RICHSTEIN. Spektakulärer und zugleich glimpflicher Verkehrsunfall am Freitagabend auf der L903 zwischen Arfeld und Richstein. Ein Holz-Lkw hat dabei seinen Auflieger verloren, der voll beladen auf die Seite stürzte. Glücklicherweise wurden weder der ukrainische Lkw Fahrer, noch andere Menschen verletzt. Die Fahrbahn war längere Zeit voll blockiert. Wie die Polizei mitteilte, hatte der 56-jährige Mann in Melsungen Fichtenholz geladen und war damit auf dem Weg zu einer Firma nach Aue. Er befuhr mit seinem Gespann die abschüssige Straße von Beddelhausen in Richtung Richstein. Am Abzweig auf der L903 wollte er scharf nach rechts in Richtung Arfeld abbiegen. Dabei war die Abbiegung aber derart eng, dass der Mann die Kontrolle über den Auflieger verleor, dieser sich aushebelte und auf die Seite stürzte. Zudem wurden eine Böschung und ein Verkehrsschild, das im Kreuzungsbereich stand, stark in Mitleidenschaft gezogen.
Die Feuerwehr aus Arfeld war vor Ort, um die Einsatzstelle auszuleuchten und bei der Absperrung behilflich zu sein. Zunächst war zu befürchten, dass auch größere Mengen Kraftstoff auslaufen, dies bestätigte sich aber nicht. Aus diesem Grund waren weitere Feuerwehreinheiten auf dem Weg zur Unfallstelle, die ihren Einsatz aber allesamt schnell wieder abbrechen konnten. Auch für die Arfelder Feuerwehr war der Einsatz schnell wieder beendet und die Polizei hielt die Vollsperrung alleine aufrecht, bis der Auflieger geborgen werden konnte. Dazu wurde ein zweiter Laster organisiert, um das transportierte Fichtenholz umladen zu können. An der Zugmaschine entstand kein Schaden. Der Lkw Fahrer hatte sich nach Angaben der Polizei auf dem Weg nach Aue auf sein Navigationsgerät verlassen.
ERNDTEBRÜCK. Ein leer stehendes Wohnhaus in der Sommerstraße im Ortsteil Birkelbach ist Schauplatz eines größeren Polizeieinsatzes geworden, nachdem dort eine riesige Cannabisplantage entdeckt wurde. Der Vorfall ereignete sich am Mittwochnachmittag, dem 7. Januar, gegen 15.30 Uhr im Bereich der Ortsdurchfahrt, wobei im späteren Verlauf auch das THW hinzugezogen werden musste.
Flucht über den Balkon
Eigentlich habe es sich zunächst um eine Maßnahme der Justizbehörde gehandelt, die dann jedoch die Polizei hinzugezogen habe, heißt es von der Polizei. Es sei eine behördlich angeordnete Räumung des Hauses an der Sommerstraße geplant gewesen. Beim Eintreffen des Zwangsverwalters flüchtete ein junger Mann über den Balkon des Hauses. Derzeit sei in dem Gebäude allerdings niemand gemeldet. Vor Ort entdeckte man eine riesige Cannabisplantage, weshalb die Polizei dann überhaupt erst hinzugezogen worden war.
Augenzeugen aus der Nachbarschaft berichten unterdessen, dass es in der Nähe der Birkelbacher Kirche eine Festnahme durch die Polizei gegeben habe. „Nach der Festnahme haben Polizisten die Fußspuren des Mannes im Schnee abfotografiert“, berichtet ein Anwohner. Die Polizei Siegen erklärte in einer Mitteilung, dass durch eine eingesetzte Streife ein junger Mann festgenommen worden sei, auf den die Beschreibung des aus dem Haus flüchtigen Mannes passte. Der 22-jährige Tatverdächtige wurde dem Polizeigewahrsam in Siegen zugeführt, wo er dem Haftrichter vorgeführt werden soll.
