausdehnung. Die drei Bewohner – eine Frau und zwei kleine Kinder wurden währenddessen durch die Besatzung des Bad Berleburger Rettungswagens betreut. Die Frau kam später ins Krankenhaus. Ein weiterer Rettungswagen aus Winterberg wurde nachgefordert, da eine Nachbarin bei geöffnetem Fenster größere Mengen Rauch eingeatmet hatte, erklärte der Einsatzleiter der Feuerwehr vor Ort.
Für die Feuerwehrkameraden und den Rettungsdienst bedeutete der Einsatz bei dem extremen Wetter körperliche Schwerstarbeit. Bei Temperaturen rund um 36 Grad mussten die Kräfte in dicken Schutzjacken, mit Helmen und teils unter schwerem Atemschutz in den Einsatz gehen. Fast unvorstellbar, welchen Belastungen der Körper dabei ausgesetzt ist. Erschwerend kam die Enge der Straße hinzu, die eine Anfahrt für die Rettungswagen beispielsweise unmöglich machte, um die Feuerwehrkräfte nicht zu blockieren, die mit der Drehleiter, Hilfeleistungslöschfahrzeugen, sowie einem Tanklöschfahrzeug die Brandstelle unmittelbar erreichen mussten. Die Rettungskräfte luden ihre Materialien auf die Trage und rannten damit über mehrere hundert Meter den steilen Berg hoch. Dabei halfen Passanten den Rettungskräften, die Trage durch die sengende Hitze zu schieben. Besonders kräftezehrend war auch der Einsatz aus dem Korb der Drehleiter, der in unmittelbarer Nähe zu den Flammen und unter schwerem Atemschutz erfolgte. Zwei weitere Kräfte waren in unmittelbarer Nähe und unwegsamem Umfeld ebenfalls unter schwerem Atemschutz im Einsatz, während die Dachpfannen unter der enormen Hitze der Flammen zerbrachen und wie Geschosse durch die Luft flogen. Von der Bergseite her kämpften wiederum andere Kameraden gegen die Flammen. Das Vorgehen gelang: Nach kurzer Zeit konnten die Brandschützer das Feuer unter Kontrolle bringen und eine Ausbreitung der Flammen erfolgreich verhindern. Im Anschluss an die Feuerbekämpfung wurde das Dach von der Drehleiter auch geöffnet und Nachlöscharbeiten durchgeführt. Zusätzlich wurde zum Eigenschutz der Feuerwehrleute ein weiterer Rettungswagen des DRK Ortsverein Bad Laasphe angefordert, nachdem die beiden anderen Rettungswagen die Patientinnen in Krankenhäuser transportierten.
Die Brandermittlungen zur Schadenshöhe und einer möglichen Ursache werden durch die Kriminalpolizei geführt. Die Streifenwagenbesatzungen vor Ort sicherten bereits erste Beweise und sprachen mit Zeugen. Die Straße „An der Lause“ blieb während der Löscharbeiten gesperrt.
ALBRECHTSPLATZ. Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Fahrzeuge sind am Mittwochmorgen gegen 07:30 Uhr drei Personen verletzt worden, eine von ihnen schwer. Auf der B 480 in Richtung Albrechtsplatz war es zu dem folgenschweren Unfall gekommen. Ein 21-jähriger Mann war vom Albrechtsplatz kommend in Richtung Bad Berleburg unterwegs, als er in einer Rechtskurve aus bislang ungeklärter Ursache auf die Gegenfahrbahn geriet und dort mit dem Wagen einer 58-jährigen Frau frontal zusammenstieß, die in Richtung Winterberg unterwegs war. Die Frau, die in dem blauen Suzuki unterwegs war, erlitt schwere Verletzungen und musste mit Rettungswagen und Notarzt der DRK Wache Bad Berleburg in ein Krankenhaus gebracht werden.
