Michael Fränkel

Michael Fränkel

FRANKENBERG. Auf ein arbeitsreiches Jahr 2025 hat die Feuerwehr der Philipp-Soldan-Stadt Frankenberg bei ihrer Jahreshauptversammlung zurückgeblickt. Neben Berichten aus Einsatzabteilung und Stadtjugendfeuerwehr standen auch Wahlen, Grußworte, Ehrungen und Beförderungen auf der Tagesordnung.

Wahlen und Grußworte

Bürgermeisterin Barbara Eckes leitete die Wahl des Stadtbrandinspektors. Dabei wurde Martin Trost erneut in seinem Amt bestätigt. Trost steht seit dem 1. Januar 2000 an der Spitze der Frankenberger Feuerwehr und prägt die Entwicklung der Wehr damit seit inzwischen 26 Jahren maßgeblich mit. Als stellvertretender Stadtbrandinspektor wurde Stefan Stroß wiedergewählt, zweiter stellvertretender Stadtbrandinspektor bleibt Andreas Vesper.

Zu den Ehrengästen der Versammlung zählten unter anderem Bürgermeisterin Barbara Eckes, Kreisbrandinspektor Gerhard Bieberbeck sowie Gordon Kalhöfer als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes. In ihren Grußworten würdigten sie die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehr, das hohe Engagement in Ausbildung und Einsatzdienst sowie die starke Nachwuchsarbeit. Verabschiedet wurde zudem Stadtrat Willi Naumann.

Einsätze, Ausbildung und Ausstattung

Zum Jahresende 2025 versahen in der Feuerwehr Frankenberg 312 Einsatzkräfte ihren Dienst. Hinzu kamen 92 Jugendliche in den Jugendfeuerwehren, 21 Kinder in den Bambini-Gruppen in Schreufa und Viermünden sowie zehn ausgebildete Helfer in der First-Responder-Gruppe in Rodenbach, darunter ein Arzt. In den Ehren- und Altersabteilungen sind 40 Mitglieder erfasst.

Im Jahr 2025 wurde die Feuerwehr zu 191 Einsätzen gerufen. Diese gliederten sich in 53 Brände, 100 Hilfeleistungen, 25 Fehlalarme und 13 Brandsicherheitsdienste. Bei den Einsätzen wurden 12 Personen gerettet und 60 verletzt. Zehn Menschen konnten nur noch tot geborgen werden. Drei Feuerwehrangehörige verletzten sich im Dienst.

Auch in der Ausbildung blieb das Niveau hoch. Nach Angaben der Wehr wurden 69 Lehrgänge und Seminare auf Kreisebene, 43 an der Hessischen Landesfeuerwehrschule, 25 bei privaten Anbietern und 95 Durchgänge auf der Atemschutzübungsstrecke absolviert. Für die Ausbildung auf Landkreisebene stellt die Feuerwehr insgesamt 14 Kreisausbilder. 25 Feuerwehrangehörige nahmen zudem an der Grundausbildung für den Umgang mit der Motorkettensäge teil.

Der Katastrophenschutzzug der Stadt Frankenberg absolvierte vier Ausbildungseinheiten und eine Übung. Am 23. Juni wurde der Zug in Teilen zu einem Großbrand auf dem Gelände der Firma Ante-Holz in Allendorf-Somplar alarmiert. Zudem ist der Gefahrstoffzug Frankenberg weiterhin für den südlichen Landkreis mit einem festen Ausrückebereich zuständig.

Für Einsätze stehen der Feuerwehr 29 Fahrzeuge und drei Anhänger zur Verfügung. Die Ausstattung wird insgesamt als gut bezeichnet. In der Beschaffung befinden sich derzeit ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug für die Kernstadt als Ersatz für ein HLF 16 sowie ein Gerätewagen Atemschutz. Letzterer soll nach derzeitigem Stand im Mai 2026 ausgeliefert werden. Im Jahr 2025 wurden keine Fahrzeuge neu beschafft oder ausgeliefert.

Thematisiert wurden auch Feuerwehrhäuser und Infrastruktur. Die Bauarbeiten für den neuen Feuerwehrstützpunkt in der Straße „Auf den Weiden“ sind abgeschlossen. Auf dem Nebengelände entsteht in Zusammenarbeit mit dem Landkreis ein Katastrophenschutzlager mit zehn Stellplätzen. Gleichzeitig laufen weitere Planungen für die Feuerwehrhäuser West und Rengershausen, die jeweils als Neubau mit zwei Stellplätzen vorgesehen sind. Hintergrund sind auch bauliche und sicherheitsrelevante Mängel an bestehenden Standorten.

