BAD AROLSEN. Mit Blick auf die Krankenhausreform hat sich das Krankenhaus Bad Arolsen bereits frühzeitig als Spezialist für Innere Medizin positioniert und einen Fokus auf die Versorgung älterer Menschen gelegt. Wegen des stetig steigenden Bedarfs wird das Krankenhaus Bad Arolsen sein Angebot der geriatrischen Krankenhausversorgung erweitern.
In Abstimmung mit dem Land Hessen wird dafür im Gegenzug zum Ende des ersten Quartals 2026 die Teilnahme an der Intensiv- und Notfallversorgung im Landkreis Waldeck-Frankenberg beendet. Dr. Michael Knapp, der Vorstandsvorsitzende der Gesundheit Nordhessen, erklärt dazu: „Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen. Wir mussten sie aber nicht zuletzt wegen der abnehmenden Anzahl an Notfallpatienten und wegen des zunehmenden Mangels an Fachpersonal in den Bereichen Intensiv- und Notfallmedizin treffen.“
Das Krankenhaus Bad Arolsen soll die Region Bad Arolsen weiter optimal versorgen. Diese Aufgabe soll erfüllt werden, indem das Haus den Entscheidungen der Politik folgt und das Leistungsangebot entsprechend weiter spezialisiert. „Das ist ein zunächst schwieriger Schritt für uns, aber grundsätzlich sind wir dem Land Hessen und allen weiteren Partnern sehr dankbar für die konstruktiven Gespräche und die Möglichkeit – gemeinsam mit unserem hochqualifizierten und sehr engagierten Team vor Ort – unseren Krankenhausstandort Bad Arolsen weiterentwickeln zu können“, so Dr. Knapp weiter.
Verstärkter Fokus auf die Altersmedizin
Für das Jahr 2026 ist der Aufbau von weiteren Behandlungskapazitäten auf insgesamt 80 Betten im Bereich der Altersmedizin geplant. Im kommenden Jahr sollen zusätzlich 20 Betten hinzukommen, sodass künftig insgesamt 100 Betten für die Geriatrie zur Verfügung stehen werden. In den vergangenen Monaten wurden die bereits bestehende allgemeine Geriatrie und die Alterstraumatologie bereits um die Neurogeriatrie erweitert. Dies war die maßgebliche Weichenstellung für die Versorgungskompetenz neurologischer Erkrankungen im Alter, wie zum Beispiel Parkinson und Demenz.
Der Chefarzt der Altersmedizin in der Gesundheit Nordhessen, Dr. Jürgen Sasse, freut sich über die positive Entwicklung und erklärt: „Am Krankenhaus Bad Arolsen schaffen wir die besten Voraussetzungen für eine geriatrische Versorgung. Gemeinsam mit der Chefärztin der Neurogeriatrie, Frau Dr. Katarina Gabriel, können wir noch in diesem Jahr 80 Patientinnen und Patienten bestmöglich in unseren modern ausgestatteten Therapieräumen mit unseren hochqualifizierten Mitarbeitenden versorgen.“
Die Neurogeriaterin Dr. Katarina Gabriel ergänzt: „Wir reagieren hier auf die Bedürfnisse der Menschen, die eine längere Lebenszeit mit sich bringt. Vor diesem Hintergrund wird die Altersmedizin auch künftig weiter an Bedeutung gewinnen. Wir bieten unseren Patientinnen und Patienten eine optimale Behandlung und ihren Angehörigen beratende Unterstützung. Unser Ziel ist es, dass unsere Patientinnen und Patienten die größtmögliche Selbstständigkeit für ihren Alltag zurückerlangen.“
Umbauphase startet - Personalkonzept ist erarbeitet – weiteres Personal gesucht
Alle betroffenen Mitarbeitenden der Notaufnahme und der Intensivstation erhalten selbstverständlich anderweitige Beschäftigungsangebote und -möglichkeiten im Haus oder innerhalb anderer Einrichtungen der Gesundheit Nordhessen. Durch das Einstellen der Teilnahme an der Notfallversorgung werden auch die rettungsdienstlichen Anfahrten des Krankenhauses gänzlich eingestellt werden. Diese haben zuletzt ein so geringes Ausmaß angenommen, dass ein Weiterbetrieb der zentralen Notaufnahme nicht mehr bedarfsnotwendig ist.