Professionelle Plantage in allen Räumen
Die Polizei hatte im Anschluss zunächst den Keller und dann die Haustür des Gebäudes aufgebrochen. Alle Räume im Haus waren voll mit Cannabispflanzen und entsprechenden technischen Einrichtungen, um die Pflanzen anbauen und groß werden lassen zu können. Außerdem gab es eine größere Menge an Setzlingen im Gebäude. Kräfte der Kriminalpolizei aus Bad Berleburg und Siegen nahmen den Tatort auf und erfassten alle illegalen Pflanzen und Einrichtungen. Um die große Menge an Cannabis zeitnah abtransportieren und vernünftig arbeiten zu können, wurde das THW Bad Berleburg zur Unterstützung gerufen.
Lebensgefahr durch manipulierten Strom
Das Haus musste zunächst durch die Firma Westnetz stromlos geschaltet werden, da es durch Manipulationen an der Elektroverteilung nicht auszuschließen war, dass es lebensgefährlich für die Einsatzkräfte werden konnte. Das THW sorgte dann sowohl in dem Haus als auch von außen für die nötige Beleuchtung. Außerdem waren die THW-Helfer beim Abtransport der augenscheinlich mehreren hundert Cannabispflanzen behilflich und verluden diese gemeinsam mit der Polizei auf mehrere Lkw. Weitere Ermittlungen der Polizei laufen aktuell auf Hochtouren. Die Sommerstraße blieb dazu bis zum späten Mittwochabend voll gesperrt.
Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sollen sich unter 02751-9090 bei der Kriminalpolizei in Bad Berleburg melden.
HÜTTENTAL. Ein schwerer Verkehrsunfall endete am Dienstagmorgen gegen 07:15 Uhr glücklicherweise glimpflich und der Fahrer eines Pkw blieb nahezu unverletzt. Zuvor war der Ford des jungen Mann außer Kontrolle geraten und gegen einen Telefonamsten geprallt. Der Mast brach daraufhin ein und die Leitungen hingen über dem Auto und der Straße. Da der Mann im Auto selbst Feuerwehrmann war, wusste er genau, mit der Situation umzugehen. Da ihm demnächst nicht klar war, ob es sich um Stromleitungen oder Telefonleitungen handelt, blieb der Mann im Auto sitzen und stieg nicht aus, um einen möglichen Stromschlag zu vermeiden. Als klar war, dass es sich um Telefonleitungen handelt, konnte der Mann sein Auto selbstständig verlassen. Er wurde vom DRK Rettungsdienst aus Bad Berleburg untersucht und konnte nahezu unverletzt vor Ort verbleiben. Die Feuerwehr war aufgrund der möglichen Strombeteiligung mit alarmiert worden, brauchte vor Ort aber kaum tätig zu werden. Die Kameraden schoben das Fahrzeug von der Straße in einen Feldweg und sicherten die Unfallstelle während der Rettungsarbeiten ab.
Wie die Polizei abschließend mitteilte, war der Mann aus Richtung Laibach kommend in Richtung Arfelder Berg unterwegs und kam am Haingraben in einer Linkskurve nach rechts von der Fahrbahn ab, wo er mit der Front in den Holzmast prallte. Das Fahrzeug wurde schwer beschädigt, war nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden.
BROMSKIRCHEN. In Bromskirchen musste die Feuerwehr am Mittwochmittag wegen Gasgeruch im Bereich der Sauerlandstraße ausrücken. An mehreren Stellen sei ein gasähnlicher Geruch wahrzunehmen gewesen, hieß es. Die Feuerwehren aus Bromskirchen und Somplar, sowie der ELW Allendorf mit Gasmessgerät rückten nach Bromskirchen aus. Auch der Energieversorger EWF kam zur Einsatzstelle. An sämtlichen Kanaleinlässen, Kellern und in den Nebenstraßen führten die Einsatzkräfte Messungen durch, hatten aber keine Feststellungen. „Der Energieversorger ist noch einmal mit einem speziellen Messgerät alle Stellen durchgegangen, aber auch dort gab es keine Feststellungen“, berichtete Einsatzleiter Christian Henkel-Strieder. Auch eine Arbeitsstelle an einer Gaseinrichtung in einer Firma außerhalb des Ortszentrums wurde überprüft. „Die Arbeiten dort waren in Ordnung und es gab auch dort keine Feststellungen“, erklärte Christian Henkel-Strieder. Somit war der Einsatz für die 24 Einsatzkräfte, die sich teils bereits vorsorglich mit Atemschutz ausgerüstet hatten, nach einiger Zeit wieder beendet.