Ein weiterer Schwerpunkt bleibt die interkommunale Zusammenarbeit. Mehrere Städte und Gemeinden arbeiten bei der Beschaffung von Bekleidung und Ausrüstung zusammen. Außerdem wurde 2025 der Erwerb von drei Führerscheinen der Klasse C gefördert. Bei der Alarmierung setzt Frankenberg weiterhin auf digitale Pager. Insgesamt wurden dafür 260 Pager angeschafft. Ergänzungsbeschaffungen werden geprüft.

Jugendfeuerwehr blickt auf aktives Jahr

Die Stadtjugendfeuerwehr berichtete ebenfalls von einem aktiven Jahr. Die 92 Kinder und Jugendlichen, darunter 47 Mädchen und 45 Jungen, nahmen an regelmäßigen Übungsdiensten, Wettbewerben, Zeltlagern und Aktionstagen teil. Das Kreiszeltlager in Bromskirchen, Stadtpokalwettkämpfe in Haubern sowie die Aktion „Jugendfeuerwehr ist WERTvoll“ an der Wigand-Gerstenberg-Schule zählten zu den Höhepunkten. Für 2027 bewirbt sich Frankenberg als Ausrichter des Kreisjugendfeuerwehrzeltlagers.

Ehrungen und Beförderungen

Bei den Ehrungen und Beförderungen wurden 37 Feuerwehrangehörige befördert. Hinzu kamen 25 Anerkennungsprämien für langjährigen aktiven Dienst, drei Brandschutzehrenzeichen für 40 Jahre aktiven Dienst sowie sechs Goldene Ehrennadeln beim Übergang in die Ehren- und Altersabteilung.

Samstag, 28 März 2026 18:30

Feuerwehr übt im alten Rathaus

WALDECK. Übungen zum taktischen Vorgehen in verrauchten Gebäuden hat die Feuerwehr Sachsenhausen durchgeführt. Im Mittelpunkt stand dabei die kombinierte Druckbelüftung zur Verbesserung der Sicht- und Atembedingungen.

Ein Hochleistungslüfter wurde im Außenbereich positioniert, während an der Rauchgrenze im Treppenhaus ein weiterer Elektrolüfter zum Einsatz bereitstand. Parallel dazu schufen die Teilnehmer über Steckleitern gewaltsam eine Abluftöffnung. Deutlich zeigte sich dabei der Effekt des Luftkegels, der den Rauch beim Vorrücken unmittelbar vor den Einsatzkräften herdrückte.

Diese Taktik sorgt für bessere Sicht und eine geringere Hitzeentwicklung. Maßnahmen der Brandbekämpfung können dadurch schneller eingeleitet und Schäden durch Rauchausbreitung verringert werden. Auch vermisste Personen lassen sich unter diesen Bedingungen schneller retten. Gleichzeitig sinkt für die Einsatzkräfte die Gefahr einer Rauchgasdurchzündung.

In einer zweiten Runde versammelten sich alle Teilnehmer in dem vernebelten Raum, um den Effekt unmittelbar mitzuerleben. Die starke Rauchentwicklung rund um das alte Rathaus war dabei auch für Anwohner deutlich sichtbar.

KORBACH. In der Kleingartenanlage am Rhenaer Weg ist eine massiv errichtete Gartenlaube in Brand geraten. Ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude oder weitere Parzellen konnte verhindert werden.

In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde die Feuerwehr gegen 0.30 Uhr alarmiert. Zur Einsatzstelle rückten die Kernstadtwehr sowie die Atemschutznotfallteams aus Lengefeld und Nieder-Ense aus. Bereits auf der Anfahrt war der Feuerschein deutlich zu erkennen. Vor Ort stand das Gebäude in Vollbrand, woraufhin mehrere Trupps unter Atemschutz unmittelbar mit der Brandbekämpfung begannen.

Personen befanden sich nicht mehr in der Gartenlaube. Die Wasserversorgung wurde über einen Hydranten aus dem benachbarten Wohngebiet sichergestellt. Während der Löscharbeiten stellte sich heraus, dass an dem Gebäude ältere Eternitplatten verbaut waren. Deshalb musste mit freigesetzten gesundheitsschädlichen Asbestfasern gerechnet werden.

