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BAD BERLEBURG. Ein bisschen traurig war ich schon, als ich heute Mittag zum Pressetermin in die Polizeiwache gegangen bin. Der Anlass war aber eigentlich ein schöner Anlass.

Vor der Tür treffe ich einen Kollegen einer Lokalzeitung. „Willst Du auch zum Onkel Dickel?“, ruft er mir zu. Ja, das will ich.

Bernd Dickel, seit 15 Jahren der Wachleiter der Polizeiwache in seiner Bad Berleburger Heimat, hat uns eingeladen. Die letzten Tage seiner Dienstzeit sind angebrochen. Bernd Dickel geht mit 60 Jahren und zwei Tagen am Dienstag in den Ruhestand.

Heute hat er es uns gemeinsam mit seinen Kollegen und der Pressestelle ermöglicht, ihn zu besuchen und zu befragen. Es war unser Wunsch, diesen besonderen Termin wahrnehmen zu dürfen.

Ein Blick in vertraute Gesichter: Mein Kollege Lars-Peter ist bereits da, und Bernd. Der Hausherr, der mich in „seiner“ Wache schon so oft willkommen geheißen hat. Und Blick in ein neues Gesicht: Martin Kroh, den ich bereits kennen lernen durfte. Er wird Bernds Nachfolge antreten. Bisher war der gebürtige Berleburger ein Kripomann: „Ich bin K-sozialisiert“, lacht er. Erst war er in Bonn und an der Fachhochschule Köln tätig und seit 1995 in Siegen im Einsatz. Lange Jahre als Todesermittler und Brandermittler und „dann bin ich in den Führungsstab abgerutscht“. Nun tritt er Bernds Nachfolge in seiner Heimat an. „Gut, dass es wieder ein Wittgensteiner ist“, sind sich alle einig.

Einweisung und Verabschiedung

In den letzen Tagen sind beide in Wittgenstein unterwegs gewesen, um Martin in die neuen Aufgabenbereiche einzuweisen, und den Menschen vorzustellen. Aber auch, um Bernd zu verabschieden. Von all seinen Weggefährten und Partnern, und sicher mit den Jahren auch von vielen Freunden. Die Bürgermeister, die Ordnungsämter, die Feuerwehren, THW, Malteser, DRK und Rettungsdienst – mit ihnen allen lobt Bernd im Gespräch die besonders gute und einzigartige Zusammenarbeit. „Das müsst ihr unbedingt erwähnen. Das ist etwas Besonderes und ist mir ganz, ganz wichtig“, unterstreicht er. „Nach den Kraftfahrerbelehrungen für die Feuerwehren, da haben wir oft noch zwei Stunden gemeinsam zusammen gesessen und sind richtig toll ins Gespräch gekommen“, schwärmt Bernd. Das wird ihm fehlen. Aber vor allem wird ihm auch der Umgang mit seinen Kollegen fehlen: „Dass man morgens rein kommt und sprechen kann, wie die Nacht für die Kollegen war, dass man erst mal rum flackst – das wird mir fehlen“, gibt er zu.

Sein Werdegang war lang bei der Polizei: In 1979, vor 42 Jahren, begann er seine Ausbildung in Stukenbrock, danach verschlug es ihn einige Jahre zur Polizei nach Köln, an die Fachhochschule nach Dortmund und dann nach Gummersbach. Danach, von 1991 bis 2006 tat Bernd Dienst in Siegen als Dienstgruppenleiter. Er strahlt „Das war die schönste Zeit in meinem Leben“, sagt er, als er uns von seinen Erlebnissen und Eindrücken aus dieser Zeit erzählt: „Wisst Ihr, wenn man gemeinsam auf der Straße in gefährlichen Situationen zusammengestanden hat, dann entstehen da ganz enge Bindungen und Freundschaften. Wir sind zusammen in Urlaub gefahren, gemeinsam weggefahren und das war einfach immer toll“, erinnert er sich an diese für ihn wunderschöne Zeit. Diese Zeit endete 2006. Nun wurde Bernd in seine Heimat berufen. Er trat hier die Nachfolge von Richard Feige an, der damals in den Ruhestand verabschiedet wurde.

„Das war eine Umstellung. Mir hat das Adrenalin im Blut gefehlt. Es gibt ja auch positiven Stress“, erklärt Bernd Dickel uns im Gespräch und schildert Situationen, wie seine Dienstgruppe im Nachtdienst einen Kindermörder gefasst hat, oder sie Drogendealer festnehmen konnten.

Einsätze, auch wie in der Großstadt

Es sei aber nicht so, dass es in den ländlichen Bereichen keine schweren Einsätze gegeben habe. „Ihr seid ja alle von der schreibenden Zunft und bekommt es mit. Hier gibt es auch Waffensammler, Gaslecks, Zugriffe, oder Morde – Ihr berichtet ja auch darüber“, erklärte er uns. An einen dieser Einsätze, bei dem ein flüchtiger Waffenhändler in Erndtebrück gefasst und durch Bernd zu Boden gebracht wurde, kann ich mich selbst noch gut erinnern, da ich damals als Berichterstatter sehr schnell vor Ort war und den Zugriff fotografieren konnte. Da konnte ich nachvollziehen, was Bernd meinte, als er vom „Adrenalin im Blut“ sprach. All dies habe er ja in dieser Form fortan nur noch selten gehabt. Als Wachleiter sei man nicht mehr oft im Streifendienst, was ihm aber immer sehr große Freude bereitet habe.