Der 21-jährige Unfallverursacher, der in einem silbernen Skoda unterwegs war, überstand den Unfall nahezu unverletzt, kam aber zur Sicherheit ebenfalls in ein Krankenhaus. Auch der Beifahrer des Skoda wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Da auch große Mengen Kraftstoff ausliefen, waren neben den Rettungskräften aus Bad Berleburg, Winterberg, Bad Fredeburg und dem Bad Berleburger Notarzt auch die Feuerwehren aus Schüllar-Wemlighausen und Bad Berleburg, sowie der Leiter der Feuerwehr Bad Berleburg, Matthias Limper, im Einsatz. Die Kameraden streuten eine größere Ölspur ab und klemmten die Batterien beider Unfallfahrzeuge ab. Bis zur endgültigen Reinigung der Fahrbahn durch eine Spezialfirma blieb die B 480 über Stunden bis in den Mittag hinein voll gesperrt. Den entstandenen Sachschaden schätzt die Polizei auf rund 50.000 Euro.
SOMPLAR. Bei einem schweren Brandunfall in Somplar sind am Sonntagmittag drei Personen verletzt worden, eine von ihnen schwer. Der Mann musste mit einem Rettungshubschrauber ins Kasseler Klinikum geflogen werden.
Wie die Polizei mitteilte, waren mehere Personen damit beschäftigt, an einem Roller zu arbeiten. Dabei war die Benzinleitung des Rollers defekt und beim Überprüfen einer Zündkerze entstand ein Funke, der zum schlagartigen Entzünden von bereits ausgetretenem Benzin führte. Dabei kam es zu Verletzungen bei drei Personen. Ein Mann wurde dabei schwer verletzt und die Rettungskräfte, die mit Rettungswagen aus Waldeck-Frankenberg und dem Hochsauerlandkreis angerückt waren, forderten einen Rettungshubschrauber an. Der Hubschrauber „Christoph Gießen“ landete wenige Minuten später auf dem Somplarer Sportplatz, von wo aus die Besatzung zunächst von der Feuerwehr an die Einsatzstelle gefahren wurde. Nach der weiteren Versorgung vor Ort eskortierte ein örtliches Feuerwehrfahrzeug den Rettungswagen des Hochsauerlandkreises von der engen, und für eine Hubschrauberlandung nicht geeignete Einsatzstelle zum Sportplatz, wo „Christoph Gießen“ gelandet war. Von dort aus wurde der verletzte Mann mit schweren Verbrennungen in eine Kasseler Klinik geflogen.
Die Feuerwehren aus Somplar und Bromskirchen waren unter schwerem Atemschutz im Einsatz, um die Unglücksstelle „Am Kamp“ in Somplar zu erkunden und Nachlöscharbeiten durchzuführen. „Die Leute hatten die Flammen zum Großteil mit einem Gartenschlauch bereits selbst gelöscht, als die ersten Kräfte eintrafen“, erklärte Einsatzleiter Patrick Kemmler vor Ort. Die Wehrleute suchten unmittelbar auch mit der Wärmebildkamera nach weiterer Hitzeentwicklung und führten Kohlenmonoxidmessungen auch im direkt angrenzenden Wohngebäude durch.
Die Polizei in Frankenberg bezifferte den entstandenen Sachschaden mit rund 5000 Euro. „Die Deckenverkleidung und der Roller wurden beschädigt“, erklärte ein Polizeibeamter.
SCHAMEDER. Bei einem schweren Verkehrsunfall ist am frühen Donnerstagmorgen ein 32-jähriger Mann aus Bad Berleburg ums Leben gekommen. Er war mit seinem BMW frontal mit einem entgegenkommenden Lkw mit Mulde kollidiert. Dessen 57-jährige Fahrerin wurde schwer verletzt und musste ins Weidenauer Krankenhaus eingeliefert werden.
Die genaue Unfallursache steht noch nicht fest. Die Polizei erklärte aber, dass der junge Mann von Schameder kommend in Richtung Erndtebrück unterwegs war und aus einer Kurve getragen wurde. In der Folge kam es zu der schweren Kollision mit dem entgegenkommenden Lkw. Der BMW stellte sich nach dem Aufprall quer zur Fahrbahn, der Lkw stand nach dem Aufprall weit in der Gegenfahrspur. Die Schlagspuren des BMW Motors auf der Fahrbahn zeigten vor Ort jedoch, dass der BMW sich beim Aufprall auf der Spur des Lkw befand.