Dadurch erhöhten sich auch die Anforderungen an das Hygienekonzept vor Ort. Ein einfacher Dekontaminationsplatz wurde eingerichtet, um eine Grobreinigung der eingesetzten Teams zu ermöglichen. Die gesamte verwendete Schutzausrüstung wird im Nachgang einer Grundreinigung unterzogen. Zur Absicherung der Maßnahmen war auch ein Rettungswagen vor Ort.

Gegen 4 Uhr waren die Arbeiten beendet und die Fahrzeuge kehrten zum Stützpunkt zurück.

Wer Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 05631 9710 bei der Polizei in Korbach zu melden.

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HÖXTER. Im gesamten Kreis Höxter ist es in den vergangenen Tagen vermehrt zu Taschendiebstählen in Supermärkten und Drogerien gekommen. Täglich registriert die Polizei Anzeigen über gestohlene Geldbörsen.

Besonders betroffen sind Senioren. Häufig legen die Betroffenen ihre Handtaschen in den Einkaufswagen oder -korb und sind während der Produktauswahl einen kurzen Moment unaufmerksam. Gezielt nutzen die Täter diese Gelegenheit, um Wertgegenstände zu entwenden.

Opfer solcher Diebstähle wurden konkret eine 71-jährige Frau aus Nieheim, ein 70-jähriger Mann aus Beverungen und eine 85-jährige Frau aus Höxter. Erst an der Kasse bemerkten die Betroffenen den Verlust – meist zu spät, um den Diebstahl noch zu verhindern.

Eindringlich warnt die Polizei Höxter vor dieser Masche und gibt folgende Hinweise:

  • Wertgegenstände wie Geldbörsen immer am Körper tragen, nicht in der Handtasche lassen

  • Taschen niemals unbeaufsichtigt im Einkaufswagen oder -korb lassen

  • Bei verdächtigen Beobachtungen sofort das Personal oder die Polizei informieren

Online abrufbar sind weitere Informationen und Präventionstipps unter: https://www.polizei-beratung.de/.

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Samstag, 28 März 2026 01:21

Pferd aus Bachlauf gerettet

VOLKMARSEN. Zu einer Tierrettung im Bereich des Steinwegs sind die Einsatzkräfte aus der Kugelsburgstadt alarmiert worden. Ein Pferd war in einem Bachlauf der Twiste im schlammigen Untergrund eingesunken und konnte sich nicht mehr selbst befreien.

Am Freitagnachmittag traf die Feuerwehr gegen 17.00 Uhr an der Einsatzstelle ein und wurde dort bereits von den sichtlich besorgten Haltern empfangen. Schnell zeigte sich, dass das mehr als 700 Kilogramm schwere Tier durch die Situation stark geschwächt war.

Behutsam und zugleich zielgerichtet wurde die Rettung daraufhin vorbereitet. In enger Abstimmung aller Beteiligten und mit Unterstützung eines ortsansässigen Landwirts gelang es, das Pferd mithilfe eines Radladers schonend aus seiner misslichen Lage zu befreien.

Nach einer kurzen Verschnaufpause konnte das erschöpfte Tier wieder aufstehen und wurde wohlbehalten an seine Besitzerin übergeben. Für alle Beteiligten war das ein Moment großer Erleichterung.

An den Maßnahmen beteiligt waren das Hilfeleistungstanklöschfahrzeug, die Hubarbeitsbühne, der Einsatzleitwagen sowie ein Tierarzt.

Samstag, 28 März 2026 00:56

Windböe reißt Anhänger von Auto

STEINHEIM. Auf der L 616 zwischen Steinheim und Vinsebeck ist am Mittwochmorgen ein Fahrzeuggespann infolge starker Windböen verunglückt. Ein Anhänger löste sich während der Fahrt vom Zugfahrzeug und landete im Straßengraben.

Gegen 6.55 Uhr war ein 47-jähriger Mann aus dem Kreis Lippe mit seinem Pkw und Anhänger von Bergheim in Richtung Vinsebeck unterwegs, als eine Windböe den Planen-Anhänger nach einer leichten Linkskurve erfasste. Der Anhänger hob leicht von der Fahrbahn ab und schleuderte über den Asphalt.

Trotz eines sofortigen Bremsmanövers konnte der Fahrer das Gespann nicht mehr stabilisieren. Im weiteren Verlauf löste sich der Anhänger vom Pkw und kam im rechten Straßengraben zum Stillstand. Der VW Passat touchierte dabei zudem einen Baum am linken Fahrbahnrand.