„Es gab hier alles, was es in der Großstadt auch gab. Nur nicht so oft“, macht Bernd deutlich. Besonders der oft beschrittene „kurze Dienstweg“ mit vielen Wittgensteiner Charaktere bleibt ihm in positiver Erinnerung. „Wachleiter bist Du rund um die Uhr“, versichert er uns berichtet, wie er im Urlaub am Strand zwei, drei Mal angerufen wurde, weil ein Bürger ein Anliegen an ihn hatte. Mit strahlenden Augen erzählt Bernd uns von der „Fleischwurst-Streife“, die er in Wittgenstein so gerne gemacht hatte: „Das waren Sonderkontrollen mit den Bezirksdienstbeamten und dem Wachleiter und am Ende solcher Einsätze gab es immer Fleischwurst“, erinnert er sich gerne zurück.

Er berichtet uns aber auch von weniger schönen Anlässen, zu denen er als Wachleiter ausrücken musste: „Wenn man hier in Wittgenstein Todesnachrichten überbringen musste, dann kannte ich die Leute oft. In Siegen war sowas anonymer, da konnte man nach dem Dienst mit den Kollegen in den Keller gehen und das besprechen und ein wenig abschütteln und dann war es wieder ok. Hier in Wittgenstein kennt man dann plötzlich viele dieser Leute“, macht er klar. „Und wer den höchsten Dienstgrad hat an so einer Einsatzstelle, der muss das halt auch machen“.

Und dennoch möchte Bernd Dickel keine Minute seiner Wachleiterzeit in Wittgenstein missen. „Es gibt sicher keine zehn Tage an denen ich nicht gerne zur Arbeit gegangen bin“, kann er freien Herzens behaupten. Dass er 2006 in seine Heimat kommen konnte, war für ihn ein Glücksfall: „Ich war allein erziehender Papa, hatte ein Haus gekauft und war Fußballtrainer im Edertal, als das Angebot kam, in der Heimat zu arbeiten“.

Wie sieht er dem Dienstag entgegen, seinem letzten Arbeitstag in „seiner“ Wache. Das möchte ich von ihm wissen. „Am Anfang habe ich gedacht, es wäre problematischer. Aber ich hatte ja noch ganz viel Resturlaub und Überstunden, sodass ich schon rund vier Monate frei hatte“, erzählt Bernd. Und dann: „Aber heute bin ich wahrscheinlich zum letzten Mal mit einem Streifenwagen gefahren. Und gerade habe ich mit Martin meine Waffe leer gemacht und das war wahrscheinlich das letzte Mal in meinem Leben“. „Ich werde am Dienstag schon sicher eine Träne verdrücken, wenn ich hier raus gehe. Da bin ich sicher“, gesteht uns Bernd.

Und das Beste erzählt er uns zum Schluss, denn es gibt ihn: Diesen einen unvergessenen Einsatz in 42 Dienstjahren, nachdem ihn einer der Kollegen fragt. „Das war in Siegen. Ich war an Heiligabend morgens früh kurz vor Ende der Nachtschicht mit dem Streifenwagen unterwegs nach Geisweid, um die Brötchenbesellung für den Frühdienst abzuholen. Da bekam ich einen Einsatz zu einer Brücke, dort sei eine Babyleiche gefunden worden“. Bernd war nach wenigen Minuten vor Ort und Passanten zeigten ihm eine große Tasche in einem Gebüsch. „Ich war der erste und konnte ja nicht auf weitere Wagen warten, ich musste ja nun in diese Tasche schauen. Ganz vorsichtig habe ich die geöffnet, um nicht so viel von diesem schlimmen Anblick sehen zu müssen“, schildert Bernd uns. „Und dann sah ich diese kleine Hand und die Finger bewegten sich“. Bernd strahlt und berichtet weiter: „Dann habe ich das kleine Baby ganz fest in meinen Parka gewickelt und an mich gehalten und den Streifenwagen richtig aufgeheizt“. Die Freude in seinem Gesicht ist ihm immer noch anzumerken. „Aaaach, da kriege ich heute noch Gänsehaut, wenn ich das erzähle. Und das noch an einem Heiligabend“, berichtet er. Leider wisse er aber nicht, was dann hinterher aus diesem Fall geworden sei. Das habe er bis heute nicht erfahren können.

Am Dienstagmorgen wird Bernd zum letzten Mal zum Dienst in der Bad Berleburger Wache erscheinen, sein Büro betreten und es dann endgültig an Martin Kroh übergeben. Dann wird er offiziell durch die Siegener Führungsstelle seine Verabschiedung erhalten und in den Ruhestand verabschiedet.