Geschäftsführer Nikolai Dippel erläutert das weitere Vorgehen der Umbauphase: „Da wir in diesem Jahr weiterwachsen wollen, benötigen wir auch weiteres Fachpersonal. Die Einstellung der Intensiv- und Notfallversorgung ist bereits zum Ende des ersten Quartals 2026 angedacht. Wir würden es sehr begrüßen, wenn sich die Mehrheit der von der Veränderung betroffenen Kolleginnen und Kollegen entscheidet, in andere Bereiche des Hauses zu wechseln.“
Parallel dazu wird die Personalsuche intensiviert. Für den Kapazitätszuwachs werden dringend Pflegefachkräfte und Mediziner gesucht, die Interesse an der Krankenhausversorgung älterer Menschen haben; auch Initiativbewerbungen sind willkommen. Die ambulanten Leistungen im Bereich der Gastroenterologie, der Kardiologie und der Urologie sowie die hausärztliche Versorgung durch das MVZ Vimedos bleiben am Haus erhalten.
KASSEL. Ein bislang unbekannter Mann hat am Dienstagnachmittag ein zwölfjähriges Mädchen in einer Straßenbahn in der Kasseler Nordstadt sexuell belästigt. Die Ermittler der Kriminalpolizei Kassel suchen nun nach Zeugen der Tat, die sich gegen 13:20 Uhr im Bereich der Unteren Königsstraße und der Holländischen Straße ereignet hatte.
Das Opfer war an der Haltestelle „Am Stern“ in die Straßenbahn gestiegen, die weiter in Richtung Halitplatz fuhr. Wie die Zwölfjährige später der Polizei gegenüber angab, habe der etwa 30 Jahre alte Täter in der vollen Bahn hinter ihr gestanden und sie unsittlich am Gesäß berührt. Dabei stand das verängstigte Mädchen so stark unter dem Eindruck des Erlebten, dass sie sich anderen Fahrgästen gegenüber nicht bemerkbar machte.
An der Haltestelle „Halitplatz“ verließ die Zwölfjährige dann die Bahn wieder, während der Unbekannte weiterfuhr. Zu Hause vertraute sich das Mädchen seiner Mutter an und sie informierten die Polizei, die nun wegen sexueller Belästigung ermittelt.
Der Täter wird wie folgt beschrieben:
ca. 30 Jahre alt
Erscheinungsbild: dunklerer Hautteint, große Nase mit auffälligem Höcker
Drei-Tage-Bart
Kleidung: beigefarbene Jacke
Wer die Tat beobachtet hat oder der Polizei Hinweise auf den Mann geben kann, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 0561-9100 bei der Polizei in Kassel zu melden.
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WARBURG. Im Rahmen der Ermittlungen zu dem tödlichen Jagdunfall am 9.1.2026 bei Warburg (wir berichteten) ist am Dienstag, 13. Januar, auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Paderborn die Obduktion des Opfers durchgeführt worden. Das Obduktionsergebnis der Rechtsmedizin Münster bestätigt die ursprüngliche Annahme, dass der 23-Jährige von einem Projektil im rechten Schulterbereich getroffen wurde. Die Verletzung war laut den Gutachtern todesursächlich.
Die weiteren Ermittlungen zu den näheren Umständen der Schussabgabe dauern unterdessen nach wie vor an. In diesem Zusammenhang wird detailliert überprüft, wie es zu dem tödlichen Schuss kommen konnte, ob ein Nachtsichtgerät eingesetzt wurde und wo genau sich die Beteiligten zum Zeitpunkt der Schussabgabe aufgehalten haben. Zu diesem Zweck soll die sichergestellte Jagdausrüstung technisch untersucht und der Schusswinkel genauestens rekonstruiert werden.