Dem DRK Rettungsdienst aus Womelsdorf und dem DRK Notarzt aus Bad Laasphe blieb es nur, den Tod des jungen Mannes festzustellen, der zu dieser Zeit noch im Fahrzeug eingeklemmt war. Die Fahrerin des Lkw wurde vor Ort versorgt und mit Verletzungen ins Weidenauer Krankenhaus gebracht. Die Feuerwehren aus Erndtebrück und Schameder waren vor Ort, um Menschen aus den Fahrzeugen zu befreien und dem Rettungsdienst und der Polizei behilflich zu sein. Für die Einsatzkräfte kam ein PSU Team zum Einsatz, um die Kräfte nach den belastenden Eindrücken vor Ort zu betreuen. Insbesondere die Feuerwehr hatte auch die schwere Aufgabe, den Verstorbenen aus dem Auto zu schneiden.
Für die Aufnahme dieses schweren Unfalls wurde ein VU Team der Polizei aus Gummersbach angefordert. Bei tödlich verlaufenden Verkehrsunfällen ist der Einsatz dieser Spezialisten üblich. Die B 62 blieb für die Unfallaufnahme und die Bergungsarbeiten Stunden lang voll gesperrt.
ROHRBACH. Mehr als Glück hatten am Dienstagnachmittag zwei Männer, die mit einem Traktor und einem Viehanhänger Tiere auf eine Wiese in der Rohrbach, zwischen Rinthe und Leimstruth gebracht haben. Während sie mit ihrer Arbeit beschäftigt waren und den Trecker dazu in ihrer Wiese geparkt hatten, näherte sich über die K45 aus Richtung Rinthe ein mit vier Männern besetzter Kleintransporter mit Anhänger. Aus bislang noch ungeklärter Ursache kam das Fahrzeug in Höhe des in der Wiese abgeparkten Traktors nach links von der Fahrbahn ab und fuhr in eine Böschung. Dabei prallte der Transporter mit voller Wucht in den Traktor, der daraufhin total zerstört wurde und auf die Seite kippte. Der Aufprall war derart heftig, dass die Fahrerkabine des Traktors total deformiert und ein Teil der Dachkonstruktion abgetrennt wurde. Glücklicher Umstand war es, dass die beiden Männer gerade bei ihrem Vieh waren und dadurch unverletzt blieben.
Im Transporter wurden der 21-jährige Fahrer und die drei Mitfahrer teils schwer verletzt. Unmittelbar nach dem Unfall kam zufällig eine Polizeistreife an der Unfallstelle vorbei – der Streifenwagen war auf dem Rückweg von einem anderen Einsatz. Die Beamten leisteten Erste Hilfe und alarmierten die Rettungskräfte. Nach dem Notruf kamen drei Rettungswagen des DRK Rettungsdienstes aus Erndtebrück und Bad Berleburg, der Bad Berleburger Notarzt, ein Krankentransportwagen der DRK Wache Erndtebrück, der Organisatorische Leiter Rettungsdienst des Kreises Siegen-Wittgenstein, sowie die Feuerwehren aus Hemschlar, Rinthe und Weidenhausen und Einsatzleiter Stefan Scholz als B-Dienst zum Einsatz.
Die Rettungskräfte kümmerten sich um die vor Ort verletzten Personen, der Organisatoriesche Leiter Rettungsdienst, Christian Heide, koordinierte die Verteilung auf umliegende Krankenhäuser. Die Kameraden der Feuerwehren waren dem Rettungsdienst behilflich und kümmerten sich zudem darum, dass auslaufende Kraftstoffe aufgefangen wurden. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen. Während der Rettungs- und Bergungsarbeiten blieb die K45 zwischen Rinthe und dem Abzweig Balde voll gesperrt. Die genaue Schadenshöhe steht noch nicht fest. Beide Fahrzeuge wurden bei dem Unfall zerstört.
