MARSBERG. Wie in jedem Jahr stand bei der Feuerwehr Marsberg nach den Karnevalstagen die Grundausbildung der ehrenamtlichen Feuerwehrleute an. In diesem Jahr konnten in Marsberg 36 junge Frauen und Männer, darunter drei aus der Feuerwehr Brilon, mit dem erfolgreichen Besuch des Truppmann-2-Lehrgangs ihre Grundausbildung abschließen.
An vier Wochenenden, jeweils von Donnerstag bis Samstag, wurden die Wehrleute theoretisch und praktisch ausgebildet, in diesem Jahr mit dem Schwerpunkt auf die technische Hilfeleistung. So ging es in den theoretischen Unterrichtseinheiten um die Grundlagen der Mechanik, Einheiten im Hilfeleistungseinsatz, die Gefahren der Einsatzstelle, aber auch um Rechtsgrundlagen der Feuerwehr, Katastrophenschutz und Psycho-Soziale Notfallversorgung.
In der Praxis wurden die Grundlagen der Ersten Hilfe, die Vornahme von tragbaren Leitern, der Einsatz von hydraulischen Rettungsgeräten, Abstützsystemen und Hebekissen geschult. Auch das Sichern einer Einsatzstelle sowie die Vornahme einfacher Rettungsgeräte wurde geübt. Ebenso wurde an einem Samstag der neue Abrollbehälter Hochwasser vom ZfR Enste vorgeführt.
Die praktische Ausbildung wurde in mehreren Stationen durchgeführt. An jeder Station hatten die Teilnehmenden dabei bestimmte Kompetenzen nachzuweisen. Dies wurde durch die Ausbilder in einem Kompetenzheft bescheinigt. Diese Vorgehensweise ersetzte erstmalig eine praktische Prüfung.
Der letzte Lehrgangstag am 21. März 2026 begann mit dem schriftlichen Leistungsnachweis, den der stellvertretende Kreisbrandmeister Uwe Schwarz abnahm.
In einer gemeinsamen Abschlussübung, an der auch Wehrleiter Cyrill Stute und der stellvertretende Leiter der Feuerwehr Brilon, Andreas Becker, teilnahmen, konnten die Frauen und Männer ihre neu erworbenen Kompetenzen an einer herausfordernden Einsatzlage einsetzen.
Die Übungslage, mit der die Einsatzkräfte konfrontiert wurden, sah einen Verkehrsunfall mit drei Pkw vor. Zwei Personen waren in ihren Fahrzeugen eingeklemmt, zwei weitere unter einem Fahrzeug. Durch den Einsatz von hydraulischem Rettungsgerät und Hebekissen konnten die Einsatzkräfte dieses Szenario schnell bewältigen. Wie im echten Einsatz auch mussten neben der technischen Rettung auch eine umfangreiche Einsatzstellensicherung, Brandschutz und Maßnahmen der Ersten Hilfe bedacht werden.
Am Ende des letzten Lehrgangstages konnten schließlich alle Teilnehmenden die Urkunde für den bestandenen Abschluss der Feuerwehr-Grundausbildung entgegennehmen. Dies berechtigt nun unter anderem zum Besuch weiterer Lehrgänge am ZfR in Enste, etwa des Maschinisten-, ABC- oder Truppführer-Lehrgangs. Viele der jetzt ausgebildeten Kameradinnen und Kameraden werden schon in diesem Jahr weitere Lehrgänge besuchen und sich für den Feuerwehrdienst weiter qualifizieren.
Insgesamt 15 Ausbilderinnen und Ausbilder aus dem gesamten Stadtgebiet waren an dem Lehrgang beteiligt, den die Leiterin des Arbeitskreises Ausbildung, Nicole Vorneweg aus Obermarsberg, organisierte.
Besonderer Dank gilt an dieser Stelle der Firma Mula Autoverwertung, die insgesamt sieben Pkw für den Lehrgangsbetrieb zur Verfügung stellte. Dies ermöglichte die zielführende Ausbildung mit hydraulischen Rettungsgeräten, deren Einsatz zu den Grundtätigkeiten einer jeden Feuerwehrkraft gehört.
