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BAD BERLEBURG. Dem schnellen und beherzten Eingreifen dreier Polizeibeamten und dem schnellen Einsatz der Bad Berleburger Feuerwehr ist es zu verdanken, dass ein Entstehungsbrand in einem Mehrfamilienwohnhaus in der Bad Berleburger Moltkestraße in der Nacht zu Mittwoch kurz nach Mitternacht nicht zu einer Tragödie geführt hat. Ein auf einer Terrasse entstandenes Feuer hatte bereits auf die Fassade des Wohnhauses übergegriffen, als die ersten Einsatzkräfte vor Ort eintrafen. Die Bewohner des Hauses, die durch einen Stromausfall auf den Brand aufmerksam geworden waren, darunter auch mehrere kleine Kinder, konnten das Haus rechtzeitig verlassen.

Sofort dämmten die drei zuerst eingetroffenen Polizeibeamten die Flammen mit einem Pulverlöscher ein, bis wenige Augenblicke später die alarmierte Feuerwehr unter schwerem Atemschutz einen Löschangriff vornahm. Einsatzleiter Lukas Brune erklärte vor Ort: „Bei Eintreffen waren die Polizeibeamten mit einem Pulverlöscher im Löschangriff und es war bereits zu einem Vollbrand in einem Bereich der Terrasse gekommen, der schon auf die Fassade übergegriffen hatte“. Nachdem die Kameraden mit Atemschutz die Flammen komplett gelöscht hatten, öffneten sie die Fassade, um auch letzte Glutnester mit der Wärmebildkamera ausfindig machen und ablöschen zu können. Abschließend brachten die Kameraden einen Hochleistungslüfter in Stellung, um Wohngebäude und Terrasse vom Brandrauch zu befreien. 

Wie die Polizei vor Ort mitteilte, war das Feuer nach derzeitigem Ermittlungsstand durch die unsachgemäße Handhabung einer Shisha Pfeife entstanden, bzw. war diese nach dem gemeinschaftlichen Rauchen auf der Terrasse nicht richtig ausgemacht worden.

Der Schaden an der Hausfassade war zum Glück nicht sehr groß und die Bewohner der direkt angrenzenden Wohnung konnten nach etwa einer Stunde wieder in ihr Zuhause zurückkehren.

 

Anmerkung der Redaktion: Feuerwehrmann Florian vom Löschzug Bad Berleburg startete diesen Einsatz wenige Minuten nach Mitternacht, an seinem Geburtstag. Wir wünschen ihm auch von hier aus alles Gute zu einem Ehrentag, dass er wie auch all seine Kameraden immer gesund von ihren Missionen zurückkehren und gesund bleiben. Wir finden es richtig Klasse, dass Menschen auch an ihrem Geburtstag ehrenamtlich und selbstlos für ihre Mitmenschen da sind und ihnen in Notsituationen zur Seite stehen. Deshalb haben wir uns entschieden, dies hier zu erwähnen. Herzlichen Glückwunsch, Florian und mach weiter so! 

 

 

Einen Bericht über Florian findet Ihr im Übrigen auch im Rahmen unserer Serie  "Menschen hinter der den Kulissen" unter: 

https://112-magazin.de/aus-der-region/item/30012-das-ist-einfach-sch%C3%B6n-florian-kroh-ist-jugendfeuerwehrwart-mit-leib-und-seele

 

 

Publiziert in SI Feuerwehr

BAD BERLEBURG. Ein nicht alltägliches Bild bot sich Stadtbesuchern und Autofahrern in der Oberstadt, im Bereich der Bärenbrücke und der Mühlwiese in Bad Berleburg. Passanten, Landwirte und Polizeibeamte waren damit beschäftigt, fünf Rinder durch die Stadt zu leiten und dafür zu sorgen, dass sie wieder an ihre Weide zurückkamen.

Die Tiere waren am Donnerstagvormittag über die Parkstraße und den Goteheplatz gelaufen, schließlich auf die Poststraße, wo sie dann im Bereich der Bärenbrücke über die Straße Untern Hain in Richtung Mühlwiese getrieben wurden. In der Nähe eines Autohauses dort konnte mit einem Weidezaundraht ein behelfsmäßiges Areal geschaffen werden, in dem die Tiere ruhig warteten, ehe sie mit Treibwagen und Traktor wieder nach Hause gefahren wurden. Schaden entstand bei dem unplanmäßigen Ausflug der Rinder nicht, lediglich einige Autofahrer wussten nicht immer korrekt mit der Situation umzugehen.    

Publiziert in SI Polizei
Donnerstag, 27 August 2020 13:24

Feuerwehr rettet Menschen aus brennendem Gebäude

BAD BERLEBURG. Bei einem Gebäudebrand in der Bad Berleburger Kernstadt hat die Feuerwehr Bad Berleburg am frühen Donnerstagmorgen zwei Menschen das Leben gerettet. Die Hausbewohner waren in Rauch und Flammen eingeschlossen und konnten nicht mehr ins Freie gelangen. Die Kameraden der Feuerwehr konnten mit Drehleiter und Steckleitern zu den eingeschlossenen Menschen vordringen und sie rechtzeitig ins Freie retten.