MOLLSEIFEN. Bei einem schweren Motorradunfall zwischen Mollseifen und Züschen ist am Samstagmorgen ein 53-jähriger Motorradfahrer schwer verletzt worden. Er war mit seinem Motorrad in einer Gruppe unterwegs und kam auf der Straße zwischen Mollseifen und Züschen zu Fall. Dabei schlug er in den Pfosten einer Leitplanke ein und verletzte sich schwer. Danach flog er durch die Wucht des Aufpralls in eine mehrere Meter tiefe Böschung und blieb dort schwer verletzt liegen. Neben Rettungsdienst und Notarzt aus Winterberg rückten auch die Feuerwehr Züschen und der Rettungshubschrauber „Christoph 25“ aus Siegen zur Einsatzstelle an. Die Feuerwehr brachte ein sicheres Seil an der Leitplanke an, um dem Rettungsdienst einen sicheren Weg zum Verletzten bieten zu können. Nach der Erstversorgung in dem unwegsamen Gelände war die Feuerwehr zudem behilflich, den 53-jährigen Niederländer mit einer speziellen Schleifkorbtrage auf die Straße zu bringen. Außerdem forderte der Einsatzleiter der Feuerwehr Züschen einen Notfallseelsorger der PSNV-B HSK zur Betreuung der beteiligten Motorradfahrer an. Der Seelsorger kümmerte sich vor Ort um die Kumpels des verunfallten Motorradfahrers.
Der Rettungshubschrauber, der auf der Straße an der Unfallstelle gelandet war, brachte den Patienten in die Marburger Uniklinik. Während der Rettungs- und Bergungsarbeiten blieb die Straße komplett gesperrt. Das Motorrad wurde schwer beschädigt und abgeschleppt.
ELKERINGHAUSEN. Wenn man Rettungseinsätze als perfekt bezeichnen kann, das Optimum an Effizienz, Zeit und schonendem Vorgehen für den Patienten raus geholt wurde, dann war das Pfingstmontag in Elkeringhausen bei Winterberg so einer. Im perfekten Zusammenspiel von Feuerwehr, Leitstelle, Rettungsdienst, Bergwacht und DRF Luftrettung wurde ein Einsatz mit einem massiv verletzten Wanderer in einem unwegsamen Waldstück abgearbeitet.
Handyortung und First Responder
Tim Braun, Feuerwehreinsatzleiter berichtete, dass der Tourist in unwegsamem und schwer zugänglichen Gelände abgestürzt und rund 15 Meter einen sehr steilen Abhang hinunter in einen Fichtenbestand gefallen war. Der Mann war schwer verletzt, konnte aber glücklicherweise noch selbst den Notruf absetzen. Die Leitstelle des Hochsauerlandkreises alarmierte daraufhin Rettungsdienst, Notarzt und Feuerwehr auf den schmalen Weg von Elkeringhausen in Richtung Orketal. Auch die Handynummer des Anrufers teilte die Leitstelle mit, und ortete auch sein Handy. Als Tim Braun mit seinen Kameraden am Einsatzort eintraf und ebenfalls die Leitstelle anrief, konnten die Kollegen dort auch sein Handy orten und ihn dann auf wenige Meter genau zum Patienten lotsen. „Ich bin dann von hier unten den Berg hoch durch den Wald gelaufen und die Ortung war so genau, dass ich dann direkt beim Patienten ankam“, erklärte Tim Braun. Mit im Einsatz waren auch zwei Kameraden, die erst vor kurzem eine First-Responder-Ausbildung absolviert hatten und mit ihrer Ausrüstung den Patienten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sofort versorgen konnten. Einsatzleiter Braun alarmierte unterdessen die Bergwacht und einen Rettungshubschrauber mit Rettungswinde zur Einsatzstelle. „Der Patient hatte massive Verletzungen, die einen Transport mit der Trage zu Fuß durch das unwegsame Gelände nicht erlaubt hätten“, schildert er.
