FRANKENBERG. Ein gestürzter E-Bike-Fahrer hat in der Nacht in der Otto-Stölker-Straße einen Einsatz von Rettungskräften und Polizei erforderlich gemacht. Nach ersten Erkenntnissen könnte Alkohol bei dem Sturz eine Rolle gespielt haben.
Am Samstag, 23. Mai, gegen 2.25 Uhr war der 49-jährige Mann aus Frankenberg nach dem Besuch des Pfingstmarkts aus Richtung Innenstadt kommend unterwegs. In der Otto-Stölker-Straße stürzte der E-Bike-Fahrer und zog sich dabei mehrere Verletzungen zu.
Ersthelfer kümmerten sich um den Mann und setzten über die Leitstelle den 112 Notruf ab. Zufällig bemerkte eine Streifenwagenbesatzung auf Routinefahrt den Unfall und bot sofort Hilfe an.
Schnell ergab sich für die Beamten der Verdacht, dass Alkohol ursächlich für den Sturz gewesen sein könnte. Einen Atemalkoholtest verweigerte der Verletzte, weshalb eine Blutentnahme angeordnet wurde.
Anhand des Ergebnisses wird sich entscheiden, ob der Frankenberger seinen Führerschein abgeben muss oder behalten darf.
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PADERBORN. Mit ihrem Elektromobil ist eine Seniorin am ehemaligen Landesgartenschaugelände in Schloß Neuhaus in ein Fließgewässer geraten. Einsatzkräfte brachten die Frau aus ihrer misslichen Lage zurück an Land.
Die Feuerwehr wurde am Donnerstag gegen 13 Uhr alarmiert, nachdem die ältere Dame in Höhe des Zusammenflusses von Alme und Lippe in das Gewässer geraten war. Da die genaue Örtlichkeit zunächst unklar war, suchten die Einsatzkräfte den Bereich ab, bis ein Passant sie schließlich zur betroffenen Stelle führte.
Diese befand sich auf der kleinen Halbinsel direkt am Zusammenfluss und war ausschließlich zu Fuß erreichbar. Vor Ort trafen die Einsatzkräfte die Seniorin wohlauf an. Sie stand mit ihren Unterarmstützen im Wasser und befand sich etwa 1,50 Meter von der Böschung entfernt.
Aufgrund ihrer eingeschränkten Mobilität konnte sie die Böschung nicht mehr eigenständig hinaufsteigen. Mit Unterstützung von zwei Feuerwehrmännern wurde die Dame zurück an Land gebracht.
Im Anschluss erfolgte eine Untersuchung durch den Notarzt, bei der keine Verletzungen festgestellt werden konnten. Der Mediziner diagnostizierte lediglich leichte Druckstellen am Bein. Anschließend wurde das Seniorenmobil durch die Feuerwehr aus dem Wasser geborgen. Nach Abschluss aller Maßnahmen konnte die Dame vor Ort verbleiben.
Im Einsatz waren die Feuerwehr Schloß Neuhaus, die Feuerwache Nord, die Tauchgruppe der Feuerwehr, die DLRG, der Rettungsdienst, der Einsatzführungsdienst sowie die Polizei.
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HOFGEISMAR. Beschwerden durch ausgetretene Dämpfe in einem Schulbus haben einen Polizeieinsatz und Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung nach sich gezogen. Mehrere Kinder und Jugendliche mussten anschließend in Krankenhäusern behandelt werden.
Am Donnerstag (21. Mai) wurde die Polizei gegen 11.40 Uhr darüber informiert, dass in einem Schulbus, der am frühen Morgen gegen 7 Uhr von Hofgeismar-Hümme nach Bad Karlshafen fuhr, mehrere Schüler über einen verdächtigen, unangenehmen Geruch und Unwohlsein geklagt hatten. In der Folge stiegen mehrere Kinder und Jugendliche vorzeitig aus.