Ebenso zu danken ist den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, die während des Lehrgangs Teilnehmende von der Arbeit freistellten und ihnen so die Teilnahme an diesem wichtigen Lehrgang ermöglichten.
c. Im März begann erneut die Grundausbildung für Feuerwehrangehörige mit dem Truppmann-1-Lehrgang. An vier aufeinanderfolgenden Wochenenden absolvierten 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer theoretische und praktische Ausbildungseinheiten.
Die Lehrgangstage umfassten jeweils Freitag und Samstag. Behandelt wurden dabei Themen wie Löschwasserversorgung, Aufbau eines Löschangriffs, Technische Hilfeleistung, Fahrzeug- und Gerätekunde, der Umgang mit tragbaren Leitern sowie die Unfallverhütung.
Neben dem hohen zeitlichen Engagement, häufig zusätzlich zu Ausbildung, Schule, Studium oder Beruf, zeigten die Teilnehmenden große Motivation und Einsatzbereitschaft. Ziel der Ausbildung ist es, die grundlegenden Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln, die für den aktiven Feuerwehrdienst erforderlich sind.
Am letzten Lehrgangswochenende fanden eine theoretische und eine praktische Prüfung statt. Alle 25 Lehrgangsteilnehmerinnen und Lehrgangsteilnehmer konnten diese erfolgreich abschließen. Wehrleiter Thomas Bauerfeind, der stellvertretende Kreisbrandmeister Uwe Schwarz und Lehrgangsleiter Andreas Becker gratulierten zum bestandenen Lehrgang. Auch Bürgermeister Dr. Christof Bartsch sowie Ordnungsamtsleiter Klaus Wrede übermittelten ihre Glückwünsche und den Dank der Stadtverwaltung.
Besonders hervorzuheben ist der hohe Anteil von 16 Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern, die ohne vorherige Feuerwehrerfahrung teilnahmen und den Lehrgang mit sehr guten Ergebnissen abschlossen. Im Anschluss an den Lehrgang setzen die neuen Feuerwehrmitglieder ihre Ausbildung in den Einsatzabteilungen fort. Der Funk- und Atemschutzlehrgang bilden die nächsten Schritte der Grundausbildung.
VOLKMARSEN. Schutz für die Wälder rund um Volkmarsen stand im Mittelpunkt eines umfangreichen Ausbildungsdienstes des Katastrophenschutzzuges.
Am Samstag, 4. April, begann der Dienst mit einer theoretischen Einheit, in der der aktuelle Waldbrandeinsatzplan vorgestellt und wichtige Grundlagen besprochen wurden. Dabei wurde besonders deutlich gemacht, dass bestehende Planungen regelmäßig praktisch überprüft und weiterentwickelt werden müssen.
Im zweiten Teil stand die Praxis im Vordergrund. In mehreren Einsatzräumen im Stadtgebiet überprüften die Teams Wasserentnahmestellen, Fahrwege sowie Möglichkeiten der Löschwasserförderung. Trotz nicht optimaler Wetterbedingungen konnten dabei wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden. Zudem erfolgte eine Einweisung in neue Einsatzmittel, insbesondere in den Husky-Gerüstfaltbehälter sowie die dazugehörigen Armaturen.
Nach einer kurzen Stärkung zur Mittagszeit folgte der abschließende Übungsteil. Gemeinsam mit dem Lohnunternehmen Fischer wurde eine praxisnahe Abschlussübung durchgeführt. Dabei konnten Abläufe trainiert und Handgriffe weiter gefestigt werden.
Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die weitere Planung ein, sodass der Schutz der Volkmarser Wälder künftig noch besser präventiv sichergestellt werden kann.
TWISTETAL. Zwischen Berndorf und dem Mühlhäuser Hammer hat ein Ast infolge starker Windböen eine Stromleitung beschädigt. Eine Leitung der 20-Kilovolt-Strecke lag dabei auf dem Boden.