Wenige Minuten zuvor waren bereits Streifenwagen der Polizei an der Einsatzstelle auf der Ederstraße eingetroffen. Da die Menschen allerdings im Dachgeschoss waren, konnten die Beamten ohne Leitern keine Rettung durchführen. Und doch haben sie mit ihrem Einsatz dazu beigetragen, schlimmeres zu verhindern: „Die Menschen waren in Panik und konnten nicht mehr klar denken. Die wollten zurück in den Rauch und noch Sachen holen. Die Polizeibeamten konnten aber so beruhigend auf sie einwirken, dass sie an den Fenstern blieben und nicht zurück in den Brandrauch gelaufen sind“, berichtete ein Augenzeuge. Nur wenige Atemzüge in dem dichten Qualm hätten für eine Bewusstlosigkeit und damit lebensgefährliche Komplikation ausgereicht. Auch ein Lkw-Fahrer der Firma Herzog hatte spontan seine Hilfe angeboten, als er noch bevor die Feuerwehr eingetroffen war, zufällig an der Einsatzstelle vorbei kam. Der Mann hatte Sand auf seinem Lkw geladen und den Menschen eine weiche Aufsprungfläche anbieten wollen. Dann war aber die Feuerwehr bereits eingetroffen und hatte die Rettung über die Leitern vorgenommen.

Insgesamt wurden bei dem Feuer laut Einsatzleiter Matthias Limper fünf Menschen verletzt, eine Frau schwer. Sie hatte noch selbst in letzter Minute den Weg nach draußen gefunden, dies aber mit einer schweren Rauchvergiftung und Brandverletzungen gebüßt. „Die Frau war schwarz verrußt“, berichtet ein Anwohner. Diese Patientin wurde nach der Erstversorgung mit dem Siegener Rettungshubschrauber „Christoph 25“, der auf dem Parkplatz des Lidl-Marktes gelandet war, in eine Klinik geflogen. Insgesamt waren in dem als Wohn- und Geschäftshaus genutzten Gebäude sieben Wohnungen verzeichnet. „Einige Mieter waren bereits an der Arbeit, andere kamen selbst raus und zwei wurden durch die Feuerwehr gerettet“, resümierte Einsatzleiter Limper. Zur Versorgung der Verletzten waren rund 15 Kräfte des Rettungsdienstes, die Notärzte aus Bad Berleburg, Bad Laasphe und des Rettungshubschraubers, sowie der Organisatorische Leiter Rettungsdienst des Kreises Siegen-Wittgenstein und der Leitende Notarzt im Einsatz. Letztere kommen immer dann zum Einsatz, wenn mehr als zwei Notärzte bei einem Einsatz gleichzeitig arbeiten, oder wenn es eine große Anzahl von Verletzten gibt. Sie übernehmen dann die Koordination, damit alle Verletzten in die für sie geeigneten Kliniken gebracht werden können, alle Rettungsmittel vor Ort optimal eingesetzt werden und auch, damit Angehörige hinterher wissen, wo ihre Verwandten untergekommen sind.

Die Feuerwehr war mit rund 50 Einsatzkräften vor Ort und konzentrierte sich neben der Menschenrettung auf die Brandbekämpfung. „Dazu haben wir Innen- und Außenangriffe durchgeführt“, erklärte Matthias Limper. Dabei seien 15 Atemschutztrupps zum Einsatz gekommen, aus zwei Hydranten und den Feuerwehrfahrzeugen habe man Wasser entnommen. „Wir haben einen Zimmerbrand im Dachgeschoss vorgefunden. Dabei gab es eine massive Rauch- und Hitzeentwicklung, wodurch selbst das Treppenhaus abgebrannt ist“, berichtete Limper. Neu im Einsatz waren hierbei so genannte „Fognails“. „Das sind dünne Metallstäbe, die wir unter die Dachhaut einführen und dann wird ein Schlauch angeschlossen. Vorne haben diese Stäbe Löschdüsen, aus denen dann das Wasser in die Dachhaut gespritzt werden kann. Das hat super funktioniert“, resümiert Matthias Limper. Diese Löschtechnik sei sehr effizient gewesen und habe das komplette Eröffnen des Daches erspart. Zusätzliche Unterstützung kam von der Feuerwehr Erndtebrück mit einer zweiten Drehleiter an der Hinterseite des Hauses.

Die Polizei hatte die Einsatzstelle weiträumig abgesperrt und den Verkehr umgeleitet, sowie mit der Kriminalpolizei die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Den Schaden geben die Beatmen nach ersten vorsichtigen Schätzungen grob mit 250.000 bis 500.000 Euro an. „Es hängt jetzt noch davon ab, wie viel Schaden das Löschwasser angerichtet hat. Es tropfte schon bis in den Friseursalon im Erdgeschoss“, hieß es vor Ort.

Die Wohnungen im Haus können vorerst nicht mehr betreten werden. Die Bewohner wurden vom Ordnungsamt in einer städtischen Unterkunft untergebracht.

Publiziert in SI Feuerwehr

AUE. Eine Tierärztin ist bei einem Einsatz im Kuhstall am Dienstagvormittag schwer verletzt worden. Gegen 10:30 Uhr waren Rettungsdienst, Polizei und Rettungshubschrauber alarmiert und nach Aue geschickt worden. Bei einem Bauernhof in der Ortsdurchfahrt war es zu dem Zwischenfall gekommen.

Wie die Polizei mitteilte, war die Tierärztin zur Untersuchung einer Kuh angerückt. Während der Untersuchung habe das Tier, das auch ein Kalb dabei hatte, die Ärztin an die Wand gedrückt und dabei schwer verletzt. Mit einem Strick habe das Tier aber schnell und ohne Probleme zurückgezogen werden können, hieß es vor Ort.

