BAD WILDUNGEN / SCHWALMSTADT. Der Bedarf an qualifizierten Pflegefachkräften ist hoch – gleichzeitig stellen familiäre Verpflichtungen für viele Interessierte eine Hürde auf dem Weg in den Beruf dar. Um neue Zielgruppen für die Pflege zu gewinnen, hat das Asklepios Bildungszentrum für Gesundheitsfachberufe Nordhessen erstmals einen Ausbildungskurs in Teilzeit angeboten. Zehn Absolventinnen erhielten nun ihre Abschlusszeugnisse in Bad Wildungen.
Das Angebot richtet sich insbesondere an Menschen, die neben einer Ausbildung familiäre Verpflichtungen wie Kinderbetreuung oder die Pflege von Angehörigen bewältigen müssen. Mit dem Teilzeitmodell hat das Asklepios Bildungszentrum einen neuen Weg eingeschlagen, um diesen Personengruppen den Zugang zum Pflegeberuf zu erleichtern. Während die reguläre Ausbildung drei Jahre dauert, wurde sie im Teilzeitformat bei identischen Inhalten auf vier Jahre gestreckt. Dadurch konnte die wöchentliche Ausbildungszeit auf 30 Stunden reduziert werden.
Der Unterricht und die Praxiseinsätze fanden in einem festen Zeitfenster zwischen 8 und 14 Uhr statt, die Wochenenden blieben grundsätzlich frei, und die Urlaubszeiten orientierten sich an den Schulferien. Der erste Kurs setzte sich ausschließlich aus Müttern im Alter zwischen 27 und 48 Jahren zusammen.
„Wir haben hier mit einer sehr zielorientierten und reflektierten Gruppe gearbeitet“, resümiert Mirna Schötteldreier, stellvertretende Bereichsleitung Pflegeausbildung, die den Kurs in der zweiten Hälfte von Ingrid Ast-Eubel übernommen hatte.
Die praktische Ausbildung absolvierten einige Teilnehmerinnen an den Asklepios Kliniken Bad Wildungen und andere am Asklepios Klinikum Schwalmstadt. Dabei gab es besondere organisatorische Anforderungen, etwa bei der Integration in die bestehenden Stationsabläufe. Dennoch gelang es den Teilnehmerinnen schnell, sich in die Teams zu integrieren.
„Sie wurden auf den Stationen sehr geschätzt, insbesondere aufgrund ihrer Lebenserfahrung, ihrer Reife und ihres ganzheitlichen Blicks“, beschreibt Ast-Eubel den Unterschied zu den für gewöhnlich jüngeren Auszubildenden.
Im Rahmen gemeinsamer Seminarformate entwickelte sich eine gefestigte Lerngemeinschaft. Zudem zeichnete sich der Kurs durch eine hohe Diskussionsbereitschaft und einen intensiven fachlichen Austausch aus. Ergänzt wurde die Ausbildung durch verschiedene Exkursionen und praxisnahe Lernformate, darunter eine Klassenfahrt nach Marburg sowie Besuche von Fachinstitutionen und außerschulischen Lernorten. Ein weiterer zentraler Bestandteil war das Projekt „Auszubildende leiten eine Station“, das gemeinsam mit Teilnehmenden der Vollzeitausbildung durchgeführt wurde.
Bei der Zeugnisübergabe zeigten sich die Absolventinnen stolz und erleichtert über den erfolgreichen Abschluss. Auch Lehrkräfte und Praxisanleitende ziehen eine positive Bilanz des erstmalig durchgeführten Teilzeitkurses. Einigkeit besteht darin, dass dieses Ausbildungsmodell neue Zielgruppen für den Pflegeberuf erschließt.
„Nur so erreichen wir Menschen, die aufgrund familiärer Verpflichtungen sonst keine Möglichkeit hätten, eine Ausbildung zu absolvieren“, lautet das Fazit aller Beteiligten. So sieht es auch Ulrich Barckhausen, der abschließend betont: „Wir freuen uns sehr, dass rund zwei Drittel der Absolventinnen in unseren nordhessischen Kliniken bleiben. Ohne die Entscheidung für eine Teilzeitausbildung hätten wir diese qualifizierten Fachkräfte nicht gewinnen können.“
Erfolgreich die Ausbildung zur Pflegefachfrau absolvierten Asiyeh Alizadehafifi, Alaa Aljazzar, Bayan Almouazin, Tereza Babayan, Katharina Becker, Lydia Binjos, Angele-Saskia Kuhlewey, Bianca Mombrei, Mandy Pötter und Adrienne Yurt.