Am Ostersonntag, 5. April, erfolgte die Alarmierung gegen 15.45 Uhr. Die Feuerwehren aus Berndorf und Mühlhausen rückten aus und sicherten die Gefahrenstelle ab, bis der Energieversorger EWF vor Ort war und die weiteren Maßnahmen übernahm.
Insgesamt waren 35 Einsatzkräfte rund 90 Minuten lang im Einsatz. Nachdem die Leitung repariert und die Sicherheit wiederhergestellt worden war, konnte der Einsatz beendet werden.
BAD AROLSEN. Ein größerer Heizölaustritt in Neu-Berich hat am Ostersonntag (5.April) einen umfangreichen Feuerwehreinsatz ausgelöst. In einem Gebäude in der Emilie-Engelmann-Straße waren erhebliche Mengen Heizöl ausgetreten und bereits in den Keller sowie massiv in das Kanalsystem gelangt.
Die Alarmierung erfolgte um 13.59 Uhr unter dem Einsatzstichwort „H Gefahr 1 – Heizölaustritt“. Aufgrund der Lage war schnelles Handeln erforderlich, um Umweltschäden so gering wie möglich zu halten.
Zur Öltrennung kam auch Spezialgerät der Feuerwehr Korbach zum Einsatz. Parallel dazu wurden Abpumparbeiten eingeleitet. Eine Fachfirma übernahm das Abpumpen der Rückstände. Enge Zusammenarbeit erfolgte außerdem mit den Mitarbeitern der KBN sowie der Stadtverwaltung.
An der Einsatzstelle waren die Feuerwehren aus Wetterburg, Neu-Berich, Mengeringhausen, Massenhausen mit der Drohne sowie Korbach im Einsatz. Ebenfalls vor Ort befanden sich ein Rettungswagen und die Polizei. Auch Bürgermeister Marko Lambion, Erster Stadtrat Marc van Biene sowie der Brandschutzaufsichtsdienst des Landkreises Waldeck-Frankenberg machten sich ein Bild von der Lage.
Zur Klärung weiterer Maßnahmen war auch die untere Wasserbehörde vor Ort. Die Arbeiten dauerten bis 20.45 Uhr an.
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GIEßEN. Der Karfreitag hat sich in den vergangenen Jahren bei Autoliebhabern, insbesondere unter Tunern, als „Carfreitag“ etabliert - ein fest eingeplanter Termin für Treffen und gemeinsame Ausfahrten. Doch dieser Tag zieht auch immer wieder problematische und gefährliche Verhaltensweisen nach sich, wie illegales Tuning, lärmendes „Autoposing“ und sogar Raserei sowie illegale Autorennen.
Um solchen Exzessen entgegenzuwirken, geht die hessische Polizei seit Jahren konsequent vor. Inzwischen ist der „Carfreitag“ ein bundesweiter Kontrolltag geworden. Für diese Kontrollen setzt die hessische Polizei hochspezialisiertes Personal und moderne digitale Videotechnik ein.
In den sieben hessischen Polizeipräsidien kamen, unterstützt von der Bereitschaftspolizei, rund um den „Carfreitag“ 237 Einsatzkräfte zum Einsatz. Die durchgeführten Maßnahmen beinhalteten unter anderem zahlreiche Geschwindigkeitsmessungen an verschiedenen Punkten sowie gezielte Fahrzeugkontrollen. Auch Zivilkräfte und Tuning-Spezialisten waren im Einsatz.
Insgesamt wurden in Hessen 936 Fahrzeuge kontrolliert. Dabei wurden 36 Straftaten und 1266 Ordnungswidrigkeiten festgestellt. In 21 Fällen wurde den Fahrzeugführern die Weiterfahrt untersagt. Als negativer Spitzenreiter wurde ein Pkw festgestellt, der bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h mit 208 km/h auf einer Bundesautobahn außerhalb geschlossener Ortschaften gemessen wurde.