Außerdem waren die Ermittler im Laufe des Dienstags ein weiteres Mal vor Ort, um zusätzliche Erkenntnisse im Umfeld des Tatortes zu erhalten. Geprüft wurden unter anderem die Sichtverhältnisse und der Abstand der Hochsitze, der nach derzeitigen Erkenntnissen über 100 Meter betragen hat. Ob sich die Beteiligten zum Zeitpunkt der Schussabgabe aber überhaupt in ihren jeweiligen Hochsitzen aufgehalten haben, ist zum jetzigen Zeitpunkt Gegenstand der laufenden Ermittlungen. (ots/r)
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LANDKREIS-WALDECK-FRANKENBERG.
Fusion: Gemeinsames Krankenhaus wird „Klinikum Waldeck-Frankenberg“ heißen
Nachdem die Gremien von Landkreis und Stadt Korbach vor Kurzem offiziell die Fusion des Kreiskrankenhauses Frankenberg mit dem Stadtkrankenhaus Korbach beschlossen haben, steht nun auch der künftige Name der Klinik fest: Das neue gemeinsame Haus wird „Klinikum Waldeck-Frankenberg (KWF)“ heißen.
Gemeinsam stark für unsere Gesundheit
„Der Name drückt die enge Verbundenheit beider Standorte mit Waldeck-Frankenberg aus und unterstreicht den Anspruch, die medizinische Versorgung der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis zusammen nachhaltig und auf einem hohen Qualitätsniveau zu gewährleisten und weiterzuentwickeln“, betont Landrat Jürgen van der Horst als künftiger Aufsichtsratsvorsitzender des gemeinsamen Hauses. „Das Klinikum Waldeck-Frankenberg wird für eine verlässliche und regionale Gesundheitsversorgung stehen – nah am Menschen und zukunftssicher.“
Der neue Name soll Vertrauen schaffen, ausdrücken, wofür die Klinik steht, Orientierung bieten und eine regionale Identität vermitteln. Hergeleitet wurde er von einem gemeinsamen Projektteam in einem strukturierten Prozess – von der Analyse der Zielgruppen und Wettbewerbssituation über die Entwicklung des Markenkerns, der Ideensammlung, strategischen Auswertung und rechtlichen Prüfung bis hin zur Beteiligung von Politik und den Mitarbeitenden der Krankenhäuser.
Im Fokus der Namensfindung stand, dass dieser den Anforderungen der Zielgruppe entspricht, zwar einen eindeutigen Kreisbezug hat, aber keinen Standort bevorzugt, sich klar von Mit-Wettbewerbern in der Region abgrenzt, die Identität der Marke widerspiegelt sowie markenrechtlich einwandfrei und auch digital optimal einsetzbar ist.
Mitarbeitende haben final entschieden
Das Herzstück des Prozesses war aber die Beteiligung der Politik und der Belegschaften der Häuser an beiden Standorten. Die Mitarbeitenden der Krankenhäuser haben dabei abschließend über den finalen Namen entschieden: In den vergangenen vier Wochen durften sie in einem Online-Voting über den künftigen Namen des gemeinsamen Hauses und ihres künftigen Arbeitgebers entscheiden. Mit einem Votum von 78 Prozent aller Teilnehmenden fiel das Ergebnis ganz deutlich auf Klinikum Waldeck-Frankenberg (KWF).