BIRKELBACH. Vermutlich durch Selbstentzündung war es am Dienstagmorgen um kurz nach zehn zu einem Brand bei einer Hackschnitzelfirma in Birkelbach gekommen. In einer offenen Halle hatten sich mehrere Kubik Hackschnitzelhaufen entzündet. Wie Einsatzleiter Michael Dellori vor Ort mitteilte, war Mitarbeitern der Firma eine Hitzentwicklung in der Halle aufgefallen. Daraufhin habe man die Hackschnitzelhaufen auseinander gezogen, aber bereits schwarze Brandnester im Inneren bemerkt.
Die Feuerwehren aus Birkelbach, Womelsdorf, Birkefehl und Schameder, sowie der Einsatzleitwagen und die Drehleiter aus Erndtebrück und ein Rettungswagen der DRK Rettungswache Womelsdorf wurden zum „Feuer 4“ nach Birkelbach alarmiert. Unter schwerem Atemschutz positionierte die Feuerwehr einen Angriffstrupp mit Löschbereitschaft vor der entsprechenden Halle. Die eigentlichen Löscharbeiten erfolgten allerdings im Freien, abseits der Halle. Mit einem Radlader wurden die kokelnden Hackschnitzel auf den Hof der Firma gefahren und dort mit von einem Angriffstrupp unter Atemschutz abgelöscht. „Wenn der Radlader die Hackschnitzel in der Halle auflädt und Luft dazu kommt, kann es zu einer Entflammung kommen. Deshalb haben wir den Trupp vor der Halle positioniert“, erklärte Einsatzleiter Michael Dellori.
Um genügend Löschwasser vor Ort zu haben, wurde mit dem Unimog der Löschgruppe Schameder eine Wasserentnahme aus der Eder eingerichtet, von wo aus das Löschwasser direkt zu den übrigen Einsatzfahrzeugen und der Einsatzstelle gefördert wurde. Der Bahnverkehr war durch den Brand nicht beeinträchtigt, im Bereich der Landstraße kam es zu stockendem Verkehr, aber keinen größeren Behinderungen. Für die Feuerwehr Birkefehl war es ein besonderer Einsatz: „Gestern Abend wir das neue Fahrzeug fertig eingeräumt und hier hat es heute seinen ersten Einsatz“, berichteten die Birkefehler Kameraden vor Ort.
Im Laufe des Mittags konnte der Einsatz immer weiter zurückgebaut werden. Zur Höhe des entstandenen Sachschadens konnten noch keine Angaben gemacht werden.