Landesweite Konzeption zum Einsatz gegen gefährliches Rasen
In Hessen liegt ein besonderes Augenmerk auf der Bekämpfung von gefährlichem Rasen und illegalen Autorennen. Hierfür wurden spezialisierte Kontrollgruppen aufgestellt, die auch neue zivile Videostreifenfahrzeuge einsetzen, um riskantes Fahrverhalten und illegale Rennen zu dokumentieren und zu verfolgen.
Im vergangenen Jahr wurden in Hessen 403 Strafanzeigen wegen verbotener Kraftfahrzeugrennen gemäß § 315 d StGB aufgenommen, 2024 waren es 267 Anzeigen.
Innenminister Roman Poseck erklärte: „Raser und Profilierungsfahrer sind eine erhebliche Gefahr für die Sicherheit auf unseren Straßen. Mit ihrem rücksichtslosen und egoistischen Fahrstil gefährden sie andere Verkehrsteilnehmer teilweise sogar lebensbedrohlich. Illegale Autorennen sind keine Bagatellen, sondern Straftaten mit hohem Risiko für Unbeteiligte. Umso wichtiger ist konsequentes Handeln der Polizei. Im vergangenen Jahr hat die hessische Polizei 403 Strafanzeigen wegen verbotener Kraftfahrzeugrennen aufgenommen und damit über 50 Prozent mehr als noch im Jahr 2024. Die Polizei geht konsequent gegen Kraftfahrzeugrennen vor; immer mehr dieser gefährlichen Taten werden entdeckt und verfolgt. Wir werden den Kontrolldruck hochhalten. Unser klares Ziel ist es, Hessens Straßen für alle Verkehrsteilnehmer so sicher wie möglich zu machen. Mein besonderer Dank gilt den vielen hunderten Einsatzkräften der Polizei, die tagtäglich mit großem Engagement für die Sicherheit auf unseren Straßen sorgen. Ihre Arbeit ist unverzichtbar für die Verkehrssicherheit in unserem Land.“ (ots/r)
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BAD WILDUNGEN / SCHWALMSTADT. Der Bedarf an qualifizierten Pflegefachkräften ist hoch – gleichzeitig stellen familiäre Verpflichtungen für viele Interessierte eine Hürde auf dem Weg in den Beruf dar. Um neue Zielgruppen für die Pflege zu gewinnen, hat das Asklepios Bildungszentrum für Gesundheitsfachberufe Nordhessen erstmals einen Ausbildungskurs in Teilzeit angeboten. Zehn Absolventinnen erhielten nun ihre Abschlusszeugnisse in Bad Wildungen.
Das Angebot richtet sich insbesondere an Menschen, die neben einer Ausbildung familiäre Verpflichtungen wie Kinderbetreuung oder die Pflege von Angehörigen bewältigen müssen. Mit dem Teilzeitmodell hat das Asklepios Bildungszentrum einen neuen Weg eingeschlagen, um diesen Personengruppen den Zugang zum Pflegeberuf zu erleichtern. Während die reguläre Ausbildung drei Jahre dauert, wurde sie im Teilzeitformat bei identischen Inhalten auf vier Jahre gestreckt. Dadurch konnte die wöchentliche Ausbildungszeit auf 30 Stunden reduziert werden.
Der Unterricht und die Praxiseinsätze fanden in einem festen Zeitfenster zwischen 8 und 14 Uhr statt, die Wochenenden blieben grundsätzlich frei, und die Urlaubszeiten orientierten sich an den Schulferien. Der erste Kurs setzte sich ausschließlich aus Müttern im Alter zwischen 27 und 48 Jahren zusammen.
„Wir haben hier mit einer sehr zielorientierten und reflektierten Gruppe gearbeitet“, resümiert Mirna Schötteldreier, stellvertretende Bereichsleitung Pflegeausbildung, die den Kurs in der zweiten Hälfte von Ingrid Ast-Eubel übernommen hatte.