BAD AROLSEN. Mit Cornelia Klute-Pfitzner und Dr. Peter Dravoj verabschiedet das Krankenhaus Bad Arolsen in diesem Jahr zwei prägende ärztliche Persönlichkeiten in den Ruhestand. Während die Chirurgin nach 23 Jahren am Haus aufhört, blickt der Oberarzt der Inneren Medizin auf 35 Jahre Tätigkeit in Bad Arolsen zurück.
„Die Chirurgie ist mein Handwerk“
Einen einfachen Weg hat Cornelia Klute-Pfitzner nie gesucht. Die 67-jährige Chirurgin, die in diesem Jahr nach 23 Jahren am Krankenhaus Bad Arolsen in den Ruhestand geht, hat ihren Weg stets selbst gestaltet: als Mutter, als Frau in einem männerdominierten Fach und als Ärztin mit einem ungewöhnlich breiten Spektrum.
Aufgewachsen in Lütersheim bei Volkmarsen, legte die Familie früh den Grundstein für Cornelia Klute-Pfitzners Eigenständigkeit. Auf Wunsch der Eltern absolvierten sie, ihre zwei Schwestern und ihr Bruder zunächst eine Berufsausbildung, bevor sie studieren durften. Sie erlernte in Köln den Beruf der Medizinisch-Technischen Radiologieassistentin, bevor sie das Medizinstudium in Köln und Bonn aufnahm und später nach Marburg wechselte. Mitten ins Studium fiel die Geburt ihres Sohnes – von da an war die angehende Ärztin studierende und später berufstätige Mutter, nahezu durchgängig in Vollzeit. Ihre eigene Mutter stand ihr dabei verlässlich zur Seite und übernahm, wenn nötig, die Betreuung des Enkels.
Als Frau in die Chirurgie
1988 schloss Cornelia Klute-Pfitzner ihr Studium ab, 1989 absolvierte sie ihr Praktisches Jahr an den Städtischen Kliniken Kassel, dem heutigen Klinikum Kassel. Ursprünglich hatte sie die Gynäkologie im Blick – doch eine freie Stelle ließ auf sich warten. Die junge Medizinerin entschied sich anders: für die Chirurgie. Die Chirurgie sei ihr Handwerk gewesen und habe ihr von Beginn an am meisten Spaß gemacht. Eine Entscheidung, die sie nie bereut hat.
In einem Fach, das lange von Männern dominiert wurde, behauptete sie sich durch Kompetenz, freundliche Durchsetzungsfähigkeit und eine breite operative Ausbildung. Ihr Berufsweg führte sie durch verschiedene Kliniken in Hessen und Nordrhein-Westfalen, bevor sie 2003 an das Krankenhaus Bad Arolsen kam.
Vielseitigkeit als Stärke
Ihre chirurgische Ausbildung reichte von der Unfall- und orthopädischen Chirurgie bis hin zu viszeralchirurgischen Eingriffen. Am Krankenhaus Bad Arolsen entwickelten sich in enger Abstimmung mit dem Team die Unfallchirurgie sowie die Hand- und Fußchirurgie zu ihren Schwerpunkten – ergänzt durch Zusatzqualifikationen in Sportmedizin und Reisemedizin. Geschäftsführer Nikolai Dippel betonte, Cornelia Klute-Pfitzner habe stets höchste Professionalität mit echtem Interesse an neuen Methoden verbunden. Für Patientinnen, Patienten und das Team sei sie gleichermaßen eine nahbare und sehr gefragte Ansprechpartnerin gewesen. Für 23 Jahre am Krankenhaus gelte ihr großer Dank.
Ein Team, das trägt
Besonders am Herzen lag der Chirurgin die Gemeinschaft im Krankenhaus. Die gemeinsamen Jahre, der kollegiale Austausch und das gegenseitige Vertrauen haben ihre Zeit in Bad Arolsen geprägt. Teamarbeit verstand die Oberärztin nicht als Pflicht, sondern als Grundlage guter Medizin – und als das, was einen langen Berufsweg erst wirklich trägt.
Neue Wege im Ruhestand
Mit ihrem Mann möchte Cornelia Klute-Pfitzner das Reisen per Wohnmobil ausprobieren und die Welt auf eigene Faust erkunden. Als dreifache Oma plant sie, sich ehrenamtlich in der Kita ihrer Enkelkinder zu engagieren. Und auch das Seniorenheim, in dem ihre inzwischen verstorbene, zuvor an Demenz erkrankte Mutter gelebt hat, möchte sie künftig unterstützen.