ALBRECHTSPLATZ. Schneller Einsatz am Samstagmittag für Feuerwehr und DRK Rettungsdienst. Auf einem Wanderweg am Rothaarsteig, nahe der Friedensquelle, war es zu einem medizinischen Notfall mit einem Wanderer gekommen. Die Wandergruppe, mit der der Mann unterwegs war, hatte am Mittag einen Notruf abgesetzt. Daraufhin wurden neben dem Rettungswagen der DRK Wache Bad Berleburg auch die Feuerwehren aus Bad Berleburg und Schüllar-Wemlighausen alarmiert. „Das ist ein übliches Vorgehen, wegen der möglichen Unwegbarkeit des Geländes. Da kann die Feuerwehr mit ihren Fahrzeugen einen Notfallort gegebenenfalls besser erreichen und den Rettungsdienst so unterstützen“, erklärte Feuerwehreinsatzleiter Florian Kroh, selbst Disponent in der Kreisleitstelle Siegen-Wittgenstein. Nachdem der Rettungswagen den Patienten ohne Probleme erreicht hatte, war der Einsatz der Feuerwehr eigentlich nicht mehr von Nöten und doch war es gut, dass die Kameraden da waren. Die Löschgruppe Schüllar-Wemlighausen hatte den Notfallort von der Friedensquelle aus angesteuert, während das MLF aus Bad Berleburg einen Weg weiter in Richtung Patient gefahren ist. „Es war zunächst nicht klar, aus welcher Richtung man den Notfallort besser erreichen kann. So war man von beiden Seiten angerückt“, erklärte Florian Kroh. Nach der Versorgung des Patienten durch den Rettungsdienst zahlte sich der Einsatz der Feuerwehr nochmals aus: Torben Adler ist sowohl im Löschzug aktiv, als auch beruflich als Ranger bei Wald und Holz NRW genau in diesem Gebiet täglich im Einsatz. „So konnte unser Kamerad den Rettungswagen begleiten und mit seiner Ortskenntnis über schonende Wege wieder auf die befestigte Straße lotsen, weil ein Drehen vor Ort nicht möglich war“, berichtet Florian Kroh. Anschließend wurde der Patient in ein Siegener Krankenhaus gebracht.
BAD BERLEBURG. Bei einem Einsatz haben Feuerwehrleute aus Bad Berleburg einem Hausbewohner das Leben gerettet. In der Wohnung des Mannes war es zu einer starken Verrauchung gekommen und der Mann konnte seine Wohnung anschließend nicht mehr selbstständig verlassen. Die Feuerwehr rammte die Tür auf und konnte unter schwerem Atemschutz den Mann auf dem Sofa liegend vorfinden und umgehend nach draußen bringen, um ihn an den DRK Rettungsdienst aus Bad Berleburg zu übergeben.
Die Wohnung war verraucht, weil mehrere Pfannen und Kochtöpfe mit Essen auf dem Herd standen und das Essen dabei völlig verbrannt war - der Bewohner war offensichtlich eingeschlafen. Nachdem der Mann gerettet und die Kochtöpfe ins Freie gebracht worden waren, beschränkte sich die Aufgabe der Feuerwehren auf das Lüften der Wohnung. Im Einsatz waren hierzu rund 45 Feuerwehrleute aus Bad Berleburg und Schüllar-Wemlighausen, sowie der DRK Rettungsdienst aus Bad Berleburg und ein Streifenwagen der Bad Berleburger Polizeiwache.
Die Ederstraße blieb während des Feuerwehreinsatzes voll gesperrt.
WITTGENSTEIN. Gleich zwei neue, hochmoderne Einsatzfahrzeuge stellte der DRK Rettungsdienst Siegen-Wittgenstein in der letzten Woche in Wittgenstein in Dienst. Sowohl in Bad Laasphe, als auch in Bad Berleburg kommen seit letzter Woche Notarzteinsatzfahrzeuge der neuesten Generation zum Einsatz. Insgesamt hat der Kreis Siegen-Wittgenstein, als Träger des Rettungsdienstes acht dieser Fahrzeuge angeschafft und an den DRK Rettungsdienst übergeben, zwei davon kommen nun in Wittgenstein zum Einsatz.