Die verletzte Tierärztin aus Bad Berleburg wurde vor Ort von der Besatzung des DRK Rettungswagens aus Womelsdorf und dem Team des Rettungshubschraubers „Christoph 25“, der am Ortseingang in einer Wiese neben der Hauptstraße gelandet war, versorgt. Anschließend wurde die Frau mit notärztlicher Begleitung ins Bad Berleburger Krankenhaus gebracht. Die Polizei erklärte vor Ort, dass es sich um einen Unfall handele, die man bei Behandlungen großer Tiere kaum vorher sehen könne.

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BAD BERLEBURG. Dem schnellen Handeln des Revierleiters Hubertus Brinkschulte von der Wittgenstein Berleburg`schen Rentkammer und dem Eingreifen der Feuerwehr ist es zu verdanken, dass ein Waldbrand im Bereich des Westerzekopf noch einmal glimpflich endete. Am Freitagnachmittag gegen 14.30 Uhr war es in dem schwer zugänglichen Bereich zu einer Rauchentwicklung gekommen, die der Revierleiter wahrnahm. Parallel dazu hatte ein Flugzeugpilot eine Meldung abgegeben, hatte aber den Bereich Schameder als Einsatzadresse aus der Luft vermutet. Der Förster der Rentkammer konnte von einer Anhöhe aus die Rauchentwicklung genau lokalisieren und mit seinem im Auto befindlichen Feuerlöscher bereits einen Großteil des Feuers eindämmen, nachdem er zu Fuß in den Steilhang gelaufen war. Forstdirektor Johannes Röhl, sowie Hubertus Winter von der Rentkammer konnten die Feuerwehr dann an den genauen Einsatzort lotsen.

Die Kameraden aus Bad Berleburg und Berghausen mussten von einem Waldweg aus rund 350 Meter Schlauchleitung in ein schwer zugängliches Gelände bergauf verlegen, um den Brand endgültig ablöschen zu können. Zusätzlich kontrollierten sie den Bereich mit der Wärmebildkamera und brachten Netzmittel aus, um auch ein Eindringen des Wassers in den trockenen Waldboden zu ermöglichen.

Vor Ort sah es danach aus, als sei der Brand durch ein zuvor entzündetes Lagerfeuer mitten im Mischwaldbestand entstanden. Darauf deuteten frisch gesägte Holzstämme, Überreste einer vermeintlichen Feuerstelle und Verpackungsmaterial, sowie menschliche Hinterlassenschaften hin.

Feuerwehr und Rentkammer weißen in diesem Zusammenhang noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass Feuer im Wald absolut nicht sein darf und als grob fahrlässig einzustufen ist. Auch das Wildcampen im Wald ist aus eben diesen Gründen nicht erlaubt. Möglicherweise ist der Brand in der Westerze auch erst Tage nach dem „Gelage“ entstanden, was noch einmal unterstreicht, wie gefährlich solche Aktionen sind.

Mit Löschwasser aus zwei Löschfahrzeugen des Zuges 1 konnten die Kameraden den Brand schließlich löschen.

Publiziert in SI Feuerwehr

BAD BERLEBURG. Mehr als glimpflich endete ein Unfall am Freitagvormittag auf der Emil-Wolff-Straße. Eine Frau hatte dabei versucht, einen rollenden Pkw zu stoppen. Sie geriet dabei zwischen die geöffnete Fahrertür und das rollende Auto. Die Frau wurde von der Tür gerammt und verletzt.

Um 10.36 Uhr wurden die Feuerwehr und der Rettungsdienst mit dem Stichwort „TH2“ alarmiert. „Es war zunächst nicht klar, ob die Frau noch unter dem Fahrzeug eingeklemmt war“, erklärte die Polizei vor Ort.

Glücklicherweise brauchten die Feuerwehrkameraden aus Bad Berleburg und Dotzlar aber nicht mehr einzugreifen, denn die Frau war bereits befreit worden.

Wie die Polizei mitteilte, hatte das Fahrzeug zunächst in einer Grundstückseinfahrt gestanden, als die Frau gemeinsam mit Kindern einen Ausflug unternehmen wollte. Die Kinder hätten plötzlich bemerkt, dass das Fahrzeug ins Rollen geraten sei. Sie hätten ihre Mutter gerufen und diese habe daraufhin versucht, das Auto zu stoppen.

Nach dem Unfall wurde die Frau vom DRK Rettungsdienst Bad Berleburg versorgt und ins Krankenhaus gebracht. Während des Einsates wurde der Verkehr einspurig an der Unfallstelle vorbei geleitet. Ein Sachschaden entstand nach ersten Erkenntnissen nicht.

Publiziert in SI Retter

BAD BERLEBURG. Spektakulärer Unfall am Samstagvormittag auf dem Lidl-Parkplatz in der Limburgstraße: Dort ist die Parkplatzeinfahrt durch eine Höhenbegrenzung eingeschränkt, und nur Fahrzeuge, die nicht höher als 3,30 Meter sind, können auf den Parkplatz einfahren. Ein Kleintransporter mit polnischer Zulassung überschritt am Samstagmorgen die Höhe und prallte beim Versuch, auf den Parkplatz einzufahren, gegen die Höhenbegrenzung. Dies hatte zur Folge, dass das Metallgestänge an einer Seite abbrach und in die Parkplatzeinfahrt stürzte. Der 46-jährige Fahrer gab später an, ein Baum habe ihm die Sicht auf die Höhenkonstruktion versperrt. Der Mann alarmierte selbstständig die Polizei, die zunächst den Gefahrenbereich absperrte – ein Teil des Gestänges hätte noch auf den Parkplatz stürzen und dort Autos beschädigen, oder Menschen verletzen können.