Im weiteren Verlauf des Tages klagten immer mehr Schüler über Beschwerden wie Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen. Insgesamt 18 betroffene Schüler im Alter zwischen 10 und 15 Jahren wurden gemeinsam mit ihren Eltern in Krankenhäusern in Höxter und Kassel vorstellig. Ein Großteil von ihnen wurde zur Beobachtung über Nacht stationär aufgenommen, inzwischen sind jedoch alle Betroffenen wieder nach Hause entlassen worden. Nach derzeitigem Sachstand wurde kein Schüler schwerer verletzt.
Die Polizei veranlasste umgehend eine erste Überprüfung des inzwischen aus dem Verkehr gezogenen Busses durch die Kasseler Feuerwehr. Diese ergab, dass offenbar durch einen technischen Defekt unbemerkt Batteriesäure ausgetreten war, was mutmaßlich durch die Freisetzung von Dämpfen zu dem Geruch im Innenraum des Busses geführt hatte.
Zur genauen Untersuchung des Fahrzeugs wurde ein Gutachter eingeschaltet. Das endgültige Fahrzeuggutachten steht derzeit noch aus. Die Ermittlungen der Behörden dauern an.
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WALDECK. Illegal entsorgte Solarmodule im Uferbereich des Edersees beschäftigen derzeit die Wasserschutzpolizei. Unbekannte haben im Bereich der Nieder-Werber Bucht eine größere Menge beschädigter Module weggeworfen.
Gegenüber des Sachsenhäuser Badestrandes wurden mindestens zwölf defekte, flexible Solarplatten aufgefunden. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler transportierten die Täter den Unrat zunächst zu einem Parkplatz an der Ederseerandstraße.
Von dort aus kippten sie die Module über ein Holzgeländer einen Abhang hinunter in den Uferbereich des Sees. Der genaue Tatzeitraum lässt sich bislang nicht näher eingrenzen.
Die Beamten ermitteln nun wegen des Verdachts einer unerlaubten Abfallentsorgung. Hinweise auf die Verursacher oder verdächtige Fahrzeuge im Bereich des Parkplatzes nimmt der Wasserschutzpolizeiposten Waldeck unter der Telefonnummer 05623/5437 entgegen.
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KASSEL. Zahlreiche Beanstandungen und mehrere Strafverfahren sind das Ergebnis einer groß angelegten Verkehrskontrolle an der Wolfhager Straße. Das Hauptaugenmerk der Beamten lag dabei auf der Bekämpfung von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr.
Zwischen 19 Uhr und Mitternacht hielten Polizisten des Reviers Nord, unterstützt von Kollegen aus ganz Nordhessen, in Höhe der Lewinskistraße insgesamt 136 Fahrzeuge an und überprüften 171 Personen. Die Bilanz der Aktion umfasst 19 allgemeine Verkehrsverstöße, darunter Handynutzung am Steuer oder die Missachtung der Gurtpflicht.
Fünf mutmaßlich fahruntüchtige Autofahrer zogen die Beamten zudem aus dem Verkehr. Bei vier Fahrern schlugen die Drogentests positiv auf Kokain oder THC an, während ein weiterer Fahrer unter Alkoholeinfluss stand. Allen fünf Personen wurde von einem Arzt eine Blutprobe entnommen.
Auch ein anderer kontrollierter Pkw fiel auf: Dessen Reifen waren so stark abgefahren, dass die Weiterfahrt an Ort und Stelle untersagt wurde. Rund eine Stunde später kehrten die Insassen mit einem neuen Satz Reifen sowie einem Wagenheber zurück, wechselten die Räder direkt vor den Augen der Polizisten und durften ihre Fahrt anschließend fortsetzen.
Zu guter Letzt stoppten die Einsatzkräfte einen Motorroller. Der Fahrer gab an, irrtümlich davon ausgegangen zu sein, für das Zweirad keine Fahrerlaubnis zu benötigen, weshalb er bereits seit 20 Jahren ohne Führerschein unterwegs war. Auch ihm wurde die Weiterfahrt untersagt. Nun muss er sich wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verantworten.
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FRANKENBERG. Nach dem Fund eines herrenlosen Fahrrades sucht die Polizeistation Frankenberg nach dem rechtmäßigen Eigentümer. Die Ermittler gehen davon aus, dass das gelbe Zweirad im Vorfeld gestohlen und anschließend im Gebüsch entsorgt wurde.