„Das ist ein gutes Ergebnis, das eine breite Akzeptanz des neuen Namens zeigt, die neue gemeinsame Identität unterstützt und den Zusammenhalt ausdrückt“, freut sich Stefan Kieweg, der Bürgermeister der Stadt Korbach, die bis zum abgeschlossenen Fusionsprozess Trägerin des Stadtkrankenhauses ist. „Er bringt den Anspruch einer modernen, fachlich gut aufgestellten, patientenzentrierten und verlässlichen medizinischen Versorgung für den gesamten Landkreis zum Ausdruck.“
Verschmelzung zu gemeinsamer Krankenhauswelt
Die Namensentscheidung ist ein wichtiger Meilenstein im weiteren Transformationsprozess, der im Jahr 2026 weiter an Dynamik gewinnen wird. Denn nach dem rechtlichen Zusammenschluss, der zur Mitte des Jahres rückwirkend zum 1. Januar 2026 abgeschlossen sein soll, erfolgt bereits in den kommenden Monaten nach und nach auch die Verschmelzung beider Häuser zu einer gemeinsamen Krankenhauswelt auf Arbeitsebene.
„Hierfür haben sich bereits Expertenteams aus den Bereichen Medizin, Pflege und Verwaltung gebildet, die schon in den vergangenen Wochen mit dem fachlichen Austausch begonnen haben“, berichtet Transformationsmanager Gerd Brückmann, der den Prozess begleitet. „In den kommenden Monaten werden sie sich immer stärker auch fachlich-organisatorisch vernetzen und die Voraussetzungen für eine standortübergreifende Zusammenarbeit erarbeiten.“ Weitere Informationen zur Fusion und zum Transformationsprozess gibt es auch online unter www.landkreis-waldeck-frankenberg.de/krankenhausfusion.
WALDECK. Im Ortsteil Höringhausen wird aktuell eine Geschwindigkeitskontrolle durchgeführt. Der Blitzer wurde in Höhe des Feuerwehrhauses positioniert. In diesem Bereich gilt eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h.
Gerade in sensiblen Bereichen wie vor Pflegeeinrichtungen oder Schulen sind Tempolimits besonders wichtig, um Fußgänger und Anwohner zu schützen. Das Team von 112-magazin.de appelliert an alle Fahrer, die geltenden Tempolimits grundsätzlich einzuhalten – auch dann, wenn keine Blitzer gemeldet werden.
MARSBERG. Ein Brandeinsatz in Bredelar hat am späten Montagnachmittag, 12. Januar, für einen Einsatz der Feuerwehr gesorgt. Menschen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden; ein verkohlter Handschuh hatte für eine verrauchte Wohnung gesorgt.
Der Alarm ging gegen 16.35 Uhr bei der Feuerwehr ein, gemeldet war eine verqualmte Wohnung in Bredelar. Dies bestätigte sich vor Ort, woraufhin ein Trupp unter Atemschutz in das Gebäude vorging. Die Einsatzkräfte fanden im Gebäude kein offenes Feuer mehr vor. In einer Badewanne lag ein verkohlter Handschuh. Vermutlich hatte dieser zuvor auf einem Holzofen gelegen und war von einem Bewohner noch rechtzeitig in die Badewanne befördert worden.
Eine aktive Brandbekämpfung war nicht mehr erforderlich. Die Wohnung wurde mit einem Hochdrucklüfter belüftet und anschließend mit Messgeräten freigemessen. Nach kurzer Zeit konnte das Gebäude den Eigentümern wieder übergeben werden. Nach einer knappen Stunde war der Einsatz beendet. Im Einsatz waren die Einheiten aus Bredelar, Beringhausen, Padberg, Giershagen und Marsberg. Die Einsatzleitung lag beim Leiter der Feuerwehr Marsberg, Cyrill Stute.
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NIEHEIM. Eine nicht alltägliche Kettenreaktion hat ein Wildunfall auf der B252 in Höhe Nieheim ausgelöst. Am Ende waren fünf Fahrzeuge beteiligt, drei Personen wurden leicht verletzt. Zunächst fuhr am Montagmorgen gegen 7.55 Uhr ein 65-Jähriger aus Nieheim mit einem Ford Focus auf der B252 aus Richtung Steinheim kommend in Fahrtrichtung Brakel. In Höhe Holzhausen stieß der Ford mit einem Wildschwein zusammen, das anschließend schwer verletzt auf der Fahrbahn liegen blieb. Der 65-Jährige hielt daraufhin am rechten Fahrbahnrand an.