Hubschrauber mit Winde kommt zum Einsatz
In Dortmund startet unterdessen „Christoph Dortmund“ mit einer Rettungswinde an Bord. Die Luftretter der DRF Luftrettung trainieren solche Manöver regelmäßig mit der in Winterberg ansässigen Bergwacht. Dort machen sich parallel vier Einsatzkräfte auf den Weg zum Einsatz. Drei von ihnen erkunden die Lage vor Ort und bauen ein Seilgeländer in den Wald, was den Einsatzkräften ein sicheres Arbeiten und Bewegen vor Ort ermöglicht. Sie sind zudem behilflich den Verletzten Wanderer gemeinsam mit Feuerwehr, Rettungsdienst und Notarzt einige Meter auf eine freie Lichtung nach oben zu tragen. Währenddessen hat der Hubschrauber den vierten Bergretter, Philipp Wiese, an der Bergrettungswache an Bord genommen und trifft an der Einsatzstelle ein. „Die Besatzung kannte den genauen Einsatzort im Wald nicht, so konnte ich sie ganz einfach einweisen und war zusätzlich vor Ort, falls ein anderes Rettungsverfahren nötig geworden wäre“, erklärt Wiese. Er ist Luftretter bei der Bergwacht Winterberg. Der Hubschrauber lässt ihn und die Notärztin am Windenseil herunter, direkt zum Patienten. Dort erhält die Ärztin eine Übergabe durch ihren Kollegen. Der Patient wurde bereits in einen Luftrettungsbergesack gelagert und wird nach wenigen Minuten mit der Notärztin an der Winde an Bord genommen und in eine Bochumer Klinik geflogen. Die medizinische Versorgung war bereits komplett im Wald erfolgt und nahm somit keine weitere Zeit mehr in Anspruch. Der Flug nach Bochum dauerte etwa fünfzehn Minuten, danach war der Einsatz für alle Beteiligten beendet. In einer anschließenden Nachbesprechung lobte Tim Braun die hervorragende Zusammenarbeit aller Beteiligen. „Hier haben alle Zahnräder zum Wohle des Patienten ineinander gegriffen“.
DACHSLOCH. Dramatisches Übungsszenario am Freitagnachmittag für die Einsatzkräfte Wittgensteiner und hessischer Feuerwehren: Ein Bauernhof brennt, Kinder werden vermisst, Tiere sind in Gefahr. Das war die Ausgangsmeldung, mit der die Einsatzkräfte des Löschzuges Elsofftal und der Löschgruppen Bromskirchen und Somplar ins Dachsloch geschickt wurden. Tim Kessler von der Feuerwehr Bromskirchen hatte diese länderübergreifende Übung ausgearbeitet. Allendorfs Gemeindebrandinspektor Christian Henkel-Strieder erklärte vor Ort den Sinn: "Es gibt jedes Jahr eine grenzüberschreitende Übung der Kameraden aus dem Elsofftal und der Feuerwehren aus Bromskirchen und Somplar. Das wird immer im Wechsel von unserer Seite, oder von Wittgensteiner Seite ausgerichtet". Gerade der hessische Weiler Dachsloch ist dabei ein anspruchsvoller Übungsort: "Zwar gibt es eine Löschwasserzisterne mit etwa 15.000 Litern Löschwasser, aber das kann im Ernstfall auch knapp werden. Hier müssen wir etwas tun", erklärte Christian Henkel-Strieder vor Ort. Er machte auch deutlich, dass die Höfe in dem abgelegenen Bergdorf sehr exponiert liegen und eine Anfahrt dort entsprechend lange Zeit in Anspruch nimmt. Da ist man froh, die Bewohner des Dachslochs von beiden Seiten, auch aus dem unmittelbar angrenzenden Wittgenstein, bedienen zu können.
Zusammenarbeit über Bundesländer hinweg
Wie gut die Zusammenarbeit der Feuerwehren funktioniert, wurde am Freitag deutlich: Während die Kräfte aus Bromskirchen und Somplar unter schwerem Atemschutz, den sie bereits während der Anfahrt angelegt hatten, sofort zur Menschenrettung und zur Tierrettung in die brennende Scheune vorgingen, bauten die Wittgensteiner Kameraden eine Wasserversorgung von den Tanklöschfahrzeugen und der Zisterne aus auf. Dabei wurde den Feuerwehrkräften durch die Besitzerin der Tiere und die Mutter der vermissten Kinder gleich zu Beginn der Übung richtig Druck gemacht. Mit Überzeugung spielte die Frau beim Eintreffen der ersten Kräfte eine besorgte Hofbesitzerin und Mutter, die den Feuerwehrleuten laut schreiend entgegenrannte, sie an der Jacke zog und um Hilfe für ihre Kinder und Tiere flehte. Trotz der durchaus realistischen Darstellung, die Tim Kessler sich überlegt hatte, blieben die Feuerwehrleute souverän und ruhig. Sie bereiteten den Innenangriff sehr schnell und routiniert vor und erklärten der aufgelösten Frau währenddessen, dass sie alles tun würden, um zu helfen. Dass sie zuerst nach den Kindern und dann nach den Tieren schauen würden.