Zusammen mit den Mitarbeitern des Supermarktes wurde versucht, eine Firma zu bestellen, die die restliche Konstruktion entfernt. Doch im Umkreis von 60 Kilometern war laut der Bereitschaft des Supermarktes niemand zu erreichen, der helfen konnte. Deshalb bat die Polizei schließlich die Freiwillige Feuerwehr um Hilfe, die nach wenigen Minuten mit Drehleiter und Hilfeleistungslöschfahrzeug vor Ort war, um die restliche, noch stehende und hängende Konstruktion zu entfernen und auf den Parkplatz zu legen. Von der Drehleiter aus zerschnitten die Kameraden mit einer Flex das Metall, um die Stangen schließlich auf den Parkplatz legen zu können.

Die Polizei leitete währenddessen den Verkehr einseitig an der Einsatzstelle vorbei, die Einfahrt zum Supermarkt konnte zeitweise nur über Nachbargrundstücke erfolgen.

Am Lkw entstand bei dem Unfall ein geringer Sachschaden im Dachbereich. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand. Die genaue Höhe des entstandenen Sachschadens stand nicht fest.

Publiziert in SI Feuerwehr

WITTGENSTEIN. Eigentlich haben Philipp und Daniel bereits lange Feierabend. Doch sie bleiben extra länger, um mir die Befragung und die Fotos für unsere Serie „Menschen hinter den Kulissen“ im 112-Magazin zu ermöglichen. Ohne, dass sie Überstunden aufschreiben könnten, oder ich ihnen eine Vergütung anbieten könnte. Einfach so. Ganz uneigennützig.

Es ist regnerisch und kühl an diesem Tag und trotzdem begleiten sie mich zum Hubschrauberlandeplatz direkt neben der Bad Berleburger Rettungswache. Das ist eigentlich der Platz, der immer für Fotomotive genutzt wird, wenn nicht gerade ein Hubschrauber darauf steht.

Auf dem Weg dorthin komme ich mit Daniel ins Gespräch, während Philipp den Rettungswagen im Hintergrund postiert. Beide sind noch in der Ausbildung. „Notfallsanitäter“ ist das Ziel. Jenes neue Berufsbild im Rettungsdienst mit dreijähriger Ausbildung, das 2015 geschaffen wurde und den Menschen viel abverlangt.

Daniel erzählt mir auf dem Weg zum Landeplatz, dass es sein Ziel ist, nach der Ausbildung auch im Rettungsdienst in Wittgenstein zu arbeiten. Nicht weiter zu studieren, wie es einige seiner Kollegen vorhaben. Obwohl sein Vater Arzt ist, auch Notarzt im Rettungsdienst war, bevor er in einer Hausarztpraxis tätig wurde, steht für Daniel fest: „Ich möchte hier bleiben“.

Philipp hat den Rettungswagen in perfekte Fotoposition gebracht. Über fünf Tonnen wiegt der Mercedes Sprinter und darf nur mit Lkw-Führerschein bis 7,5 Tonnen gefahren werden. Für Philipp gar kein Problem. Als ehrenamtlicher Feuerwehrmann darf der sympathische Azubi selbst Laster mit noch deutlich mehr Tonnen steuern. Da ist ein Sprinter kein Thema.

Philipp steigt aus. Er lächelt. Er freut sich auf den Artikel und die Fotos. Auch er möchte nach seiner Ausbildung im Rettungsdienst seiner Heimatstadt arbeiten. Nun bringe ich beide erst einmal in die passende Position fürs Foto. Der Regen macht ihnen bis auf ein Augenzwinkern gar nichts aus. Das können sie ab. Einmal funken, einmal nebeneinander stellen. Vor den Wagen, jetzt daneben. Einzeln hinstellen und bitte einmal nebeneinander hinhocken. Geduldig machen beide meine Wünsche mit und warten ab, bis die Fotos im Kasten sind. Dann geht’s mit dem Wagen zurück in die wenige Meter entfernte Wache. Philipps Ausbildungsstelle. Daniel arbeitet 20 Kilometer weiter südwestlich. Die Wache Erndtebrück ist seine Ausbildungsstelle.

Das sind Philipp und Daniel:

Wer sind die beiden eigentlich, Philipp und Daniel?

Philipp Cyriax, 24 Jahre alt. Realschule, Fachabitur, Krankenpflegeausbildung. Das ist der bisherige Werdegang des jungen Bad Berleburgers im Schnelldurchlauf. „Meine Schulpraktika habe ich in handwerklichen Bereichen gemacht. In einer Autowerkstatt, oder einer Tischlerei“, berichtet er. Sein Vater, Krankenpfleger in der Anästhesie und Intensivmedizin, hatte Philipp noch den Impuls gegeben, auch einen medizinischen Beruf anzusehen. Philipp wurde ein Praktikum im Krankenhaus ermöglicht. Und da war es passiert: „Das Medizinische hat mir sehr gut gefallen“, erinnert der junge Mann sich. Es folgten ein Fachabitur für Sozial- und Gesundheitswesen mit anschließender Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger. Danach die anspruchsvolle Arbeit auf einer Intensivstation einer Lungenfachklinik. „Das hat mir sehr gefallen“.

Dennoch hat Philipp seinen Beruf noch einmal gewechselt und ist zum Rettungsdienst gekommen: Überhaupt hatte ihn der Rettungsdienst schon gereizt, als er die ersten Begegnungen in der Notaufnahme hatte, oder im Feuerwehrdienst, den er bereits in der Jugendfeuerwehr begonnen hatte.