Ein nachfolgender Linienbus prallte anschließend gegen das liegende Wildschwein und schleuderte es auf die Gegenfahrbahn. Der Bus entfernte sich anschließend vom Unfallort. Auf der Gegenfahrbahn fuhren zu diesem Zeitpunkt drei Fahrzeuge hintereinander. Vorweg eine 39-jährige Frau aus Brakel mit einem Opel Corsa, gefolgt von einem Opel Insignia, der von einem 32-jährigen Mann aus Brakel gesteuert wurde und mit fünf Personen besetzt war. Schließlich folgte ein Lkw, gefahren von einem 58-jährigen Mann aus Baunatal.
Nach bisherigen Erkenntnissen erkannte die Fahrerin des Opel Corsa das verletzte Tier auf ihrer Fahrspur noch rechtzeitig und bremste ihr Fahrzeug ab. Der nachfolgende Opel Insignia fuhr dann allerdings auf den bremsenden Corsa auf. Auch der Lkw konnte ebenfalls nicht mehr rechtzeitig bremsen und prallte gegen den Opel Insignia. Bei dem Unfall erlitten drei Mitfahrer im Opel Insignia im Alter von 27, 30 und 41 Jahren leichte Verletzungen. Sie wurden mit Rettungswagen zur ambulanten Behandlung in umliegende Krankenhäuser gebracht. Alle weiteren Unfallbeteiligten blieben unverletzt.
Der entstandene Gesamtschaden wird auf rund 20.000 Euro geschätzt. Das schwer verletzte Wildschwein wurde durch einen Jagdausübungsberechtigten von seinem Leiden erlöst. Die Polizei Höxter hat die weiteren Ermittlungen zum Unfallhergang aufgenommen und bittet den beteiligten Busfahrer oder weitere Zeugen, sich unter der Telefonnummer 05271/962-0 zu melden. (ots/r)
WIESBADEN / HANAU. Während eines Polizeieinsatzes kam es am Montagabend, 12. Januar, gegen 20.25 Uhr im Maintaler Ortsteil Wachenbuchen zu einem Schusswaffengebrauch durch eingesetzte Polizeibeamte, bei dem ein 38-jähriger Mann lebensgefährlich verletzt wurde.
Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen war die Polizei bereits am Montagnachmittag in Amtshilfe für das zuständige Veterinäramt an der Wohnanschrift des Mannes in Hanau im Einsatz. Hintergrund war ein Hinweis wegen des Verdachts der Tierwohlgefährdung – er soll mehrere Hundewelpen nicht tiergerecht gehalten haben. Bei der anschließenden Kontrolle soll es zu einer Bedrohung mit einem stockähnlichen Gegenstand gegen die vor Ort befindlichen Einsatzkräfte und Personen gekommen sein, weshalb der gemeinsame Einsatz zunächst abgebrochen wurde.
Am Abend meldete eine Zeugin, dass der 38-Jährige mehrere Hundewelpen aus dem Fenster seiner Wohnung werfen würde. Die nach dort entsandten Einsatzkräfte der Feuerwehr und Polizei stellten sodann Rauch fest, der aus der Wohnung des Mannes kam. In einem Ofen hatte er augenscheinlich Kunststoffmaterial verbrannt und die Wohnung anschließend zu Fuß verlassen. Die Feuerwehr beseitigte die Gefahr umgehend.
Der mit einem Messer bewaffnete 38-Jährige soll sodann durch Hanau-Mittelbuchen gegangen und auf seinem Weg einen Mann und später eine Frau bedroht haben. Unter anderem soll er mit dem Messer mehrere Schwing- und Stichbewegungen in Richtung der Passanten ausgeführt haben. Gegen den 38-Jährigen wurden daher Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, der Bedrohung, der Brandstiftung und des versuchten Totschlags eingeleitet.