Wie der Name schon verrät, bringen die neuen Fahrzeuge den Notarzt an die Einsatzstelle. Für einen Patiententransport sind sie nicht vorgesehen – und doch bringen sie viele Vorteile für Rettungsteams und Patienten mit sich. So verfügen die Mercedes Vito, die übrigens das erste Mal überhaupt Van-Klassen im DRK Rettungsdienst Siegen-Wittgenstein verkörpern, verfügen über Allradantrieb, um auch im waldreichen Gebiet des Wittgensteiner Landes schnell zum Einsatzort kommen zu können. Die Sondersignalanlage verfügt über drei verschiedene Einsatzhörner, die für jede Verkehrssituation geeignet sind und die Fahrzeuge schon von weitem hörbar machen. Hinzu kommt eine optisch sehr auffällige Blaulichtanlage mit eingebauten Frontblitzern im Kühlergrill und der Stoßstange, um auch optisch sofort die volle Aufmerksamkeit anderer Verkehrsteilnehmer zu erlangen, und eine Einsatzfahrt und Einsatzstelle maximal sicher zu machen. An der Einsatzstelle haben die Einsatzkräfte die Möglichkeit, von ihrem Fahrzeug aus das gesamte Umfeld auszuleuchten.
Auch medizinisch gibt es einige Neuerungen, die den Notfalleinsatz noch mehr optimieren. So verfügen die Fahrzeuge über eine Reanimationshilfe der neuesten Generation der Firma Zoll. Mit diesem Brett können Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand durch ein Gurtband und eine bereits voreingestellte Druckfrequenz automatisch reanimiert werden, währen die Einsatzkräfte andere wichtige Dinge, wie beispielsweise die Rettung aus unwegsamem Gelände, oder einen Transport zum Fahrzeug, trotz Reanimation erledigen können. Ferner wurden die Notarzteinsatzfahrzeuge nun auch mit Spritzenpumpen ausgestattet, die ein Medikament in einer vorgegebenen Dosierung permanent abgeben, um beispielsweise eine Narkose, oder einen nötigen Blutdruck kontinuierlich aufrecht erhalten zu können. Diese so genannten Perfusoren waren bisher nur im Rettungswagen vorhanden. Der große Heckraum bietet ausreichend Platz für die notfallmedizinische Ausrüstung, wie EKG/Defibrillator, Beatmungsgerät, Absaugpumpe, Kindernotfalltasche und Notfallrucksäcke, ohne das Fahrzeug zu überfüllen. So rundet ein großflächiger Innenraum mit einem Schranksystem, Wärmefach und Kühlfach für Medikamente, eine große Arbeitsfläche und ein weiterer Sitzplatz für Auszubildende, oder weiteres Fachpersonal das Fahrzeugkonzept der Ausbaufirma Wiethmarsche Ambulanzsysteme ab. Ein einzelnes dieser rund 240 PS starken Fahrzeuge kostet rund 125.000 Euro, hinzu kommt die notfallmedizinische Ausrüstung.
BAD WILDUNGEN. Sechs neue Luftretter der Bergwacht Hessen sind nun einsatzbereit und können ab sofort allein verantwortlich mit dem Hubschrauber zu Windenrettungen ausgeflogen werden. Viele weitere haben ihr jährlich erforderliches Windentraining erfolgreich absolviert. Trainingsintensive Tage im Wildunger Land, die sich einmal mehr gelohnt haben.
Bereits seit vielen Jahren verfügt die Bergwacht Hessen über eine Vielzahl an sogenannten ARS, Air Rescue Specialists. Die Frauen und Männer rüsten sich im Notfall mit Gurtzeug, Schutzausrüstung und Luftrettungs-Bergesäcken oder Evakuierungsdreiecken aus und werden mit Hubschraubern an Orten, die für den regulären Rettungsdienst nur sehr schwer oder gar nicht erreichbar sind, abgewincht, um Patienten zu versorgen und anschließend mittels Windenrettung in den Hubschrauber aufgewincht und ausgeflogen. Ihr Einsatz kann sowohl in unwegsamem Gelände erfolgen, das mit Fahrzeugen nicht erreichbar ist, aber auch in großen Höhen oder Tiefen, ebenso bei Hochwasserlagen. So haben die Teams der Bergwacht Hessen in Kooperation mit der Landes- und Bundespolizei bei der Flutkatastrophe im Ahrtal vielen Menschen das Leben gerettet.