 

 Persönlicher Dank

Und zum Schluss sei es mir erlaubt, hier noch einmal ein paar persönliche Worte über Bernd los zu werden: Als Bernd vor 15 Jahren in Bad Berleburg als Wachleiter anfing, da kannte ich ihn nicht persönlich. Obwohl er genau wie ich, gebürtiger Wemlighäuser ist. Ich wusste schon, wo sein Elternhaus steht, kannte auch seine Eltern und Geschwister – aber ihn persönlich hatte ich bisher nie bewusst kennen gelernt. An einem seiner ersten Diensttage wurde ich in sein Büro gebeten. Damals war ich ein wenig aufgeregt. Bernd erzählte mir zunächst, dass er mich bereits kennt und erzählte mir aus unserem heimatlichen Dorf. Und er kenne mich, weil er wüsste, dass ich oft über die polizeiliche Arbeit berichte und viele Fotos mache. Er bat mich, dass diese tolle Arbeit genau so weitergehen solle. Da war ich natürlich platt, dass mir ein Wachleiter einer Polizeiwache so etwas sagt.

In den folgenden 15 Jahren durfte ich mit Bernd viele unvergessliche Momente erleben, wertvolle und tiefgründige Gespräche führen, unvorstellbare Unterstützung in unterschiedlichsten Projekten erfahren. Bis ins Innenministerium hatte er geschrieben, als es um das Projekt „Wer soll Dich nach der Party fahren?“ ging, hat Streifenwagen und freiwilliges Personal in Abstimmung mit der Pressestelle zur  Verfügung gestellt, um Fotos von Einsatzsituationen zu ermöglichen. Er hat Polizeibeamten, die neu nach Bad Berleburg kamen, immer am Anfang von meinen Fotos berichtet, die auch in der Wache hängen dürfen und ihnen erklärt was ich mache, was zur Folge hatte, dass mich immer schon alle Polizeibeamten kannten, wenn ich zu einem Einsatzort kam. Vor allem hat Bernd mit seinen tollen Kollegen einem meiner besten Freunde, als dieser todkrank war, einen seiner letzten Wünsche erfüllt. Das und viele Dinge mehr werde ich niemals vergessen und kann nur sagen: Tausenddank, lieber Bernd!

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Samstag, 30 Oktober 2021 16:59

Vorfahrt missachtet - Golf-Fahrerin verletzt

BAD BERLEBURG. Eine verletzte Pkw Fahrerin und ein hoher Sachschaden an zwei Pkw sind die Bilanz einer Vorfahtmissachtung am Samstagvormittag auf der Schulstraße. Eine 58-jährige Pkw Fahrerin beabsichtigte in Höhe des Bürgerhauses mit ihrem Golf aus einem Parkstreifen am Fahrbahnrand auf die Schulstraße zu fahren. Dabei beachtete sie jedoch nicht den fließenden Verkehr und es kam zum Zusammenstoß mit einem Volvo.

Beide Fahrzeuge wurden beim Aufprall stark beschädigt und waren nicht mehr fahrbereit. Die 58-jährige Golffahrerin wurde leicht verletzt. Sie wurde mit dem DRK Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Die Fahrerin des Volvo blieb zum Glück unverletzt. Während der Rettungs- und Bergungsmaßnahmen war die Schulstraße vom Marktplatz bis zum Kreisverkehr an der Limburgstraße voll gesperrt.  

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Donnerstag, 30 September 2021 13:59

Fußgängerin erfasst und schwer verletzt

BAD BERLEBURG. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich am Donnerstagvormittag in der Bad Berleburger Innenstadt. Dabei wurde eine 38-jährige Frau schwer verletzt und musste mit dem Rettungshubschrauber in die Marburger Uniklinik geflogen werden. Die Bahnhofstraße blieb voll gesperrt.

Laut Polizei wollte die junge Frau den Zebrastreifen vom Aldimarkt in Richtung Hitmarkt überqueren. Zur selben Zeit befuhr ein Mann mit seinem Pickup die Bahnhofstraße aus Richtung Limburgstraße kommend, um nach rechts auf den Parkplatz des Hit-Marktes abzubiegen. Da sein Pickup etwas größer war, musste der Mann auf den gegenüberliegenden Fahrstreifen fahren, um auf den Parkplatz abbiegen zu können. Ob er dabei nach rechts oder links geblinkt hat, dazu gab es von Passanten vor Ort unterschiedliche Aussagen.

Direkt hinter dem Pickup befuhr eine 63-jährige Peugeotfahrerin die Bahnhofstraße in Richtung Kreisverkehr. Durch den Pickup wurde ihre Sicht auf den ersten Teil des Zebrastreifens verdeckt, auf dem die Fußgängerin bereits unterwegs war. Aus Angst, der Pickup könne mit ihrem Peugeot kollidieren, beschleunigte die Frau ihren Kleinwagen. Dabei erfasste sie die Fußgängerin, die über den Zebrastreifen ging. Die junge Frau schlug mit dem Kopf in der Windschutzscheibe des Pkw ein und wurde von der Front des Wagens getroffen.

Vor Ort wurde die schwer verletzte Frau von DRK Rettungsdienst und Notarzt aus Bad Berleburg versorgt. Nach kurzer Zeit kam auch die Besatzung des Siegener Rettungshubschraubers „Christoph 25“ hinzu. Nach der Versorgung vor Ort brachte der Hubschrauber die Fußgängerin zur Uniklinik Marburg. Lebensgefahr besteht nach Auskunft der Polizei nicht.