Im Rahmen der eingeleiteten Fahndung konnten die eingesetzten Polizeibeamten den Mann, der sich mutmaßlich in einem psychischen Ausnahmezustand befand, schließlich in der Bachstraße / „Alt Wachenbuchen“ in Maintal feststellen und ansprechen. Hierauf habe er nicht reagiert. Daraufhin wurde der Diensthund, der auch zugebissen hat, gegen den Mann eingesetzt. Der Mann stach sodann auf den Diensthund ein.
In der weiteren Folge musste aufgrund der anhaltenden Gefahrensituation das Distanzelektroimpulsgerät (DEIG) und der Teleskopschlagstock eingesetzt sowie von der Schusswaffe Gebrauch gemacht werden. Hierbei wurde der 38-jährige Mann im Bereich der Schulter getroffen. Danach soll sich der Mann mit seinem mitgeführten Messer selbst im Bereich des Halses verletzt haben.
Einsatzkräfte leisteten sofort erste Hilfe. Derzeit wird er in einem Krankenhaus intensivmedizinisch behandelt. Sein Zustand ist weiterhin lebensbedrohlich. Andere Personen wurden nicht verletzt. Die genauen Hintergründe der Tat und der Ablauf des Einsatzes werden derzeit durch die Staatsanwaltschaft Hanau und das HLKA ermittelt. Die gesicherten Spuren werden im kriminaltechnischen und -wissenschaftlichen Institut des HLKA untersucht und ausgewertet.
Zeugen, die sachdienliche Angaben machen können, werden gebeten, sich mit dem HLKA unter der Telefonnummer 0611/83-8300 in Verbindung zu setzen. (ots/r)
FRANKENBERG. Am Frankenberger Krankenhaus sind schon seit 10 Jahren regelmäßig Therapiehunde im Einsatz. Linda‐Maria Vietz und Stefanie Birkenbusch besuchen mit ihren Hunden Patienten in der Geriatrie und auf anderen Stationen. Ihre Arbeit mit den Hunden stellten sie im Rahmen der Weiterbildung für Pflegekräfte „Palliative Care“ im Schulzentrum für Pflegeberufe vor. Hier bereiten sich derzeit 10 Teilnehmerinnen aus unterschiedlichen Einrichtungen der Akut‐ oder Langzeitpflege sowie aus Hospizen auf ihre Abschlussprüfung zur staatlich geprüften Fachpflegerin für palliative Versorgung vor.
Auf Initiative der Kursleiterin Heike Kümmel kamen die Finnische Lapphündin Lou und die Border‐Collie‐Dame Nala in den Unterricht und zeigten, wie unbeschwert sie auf Patienten zugehen. Linda Vietz und Stefanie Birkenbusch berichteten von ihren Einsätzen mit den Hunden, zeigten Bilder und erklärten die Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit das Potenzial der Hunde in der Therapie genutzt werden kann. So durchlaufen sowohl die Hunde als auch die Hundeführer eine substantielle Ausbildung, die mit einer Prüfung abgeschlossen wird. Das Krankenhaus übernimmt die Kosten für diese Ausbildung, wofür die Besitzerinnen sehr dankbar sind. Die Ausbildung beginnt bereits als Welpe, damit sich die Hunde an die vielen Gerüche, das Verhalten von Patienten und die unruhige Umgebung gewöhnen. Die Hunde werden zusätzlich regelmäßig einem Wesenstest unterzogen, um ihre Eignung zur Arbeit mit den Patienten festzustellen.