Ein aufmerksamer Bürger meldete den Beamten am Donnerstag, 21. Mai, den Fund in der Siegener Straße auf Höhe der Hausnummer 73. Nach Angaben des Mitteilers lag das Fahrzeug zu diesem Zeitpunkt bereits seit etwa zwei bis drei Tagen dort, zuvor war es an der Stelle nicht aufgefallen.
Trotz eines enormen Verschleißes und des sehr gebrauchten Zustands ist das Rad weiterhin voll funktionsfähig.
Bei dem Fundstück handelt es sich um ein Mountainbike der Marke Giant in den Farben Gelb und Blau. Auf dem Fahrzeugrahmen befindet sich die auffällige Aufschrift „Team World Cup“. Zudem wurde nachträglich ein grüner Korb auf dem Gepäckträger montiert.
Hinweise zur Herkunft des Rades oder zum Eigentümer nimmt die Polizei in Frankenberg unter der Telefonnummer 06451/72030 entgegen.
TWISTETAL. Nach einer gefährlichen Verkehrssituation auf der B 252 sucht die Polizeistation Bad Arolsen dringend nach Zeugen und Beteiligten des Vorfalls. Ein rücksichtsloser Autofahrer brachte durch waghalsige Überholmanöver mehrere Verkehrsteilnehmer in Gefahr.
Gegen 7.45 Uhr am Mittwoch, 15. April, befuhr ein älterer Mann in einem silberfarbenen Mercedes die B 252 aus Richtung Twiste in Fahrtrichtung Bad Arolsen. Vor dem Abzweig der L 3118 nach Elleringhausen setzte der Fahrer in einer Geschwindigkeitszone von 80 km/h dazu an, eine hinter einem Lastwagen fahrende Fahrzeugkolonne zu überholen. Aufgrund des Gegenverkehrs gab es für den Mercedes jedoch keine Möglichkeit, das Manöver sicher zu beenden.
Der Wagen musste daraufhin fast bis zum Stillstand abbremsen und stand plötzlich einem Linksabbieger direkt gegenüber, der aus Richtung Bad Arolsen kommend nach Elleringhausen abbiegen wollte. Eine in der Kolonne fahrende Frau reagierte geistesgegenwärtig, bremste ihren Kleinwagen stark ab und ermöglichte dem Mercedes-Fahrer so das Einscheren, wodurch die Blockade aufgelöst wurde.
Unmittelbar nach dem Wiedereinscheren setzte der Mercedes seine gefährliche Fahrt fort und überholte sofort erneut auf waghalsige Weise.
Die Polizei sucht nun Zeugen, die Angaben zu dem silberfarbenen Mercedes oder dessen Fahrer machen können. Insbesondere die Fahrerin des Kleinwagens, die den Mann einscheren ließ, sowie die Person am Steuer des Linksabbiegers werden gebeten, sich bei den Ermittlern zu melden. Hinweise nimmt die Polizei in Bad Arolsen unter der Telefonnummer 05691/97990 entgegen.
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DIEMELSEE. Schwere Verletzungen hat ein Motorradunfall am Donnerstagabend auf der Kreisstraße zwischen Heringhausen und Giebringhausen gefordert. Gegen 21.30 Uhr verlor ein 28 Jahre alter Mann aus Marsberg mit seiner Yamaha MT 09 in einer Kurve die Kontrolle über sein Motorrad und stürzte.
Vermutlich führte nicht angepasste Geschwindigkeit dazu, dass der Fahrer auf der Strecke von Heringhausen in Richtung Giebringhausen verunglückte. Motorrad und Fahrer rutschten über den Asphalt, wurden an einer hohen Bordsteinkante nach oben katapultiert und stießen schließlich gegen ein Brückengeländer.
Mehrere Rettungswagen und ein Notarzt übernahmen die Erstversorgung an der Unfallstelle, bevor ein angeforderter Rettungshubschrauber den Schwerverletzten zur weiteren Behandlung nach Marburg flog.