Zur genauen Klärung des Unfallhergangs wurde vor Ort ein aufwändiges Monobildverfahren durchgeführt, bei dem die Fahrbahn in Vierecke eingeteilt und genau vermessen wird. Zudem rekonstruierten die Polizeibeamten den Unfall, in dem der Pickup nochmals vorgefahren wurde und seine Abbiegestellung einnahm. Der Pkw der 63-jährigen Frau wurde beschlagnahmt und sichergestellt.

Die Pkw Fahrerin wurde nach dem Unfall ebenfalls durch den Rettungsdienst betreut und ins Krankenhaus gebracht.    

Publiziert in SI Retter
Donnerstag, 05 August 2021 22:06

Essen auf Herd löst Feuerwehreinsatz aus

BAD BERLEBURG. Schnell beendet war am Donnerstagabend ein Feuerwehreinsatz im Bad Berleburger Wiesenweg. In einem Mehrfamilienhaus hatte im dritten Obergeschoss ein Brandmelder ausgelöst. Zudem war Rauchgeruch wahrzunehmen. So stand es um 19:31 in den Meldeempfängern von Feuerwehr und Rettungsdienst.

Wenige Minuten später trafen die Kameraden der Löschgruppe Raumland und des Löschzuges Bad Berleburg an der Einsatzstelle ein. Der Rettungswagen der DRK Rettungswache war bereits vor Ort, ebenso die Polizei. Sie alle konnten nach kurzer Zeit Entwarnung geben. Ursache für den Rauchgeruch und die Auslösung des Melders war ein auf dem Herd vergessenes Essen. Niemand wurde verletzt, Sachschaden entstand auch nicht.

Ein Hausbewohner hatte die Tür der betroffenen Wohnung bereits vor Eintreffen der Einsatzkräfte aufgebrochen, da auf Klingeln und Klopfen niemand reagiert hatte. Der Wohungsinhaber war allerdings gar nicht zu Hause. Aus den Reihen der übrigen Hausbewohner war zu hören, dass es in der betreffenden Wohnung in der Vergangenheit bereits öfter vorkam, dass Essen auf dem Herd zu kokeln begonnen hatte. Diesmal endete der Einsatz noch einmal glimpflich.    

Publiziert in SI Feuerwehr

BAD BERLEBURG/SCHLEIDEN. „Da wo wir waren, haben mal Häuser gestanden. Die Treppe war noch zu erkennen, sonst nichts mehr“. Was Jan Lucas Krause in seinem Gespräch schildert, kann man wohl nicht nachvollziehen, wenn man nicht selbst im Schadensgebiet gewesen ist. Der 19-jährige Bad Berleburger ist seit seiner frühesten Kindheit begeistert für das Technische Hilfswerk, ist später in die THW-Jugend eingetreten und heute als Helfer der Bergungsgruppe im THW Ortsverband Bad Berleburg engagiert.
Gemeinsam mit 13 weiteren Kameraden war er in der letzten Woche im Hochwassergebiet in Nordrhein-Westfalen im Einsatz. Er hat sich nach unserer Anfrage bereit erklärt, uns von seinen Eindrücken, seinen Aufgaben vor Ort und seinen Erlebnissen zu berichten.

Einsatz Tage nach der Flut


Der Einsatz kam erst Tage nach der akuten Flut. Als es akut war, war der THW-Helfer mit seinen Kameraden im benachbarten Sauerland im Einsatz, um Gärten, Keller und Firmen leer zu pumpen. Jetzt ging es darum, die Spuren, die die gewaltige Flut in Teilen der Eifel hinterlassen hat, zu beseitigen und dabei zu helfen, einen langsamen Wiederaufbau zu ermöglichen. Vor allem aber darum, den für die Schadensgebiete erneut angekündigten Starkregen vorbereiten und weitere Schäden verhindern zu können.
Jan Lucas saß mit seinen Eltern im Garten, als sein Telefon ging. „Bist Du einsatzbereit? Dann bitte Sachen packen und zum OV kommen. Es dauert mehrere Tage“. Mehr erfuhr der junge Mann zunächst nicht. Schnell, aber ohne Hektik begann er, seinen Einsatz vorzubereiten. „In meinem Bettkasten habe ich die nötigen Materialien für eine Übernachtung im Freien“, erklärt Jan Lucas, der auch in seiner Freizeit immer wieder gerne im Freien, in den Wäldern seiner Wittgensteiner Heimat, oder anderswo in Deutschland übernachtet und dort dann tagelang auf sich allein gestellt ist. „Und gegenüber ist schon der Kleiderschrank und im Badezimmer die Hygieneartikel“. Der Rucksack sei also schnell gepackt gewesen. „Am Ende waren es doch ein paar Klamotten zu viel“, lacht er. Es folgte eine herzliche Umarmung mit seinen Eltern und die innige Bitte von Mutter und Vater, auf sich Acht zu geben. Sie alle wissen, dass der Einsatz nicht ungefährlich ist und bereits Einsatzkräfte in den Fluten ertrunken sind.
Etwa fünf Minuten nach dem Anruf ist er zum wenige Kilometer entfernten THW Ortsverband gefahren. „Alles was an THW Sachen noch rein passte, habe ich dazu gepackt“, schildert Jan Lucas. Dann ging die Kolonnenfahrt Richtung Einsatzgebiet los. „Wir waren mit drei Fahrzeugen und 14 Leuten im Einsatz“, berichtet er. Dabei wussten Jan Lucas und seine Kameraden zunächst nicht, was sie erwartet. „Wir sollten erst mal in den Bereitstellungsraum fahren und da auf einen genauen Einsatzauftrag warten“, erinnert er sich. Vom Bereitstellungsraum aus wurden er und seine Kameraden in eine Turnhalle einer Schule gebracht. „Da haben wir dann unsere Feldbetten aufgebaut und einen Schlafplatz hergerichtet. Mittlerweile war es schon abends“, erzählt er. Andere THW Ortsverbände sind bereits im Einsatz. Sie sollen von Jan Lucas und seinen Kameraden abgelöst werden.
Wie sein Gefühl, seine Gedanken waren, als er wusste, dass er jetzt mitten ins Zentrum des Katastrophengebiet fahren sollte, um dort zu helfen, frage ich ihn. „Ich weiß, dass ich meinen Kameraden hier blind vertrauen kann. Angst hatte ich deshalb nicht“, versichert er mir. Aber auch: „Mir war schon klar, dass das etwas anderes sein würde, als Keller leer zu pumpen“.