Nach Jahrzehnten in einem Beruf, der viel fordert, blickt die Ärztin zurück und gleichzeitig nach vorn. Die Welt habe sich in den letzten Jahren sehr verändert. Technik könne ein wichtiges Hilfsmittel sein, aber menschliche Kontakte nicht ersetzen. Wenn man Technik richtig einsetze, könnten kleine Dinge zu großen Erfolgen ausgebaut werden.
Auch Dr. Peter Dravoj geht nach 35 Jahren als Oberarzt am Krankenhaus Bad Arolsen in den Ruhestand
„Tiefe Dankbarkeit – für den ehrenvollsten aller Berufe“
Eigentlich wollte Dr. Peter Dravoj Dermatologe werden. Dass er nun auf 35 Jahre als Internist und seit 20 Jahren als Gastroenterologe am Krankenhaus Bad Arolsen zurückblickt, verdankt sich einer Verkettung glücklicher Umstände. Am Ende dieses Monats geht der bekannte Oberarzt in den Ruhestand.
Geboren 1958 im fränkischen Fürth und aufgewachsen ab 1964 in Offenbach, legte Peter Dravoj 1976 sein Abitur mit der Note 1,0 ab und begann noch im selben Herbst das Medizinstudium. Es war die Erfüllung eines lang gehegten Berufstraums. Nach dem Staatsexamen 1982, der Promotion im April 1983 sowie 15 Monaten als wehrpflichtiger Truppenarzt startete er seine internistische Facharztausbildung im Evangelischen Krankenhaus Gießen, wo er sich rasch in Endoskopie und Intensivmedizin einarbeitete. 1987 führte ihn die berufliche Stelle seiner späteren Ehefrau nach Nordhessen. Am Marienkrankenhaus Kassel schloss er 1991 die Facharztausbildung für Innere Medizin ab. Noch im selben Jahr folgte er dem Ruf nach Bad Arolsen, wo ihn die Stadt und das Krankenhaus vom ersten Moment an überzeugten.
Ein Arzt für die ganze Breite der Medizin
Was Dr. Peter Dravojs berufliche Tätigkeit in Bad Arolsen geprägt hat, war die Vielfalt. Sonografie und Endoskopie bildeten seinen fachlichen Schwerpunkt, doch auch Intensivmedizin, Kardiologie und Röntgendiagnostik waren ihm nicht fremd. Um seine Kenntnisse auszubauen, erwarb er von 2003 bis 2005 die Facharztanerkennung für Gastroenterologie am Klinikum Kassel und schloss vor zehn Jahren eine Weiterbildung in Hepatologie ab.
Im Umgang mit seinen Patientinnen und Patienten war ihm stets die Verbindung aus theoretischem Wissen, praktischen Fertigkeiten und empathischer Führung wichtig. Geschäftsführer Nikolai Dippel erklärte, Dr. Peter Dravoj verkörpere genau das, was einen Arzt ausmache: medizinische Kompetenz über die gesamte Breite der Inneren Medizin, eine außerordentliche Verlässlichkeit und eine menschliche Zugewandtheit. Für seinen jahrzehntelangen Einsatz für das Krankenhaus Bad Arolsen und die Menschen in der Region sei man ihm zu großem Dank verpflichtet.
Ein Team wie eine zweite Familie
Besonders am Herzen lag Dr. Peter Dravoj das Team. Das Endoteam sei ihm wie eine zweite Familie gewesen. Kinder im ähnlichen Alter, gemeinsame Jahre und ein vertrauensvoller Austausch weit über das Berufliche hinaus prägten diese Zeit.
Seinen Aufgabenbereich – schwerpunktmäßig Endoskopie und gastroenterologische Ambulanz – gibt er in die Hände von Hussein Aljouk, den er drei Monate lang begleitet hat und als ruhigen, freundlichen und kompetenten Kollegen schätzt.
Nach 35 Jahren bedauert Dr. Peter Dravoj, dass das Krankenhaus Bad Arolsen nicht mehr alle Leistungen anbieten kann. Gleichzeitig hat er einen klaren Wunsch für die Zukunft: Die Geriatrie, die jetzt der Schwerpunkt ist, solle weiter ausgebaut werden, damit rehabilitationsfähigen alten Menschen die Chance gegeben werden könne, wieder selbstständig leben zu können. Daneben freue er sich, dass die ambulante fachärztliche Versorgung der hier lebenden Menschen auf dem kardiologischen Sektor durch Dr. Bertolt Linder und auf dem gastroenterologischen Sektor durch Hussein Aljouk aufrechterhalten werden konnte. Zugleich hoffe er sehr, dass auch diese beiden ambulanten Bereiche personell und materiell weiterentwickelt werden können.