Verletzt wurde der 58-jährige Beifahrer, der ebenfalls aus dem Kreis Lippe stammt. Ein Rettungswagen brachte ihn zur weiteren Versorgung in ein Krankenhaus. Ein Abschleppdienst übernahm die Bergung von Pkw und Anhänger. Auf 31.000 Euro wird der Gesamtsachschaden geschätzt. Während der Unfallaufnahme kam es zu leichten Verkehrsbeeinträchtigungen.

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HÖXTER. Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der B 64 zwischen Höxter und Godelheim sind am Donnerstagabend ein Gefahrgutzug und ein VW Golf in den Graben geraten. Die Autofahrerin musste von der Feuerwehr aus ihrem Wagen befreit werden.

Gegen 19 Uhr war eine 27-Jährige mit ihrem VW Golf von Höxter in Richtung Godelheim unterwegs, als sie in Höhe der Godelheimer Seen zunächst nach links von ihrer Fahrspur abkam. Dabei touchierte sie einen entgegenkommenden Lastwagen und geriet anschließend in den linken Straßengraben, wo ihr Auto gegen einen Baum prallte. Dem Wagen entgegen kam ein Gefahrgutzug mit einem Kohlensäure-Tank. Um einen Zusammenstoß zu verhindern, wich der 36 Jahre alte Lastwagenfahrer nach links aus, wobei auch sein Gespann im Straßengraben landete.

Stark beschädigt wurde die Zugmaschine, während der Tank des Aufliegers nach ersten Erkenntnissen weitgehend unbeschädigt blieb, sodass kein Gas austrat. Leicht verletzt wurde der aus der Region Koblenz stammende Lastwagenfahrer. Schwerer traf es die 27-Jährige aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein, die in ihrem Fahrzeug eingeklemmt war und mit technischem Gerät befreit werden musste. Anschließend brachte der Rettungsdienst sie in ein Krankenhaus. Nach ersten Einschätzungen besteht keine Lebensgefahr. An ihrem Wagen entstand Totalschaden.

Für die Bergung des Lastwagen-Gespanns kamen zwei Spezialkräne zum Einsatz. Ein Abschleppunternehmen transportierte das Fahrzeug anschließend ab. Während der Unfallaufnahme und der aufwändigen Bergungsarbeiten blieb die B 64 für etwa sieben Stunden voll gesperrt.

Als mögliche Ursache wird ein medizinischer Hintergrund bei der 27-Jährigen vermutet. Auf 50.000 Euro wird der Gesamtsachschaden geschätzt. (ots/r)

Samstag, 28 März 2026 00:08

Defekte Powerbank löst Wohnheimbrand aus

PADERBORN. Zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage in einer Wohneinrichtung an der Pontanusstraße sind am Donnerstagabend (26. März) zahlreiche Einheiten alarmiert worden. Aufgrund der besonderen Nutzung des Objekts wurden früh umfangreiche Maßnahmen eingeleitet.

Noch auf der Anfahrt erhielten die Einsatzkräfte die Information, dass Betreuer der Einrichtung eine Rauchentwicklung in einem Raum im Erdgeschoss bemerkt hatten. Gegen 21 Uhr bestätigte sich diese Lage vor Ort, woraufhin der betroffene Gebäudeabschnitt geräumt wurde. Parallel bereitete die Feuerwehr Lösch- und Belüftungsmaßnahmen vor. Ein Trupp unter Atemschutz brachte den Entstehungsbrand in einem Abstellraum schnell unter Kontrolle. Auslöser war vermutlich ein technischer Defekt an einer Powerbank, die eine Mitarbeiterin in einem Spind aufbewahrt hatte.

Die Bewohner der Wohngruppe wurden durch das Personal in einem anderen Gebäudeteil betreut. Durch das schnelle Eingreifen konnten die Räumlichkeiten weitgehend rauchfrei gehalten werden, sodass alle Betroffenen nach Abschluss der Maßnahmen unverletzt in ihre Zimmer zurückkehren konnten. Neben den hauptamtlichen Kräften der Feuer- und Rettungswachen Süd und Nord waren auch die ehrenamtlichen Einheiten der Löschzüge Stadtmitte und Elsen im Einsatz. Insgesamt waren rund 40 Einsatzkräfte mit vier Löschfahrzeugen, zwei Drehleitern, einem Rettungswagen, einem Notarzt sowie dem Führungsdienst vor Ort.