Mehrere Einsatzaufträge in den Tagen


Nachdem die Schlafplätze eingerichtet waren und der erste Einsatzauftrag am nächsten Morgen kam, klang dies zunächst weniger spektakulär: „Wir mussten Sandsäcke füllen“, erzählt Jan Lucas. Er und seine Kameraden haben von diesem Zeitpunkt an Sage und Schreibe 11.000 Sandsäcke in etwa zehn Stunden befüllt. „Uns taten Hände und Arme weh, weil man immer die selben Bewegungen gemacht hat“, berichtet er mir. Aber ans Aufhören habe nie jemand gedacht: „Wir haben dann die Arbeiten getauscht, damit jeder mal anders beansprucht werden konnte und dann war es gut machbar“, schildert er. Rund 15 bis 20 Kilo wiegt ein Sandsack, den die Helfer nach Augenmaß befüllen mussten. „Die Säcke wurden dann an den Ufern des Flusses positioniert, der durch die beiden Dörfer fließt, um ein erneutes Übertreten bei dem angekündigten Regen zu verhindern“, erklärt Jan Lucas. Erleichtert waren er und seine Kameraden, als der Regen deutlich schwächer ausfiel, als angekündigt. „Der ganz große Regen ist zum Glück ausgeblieben. Es hat ein bisschen getröpfelt“.
Der erste Einsatz dauerte bis spät in den Abend. „Danach haben wir Bratkartoffeln mit Leberkäse gegessen“, freut sich Jan Lucas. Gekocht übrigens ebenfalls von Kameraden des THW.
„Wir haben an diesem Abend noch lange zusammen gesessen und uns unterhalten. Da hatte ich schon den Eindruck, dass vor allem bei den Kameraden, die schon zuvor in einem Katastrophengebiet im Einsatz waren, die Stimmung getrübt war. Es ist schon bedrückend, mitten in Schutt und Asche zu stehen, wo eigentlich einmal Häuser standen“, gibt der junge Mann zu bedenken.

Schwere Eindrücke für die Helfer

Am nächsten Morgen reichte die Zeit für ein Frühstück nicht mehr aus. Es gab einen erneuten Einsatzauftrag. „Diesmal mussten wir direkt in ein Dorf, durch das die Flut gekommen ist“, erinnert sich Jan Lucas. Unterwegs habe man schnell bei einem Bäcker angehalten, und sich eine Kleinigkeit auf die Hand gekauft.
In dem Dorf wirken schwere Eindrücke auf Jan-Lucas und seine Kameraden ein. „Da wird Dir anders“, gesteht er mir. „Man kannte die Bilder ja aus dem Fernsehen, aber selbst dort zu stehen, das ist noch mal ganz etwas anderes“, macht er deutlich. Auf dem Weg dorthin seien sie an einer Stelle vorbeigekommen, wo zwei Häuser einfach weg gespült worden seien. "Ob die Menschen dort noch rechtzeitig raus gekommen sind, wissen wir nicht".
Die Straßen im Ort seien ausgeschwemmt gewesen, aber das habe noch halbwegs gegangen, berichtet er. „Dann standen wir an einem Fluss, wo wir ein großes Betonteil zur Bergung vorbereiten mussten. Am Ufer hatte vor 24 Stunden noch ein Haus gestanden. Das war eingestürzt“, schildert er seine Eindrücke. Während der Arbeit, so erzählt mir der 19-Jährige, müsse man diese Eindrücke ausblenden. „Aber in den Pausen haben wir darüber natürlich nachgedacht und uns gefragt, wie es den Menschen wohl jetzt geht“.Das schwere Betonteil, das für die Bergung vorbereitet werden soll, wiegt rund 13 Tonnen. Das haben die Helfer anhand der Betondichte und Abmessungen vor Ort ermittelt. Um dieses Teil letztlich mit einem Autokran bergen zu können, mussten die THW Helfer noch eine weitere Bergungsgruppe mit speziellem Gerät anfordern, die diese Aufgabe dann zu Ende führte. „Wir haben noch zwei weitere Einsätze am Fluss gehabt“, berichtet Jan Lucas. Dabei sei es zunächst darum gegangen, einen Baufachberater zu sichern, der mitten im Wasser gestanden habe, um Brücken in Augenschein zu nehmen. „Mein Kollege Justin und ich haben ihn von außen mit Gurten gesichert und festgehalten“, beschreibt er die Aufgabe dort. Wenig später musste die Truppe um Jan Lucas selbst mit Wathosen ins Hochwasser gehen: „Es musste eine Brücke im Fluss von sperrigem Unrat befreit werden, um nicht erneut einen Stau und eine Überflutung auszulösen“, erklärt er. Dabei wurden die Helfer von ihren eigenen Kameraden gesichert, die sich wiederum mit Haken im Boden auch gesichert haben. 