Um im Einsatzfall immer routiniert vorgehen zu können und damit das nötige Wissen immer wieder abgerufen und trainiert werden kann, sind regelmäßige Trainings unabdingbar. So muss jeder ARS jedes Jahr mindestens eine Windenübung unter verschiedenen Voraussetzungen durchführen, um seine „Lizenz“ aufrechtzuerhalten. Dabei erfolgen Rettungen liegend im Bergesack, bei dem die ARS zunächst zum Patienten abgewincht werden, diesen dann notfallmedizinisch versorgen und ihn anschließend in einem Bergesack lagern, der dann mit der Winde aufgewincht werden kann. Dabei ist immer ein Retter an der Seite des Patienten, der dafür sorgt, dass der Winchvorgang und das anschließende Absetzen reibungslos und in enger Abstimmung mit dem Windenoperator des Hubschraubers verläuft.
Je nach Hubschraubermuster erfolgt der Flug mit Außenlast, wo der Retter und der Bergesack an der Kufe anliegen, oder als Transport, bei dem Retter und Bergesack in der Maschine untergebracht sind. Eine weitere Möglichkeit der Rettung erfolgt mit dem sogenannten Evakuierungsdreieck, das man sich bildlich wie eine große Windel vorstellen kann. Darin wird der zu Rettende fixiert und gemeinsam mit seinem Retter in sitzender Position in den Hubschrauber verbracht. Dieses Verfahren findet zum Beispiel bei Hochwasserlagen Anwendung, wo die Menschen oft unverletzt sind.
Um die Übung und das Training genau dieser Verfahren, sowie die Kommunikation im Team gemeinsam mit den Hubschrauberbesatzungen, ging es seit Mitte der letzten Woche in Braunau bei Bad Wildungen. Seit Donnerstag waren die Luftretter der Bergwacht Hessen, die Besatzungen der Polizeifliegerstaffel Hessen und am Freitag auch erstmals die Besatzung des SAR-Kommandos aus Nörvenich in Braunau zu Gast, um Windenrettungsverfahren zu trainieren. Dabei hatten die Frauen und Männer der Bergwacht Bad Wildungen verschiedene Standorte rund um Braunau ausgesucht, an denen Verletztendarsteller positioniert wurden, um mit Windenverfahren gerettet zu werden. Um für alle Beteiligten einen hohen Trainingseffekt zu haben, gab es für die jeweiligen Teams realitätsnahe Einsatzszenarien mit Koordinaten, sodass die Einsatzstelle gesucht und das geeignete Rettungsverfahren genau abgestimmt werden mussten.
Neben der Landespolizei und dem SAR-Kommando trainieren auch die Besatzungen der Bundespolizei Fliegerstaffel Fuldatal regelmäßig mit der hessischen Bergwacht. In diesem Zusammenhang war Gerd Windhausen, dem technischen Leiter der Bergwacht Hessen, ein großes Dankeschön an alle an den Übungen Beteiligten wichtig. Ebenso richtete er einen großen Dank an die Anwohner und einen Landwirt seiner Wildunger Heimat, die vier Tage lang Fluglärm mitbekamen oder im Vorfeld eine große Wiese mähten und während der Übung als Landebasis zur Verfügung stellten.
WINTERBERG. Beim routinemäßigen Windentraining des Dortmunder Intensivtransporthubschraubers „Christoph Dortmund“, den Höhenrettern der Berufsfeuerwehr Dortmund und der DRK Bergwacht Winterberg war am Samstag Bundeskanzler Friedrich Merz zu Gast und nahm an einem Übungsdurchgang teil, um sich über die Möglichkeiten der Luftrettung mit der Rettungswinde zu informieren.