Zur Absicherung der Unfallstelle und zur Ausleuchtung des Hubschrauberlandeplatzes rückten die Feuerwehren aus Adorf, Heringhausen und Giebringhausen aus. Das zerstörte Motorrad musste durch einen Abschleppdienst geborgen werden. Neben den Feuerwehren und der Polizei aus Bad Arolsen waren auch die medizinischen Besatzungen im Einsatz.
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WALDECK-FRANKENBERG. Als Zeichen des Dankes für die Leistungen von Veteraninnen und Veteranen veranstaltet der Landkreis Waldeck-Frankenberg in diesem Jahr zum ersten Mal eine zentrale Veranstaltung. Gemeinsam mit der Edersee-Touristik zeigt er eine virtuelle Fotoausstellung der Fotografin Daniela Skrzypczak.
Die Ausstellung startet am 21. Juni um 14 Uhr mit einer Vernissage im Besucherzentrum an der Edersee-Sperrmauer in Hemfurth, wo sie bis zum 4. Juli kostenfrei für alle Interessierten gezeigt wird.
Gesichter des Lebens sichtbar machen
Das Fotoprojekt, das bereits in verschiedenen Ausstellungen – unter anderem beim bundesweiten Veteranentag im vergangenen Jahr in Berlin und im Landtag von Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf – gezeigt wurde, würdigt Veteraninnen und Veteranen in eindringlichen Porträts und dokumentiert emotionale Momente ihres Lebens. Ziel ist es, dadurch die Menschen selbst sichtbar zu machen.
„Mit der virtuellen Fotoausstellung wollen wir die Geschichten der Veteraninnen und Veteranen in den Mittelpunkt rücken“, sagt Landrat Jürgen van der Horst anlässlich des ersten Veteranentages des Landkreises. „Die Porträts zeigen eindrücklich, welche Lebensgeschichten, Verletzungen und Hoffnungen die Menschen mitbringen. Als Landkreis ist es uns ein Anliegen, diesen Einsatz für Freiheit, Demokratie und Zusammenhalt sichtbar zu machen, Verständnis zu fördern und das Gespräch in unserer vielfältigen Gesellschaft zu stärken.“
Der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese betont weiter: „Um dieses Engagement auf Kreisebene deutlich zu machen, veranstalten wir in diesem Jahr zum ersten Mal eine zentrale Veranstaltung zum Veteranentag. Als Tag des Respekts, der Anerkennung und der Begegnung stellt er ein Zeichen der Wertschätzung für die Menschen dar, die sich unter hohem persönlichem Einsatz für Sicherheit und Frieden eingesetzt haben.“
Fotografie schafft Begegnung
Auf die Frage, wie ihr Fotoprojekt „Gesichter des Lebens“ entstanden ist, beschreibt die Fotografin Daniela Skrzypczak ihren Weg: Ein Impuls kam von ihrem Sohn, der selbst 13 Jahre Soldat bei der Bundeswehr war. Er regte sie an, Kameradinnen und Kameraden fotografisch zu porträtieren. Die Auseinandersetzung mit den Folgen von Einsätzen – seelische und körperliche Verwundungen, die Unfähigkeit, den bisherigen Beruf auszuüben, und die Herausforderungen im Alltag – bewegte die Fotografin dann dazu, den Menschen der Bundeswehr mit ihrer Fotografie Sichtbarkeit und Wertschätzung zu geben.
„Die unterschiedlichen Fotoausstellungen sollen Gespräche und Verständnis fördern“, sagt Daniela Skrzypczak. „Fotografie schafft Begegnung. Begegnung schafft Gespräch. Gespräch schafft Verständnis. Verständnis schafft das WIR.“
Begleitung der deutschen Mannschaft bei den Invictus Games 2023
Fotografie kann Veteraninnen und Veteranen dabei unterstützen, traumatische Erlebnisse besser zu verarbeiten. Daniela Skrzypczak berichtet, dass nach einem Shooting ein Teilnehmer zu ihr sagte: „Dani, durch deine Fotografie habe ich jetzt die Möglichkeit zu sehen, dass ich doch noch fühle. Das beschreibt es sehr gut. Ich halte Momente eines Lebensabschnitts fest.“
Ein großer Meilenstein für Daniela Skrzypczak war die fotografische Begleitung der deutschen Mannschaften bei den Invictus Games 2022 und 2023, dem weltweit größten Sportevent für Einsatzgeschädigte. „Diese Momente sind einmalig und bleiben durch die Fotografie und die entstehenden Bildbände als einmalige Erinnerungen bestehen.“
Vernissage, Ausstellung, Veteranen-Wanderung & Krad-Tour
Sichtbar werden diese in der Fotoausstellung „Gesichter des Lebens“, die am 21. Juni um 14 Uhr im Besucherzentrum an der Edersee-Sperrmauer in Hemfurth offiziell eröffnet wird. Interessierte sind hierzu herzlich eingeladen.