Am Nachmittag endete schließlich auch der zweite Einsatztag und die Kameraden konnten ihre Heimreise antreten. „Wir waren alle sehr müde, haben auf der Heimfahrt viel geschlafen aber auch über all das geredet, was wir hier gesehen haben und wie es für die Menschen wohl jetzt weiter geht“, berichtet Jan Lucas abschließend. Gegen Mitternacht seien sie an der Unterkunft gewesen und gegen halb eins dann wieder daheim bei ihren erleichterten Familien.

Schließlich gehen wir noch zu dem Fahrzeug, mit dem Jan Lucas im Einsatz war und machen ein Foto für unseren Artikel.
Jan Lucas strahlt. Er ist gemeinsam mit Vielen einer der Helden dieser entsetzlichen Katastrophe.

Publiziert in SI Retter

BAD BERLEBURG. Dem schnellen und beherzten Eingreifen dreier Polizeibeamten und dem schnellen Einsatz der Bad Berleburger Feuerwehr ist es zu verdanken, dass ein Entstehungsbrand in einem Mehrfamilienwohnhaus in der Bad Berleburger Moltkestraße in der Nacht zu Mittwoch kurz nach Mitternacht nicht zu einer Tragödie geführt hat. Ein auf einer Terrasse entstandenes Feuer hatte bereits auf die Fassade des Wohnhauses übergegriffen, als die ersten Einsatzkräfte vor Ort eintrafen. Die Bewohner des Hauses, die durch einen Stromausfall auf den Brand aufmerksam geworden waren, darunter auch mehrere kleine Kinder, konnten das Haus rechtzeitig verlassen.

Sofort dämmten die drei zuerst eingetroffenen Polizeibeamten die Flammen mit einem Pulverlöscher ein, bis wenige Augenblicke später die alarmierte Feuerwehr unter schwerem Atemschutz einen Löschangriff vornahm. Einsatzleiter Lukas Brune erklärte vor Ort: „Bei Eintreffen waren die Polizeibeamten mit einem Pulverlöscher im Löschangriff und es war bereits zu einem Vollbrand in einem Bereich der Terrasse gekommen, der schon auf die Fassade übergegriffen hatte“. Nachdem die Kameraden mit Atemschutz die Flammen komplett gelöscht hatten, öffneten sie die Fassade, um auch letzte Glutnester mit der Wärmebildkamera ausfindig machen und ablöschen zu können. Abschließend brachten die Kameraden einen Hochleistungslüfter in Stellung, um Wohngebäude und Terrasse vom Brandrauch zu befreien. 

Wie die Polizei vor Ort mitteilte, war das Feuer nach derzeitigem Ermittlungsstand durch die unsachgemäße Handhabung einer Shisha Pfeife entstanden, bzw. war diese nach dem gemeinschaftlichen Rauchen auf der Terrasse nicht richtig ausgemacht worden.

Der Schaden an der Hausfassade war zum Glück nicht sehr groß und die Bewohner der direkt angrenzenden Wohnung konnten nach etwa einer Stunde wieder in ihr Zuhause zurückkehren.

 

Anmerkung der Redaktion: Feuerwehrmann Florian vom Löschzug Bad Berleburg startete diesen Einsatz wenige Minuten nach Mitternacht, an seinem Geburtstag. Wir wünschen ihm auch von hier aus alles Gute zu einem Ehrentag, dass er wie auch all seine Kameraden immer gesund von ihren Missionen zurückkehren und gesund bleiben. Wir finden es richtig Klasse, dass Menschen auch an ihrem Geburtstag ehrenamtlich und selbstlos für ihre Mitmenschen da sind und ihnen in Notsituationen zur Seite stehen. Deshalb haben wir uns entschieden, dies hier zu erwähnen. Herzlichen Glückwunsch, Florian und mach weiter so! 

 

 

Einen Bericht über Florian findet Ihr im Übrigen auch im Rahmen unserer Serie  "Menschen hinter der den Kulissen" unter: 

https://112-magazin.de/aus-der-region/item/30012-das-ist-einfach-sch%C3%B6n-florian-kroh-ist-jugendfeuerwehrwart-mit-leib-und-seele

 

 

Publiziert in SI Feuerwehr

BAD BERLEBURG. Ein nicht alltägliches Bild bot sich Stadtbesuchern und Autofahrern in der Oberstadt, im Bereich der Bärenbrücke und der Mühlwiese in Bad Berleburg. Passanten, Landwirte und Polizeibeamte waren damit beschäftigt, fünf Rinder durch die Stadt zu leiten und dafür zu sorgen, dass sie wieder an ihre Weide zurückkamen.