Bereits am späten Nachmittag war die Feuerwehr zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage in einer Turnhalle am Kaukenberg gerufen worden. Dort kam es zu einem Entstehungsbrand in einem Küchenbereich, der mit einem Kleinlöschgerät gelöscht werden konnte. In beiden Fällen verhinderte die frühzeitige Branderkennung durch die Brandmeldeanlagen größere Schäden. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. (ots/r)

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KORBACH. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg setzt seine Kampagne gegen Catcalling auch in diesem Jahr fort. Unter Beteiligung von EWF, NVV und Kurhessenbahn soll dabei noch stärker zu mehr Zivilcourage bei verbaler sexueller Belästigung aufgerufen werden.

Seit 2023 ist der Landkreis mit seinem Fachdienst Frauen und Chancengleichheit Teil der bundesweiten Kampagne #KeinKompliment. Im Rahmen der Aktion werden Catcalling-Erlebnisse gesammelt und am Nationalen Aktionstag, dem zweiten Freitag im Juni, anonym mit Kreide auf die Straße gebracht. Ziel ist es, Catcalling, also verbale sexuelle Belästigung, sichtbar zu machen und dafür zu sensibilisieren.

Unter dem Motto „Catcalling ist kein Kompliment. Wegsehen aber auch nicht.“ wird in Waldeck-Frankenberg auch in Bussen und Bahnen auf das Thema aufmerksam gemacht. Mit der diesjährigen Kampagne soll zu mehr Zivilcourage bei verbaler sexueller Belästigung aufgerufen werden. Als Kooperationspartner stehen in diesem Jahr der heimische Energieversorger EWF, der Nordhessische Verkehrsverbund und die Kurhessenbahn zur Verfügung.

Im öffentlichen Nahverkehr macht die Sensibilisierung nach Angaben der Beteiligten besonders Sinn. Verbale sexuelle Belästigungen fänden überwiegend im öffentlichen Raum statt. Dazu gehörten etwa auch Bushaltestellen oder Bahnhöfe. Wichtig sei es deshalb, genau in diesem öffentlichen Raum auf Unterstützungsangebote aufmerksam zu machen, insbesondere für Menschen, die Catcalling beobachten und Betroffenen helfen können.

Die Unterstützungsangebote zeigen Beobachtenden Möglichkeiten auf, Betroffene zu unterstützen. Sexuelle Belästigung betrifft nicht nur die direkt Betroffenen, sondern kann auch das Sicherheitsgefühl anderer Frauen und Mädchen im öffentlichen Raum beeinträchtigen. Es geht dabei nicht darum, im öffentlichen Raum für Sicherheit zu sorgen, sondern Menschen dazu zu befähigen, sich gegenseitig zu unterstützen, wenn sie das Gefühl haben, dass Grenzen überschritten werden. In bedrohlichen Situationen oder im Zweifel ist immer die Polizei hinzuzuziehen.

Nach Angaben des Landkreises hat sich der öffentliche Nahverkehr mit der Kampagne im vergangenen Jahr als wichtiger Raum erwiesen, um möglichst viele Menschen mit der Botschaft zu erreichen. In kurzer Zeit seien dem Frauenbüro im Rahmen der Kampagne 2025 mehr Erfahrungen mit verbaler sexueller Belästigung gemeldet worden als in den Vorjahren insgesamt. Das unterstreiche die Bedeutung sichtbarer Sensibilisierung im öffentlichen Raum und zeige zugleich weiteren Handlungsbedarf.

Durch die Debatte um das, was Collien Fernandes von ihrem Ehemann angetan wurde, hat das Thema nach Angaben des Landkreises eine hochaktuelle neue Bedeutung gewonnen. Nicht nur Frauen forderten nun vermehrt, dass es nicht allein Aufgabe von Betroffenen sein könne, jede Form von Gewalt gegen Frauen zu benennen und sich solidarisch zu zeigen. Das sei eine Aufgabe, die von der Gesamtgesellschaft getragen werden müsse. Gewalt beginne nicht erst mit einem Schlag oder mit verbaler sexueller Belästigung im öffentlichen Raum. Sie beginne dort, wo sich niemand gegen sexistisches Verhalten positioniere und lieber weggesehen werde, anstatt Betroffene zu unterstützen.