Vom 21. Juni an wird die Ausstellung dann für zwei Wochen bis zum 4. Juli im Besucherzentrum zu sehen sein. Alle Gäste sind herzlich willkommen und können sie kostenfrei besuchen – und zwar täglich während der Öffnungszeiten des Besucherzentrums von 11 bis 18 Uhr. Der letzte Einlass in die Ausstellung ist täglich um 17.30 Uhr.
Am 21. Juni werden zudem die Waldecker Veteranen e.V. einige Aktionen zum Veteranentag veranstalten – und zwar eine Veteranen-Wanderung und eine Krad-Tour. Beides startet um 11 Uhr am Bikertreff „Zündstoff“ in Hemfurth. Auch hier sind alle Interessierten sehr herzlich eingeladen.
Weitere Informationen zu den Aktionen zum Veteranentag 2026 gibt es auch online unter www.landkreis-waldeck-frankenberg.de/veteranentag.
Hintergrund
Als Zeichen des Dankes für die Leistungen der Veteraninnen und Veteranen in Deutschland hat der Deutsche Bundestag 2024 die Einführung eines nationalen Veteranentages am 15. Juni beschlossen. Er würdigt den Einsatz für Frieden, Freiheit, Demokratie und eine starke Gesellschaft.
Um dieses Engagement auch auf Kreisebene sichtbar zu machen, hat sich der Kreistag des Landkreises Waldeck-Frankenberg dafür ausgesprochen, jährlich eine zentrale Veranstaltung zum Veteranentag in Waldeck-Frankenberg auszurichten. Diese findet – wie die bundesweite Veranstaltung auch – jährlich an einem Sonntag vor oder nach dem 15. Juni statt. In diesem Jahr ist er bundesweit und auch in Waldeck-Frankenberg auf den 21. Juni terminiert.
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FRANKENBERG, HAINA. Die Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Haina und das Klinikum Waldeck-Frankenberg (KWF), Standort Frankenberg, behandeln erstmals an Alzheimer-Demenz erkrankte Patienten mit einem modernen Anti-Amyloid-Medikament. Es verspricht, das Fortschreiten der Erkrankung merklich hinauszuzögern.
Antikörper-Therapie bei Alzheimer – ein neuer Ansatz
Die bisher bei Alzheimer-Patienten eingesetzten Medikamente wirken, indem sie die Signalübertragung der Nervenzellen verbessern. Sie verlangsamen damit den geistigen Abbau und erhalten die Selbstständigkeit länger, richten sich aber nicht gegen die Ursache der Nervenschädigungen. Die neu entwickelte Antikörper-Therapie hingegen packt das Problem an der Wurzel: den schädlichen Amyloid-Plaques.
Auf dem Markt ist Lecanemab bereits seit dem 1. September 2025 als erstes Antikörper-Medikament verfügbar. „Es sind allerdings einige Voruntersuchungen nötig, denn das Medikament ist nur für einen Teil der Patientinnen und Patienten geeignet“, sagt Prof. Florian Metzger, Ärztlicher Direktor der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Haina. Ausgeschlossen sind zum Beispiel Alzheimer-Erkrankte, die Blutverdünner nehmen, oder solche, bei denen die Erkrankung schon weiter fortgeschritten ist. Lecanemab bindet im Gehirn direkt an die schädlichen Eiweiße, die sich als Plaques an den Nervenzellen ablagern. Es markiert diese Proteine, die so von den körpereigenen, spezialisierten Fresszellen, den Phagozyten, erkannt und entfernt werden können. In medizinischen Studien wurde bewiesen, dass die Belastung des Gehirns mit den unerwünschten Amyloid-Plaques tatsächlich abnimmt.