„Eine sehr anspruchsvolle und tolle Ausbildung“, sagt Philipp zu seiner Entscheidung, zum Rettungsdienst zu wechseln. Ein Schritt, den er keine Minute bereut hat. „Es ist jeden Tag lohnend, zur Arbeit zu gehen“. Und er ist sehr froh, dass es nicht wie in anderen Landkreisen praktiziert wurde, seine Krankenpflegeausbildung anzurechnen und die Rettungsdienstausbildung zu verkürzen. „Es gebe sehr viele Dinge, die ich dann im ersten Lehrjahr versäumt hätte und so nicht gewusst hätte“, erklärt er. „Beispielsweise die Immobilisation der Patienten, oder der Umgang mit dem Spineboard“, fährt er fort.

Was das Besondere für den 24-Jährigen an seiner Ausbildung und dem Berufsbild ausmacht, erklärt er mir an einem Einsatzbeispiel: „Ich war bei einem Einsatz dabei, bei dem es darum ging, einen sterbenden Patienten zu betreuen. Und mit der Fürsorge, der Applikation von Sauerstoff und Schmerz lindernden Medikamenten haben wir ihm auch in dieser Situation noch etwas Gutes getan – auch, wenn er kurze Zeit später verstorben ist und das von Anfang an klar war“. Da ist es kurz still im Raum und dann fährt Philipp fort: „Deshalb ist ein Dienst aber nicht schlecht verlaufen. Der Dienst ist immer gut verlaufen, wenn wir unseren Patienten etwas Gutes tun konnten und das Beste, alles was wir gelernt haben, gegeben haben“.

Und wer ist Daniel? Daniel Impelmann, 20 Jahre, Realschule und Gymnasium und dann direkt ins Blaulichtmillieu.

Ob sein Vater Schuld daran ist, möchte ich wissen. Daniel muss lachen. „Der hat auf jeden Fall eine Teilschuld daran“, gibt er zu. Als er noch ein Kind gewesen sei, habe er von seinem Vater schon einmal das Eine oder Andere vom Notarzteinsatz gehört. Schon recht früh hat Daniel dadurch auch Interesse am Rettungsdienst gefunden. Bereits mit 10 Jahren trat er als ehrenamtlicher Helfer damals ins Jugendrotkreuz des DRK Ortsvereins Bad Berleburg ein, in dem er heute noch aktiv ist. „Die Entscheidung, tatsächlich zum Rettungsdienst zu gehen, kam erst später. So in 2017 war das. Nach der Einführung des Berufsbild Notfallsanitäter in 2015 habe ich mich sehr intensiv informiert und dann diesen Weg gewählt“. An diese Entscheidung schlossen sich ein erster Schulblock, ein Praktikum in der Notaufnahme eines Krankenhauses und schließlich der erste Einsatz als dritter Mann in einer Rettungswache an. An den ersten Einsatz dort erinnert Daniel sich noch gut: „Unklarer Notfall war gemeldet. Und obwohl man als Dritter Mann noch Welpenschutz genießt, war ich ziemlich aufgeregt“, berichtet er. Und das habe sich noch gesteigert, als man kurz vor der Einsatzadresse gewesen sei. „Aber als wir dort waren, kannte ich den Patienten schon aus dem Praktikum in der Notaufnahme und es ging ihm zum Glück auch nicht allzu schlecht“, war Daniel damals erleichtert.

Hin und wieder auch schon regulär im Einsatz

Heute sind er und sein Kollege Philipp auch immer wieder als „zweiter Mann“ im Rettungswagen im Einsatz. Denn ein Teilziel der Ausbildung haben sie mit ihrer Rettungssanitäterprüfung schon erreicht. Und dabei hatte es Daniel gleich kalt erwischt: „Wir wurden zu einem Verkehrsunfall alarmiert. Nachts, gegen kurz nach drei. Die Leitstelle meldete, dass ein Notrufsystem ausgelöst hatte und sich keiner meldet“, erinnert er sich. Als er mit seinem Kollegen an der Adresse ankam, war zunächst nichts zu erkennen. Erst bei genauerem Hinsehen entdeckten Daniel und der mit ihm fahrende Notfallsanitäter Reifenspuren in einem Grünstreifen, die in ein Waldstück führten. Kurze Zeit später wurde Großalarm ausgelöst: Zwei Männer waren eingeschlossen, hatten mit ihrem Auto Bäume gefällt. Ein Hubschrauber kam zur Einsatzstelle, die Feuerwehr, weitere Rettungs- und Notarztwagen, die Polizei und ein Organisatorischer Leiter. Nach rund vier Stunden war Daniels Einsatz beendet, die Verletzten waren gut versorgt und haben den Unfall gut überstanden. „Da war ich ziemlich aufgeregt, aber es hat alles gut geklappt“, erinnert er sich. „Erst Mal gehen Puls und Blutdruck ziemlich in die Höhe, wenn einen der Melder mit voller Lautstärke nachts aus dem Schlaf reißt“, erklärt Daniel. „Nach etwa einer Minute wird man dann wieder ruhiger“, fährt er fort. Das sind Dinge, die auch die beste Ausbildung niemanden lehren kann. Und die Ausbildung ist sehr hochwertig in Siegen. Da sind sich beide einig. „Wir erfahren eine sehr große Wertschätzung“, schwärmen Philipp und Daniel. Daniel erzählt mir, dass sich die Ausbildung neben Schulblöcken und Wachpraktika in viele Krankenhauseinsätze aufteilt. In der Notaufnahme, der Pflegestation, der Intensivstation, der Anästhesie, einer Psychiatrie und einer Kinderabteilung. Überall dort werden die beiden auf ihren späteren Beruf vorbereitet. Um ihren Patienten das Beste geben zu können. Jeden Tag aufs Neue.