Die praktische Ausbildung absolvierten einige Teilnehmerinnen an den Asklepios Kliniken Bad Wildungen und andere am Asklepios Klinikum Schwalmstadt. Dabei gab es besondere organisatorische Anforderungen, etwa bei der Integration in die bestehenden Stationsabläufe. Dennoch gelang es den Teilnehmerinnen schnell, sich in die Teams zu integrieren.
„Sie wurden auf den Stationen sehr geschätzt, insbesondere aufgrund ihrer Lebenserfahrung, ihrer Reife und ihres ganzheitlichen Blicks“, beschreibt Ast-Eubel den Unterschied zu den für gewöhnlich jüngeren Auszubildenden.
Im Rahmen gemeinsamer Seminarformate entwickelte sich eine gefestigte Lerngemeinschaft. Zudem zeichnete sich der Kurs durch eine hohe Diskussionsbereitschaft und einen intensiven fachlichen Austausch aus. Ergänzt wurde die Ausbildung durch verschiedene Exkursionen und praxisnahe Lernformate, darunter eine Klassenfahrt nach Marburg sowie Besuche von Fachinstitutionen und außerschulischen Lernorten. Ein weiterer zentraler Bestandteil war das Projekt „Auszubildende leiten eine Station“, das gemeinsam mit Teilnehmenden der Vollzeitausbildung durchgeführt wurde.
Bei der Zeugnisübergabe zeigten sich die Absolventinnen stolz und erleichtert über den erfolgreichen Abschluss. Auch Lehrkräfte und Praxisanleitende ziehen eine positive Bilanz des erstmalig durchgeführten Teilzeitkurses. Einigkeit besteht darin, dass dieses Ausbildungsmodell neue Zielgruppen für den Pflegeberuf erschließt.
„Nur so erreichen wir Menschen, die aufgrund familiärer Verpflichtungen sonst keine Möglichkeit hätten, eine Ausbildung zu absolvieren“, lautet das Fazit aller Beteiligten. So sieht es auch Ulrich Barckhausen, der abschließend betont: „Wir freuen uns sehr, dass rund zwei Drittel der Absolventinnen in unseren nordhessischen Kliniken bleiben. Ohne die Entscheidung für eine Teilzeitausbildung hätten wir diese qualifizierten Fachkräfte nicht gewinnen können.“
Erfolgreich die Ausbildung zur Pflegefachfrau absolvierten Asiyeh Alizadehafifi, Alaa Aljazzar, Bayan Almouazin, Tereza Babayan, Katharina Becker, Lydia Binjos, Angele-Saskia Kuhlewey, Bianca Mombrei, Mandy Pötter und Adrienne Yurt.
BAD AROLSEN. Mit Cornelia Klute-Pfitzner und Dr. Peter Dravoj verabschiedet das Krankenhaus Bad Arolsen in diesem Jahr zwei prägende ärztliche Persönlichkeiten in den Ruhestand. Während die Chirurgin nach 23 Jahren am Haus aufhört, blickt der Oberarzt der Inneren Medizin auf 35 Jahre Tätigkeit in Bad Arolsen zurück.
„Die Chirurgie ist mein Handwerk“
Einen einfachen Weg hat Cornelia Klute-Pfitzner nie gesucht. Die 67-jährige Chirurgin, die in diesem Jahr nach 23 Jahren am Krankenhaus Bad Arolsen in den Ruhestand geht, hat ihren Weg stets selbst gestaltet: als Mutter, als Frau in einem männerdominierten Fach und als Ärztin mit einem ungewöhnlich breiten Spektrum.
Aufgewachsen in Lütersheim bei Volkmarsen, legte die Familie früh den Grundstein für Cornelia Klute-Pfitzners Eigenständigkeit. Auf Wunsch der Eltern absolvierten sie, ihre zwei Schwestern und ihr Bruder zunächst eine Berufsausbildung, bevor sie studieren durften. Sie erlernte in Köln den Beruf der Medizinisch-Technischen Radiologieassistentin, bevor sie das Medizinstudium in Köln und Bonn aufnahm und später nach Marburg wechselte. Mitten ins Studium fiel die Geburt ihres Sohnes – von da an war die angehende Ärztin studierende und später berufstätige Mutter, nahezu durchgängig in Vollzeit. Ihre eigene Mutter stand ihr dabei verlässlich zur Seite und übernahm, wenn nötig, die Betreuung des Enkels.