Angst und Anspannung lösen
Die Kursteilnehmerinnen interessierten sich besonders für den Einsatz der Hunde in Palliativsituationen, also bei schwerkranken Patienten am Lebensende. Die Hunde können hier durch ihre Nähe sehr beruhigend und angstlösend wirken. Sie dürfen hierzu, unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen, auch mit auf das Bett des Patienten, so dass dieser ihre Wärme spürt und sie streicheln kann. Die Pflegeexperten nennen dies basale Stimulation. Eine Teilnehmerin merkte an: „Selbst bei Sterbenden trauen sich viele Angehörige nicht, sich dazuzulegen. Die Hemmschwelle ist im Krankenhaus zu groß.“ Die Therapiehunde dagegen zeigen keine Scheu. Sie kennen ihre Aufgabe und platzieren sich auf Kommando neben den Patienten. Ihr Einsatz erfolgt selbstverständlich nur in Absprache mit den zuständigen Ärzten, den Angehörigen und dem Patienten selbst. Diese sind sehr dankbar, wenn die Hunde zum Besuch kommen, denn sie lassen für eine Weile die eigene Situation und sogar Angst und Schmerzen in den Hintergrund treten. Eine Kursteilnehmerin, die selbst zu Hause einen Hund hat, sagte: „Ich bin begeistert, dass dieses Angebot hier im Krankenhaus möglich gemacht wurde. Ich werde die Idee auch an meinen Arbeitgeber herantragen.“
Auch den Hundeführerinnen gefällt die Aufgabe sehr gut, die sie während ihrer Arbeitszeit in der Krankenhausverwaltung ausüben. Stefanie Birkenbusch berichtet: „Wir werden überall freundlich begrüßt, wenn wir mit den Hunden zu den Patienten kommen. Uns wird von den Patienten und ihren Angehörigen eine große Dankbarkeit entgegengebracht. Wir haben ein Schild an der Bürotür, mit einem Bild des Hundes, der gerade bei uns ist, und dann schauen die Kollegen spontan im Büro vorbei, um mal kurz einen Hund zu kraulen.“
Therapiebegleithunde seit 10 Jahren im Einsatz
In diesem Jahr feiert der Einsatz von Therapiebegleithunden sein zehnjähriges Jubiläum: Den Grundstein legte 2016 die weiße Schäferhündin Alaska mit Linda‐Maria Vietz. Die leitende Oberärztin Gabriele Schalk (Gynäkologie und Geburtshilfe) war damals entscheidend daran beteiligt, dieses Zusatzprogramm speziell für die Palliativmedizin zu etablieren. Wenn Patienten im Frankenberger Krankenhaus oder deren Angehörige sich für einen Besuch der Therapiehunde interessieren, einfach beim Stationsarzt anfragen oder direkt bei Linda Vietz oder Stefanie Birkenbusch melden. Ihre Telefonnummer im Büro lautet: 06451 – 55216.
FULDA. Eine gesplitterte Scheibe an einem ICE 73 hat am Montag einen Einsatz der Bundespolizei im Bahnhof Fulda ausgelöst. Gegen 14.10 Uhr meldete die Deutsche Bahn AG der Bundespolizeiinspektion Kassel, dass bei dem Zug auf der Fahrt von Hamburg nach Basel eine Scheibe gesplittert war.
Der Zug hielt daraufhin im Bahnhof Fulda. Eine Streife des Bundespolizeireviers Fulda nahm den Schaden in Augenschein und sprach mit dem Zugpersonal sowie den Reisenden, die sich in dem betreffenden Wagen befanden. Alle Reisenden gaben übereinstimmend an, dass die Scheibe nach einem lauten Knall im Tunnel Langenschwarz gesprungen sei.
Aufgrund der Mehrfachverglasung splitterte lediglich die äußere Scheibe. Ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG brachte von außen eine Spezialfolie an, so dass der Zug seine Fahrt mit verminderter Geschwindigkeit fortsetzen konnte. Ob es sich bei den äußeren Einwirkungen um gelöste Eisbrocken oder aufgewirbelte Steine handelt, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. (ots/r)
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