Publiziert in SI Retter

BAD BERLEBURG.

Bad Berleburg, Stadtmitte, Kreisverkehr. Seit Tagen sind Bauarbeiten dort im Gange, an mehreren Stellen sind auch Bagger im Einsatz. Heute wurde bei den Arbeiten versehentlich eine Gasleitung beschädigt. Gegen 14.50 Uhr wurden Feuerwehr und Polizei alarmiert. Wenige Minuten nach dem Alarm sind die ersten Kräfte vor Ort, der Parkplatz der direkt angrenzenden Supermärkte ist mehr als voll. Der Gasgeruch ist bereits wahrnehmbar, Warngeräte schlagen in unmittelbarer Nähe an.

Die Feuerwehrleute haben sich, trotz nur weniger Meter Anfahrt, während der Fahrt bereits mit Atemschutz ausgerüstet. Sie sollen trotz der sengenden Hitze der Nachmittagssonne und der möglichen Explosionsgefahr den Brandschutz sicherstellen. Die Kameraden, später werden insgesamt 45 Feuerwehrkräfte aus Bad Berleburg, Berghausen Schüllar-Wemlighausen und Aue-Wingeshausen im Einsatz sein, bereiten Fahrzeuge und Schläuche vor, während andere sich gemeinsam mit der Polizei darum kümmern, dass die Einsatzstelle abgesperrt wird. Umliegende Supermärkte und ein Wohnhaus werden evakuiert, der Radius um das Geschehen wird größer gezogen. Die Parkplätze der angrenzenden Supermärkte werden geräumt. Einige Fahrzeughalter, die nicht erreicht werden können, dürfen ihre Auots erst später wieder abholen. Ein Starten des Motors wäre nun eine zu große Gefahrenquelle.

Der ABC Zug der Feuerwehr Aue-Wingeshausen führt Messungen der Gaskonzentration vor Ort durch, wodurch sich der Radius, in dem Evakuierungs- und Absperrmaßnahmen getroffen werden müssen, ableitet. Hier war es so, dass der Rewe-Markt, der DM Markt und ein Wohnhaus evakuiert werden mussten.

Insgesamt 15 Polizeibeamten aus Bad Berleburg, Siegen und Kreuztal waren im Einsatz. Sie mussten absperren, umleiten, Tipps für Umleitungen geben, Evakuierungen durchführen und leider auch mit einigen Bürgern Diskussionen um den Sinn der Absperrungen und Umleitungen diskutieren.

Im Einsatz stand auch der ehrenamtliche DRK Rettungswagen des Ortsvereins Bad Laasphe, der Bad Berleburger Notarzt übernahm seine Einsatzbereitschaft zeitweise vom MC Donalds Parkplatz aus, um eine optimale Eintreffzeit sicherzustellen.

Die Baufirmen begannen unterdessen damit, die Gasversorgung abzuschiebern, damit die defekte Stelle repariert werden konnte. Dazu mussten über Stunden an verschiedenen Stellen Arbeiten durchgeführt werden. Während der Arbeiten musste ein Supermarkt zeitweise vom Stromnetz getrennt werden.

Derzeit dauern die Arbeiten vor Ort noch an und der Bereich Sählingstraße/Astenbergstraße/Poststraße/Bahnhofstraße kann vermutlich bis in die Nacht hinein nur sehr eingeschränkt befahren werden. Der THW Ortsverband hat die Ausleuchtung der Einsatzstelle übernommen.

Warum die Gasleitung durch den Bagger beschädigt werden konnte, blieb zunächst noch unklar.

Bereits vor zwei Jahren war in Bad Berleburg bei Bauarbeiten eine Gasleitung beschädigt worden. Damals hatte der Einsatz deutlich größere Maße angenommen.

Publiziert in SI Feuerwehr

BAD BERLEBURG. „Es war eine gute Kameradschaft von Anfang und man wurde einfach super aufgenommen“, ist Mark Stremmel voll des Lobes. Er berichtet mir von seinen ersten Gehversuchen im Löschzug der Bad Berleburger Feuerwehr. Heute - das ist nur etwas weniger als ein Jahr später - zeigen er und sein Kamerad Moritz Eigner mir, was damit gemeint ist. Beide jungen Feuerwehrleute kenne ich bisher nicht. Und als ich mich mit ihnen zum Termin treffe, da ist das für mich einfach so, als würden wir uns schon immer kennen. „Man wird in der Runde nach dem Dienstabend nicht einfach sitzen gelassen, man kommt einfach mit jedem ins Gespräch. Niemand sieht einen hier von der Seite an nach dem Motto: Was will der denn hier?“, schildert Mark mir seine Eindrücke, die er hier von Anfang an erlebt hat. Und viele seiner heutigen Kameraden kannte der Bad Berleburger damals nicht. Ein bisschen empfinde ich es heute auch so, wie Mark damals. Denn obwohl ich die beiden Feuerwehrmänner nicht kenne, haben sie mich sehr herzlich empfangen. Mit Handschlag. Mit Lächeln und mit großer Geduld, all meine Fragen zu ihrem Werdegang zu beantworten. Der nämlich war bei den beiden nicht so, wie eigentlich in den meisten Fällen engagierter Feuerwehrleute. Mark und Moritz sind ganz aus freien Stücken in die Feuerwehr eingetreten. Nicht, wie viele ihrer Kameraden über die Jugendfeuerwehr. Sondern mitten aus dem Leben als junge Erwachsene.