Die Tiere waren am Donnerstagvormittag über die Parkstraße und den Goteheplatz gelaufen, schließlich auf die Poststraße, wo sie dann im Bereich der Bärenbrücke über die Straße Untern Hain in Richtung Mühlwiese getrieben wurden. In der Nähe eines Autohauses dort konnte mit einem Weidezaundraht ein behelfsmäßiges Areal geschaffen werden, in dem die Tiere ruhig warteten, ehe sie mit Treibwagen und Traktor wieder nach Hause gefahren wurden. Schaden entstand bei dem unplanmäßigen Ausflug der Rinder nicht, lediglich einige Autofahrer wussten nicht immer korrekt mit der Situation umzugehen.    

Publiziert in SI Polizei
Donnerstag, 27 August 2020 13:24

Feuerwehr rettet Menschen aus brennendem Gebäude

BAD BERLEBURG. Bei einem Gebäudebrand in der Bad Berleburger Kernstadt hat die Feuerwehr Bad Berleburg am frühen Donnerstagmorgen zwei Menschen das Leben gerettet. Die Hausbewohner waren in Rauch und Flammen eingeschlossen und konnten nicht mehr ins Freie gelangen. Die Kameraden der Feuerwehr konnten mit Drehleiter und Steckleitern zu den eingeschlossenen Menschen vordringen und sie rechtzeitig ins Freie retten.

Wenige Minuten zuvor waren bereits Streifenwagen der Polizei an der Einsatzstelle auf der Ederstraße eingetroffen. Da die Menschen allerdings im Dachgeschoss waren, konnten die Beamten ohne Leitern keine Rettung durchführen. Und doch haben sie mit ihrem Einsatz dazu beigetragen, schlimmeres zu verhindern: „Die Menschen waren in Panik und konnten nicht mehr klar denken. Die wollten zurück in den Rauch und noch Sachen holen. Die Polizeibeamten konnten aber so beruhigend auf sie einwirken, dass sie an den Fenstern blieben und nicht zurück in den Brandrauch gelaufen sind“, berichtete ein Augenzeuge. Nur wenige Atemzüge in dem dichten Qualm hätten für eine Bewusstlosigkeit und damit lebensgefährliche Komplikation ausgereicht. Auch ein Lkw-Fahrer der Firma Herzog hatte spontan seine Hilfe angeboten, als er noch bevor die Feuerwehr eingetroffen war, zufällig an der Einsatzstelle vorbei kam. Der Mann hatte Sand auf seinem Lkw geladen und den Menschen eine weiche Aufsprungfläche anbieten wollen. Dann war aber die Feuerwehr bereits eingetroffen und hatte die Rettung über die Leitern vorgenommen.

Insgesamt wurden bei dem Feuer laut Einsatzleiter Matthias Limper fünf Menschen verletzt, eine Frau schwer. Sie hatte noch selbst in letzter Minute den Weg nach draußen gefunden, dies aber mit einer schweren Rauchvergiftung und Brandverletzungen gebüßt. „Die Frau war schwarz verrußt“, berichtet ein Anwohner. Diese Patientin wurde nach der Erstversorgung mit dem Siegener Rettungshubschrauber „Christoph 25“, der auf dem Parkplatz des Lidl-Marktes gelandet war, in eine Klinik geflogen. Insgesamt waren in dem als Wohn- und Geschäftshaus genutzten Gebäude sieben Wohnungen verzeichnet. „Einige Mieter waren bereits an der Arbeit, andere kamen selbst raus und zwei wurden durch die Feuerwehr gerettet“, resümierte Einsatzleiter Limper. Zur Versorgung der Verletzten waren rund 15 Kräfte des Rettungsdienstes, die Notärzte aus Bad Berleburg, Bad Laasphe und des Rettungshubschraubers, sowie der Organisatorische Leiter Rettungsdienst des Kreises Siegen-Wittgenstein und der Leitende Notarzt im Einsatz. Letztere kommen immer dann zum Einsatz, wenn mehr als zwei Notärzte bei einem Einsatz gleichzeitig arbeiten, oder wenn es eine große Anzahl von Verletzten gibt. Sie übernehmen dann die Koordination, damit alle Verletzten in die für sie geeigneten Kliniken gebracht werden können, alle Rettungsmittel vor Ort optimal eingesetzt werden und auch, damit Angehörige hinterher wissen, wo ihre Verwandten untergekommen sind.