Dankbarkeit als Leitmotiv
Im Ruhestand zieht es Dr. Peter Dravoj in die Berge – Wanderungen in der Bergwelt, häufigere Besuche bei seinem Sohn in Innsbruck und mehr Zeit für die Familie stehen an. Leichtathletik, Wasserski und ausgedehnte Fahrradtouren sollen ebenso mehr Raum bekommen wie die Intensivierung lang vernachlässigter Freundschaften. Ob er der Medizin ganz den Rücken kehrt, lässt er bewusst offen.
Was nach 44 Jahren in einem Beruf bleibt, den Dr. Peter Dravoj selbst als den ehrenvollsten aller bezeichnet, ist tiefe Dankbarkeit – für seine Familie, für seine Frau und die beiden Kinder, für Patientinnen und Patienten und natürlich für die Kolleginnen und Kollegen, die ihn akzeptierten und ihn über all die Jahre fachlich und menschlich begleiteten. Nach eigenem Empfinden habe ihm das Leben außerordentlich viel geschenkt.
PADERBORN. Wegen eines verirrten Schwans im Gleisbereich ist die Feuerwehr alarmiert worden. Das Tier befand sich zwischen Einzäunungen und konnte den Bereich nicht mehr eigenständig verlassen.
Gegen 14.30 Uhr erfolgte am Donnerstag (2. April) die Alarmierung in den Bereich der Fischteiche zu einer ungewöhnlichen Tierrettung. Beim Eintreffen der Feuerwehr befand sich der Schwan weiterhin zwischen den Schienen.
Ein engagierter Passant hatte bereits versucht, das Tier aus seiner misslichen Lage zu befreien, jedoch ohne Erfolg. In diesem Zusammenhang weist die Feuerwehr ausdrücklich darauf hin, dass das Betreten von Gleisanlagen lebensgefährlich und streng verboten ist.
Kurz darauf näherte sich ein Zug, sodass die Situation zusätzlich an Brisanz gewann. Auch die Feuerwehr konnte erst nach einer offiziellen Streckensperrung und Freigabe durch die Bundespolizei tätig werden.
Nach Sicherung der Einsatzstelle gelang es den Kräften schließlich, den Schwan mithilfe eines Keschers schonend einzufangen. Anschließend wurde das Tier außerhalb des eingezäunten Bereichs wieder in die Freiheit entlassen. Weder der Schwan noch der Passant wurden bei dem Einsatz verletzt.
Bereits mehrfach wurden in diesem Streckenabschnitt Schwäne gesichtet. Ursache ist vermutlich ein Abschnitt ohne Zaun, der den Zugang zum Gleisbereich ermöglicht.
Appell an die Bevölkerung
Betreten Sie niemals Gleisanlagen, auch nicht zur Tierrettung. Bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr.
BAD AROLSEN. Zu einem Gebäudebrand Am Tannenkopf ist es am Donnerstagnachmittag gekommen. Mehrere Feuerwehren wurden alarmiert, um die Flammen zu bekämpfen und die Einsatzstelle abzusichern.
Die Alarmierung erfolgte gegen 16.15 Uhr. Im Einsatz waren die Feuerwehren aus der Arolser Kernstadt, aus Mengeringhausen und Helsen sowie die Drohnen-Gruppe. Insgesamt standen 55 Einsatzkräfte unter der Leitung des stellvertretenden Stadtbrandinspektors Sven Ammenhäuser an der Brandstelle im Einsatz.
Die Brandbekämpfung erfolgte unter Atemschutz und mit Hilfe der Drehleiter. Im Anschluss wurde die Einsatzstelle abgesichert.
Auch das DRK und die Polizei befanden sich vor Ort. Bürgermeister Marko Lambion, Erster Stadtrat Marc van Biene und Kreisbrandmeister Steffen Bricher machten sich ein Bild von der Lage. Gegen 20 Uhr konnten die Maßnahmen beendet werden. Zur Brandursache konnten von der Polizei bislang keine Angaben gemacht werden.
BAD WILDUNGEN. In der Nacht von Mittwoch, 1. April, auf Donnerstag haben bisher unbekannte Täter mehrere Feuerlöscher in einem Parkhaus in Bad Wildungen entleert. Die Polizei bittet um Hinweise.
Unbekannte entnahmen insgesamt vier Feuerlöscher aus den verplombten Stahlkästen und versprühten den Inhalt größtenteils im Parkhaus in der Laustraße. Auf 400 Euro wird der Gesamtsachschaden geschätzt.