Ein Großbrand in der Nachbarschaft war der letzte Impuls

Wie war das denn? Warum ist Mark Stremmel im Juni 2019 mit 33 Jahren in die Bad Berleburger Feuerwehr eingetreten? Ganz, ganz früher – vor mehr als 20 Jahren hatte er schon mal einen kurzen Versuch unternommen. Damals in der Jugendfeuerwehr Aue- Wingeshausen, der Ortschaft in der der Familienvater seine Kindertage verbracht hat. Aber eine Verbindung zu seinem jetzigen Eintritt in den Löschzug aus dieser Zeit gibt es nicht mehr. Vielmehr war einer der Hauptauslöser einer seiner heutigen Kameraden: „Wir haben hier in der Stadt ein Haus gekauft. Mein Kamerad Markus Crusius ist dort mein Nachbar“, erzählt Mark. Selbst aktiver Feuerwehrmann im Löschzug und sehr daran interessiert, dass die Einsatzkräfte Verstärkung bekommen. „Komm vorbei. Komm, mach mit! , hat Markus mir immer wieder ans Herz gelegt“, berichtet Mark. „Er war schon ein treibender Keil“, lacht er. Aber der letzte Anstoß, der habe doch immer noch gefehlt. „Der kam dann im Mai letzten Jahres. Da brannte der Westfälische Hof“, erinnert sich Mark. Der Westfälische Hof war in Bad Berleburg einst ein sehr gutes und bekanntes Traditionshotel und später ein Massagecenter. Im Mai wurde das Gebäude ein Raub der Flammen. „Das konnte ich von unserem Haus aus sehen. Wir wohnen genau oberhalb am Berg“, berichtet er. „Und das war dann der Punkt, an dem ich mich entschieden habe, endgültig bei der Feuerwehr mitzumachen“, berichtet Mark. „Direkt den Donnerstag danach war ich da“, erinnert sich der hauptberufliche Werkzeugmechaniker. An jenem Dienstabend waren die Kameraden damit beschäftigt, ihre Materialien nach dem Großbrand zu reinigen und in Ordnung zu bringen. Also eine Aufgabe, die sicher nicht zu den Traumaufgaben eines Feuerwehrmannes an seinem allerersten Dienstabend gehört. „Ich bin direkt da geblieben und habe mitgemacht“, erinnert sich Mark. Da war es passiert: Der junge Mann war Feuerwehrmann. Mit Leib und Seele, seine Passion und die unvergleichbare Kameradschaft hatte er hier gefunden. Fortan war Mark bei fast allen Dienstabenden dabei, wurde mit Material ausgestattet, erhielt einen Funkmeldeempfänger, und: „Ich durfte mit zu Einsätzen fahren“. Das war etwas Neues für den Quereinsteiger. „Die Pumpe geht schneller, wenn der Pieper geht. Nachts noch schneller“, gibt er zu. Aber mittlerweile gehe es besser. Auch weil er weiß: „Es ist hier von der Führung super getaktet und man weiß dann genau, was man zu tun hat. Man wird nie alleine gelassen“. Mark strahlt. Er freut sich über die großartige Unterstützung seiner Kameraden.

Der Feuerwehrmann-Anwärter hat das Ziel, Maschinist zu werden und Atemschutzgeräteträger. Besonders interessiert ihn der Einsatz auf der Drehleiter.

"Man kann jederzeit hier her kommen - es wird belohnt" (Mark Stremmel, Feuerwehrmann in Bad Berleburg)

Etwas nachdenklich wird Mark, als ich ihn frage, ob er sich Einsatzsituationen vorstellen kann, vor denen er Angst hat. „Das sind Einsätze, bei denen ich Bekannten begegne, die in eine Notsituation geraten sind“. Da muss er nicht lange überlegen. Vor den Gefahren, die es dort geben könnte, hat er weniger Angst, denn er weiß: „Man kann sich hier auf das Wissen und die Anweisungen der Führung verlassen“. Seit Mark in der Feuerwehr ist, hat er übrigens einen heißen Verehrer, der es kaum abwarten kann, ihm zu folgen und in der Jugendfeuerwehr anzufangen: Sein Sohn Max, acht Jahre alt. „Papa, ich will auf jeden Fall zur Feuerwehr!“, bekommt Mark sehr oft von seinem Jungen zu hören. „Auch meine Tochter ist sehr beeindruckt von der Arbeit der Feuerwehr. Aber ob sie auch dort mitmachen möchte, weiß ich nicht“, lacht Mark. Und wie ist das mit der Unterstützung der Ehefrau bei seiner neuen Tätigkeit? „Das ist super und gar kein Problem“, freut er sich. „Meine Frau hat sofort und immer wieder gesagt: Klar, mach das“, ist er begeistert.

Dem engagierten Helfer ist zum Schluss unseres Gespräches eine Botschaft wichtig: „Es geht auch in meinem Alter ohne Vorbereitung in die Feuerwehr einzutreten. Man kann sich jederzeit trauen, hier her zu kommen. Es wird belohnt“.

Bauingenieur als Hilfe für seine Kameraden

Neben mir sitzt Moritz. Er wirkt ein wenig aufgeregt. Das muss er gar nicht sein. Denn ebenso wie Mark, macht er einen super Job in der Feuerwehr. „Ich bin 19“, antwortet er mir, als ich ihn nach seinem Alter frage. Er ist nun schon seit über einem Jahr in der Feuerwehr, geht noch zur Schule. „Ich mache Abitur und danach studiere ich. Ich möchte Bauingenieur werden“, verrät er mir. Sein Traum ist es, seine Kameraden dann auch in Einsatzfragen unterstützen zu können: „In welche Richtung könnte ein Gebäude einstürzen? Sind es tragende Balken, und wie werden sie beansprucht?“, diese Fragen würde er gerne für seine Kameraden klären.