Tierrettung als Übungsteil
Zusätzlich erschwert wurde der Einsatz bei sengender Hitze durch tatsächliche Tiere, die sich genau im und am Übungsobjekt befanden: Enten, Gänse, Pferde, Esel und Hühner, die sich direkt vor der Scheune aufhielten, mussten von den Einsatzkräften in Schach gehalten und in eine angrenzende Freifläche getrieben werden. Mit langen Besen als Barriere und gutem Zureden der Einsatzkräfte gelang diese Aufgabe gut und auch schnell. Anspruchsvoller wurde es für die Atemschutzgeräteträger: Diese mussten in der verrauchten Scheune, in der sich weitere Pferde, Schweine und Hasen befanden, nach den vermissten Kindern suchen. Dazu nutzten die Kräfte eine Wärmebildkamera, um im dichten Rauch Menschen am Boden erkennen zu können. Drei Kinder der Bromskirchener Jugendfeuerwehr hatte Tim Kessler im verwinkelten Bau verstecken lassen. Diese mussten die Atemschutzgeräteträger ins Freie geleiten oder tragen und dort an andere Kräfte übergeben. Schließlich mussten auch die beiden Pferde, die für die Übung extra in der Scheune angebunden worden waren, ins Freie geleitet werden. Für die Feuerwehrleute, die vielleicht selbst gar keine Großtiere besitzen, sicher eine besondere Herausforderung, noch dazu unter schwerem Atemschutz. Doch die Pferde waren auf der Seite der Einsatzkräfte und gingen mit ihnen, als hätten sie nie etwas anderes getan. Das laute Schnaufen unter den Masken, die fremden Personen, die Unruhe im Allgemeinen und das ungewöhnliche Aussehen der Atemschutzträger störte die Tiere nicht.
Nachdem alle Tiere ins freie gebracht waren und auch alle vermissten Kinder aus der brennenden Scheune geholt worden waren, konnten die Kameraden sich schließlich dem Löschangriff und auch dem Erhalt des direkt angrenzenden Wohnhauses widmen. Auch dies gelang hervorragen und lief bereits parallel zur Menschen- und Tierrettung. Dabei galt es nicht nur, nach Glutnestern zu suchen, sondern auch einen Löschangriff mittels Wasserwerfer vom Tanklöschfahrzeug aus Alertshausen durchzuführen, oder im angrenzenden Bereich eine Acetylengasflasche zu kühlen. Wertvolle Dienste brachte dabei auch die Löschwasserzisterne, von der aus die Feuerwehr Wunderthausen mit ihrem Fahrzeug und einer speziellen Tragkraftspritze die Löschwassereinspeisung der Fahrzeuge und Einsatzkräfte vor Ort sicherstellte.
Nach etwa einer Stunde konnte die Übung beendet werden und alle Aufgaben waren von den Feuerwehrleuten gelöst worden. Im Anschluss an die Übung waren die Kameraden zu Essen und Getränken in der Jause Dachsloch eingeladen, zu der auch die beübte Scheune gehörte.
ALBRECHTSPLATZ. Ein schwerer Motorradunfall ereignete sich am späten Vormittag des Pfingstsonntag auf der B 480 in Richtung Albrechtsplatz. Dabei wurden zwei Motorradfahrer verletzt, einer musste mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen werden.