Als Frau in die Chirurgie
1988 schloss Cornelia Klute-Pfitzner ihr Studium ab, 1989 absolvierte sie ihr Praktisches Jahr an den Städtischen Kliniken Kassel, dem heutigen Klinikum Kassel. Ursprünglich hatte sie die Gynäkologie im Blick – doch eine freie Stelle ließ auf sich warten. Die junge Medizinerin entschied sich anders: für die Chirurgie. Die Chirurgie sei ihr Handwerk gewesen und habe ihr von Beginn an am meisten Spaß gemacht. Eine Entscheidung, die sie nie bereut hat.
In einem Fach, das lange von Männern dominiert wurde, behauptete sie sich durch Kompetenz, freundliche Durchsetzungsfähigkeit und eine breite operative Ausbildung. Ihr Berufsweg führte sie durch verschiedene Kliniken in Hessen und Nordrhein-Westfalen, bevor sie 2003 an das Krankenhaus Bad Arolsen kam.
Vielseitigkeit als Stärke
Ihre chirurgische Ausbildung reichte von der Unfall- und orthopädischen Chirurgie bis hin zu viszeralchirurgischen Eingriffen. Am Krankenhaus Bad Arolsen entwickelten sich in enger Abstimmung mit dem Team die Unfallchirurgie sowie die Hand- und Fußchirurgie zu ihren Schwerpunkten – ergänzt durch Zusatzqualifikationen in Sportmedizin und Reisemedizin. Geschäftsführer Nikolai Dippel betonte, Cornelia Klute-Pfitzner habe stets höchste Professionalität mit echtem Interesse an neuen Methoden verbunden. Für Patientinnen, Patienten und das Team sei sie gleichermaßen eine nahbare und sehr gefragte Ansprechpartnerin gewesen. Für 23 Jahre am Krankenhaus gelte ihr großer Dank.
Ein Team, das trägt
Besonders am Herzen lag der Chirurgin die Gemeinschaft im Krankenhaus. Die gemeinsamen Jahre, der kollegiale Austausch und das gegenseitige Vertrauen haben ihre Zeit in Bad Arolsen geprägt. Teamarbeit verstand die Oberärztin nicht als Pflicht, sondern als Grundlage guter Medizin – und als das, was einen langen Berufsweg erst wirklich trägt.
Neue Wege im Ruhestand
Mit ihrem Mann möchte Cornelia Klute-Pfitzner das Reisen per Wohnmobil ausprobieren und die Welt auf eigene Faust erkunden. Als dreifache Oma plant sie, sich ehrenamtlich in der Kita ihrer Enkelkinder zu engagieren. Und auch das Seniorenheim, in dem ihre inzwischen verstorbene, zuvor an Demenz erkrankte Mutter gelebt hat, möchte sie künftig unterstützen.
Nach Jahrzehnten in einem Beruf, der viel fordert, blickt die Ärztin zurück und gleichzeitig nach vorn. Die Welt habe sich in den letzten Jahren sehr verändert. Technik könne ein wichtiges Hilfsmittel sein, aber menschliche Kontakte nicht ersetzen. Wenn man Technik richtig einsetze, könnten kleine Dinge zu großen Erfolgen ausgebaut werden.
Auch Dr. Peter Dravoj geht nach 35 Jahren als Oberarzt am Krankenhaus Bad Arolsen in den Ruhestand
„Tiefe Dankbarkeit – für den ehrenvollsten aller Berufe“
Eigentlich wollte Dr. Peter Dravoj Dermatologe werden. Dass er nun auf 35 Jahre als Internist und seit 20 Jahren als Gastroenterologe am Krankenhaus Bad Arolsen zurückblickt, verdankt sich einer Verkettung glücklicher Umstände. Am Ende dieses Monats geht der bekannte Oberarzt in den Ruhestand.