Die Feuerwehr war mit rund 50 Einsatzkräften vor Ort und konzentrierte sich neben der Menschenrettung auf die Brandbekämpfung. „Dazu haben wir Innen- und Außenangriffe durchgeführt“, erklärte Matthias Limper. Dabei seien 15 Atemschutztrupps zum Einsatz gekommen, aus zwei Hydranten und den Feuerwehrfahrzeugen habe man Wasser entnommen. „Wir haben einen Zimmerbrand im Dachgeschoss vorgefunden. Dabei gab es eine massive Rauch- und Hitzeentwicklung, wodurch selbst das Treppenhaus abgebrannt ist“, berichtete Limper. Neu im Einsatz waren hierbei so genannte „Fognails“. „Das sind dünne Metallstäbe, die wir unter die Dachhaut einführen und dann wird ein Schlauch angeschlossen. Vorne haben diese Stäbe Löschdüsen, aus denen dann das Wasser in die Dachhaut gespritzt werden kann. Das hat super funktioniert“, resümiert Matthias Limper. Diese Löschtechnik sei sehr effizient gewesen und habe das komplette Eröffnen des Daches erspart. Zusätzliche Unterstützung kam von der Feuerwehr Erndtebrück mit einer zweiten Drehleiter an der Hinterseite des Hauses.

Die Polizei hatte die Einsatzstelle weiträumig abgesperrt und den Verkehr umgeleitet, sowie mit der Kriminalpolizei die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Den Schaden geben die Beatmen nach ersten vorsichtigen Schätzungen grob mit 250.000 bis 500.000 Euro an. „Es hängt jetzt noch davon ab, wie viel Schaden das Löschwasser angerichtet hat. Es tropfte schon bis in den Friseursalon im Erdgeschoss“, hieß es vor Ort.

Die Wohnungen im Haus können vorerst nicht mehr betreten werden. Die Bewohner wurden vom Ordnungsamt in einer städtischen Unterkunft untergebracht.

Publiziert in SI Feuerwehr

AUE. Eine Tierärztin ist bei einem Einsatz im Kuhstall am Dienstagvormittag schwer verletzt worden. Gegen 10:30 Uhr waren Rettungsdienst, Polizei und Rettungshubschrauber alarmiert und nach Aue geschickt worden. Bei einem Bauernhof in der Ortsdurchfahrt war es zu dem Zwischenfall gekommen.

Wie die Polizei mitteilte, war die Tierärztin zur Untersuchung einer Kuh angerückt. Während der Untersuchung habe das Tier, das auch ein Kalb dabei hatte, die Ärztin an die Wand gedrückt und dabei schwer verletzt. Mit einem Strick habe das Tier aber schnell und ohne Probleme zurückgezogen werden können, hieß es vor Ort.

Die verletzte Tierärztin aus Bad Berleburg wurde vor Ort von der Besatzung des DRK Rettungswagens aus Womelsdorf und dem Team des Rettungshubschraubers „Christoph 25“, der am Ortseingang in einer Wiese neben der Hauptstraße gelandet war, versorgt. Anschließend wurde die Frau mit notärztlicher Begleitung ins Bad Berleburger Krankenhaus gebracht. Die Polizei erklärte vor Ort, dass es sich um einen Unfall handele, die man bei Behandlungen großer Tiere kaum vorher sehen könne.

Publiziert in SI Retter

BAD BERLEBURG. Dem schnellen Handeln des Revierleiters Hubertus Brinkschulte von der Wittgenstein Berleburg`schen Rentkammer und dem Eingreifen der Feuerwehr ist es zu verdanken, dass ein Waldbrand im Bereich des Westerzekopf noch einmal glimpflich endete. Am Freitagnachmittag gegen 14.30 Uhr war es in dem schwer zugänglichen Bereich zu einer Rauchentwicklung gekommen, die der Revierleiter wahrnahm. Parallel dazu hatte ein Flugzeugpilot eine Meldung abgegeben, hatte aber den Bereich Schameder als Einsatzadresse aus der Luft vermutet. Der Förster der Rentkammer konnte von einer Anhöhe aus die Rauchentwicklung genau lokalisieren und mit seinem im Auto befindlichen Feuerlöscher bereits einen Großteil des Feuers eindämmen, nachdem er zu Fuß in den Steilhang gelaufen war. Forstdirektor Johannes Röhl, sowie Hubertus Winter von der Rentkammer konnten die Feuerwehr dann an den genauen Einsatzort lotsen.

Die Kameraden aus Bad Berleburg und Berghausen mussten von einem Waldweg aus rund 350 Meter Schlauchleitung in ein schwer zugängliches Gelände bergauf verlegen, um den Brand endgültig ablöschen zu können. Zusätzlich kontrollierten sie den Bereich mit der Wärmebildkamera und brachten Netzmittel aus, um auch ein Eindringen des Wassers in den trockenen Waldboden zu ermöglichen.

Vor Ort sah es danach aus, als sei der Brand durch ein zuvor entzündetes Lagerfeuer mitten im Mischwaldbestand entstanden. Darauf deuteten frisch gesägte Holzstämme, Überreste einer vermeintlichen Feuerstelle und Verpackungsmaterial, sowie menschliche Hinterlassenschaften hin.

Feuerwehr und Rentkammer weißen in diesem Zusammenhang noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass Feuer im Wald absolut nicht sein darf und als grob fahrlässig einzustufen ist. Auch das Wildcampen im Wald ist aus eben diesen Gründen nicht erlaubt. Möglicherweise ist der Brand in der Westerze auch erst Tage nach dem „Gelage“ entstanden, was noch einmal unterstreicht, wie gefährlich solche Aktionen sind.

Mit Löschwasser aus zwei Löschfahrzeugen des Zuges 1 konnten die Kameraden den Brand schließlich löschen.

Publiziert in SI Feuerwehr
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