Wie die Polizei mitteilte, kam es gegen 11:00 zum folgenschweren Zusammenstoß. Dabei sein ein junger Mann mit einer Motorradgruppe vom Albrechtsplatz kommend in Richtung Dödesberg unterwegs gewesen. Im Bereich einer Kurve habe er vermutlich seine Geschwindigkeit abrupt drosseln wollen und sich dabei verbremst. Sein Motorrad geriet ins Rutschen und prallte in ein weiteres Motorrad, das die B 480 in Gegenrichtung befuhr. Auch dieser Fahrer, ein Niederländer, war in einer Gruppe unterwegs. Beide Motorradfahrer kamen zu Fall, ihre Kräder wurden stark beschädigt. Der Unfallverursacher erlitt bei dem Zusammenstoß schwere Verletzungen und musste nach notärztlicher Versorgung vor Ort mit dem Rettungshubschrauber „Christoph 25“ in eine Klinik geflogen werden. Der zweite Motorradfahrer kam mit leichteren Verletzungen ins Krankenhaus nach Bad Berleburg. Neben dem Siegener Rettungshubschrauber waren ein DRK Rettungswagen aus Bad Berleburg und ein Krankentransportwagen der DRK Rettungswache Erndtebrück vor Ort im Einsatz, um die Verletzten zu versorgen. Zuvor hatten eine Frau und ihr Lebensgefährte vor Ort die Verletzten bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte betreut. Die Feuerwehr Schüllar-Wemlighausen war im Einsatz, um auslaufende Betriebsmittel abzustreuen und die Straße abzusperren. Die Polizei hatte zuvor einen weiter oben liegenden Abschnitt der B480 gesperrt, damit dort der Rettungshubschrauber landen konnte. Im Bereich der Unfallstelle und auf einem nahe gelegenen Wanderparkplatz war der Baumbewuchs für eine Landung zu dicht gewesen. Nach der Landung brachte der Streifenwagen die Hubschrauberbesatzung zur rund zwei Kilometer entfernt liegenden Unfallstelle.
Um alle Spuren zu sichern und die Betriebsmittel aufzunehmen, war die B480 im Bereich der Unfallstelle während der Rettungs- und Bergungsarbeiten längere Zeit voll gesperrt.
ALLENDORF(EDER). Bei einem schweren Verkehrsunfall am Freitagmittag (24. April 2026) ist ein Motorradfahrer aus dem Main-Kinzig-Kreis nacheinander mit zwei Fahrzeugen kollidiert und anschließend in eine Böschung geschleudert worden. Der Mann starb noch an der Unfallstelle.
Der Fahrer eines entgegenkommenden Cupra hatte keine Chance, einen Zusammenstoß zu verhindern, der Mann wurde durch die Feuerwehr aus seinem Auto befreit und dem Rettungsdienst übergeben. Sein Wagen wurde durch die Wucht des Aufpralls in eine Böschung geschleudert, das linke Vorderrad riss ab und die Tür ließ sich nicht mehr öffnen. Das Motorrad – eine BMW – kollidierte mit einem weiteren Fahrzeug, das dabei ebenfalls stark beschädigt wurde und nicht mehr weiterfahren konnte. Dieser Seat war hinter dem Motorrad unterwegs und durch den Zusammenprall mit dem Cupra wurde das Motorrad anschließend in diesen Wagen geschleudert. Die Fahrerin blieb glücklicherweise unverletzt. Das Motorrad selbst wurde beim Aufprall total zerstört und kam halb liegend in der angrenzenden Leitplanke zum Stehen.
Auch hier wurde das Vorderrad abgerissen und in eine angrenzende Böschung geschleudert. Mehrere Teile des Motorrades und Erdreich lagen auf nahezu hundert Meter über die gesamte Fahrbahnbreite verteilt. Der Motorradfahrer selbst lag viele Meter weiter in einer Böschung. Für ihn konnten die Einsatzkräfte nichts mehr tun. Zwei Notärzte aus Frankenberg und der des Siegener Rettungshubschraubers „Christoph 25“ konnten nur noch den Tod des Mannes feststellen. Weiterhin waren zwei Rettungswagen und der Notarzt vom DRK Waldeck-Frankenberg, sowie die Feuerwehren aus Allendorf, Rennertehausen und Haine, sowie die Polizei aus Frankenberg im Einsatz.
Zu dem Unfall war es gekommen, als der Motorradfahrer, der in Richtung Allendorf unterwegs war, wollte einen vor ihm fahrenden Lkw überholen. Dabei stieß er frontal mit einem entgegenkommenden Pkw zusammen. Durch diesen Aufprall kam es zu einer weiteren Kollision mit einem hinter dem Motorrad fahrenden Seat, in den das Motorrad durch den ersten Aufprall hineingeschleudert wurde. Zur weiteren Klärung des Unfalles und zur Rekonstruktion des Herganges blieb die B 236 stundenlang voll gesperrt und ein von der Staatsanwaltschaft beauftragter Gutachter wurde mit der Spurensicherung vor Ort betraut.