„Es ist kein Wundermittel, aber es kann den Fortschritt der Erkrankung verlangsamen“, erklärt Florian Metzger. Zwar könne Lecanemab bereits abgestorbene Nervenzellen nicht wieder lebendig machen. Ein Durchbruch sei es dennoch, weil erstmals Medikamente die Ursache der Alzheimer-Erkrankung ins Visier nehmen. Die Therapie ist langfristig angelegt und es sind regelmäßige Infusionen notwendig. Dass Lecanemab im ländlichen Waldeck-Frankenberg bereits kurz nach der Zulassung im Einsatz ist, hängt vor allem mit der intensiven Kooperation zwischen Vitos Haina und der Neurologie am Klinikum Waldeck-Frankenberg am Standort Frankenberg zusammen. „Jeder bringt seinen eigenen Anteil ein“, sagt Prof. Florian Metzger. Beide Kliniken arbeiten Hand in Hand zusammen. „So schaffen wir es gemeinsam, Menschen in der schweren Krankheit zu begleiten und die Symptome zu lindern.“
Kooperation zum Nutzen der Patienten
Dr. med. Wael Marouf, Sektionsleiter der Neurologie im Frankenberger Krankenhaus, schildert das Vorgehen: „Wir sind sehr froh, dass wir unsere Expertise mit den Kollegen von Vitos bündeln und damit die beste Versorgung der Alzheimer-Patienten in unserem Einzugsbereich sicherstellen. Zunächst gilt es, die geeigneten Patienten für die Antikörper-Therapie zu selektieren. Erst wenn beide Seiten zu der Ansicht gelangen, dass die Patientin oder der Patient alle Voraussetzungen für den Einsatz des Antikörpers erfüllt, wird der Therapieplan erstellt. Zu den regelmäßigen Infusionen kommen die Patienten ambulant zu uns ins MVZ. Wir haben ein separates Infusionszimmer eingerichtet. Bei uns finden auch die engmaschigen Kontrollen statt. Die nach einem festen Schema vorgesehenen MRT-Kontrolluntersuchungen werden durch uns organisiert. Die psychiatrische Begleitung bleibt weiterhin in den Händen der Experten bei Vitos. Die Therapie wird bereits bei mehreren Patienten durchgeführt. Da auch wir hier Neuland in der Alzheimer-Therapie betreten, fiebern wir mit, dass die Anti-Amyloid-Therapie die Hoffnungen erfüllt, die sie bei Patienten, ihren Angehörigen und auch uns Ärzten weckt.“
Gesundheitspolitiker diskutieren schon länger, ob die Antikörper-Therapie bei einer Alzheimer-Erkrankung überhaupt wirtschaftlich leistbar ist. Der Einsatz der bislang zugelassenen Medikamente sei aber nicht gefährdet, sagt Prof. Florian Metzger. „Beide Hersteller haben zugesagt, die Medikamente auf dem Markt zu belassen.“
Informationen zu Lecanemab
Es handelt sich um einen Antikörper gegen Vorstufen des Beta-Amyloids. Das Beta-Amyloid ist ein körpereigener Abfallstoff, der – wenn eine Alzheimer-Erkrankung vorliegt – nicht mehr aus dem Gehirn abtransportiert werden kann und sich als Plaques ablagert. Diese Plaques führen zu Entzündungen, stören die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen und führen letztlich zu deren Absterben. Seit einigen Jahren versucht man, geeignete Medikamente gegen diese Beta-Amyloid-Plaques zu entwickeln. Ein Antikörper ist ein Eiweißstoff, der ganz spezifisch, wie ein Schlüssel in ein Schloss, auf die Zielsubstanz passt. Diese Verbindung wird dann vom körpereigenen Immunsystem erkannt, unschädlich gemacht und über das Blut abtransportiert. Ein weiteres, ähnlich wirkendes Medikament ist Donanemab. Es wurde ebenfalls im Herbst vergangenen Jahres zugelassen.
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