Von der Kneipe in die Feuerwehr

Auch Moritz ist Quereinsteiger. Hatte noch nichts mit der Feuerwehr zu tun. Der Besuch einer privaten Feier änderte dies. „Wir waren anschließend noch in einer Kneipe und ich saß bei einem Maschinisten hier aus dem Zug am Tisch. Da kamen wir mal kurz über die Feuerwehr ins Gespräch“, erinnert sich Moritz an die Anfänge. „Dann war das so interessant für mich, dass die Feuerwehr den ganzen Abend unser Thema war“, berichtet er weiter. Da war der Funke auf Moritz übergesprungen. Nur einen Tag nach dem Kneipenbesuch knüpfte er sofort Kontakt zu einem Feuerwehrmann, den er bereits aus Schulzeiten kannte. „Ich habe mir sofort die formellen Dinge klären lassen“, erzählt Moritz. Und schon am nächsten Donnerstag war er zum ersten Mal beim Dienstabend im Feuerwehrhaus. „Was kann man denn sonst an einem Donnerstagabend machen?“, fragt er mich. Nach wenigen Besuchen stand für ihn fest: „Ich bleibe hier!“ Und auch für Moritz hatte der Brand des Westfälischen Hofes im Mai eine besondere Bedeutung: „Das war mein erster Einsatz in der Feuerwehr“, erklärt er. Direkt zu Beginn dieses Einsatzes wurde er gefordert: „Auf dem Weg zum Gerätehaus musste ich an der Brandstelle vorbei fahren. Aber da war alles blockiert mit Autos, die einfach angehalten haben. Ich kam nicht mehr weiter“, erzählt er. Er habe gehupt und aus dem Fenster gerufen: „Hier ist ein Feuerwehrmann, der muss durch“. Moritz berichtet mir: „Das musst Du Dir vorstellen. Die Einsatzfahrzeuge kommen gleich und man kommt nicht durch, weil die Leute einfach anhalten und gucken“. Irgendwie schaffte er es dann schließlich doch, zum Gerätehaus zu kommen und mit einem der Löschfahrzeuge auszurücken. Wie denn seine Eindrücke auf dem Weg zu diesem Einsatzort dann waren, möchte ich wissen. „Ich kannte meinen Truppführer ganz gut und auf ihn habe ich vertraut. Es wurden genaue Anweisungen vor Ort gegeben und das war genau so, wie ich es mir gewünscht habe. Viele Dinge konnte ich ja noch gar nicht wissen“, berichtet er mir. „An der Einsatzstelle hat alles sehr gut funktioniert“, ist er begeistert. Nach dem Ende dieses Einsatzes war der Tag für Moritz aber noch lange nicht vorbei: „An dem Abend war ich noch bei einem Feuerwehrlehrgang und so um kurz vor elf war ich dann erst wieder zu Hause“, erinnert er sich. Am nächsten Morgen musste Moritz früh raus. Schule. In Siegen. Eine Stunde mit dem Auto musste er fahren. „Das war alles kein Problem. Ich war nicht erschöpft, ich hatte ja vorher super Hilfe vor Ort“.

Für Moritz ist es die Abwechslung, die den Reiz an der Feuerwehrarbeit ausmacht. Er ist fasziniert darüber, „eine Gemeinschaft zu bilden und anderen zu helfen“. Und: „Es ist mir wichtig, dass die Feuerwehr Präsenz zeigt, in der Öffentlichkeit gesehen wird und auch Wertschätzung erfährt“, schließt Moritz das Gespräch ab, bevor wir nach draußen gehen, um Fotos zu machen.

Ich bin mir sehr sicher, dass es Dank so engagierter Menschen wie Mark und Moritz dazu kommt, dass die Wünsche von Moritz hinsichtlich der Feuerwehr erfüllt werden. Denn seine spannende Geschichte wird in der Öffentlichkeit gelesen, seine Einsatzeindrücke und die tolle Einstellung und das Engagement der beiden Quereinsteiger werden ganz sicher Wertschätzung erfahren. Menschen wie diese beiden werden die Feuerwehr nach vorne bringen und sie reicher machen.

Gelebte Kameradschaft auch für die Berichterstatter

Zum Thema Kameradschaft: Da die beiden noch keinen Lkw-Führerschein besitzen, konnte kein Löschfahrzeug zum Foto raus gefahren werden. Als Feuerwehrmann Jan Schenk von dem Termin hörte, bot er sofort und ganz aus eigenen Stücken an: „Wenn Ihr einen braucht, der Euch eben ein Auto für den Fototermin raus fährt, dann meldet Euch. Ich mache das sofort“.

Zum Abschluss verabschieden wir uns. Wieder mit Handschlag. Rund zwei Stunden ihrer Freizeit habe ich den beiden Feuerwehrleuten für die Serie geraubt. Und das an einem Sonntag. „Echt super, dass die beiden das machen“, denke ich mir. Und was dann passiert, kann ich kaum glauben: Beide bedanken sich bei mir, dass ich den Bericht über sie verfassen möchte und sie gefragt habe, ob sie bei der Serie mitmachen. Das sitzt. Ich bin tief beeindruckt und verstehe ein wenig, wie sie sich bei der Aufnahme in die Feuerwehr gefühlt haben müssen.

Publiziert in SI Feuerwehr
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