Geboren 1958 im fränkischen Fürth und aufgewachsen ab 1964 in Offenbach, legte Peter Dravoj 1976 sein Abitur mit der Note 1,0 ab und begann noch im selben Herbst das Medizinstudium. Es war die Erfüllung eines lang gehegten Berufstraums. Nach dem Staatsexamen 1982, der Promotion im April 1983 sowie 15 Monaten als wehrpflichtiger Truppenarzt startete er seine internistische Facharztausbildung im Evangelischen Krankenhaus Gießen, wo er sich rasch in Endoskopie und Intensivmedizin einarbeitete. 1987 führte ihn die berufliche Stelle seiner späteren Ehefrau nach Nordhessen. Am Marienkrankenhaus Kassel schloss er 1991 die Facharztausbildung für Innere Medizin ab. Noch im selben Jahr folgte er dem Ruf nach Bad Arolsen, wo ihn die Stadt und das Krankenhaus vom ersten Moment an überzeugten.
Ein Arzt für die ganze Breite der Medizin
Was Dr. Peter Dravojs berufliche Tätigkeit in Bad Arolsen geprägt hat, war die Vielfalt. Sonografie und Endoskopie bildeten seinen fachlichen Schwerpunkt, doch auch Intensivmedizin, Kardiologie und Röntgendiagnostik waren ihm nicht fremd. Um seine Kenntnisse auszubauen, erwarb er von 2003 bis 2005 die Facharztanerkennung für Gastroenterologie am Klinikum Kassel und schloss vor zehn Jahren eine Weiterbildung in Hepatologie ab.
Im Umgang mit seinen Patientinnen und Patienten war ihm stets die Verbindung aus theoretischem Wissen, praktischen Fertigkeiten und empathischer Führung wichtig. Geschäftsführer Nikolai Dippel erklärte, Dr. Peter Dravoj verkörpere genau das, was einen Arzt ausmache: medizinische Kompetenz über die gesamte Breite der Inneren Medizin, eine außerordentliche Verlässlichkeit und eine menschliche Zugewandtheit. Für seinen jahrzehntelangen Einsatz für das Krankenhaus Bad Arolsen und die Menschen in der Region sei man ihm zu großem Dank verpflichtet.
Ein Team wie eine zweite Familie
Besonders am Herzen lag Dr. Peter Dravoj das Team. Das Endoteam sei ihm wie eine zweite Familie gewesen. Kinder im ähnlichen Alter, gemeinsame Jahre und ein vertrauensvoller Austausch weit über das Berufliche hinaus prägten diese Zeit.
Seinen Aufgabenbereich – schwerpunktmäßig Endoskopie und gastroenterologische Ambulanz – gibt er in die Hände von Hussein Aljouk, den er drei Monate lang begleitet hat und als ruhigen, freundlichen und kompetenten Kollegen schätzt.
Nach 35 Jahren bedauert Dr. Peter Dravoj, dass das Krankenhaus Bad Arolsen nicht mehr alle Leistungen anbieten kann. Gleichzeitig hat er einen klaren Wunsch für die Zukunft: Die Geriatrie, die jetzt der Schwerpunkt ist, solle weiter ausgebaut werden, damit rehabilitationsfähigen alten Menschen die Chance gegeben werden könne, wieder selbstständig leben zu können. Daneben freue er sich, dass die ambulante fachärztliche Versorgung der hier lebenden Menschen auf dem kardiologischen Sektor durch Dr. Bertolt Linder und auf dem gastroenterologischen Sektor durch Hussein Aljouk aufrechterhalten werden konnte. Zugleich hoffe er sehr, dass auch diese beiden ambulanten Bereiche personell und materiell weiterentwickelt werden können.