Aufruf Erfahrungen mit Catcalling zu melden

Betroffene können Erfahrungen mit verbaler sexueller Belästigung online auf der Website des Landkreises oder per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden. Es geht dabei auch darum, Betroffenen die Möglichkeit zu geben, selbstwirksam ihre Stimme gegen das zu erheben, was ihnen passiert ist. Eine häufige Reaktion auf Catcalling ist Wut, Wut darüber, sich so etwas gefallen lassen zu müssen. Oft werden Betroffene von solchen Vorfällen überrascht und haben nur einen kurzen Moment, um zu reagieren. In der Situation bleibt wenig Zeit zum Nachdenken, wie man sich verhalten soll. Im Nachhinein ärgern sich viele darüber, nicht schlagfertiger gewesen zu sein oder anders gehandelt zu haben. Die Möglichkeit, solche Vorfälle zu melden, kann Betroffenen helfen, die Deutungshoheit über die Situation zurückzugewinnen.

Über den QR-Code auf dem Plakat zur Kampagne, das in Bussen und Bahnen aushängt, gelangt man ebenfalls zum Meldeprozess auf der Website. Meldungen von Vorfällen helfen, das Ausmaß verbaler sexueller Belästigung zu erfassen und daraus weitere Maßnahmen abzuleiten. Die gesammelten Catcalling-Erlebnisse werden am bundesweiten Aktionstag am 12. Juni öffentlichkeitswirksam sichtbar gemacht.

Zahlen

Die im Februar 2026 veröffentlichte Dunkelfeldstudie „Lebenssituation Sicherheit und Belastung im Alltag“ der Bundesministerien und des Bundeskriminalamtes zeigt, dass 56,7 Prozent aller Frauen in ihrem Leben sexuelle Belästigung ohne Körperkontakt erlebt haben, worunter auch Catcalling fällt.

Nach einer Befragung aus dem Jahr 2021 sind insbesondere Frauen, diverse Personen und Menschen, die sich dem LGBTQIA+-Spektrum zugehörig fühlen, von Catcalling betroffen. Verübt werden die Belästigungen fast ausschließlich von Männern. Meistens finden die sexuellen Belästigungen abends auf öffentlichen Plätzen, bei Fahrten in Bus oder U-Bahn sowie in Clubs, Bars und Kneipen statt. Das Durchschnittsalter, in dem Catcalling am häufigsten erlebt wird, liegt bei 19 Jahren.

Auch wenn die Statistiken eine eindeutige Mehrheit in der Betroffenheit von Frauen belegen, gibt es auch männliche Betroffene. Nach einer Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus dem Jahr 2020 erleben 44 Prozent der Frauen und 32 Prozent der Männer in Deutschland Situationen, in denen sexistische Zeichen und Übergriffe an sie adressiert sind. Untersuchungsgegenstand war dabei allerdings nicht ausdrücklich Catcalling. 68 Prozent der weiblichen Opfer sexistischer Übergriffe sind 16 bis 24 Jahre alt, 43 Prozent der männlichen Opfer sexistischer Übergriffe sind jünger als 25 Jahre.

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Donnerstag, 26 März 2026 23:24

Drogen unter Solarmodulen – Zoll schlägt zu

FRANKFURT AM MAIN. Rund 654 Kilogramm Marihuana hat der Frankfurter Zoll am vergangenen Sonntag, 22. März, am Flughafen bei der Kontrolle einer Luftfrachtsendung aus den USA festgestellt. Versteckt waren die Drogen unter Solarmodulen. In 1309 luftdicht verschweißten Kunststoffpaketen befanden sich die Cannabisblüten unauffällig verborgen.

Verständigt wurden unmittelbar nach der Sicherstellung durch Einheiten des Zolls die Ermittler des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main. Gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Darmstadt leiteten sie weitere Schritte zur Identifizierung der Verantwortlichen des Rauschgiftschmuggels ein. Bestimmt sein sollte die sichergestellte Sendung nach bisherigen Erkenntnissen für eine Scheinfirma mit Sitz in Darmstadt.

Unter Federführung der Staatsanwaltschaft Darmstadt vollstreckten Frankfurter Zollfahnder am Dienstag, 24. März, in Darmstadt sowie den Landkreisen Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau insgesamt vier Durchsuchungsbeschlüsse in Wohn- und Geschäftsräumen. Festgenommen wurde hierbei ein 30-jähriger Mann aus Nauheim durch die Teams vor Ort. Er ist dringend tatverdächtig, für die illegale Einfuhr des Marihuanas verantwortlich zu sein.

Vorgeführt wurde der Tatverdächtige am gestrigen Donnerstag, 25. März, auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem Haftrichter beim Amtsgericht Darmstadt. Dieser erließ einen Untersuchungshaftbefehl und ordnete den Vollzug der Untersuchungshaft an. Ermittlungen in dem Sachverhalt dauern an.

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