Bereits in den Tagen zuvor hatten Polizei, BKA und Sicherheitsdienste den Besuch des Kanzlers vorbereitet und am Samstagmorgen nur einen kleinen Kreis auf das Gelände rund um den Bremberg gelassen, wo die Windenübung stattfand. Polizeihunde untersuchten die Ausrüstung von Rettungskräften und Fotografen, wer keine Berechtigung hatte, erhielt keinen Zutritt, das Gelände war von der Polizei und Spezialkräften abgesichert. Zusätzlich zum trainierenden Rettungshubschrauber war ein Polizeihubschrauber in der Luft, der das Gelände und die Veranstaltung überwachte. Gegen kurz vor zehn traf der Bundeskanzler mit einem Sonderfahrzeug in einer Eskorte an der Bergrettungswache ein. Dort wurde er vom Bundesarzt der Bergwacht, Professor Dr. Volker Lischke, dem Vorstand der DRF Luftrettung, Dr. Krystian Pracz und dem stellvertretenden Leiter der Feuerwehr Dortmund, Oliver Nestler, begrüßt. Von der DRF Luftrettung erhielt der Kanzler eine Pilotenjacke, die auch mit seinem Namensschild versehen worden war.
Am Hubschrauber informierte sich der Kanzler zunächst bei Pilot Markus Sandmann, Stationsleiter in Dortmund, Notfallsanitäter Patrick Postelt und weiteren Rettungskräften über die Einsatzmöglichkeiten des Hubschraubers und der Winde, bevor er im Cockpit neben Pilot Markus Sandmann Platz nahm und sich über die technischen Daten der Maschine und den Flugbetrieb informierte. Nach der Einweisung in die Maschine wurde der Kanzler zunächst zum Erkundungsflug des Geländes mitgenommen: In Form eines Zirkels hatten die Luftretter gemeinsam mit Luftrettern der Bergwacht an unterschiedlichen Positionen verschiedene Windenaufgaben zu bewältigen, die sich die Besatzungen zunächst immer einmal aus der Luft anschauen müssen. Im Anschluss landete der Hubschrauber erneut, um Personal und Material aufzunehmen und dem Bundeskanzler nun einen Sitz in der Kabine anbieten zu können, um die Übung von dort hautnah zu verfolgen.
Im Anschluss an die Übung fand ein Gespräch zwischen Friedrich Merz und Dr. Krystian Pracz, Professor Dr. Lischke, Dr. Fritz Baur, Präsident des DRK Landesverbandes Westfalen-Lippe und weiteren Vertretern von DRF Luftrettung und Deutschem Roten Kreuz, was für die Bergwacht zuständig ist, statt. In dem Gespräch ging es vor allem um die Anforderungen im Einsatz, die derzeitige Struktur der Notfallrettung, die nötige Finanzierung und vor allem auch um die Zusammenarbeit aller Organisationen im Rettungswesen. Dr. Lischke regte dabei an, auch die Helfer aller Hilfsorganisationen, auch der Bergwachten, mit den Einsatzkräften der Feuerwehren und des THW gleichzustellen. Dr. Krystian Pracz von der DRF Luftrettung unterstrich, dass man in der Lage sei, Nacht- und Instrumentenflugverfahren durchzuführen und es nun am Gesetzgeber liege, die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen.
Bundeskanzler Merz bedankte sich ausdrücklich bei allen an der Rettung beteiligten Einsatzkräften, vor allem aber den vielen Ehrenamtlichen Helfern: "Ich will mich bei denjenigen, die die Luftrettung durchführen, herzlich bedanken, aber auch bei denjenigen, die Hand in Hand mit der Luftrettung arbeiten. Das ist das Deutsche Rote Kreuz, das sind alle weiteren Hilfsorganisationen, das sind aber auch die Bundeswehr, das Land Nordrhein-Westfalen und die Polizei. Hier zeigt sich Deutschland von seiner allerbesten Seite. Wir setzen dabei Standards. Es gibt wahrscheinlich kein zweites Land auf der Welt, das dies so umfassend und tiefgreifend, das dies so gut macht wie Deutschland. Darauf können wir nicht nur ein bisschen stolz sein, sondern das will ich als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland einmal mit Dank an diejenigen zurückgeben, die diese Arbeit leisten", so Merz abschließend.