Dankbarkeit als Leitmotiv
Im Ruhestand zieht es Dr. Peter Dravoj in die Berge – Wanderungen in der Bergwelt, häufigere Besuche bei seinem Sohn in Innsbruck und mehr Zeit für die Familie stehen an. Leichtathletik, Wasserski und ausgedehnte Fahrradtouren sollen ebenso mehr Raum bekommen wie die Intensivierung lang vernachlässigter Freundschaften. Ob er der Medizin ganz den Rücken kehrt, lässt er bewusst offen.
Was nach 44 Jahren in einem Beruf bleibt, den Dr. Peter Dravoj selbst als den ehrenvollsten aller bezeichnet, ist tiefe Dankbarkeit – für seine Familie, für seine Frau und die beiden Kinder, für Patientinnen und Patienten und natürlich für die Kolleginnen und Kollegen, die ihn akzeptierten und ihn über all die Jahre fachlich und menschlich begleiteten. Nach eigenem Empfinden habe ihm das Leben außerordentlich viel geschenkt.
PADERBORN. Wegen eines verirrten Schwans im Gleisbereich ist die Feuerwehr alarmiert worden. Das Tier befand sich zwischen Einzäunungen und konnte den Bereich nicht mehr eigenständig verlassen.
Gegen 14.30 Uhr erfolgte am Donnerstag (2. April) die Alarmierung in den Bereich der Fischteiche zu einer ungewöhnlichen Tierrettung. Beim Eintreffen der Feuerwehr befand sich der Schwan weiterhin zwischen den Schienen.
Ein engagierter Passant hatte bereits versucht, das Tier aus seiner misslichen Lage zu befreien, jedoch ohne Erfolg. In diesem Zusammenhang weist die Feuerwehr ausdrücklich darauf hin, dass das Betreten von Gleisanlagen lebensgefährlich und streng verboten ist.
Kurz darauf näherte sich ein Zug, sodass die Situation zusätzlich an Brisanz gewann. Auch die Feuerwehr konnte erst nach einer offiziellen Streckensperrung und Freigabe durch die Bundespolizei tätig werden.
Nach Sicherung der Einsatzstelle gelang es den Kräften schließlich, den Schwan mithilfe eines Keschers schonend einzufangen. Anschließend wurde das Tier außerhalb des eingezäunten Bereichs wieder in die Freiheit entlassen. Weder der Schwan noch der Passant wurden bei dem Einsatz verletzt.
Bereits mehrfach wurden in diesem Streckenabschnitt Schwäne gesichtet. Ursache ist vermutlich ein Abschnitt ohne Zaun, der den Zugang zum Gleisbereich ermöglicht.
Appell an die Bevölkerung
Betreten Sie niemals Gleisanlagen, auch nicht zur Tierrettung. Bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr.
BAD AROLSEN. Zu einem Gebäudebrand Am Tannenkopf ist es am Donnerstagnachmittag gekommen. Mehrere Feuerwehren wurden alarmiert, um die Flammen zu bekämpfen und die Einsatzstelle abzusichern.
Die Alarmierung erfolgte gegen 16.15 Uhr. Im Einsatz waren die Feuerwehren aus der Arolser Kernstadt, aus Mengeringhausen und Helsen sowie die Drohnen-Gruppe. Insgesamt standen 55 Einsatzkräfte unter der Leitung des stellvertretenden Stadtbrandinspektors Sven Ammenhäuser an der Brandstelle im Einsatz.
Die Brandbekämpfung erfolgte unter Atemschutz und mit Hilfe der Drehleiter. Im Anschluss wurde die Einsatzstelle abgesichert.
Auch das DRK und die Polizei befanden sich vor Ort. Bürgermeister Marko Lambion, Erster Stadtrat Marc van Biene und Kreisbrandmeister Steffen Bricher machten sich ein Bild von der Lage. Gegen 20 Uhr konnten die Maßnahmen beendet werden. Zur Brandursache konnten von der Polizei bislang keine Angaben gemacht werden.