Die Polizei in Bad Wildungen hat die Ermittlungen wegen des Verdachts der Sachbeschädigung und Beeinträchtigung von Nothilfemitteln aufgenommen. Hinweise nimmt die Polizei in Bad Wildungen unter der Telefonnummer 05621 70900 entgegen.
Die Polizei weist darauf hin, dass das Entleeren von Feuerlöschern kein Spaß ist. Es wird auch der Tatbestand des § 145 StGB - Missbrauch von Notrufen und Beeinträchtigung von Unfallverhütungs- und Nothilfemitteln - erfüllt, der mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft werden kann.
Da Feuerlöscher zur Bekämpfung von entstehenden Bränden dienen und jederzeit funktionsfähig sein müssen, kann das missbräuchliche Entleeren in einem Notfall schwerwiegende Folgen für diejenigen haben, die den Feuerlöscher dringend benötigen. (ots/r)
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FRANKFURT AM MAIN. Ermittlerinnen und Ermittler des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main durchsuchten am vergangenen Freitag, 27. März 2026, insgesamt 14 Wohn- und Geschäftsräume im Rhein-Main-Gebiet. Im Zuge der Einsatzmaßnahmen stellten die Zollfahnderinnen und Zollfahnder umfangreiche Geschäftsunterlagen sowie elektronische Speichermedien sicher und vollstreckten zwei Vermögensarreste in Höhe von rund 987.000 Euro und rund 148.000 Euro gegen zwei Firmen.
Die unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main geführten Ermittlungen richten sich gegen die verantwortlich Handelnden dreier Firmen. Nach bisherigem Stand der Ermittlungen besteht der Verdacht, dass zwei der Firmen diverse Maschinenteile und chemische Stoffe gewerbsmäßig entgegen eines bestehenden Verbots nach Russland ausgeführt haben. Hierzu nutzten sie mutmaßlich ein Transportunternehmen sowie weitere ausländische Logistikdienstleister, um sanktionierte Waren aus dem Rhein-Main-Gebiet mittels sogenannter Umgehungsausfuhren über Anrainerstaaten unerlaubt in die Russische Föderation zu verkaufen beziehungsweise auszuführen.
Die drei Firmen rückten in den Fokus der Staatsanwaltschaft und des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main, nachdem im Rahmen einer Außenwirtschaftsprüfung durch den Zoll bei einer Firma Ausfuhren an russische Kunden festgestellt wurden.
Die Einsatzmaßnahmen wurden durch Spezialkräfte des Zolls, hier durch die Zentrale Unterstützungsgruppe Zoll, sowie durch die Observationseinheit des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main ermittlungstaktisch und zwecks Beweissicherung unterstützt.
Die weiteren Ermittlungen dauern an.
Zusatzinformationen
Gemäß der EU-Verordnung VO (EU) Nr. 833/2014 ist es verboten, Güter unmittelbar oder mittelbar an natürliche oder juristische Personen, Organisationen oder Einrichtungen in Russland oder zur Verwendung in Russland zu verkaufen, zu liefern, zu verbringen oder auszuführen.
Die Vollstreckung eines Vermögensarrests hat zum Ziel, Beschuldigten den Zugriff auf mutmaßlich durch inkriminierte Handlungen erwirtschaftete Vermögenswerte zu entziehen und diese Vermögenswerte zu sichern. (ots/r)
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BRILON. Auf ein arbeitsreiches Jahr 2025 blickte die Löschgruppe Nehden der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Brilon im Rahmen ihrer Jahreshauptversammlung am 7. März zurück. Neben dem Jahresbericht standen auch Ehrungen langjähriger Mitglieder sowie Beförderungen auf der Tagesordnung.
Löschgruppenführer Johannes Schröder konnte neben den Mitgliedern der Löschgruppe auch zahlreiche Gäste aus Politik und Feuerwehrführung begrüßen. Unter ihnen befanden sich Klaus Wrede, Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Brilon, Ratsmitglied Holger Borkamp, der stellvertretende Wehrleiter Andreas Becker sowie Ortsvorsteher Jan Brückner.
In seinem Jahresrückblick berichtete Johannes Schröder von insgesamt sechs Maßnahmen im vergangenen Jahr. Diese gliederten sich in Brandeinsätze, technische Hilfeleistungen sowie sonstige Tätigkeiten. Darüber hinaus nahmen Ausbildung, Übungs- und Ordnungsdienste einen wichtigen Stellenwert ein. Insgesamt leisteten die Kameradinnen und Kameraden 378 Stunden Übungsdienst. Hinzu kamen 272 Stunden für Lehrgänge auf Stadt- und Kreisebene.
Ein besonderer Punkt der Versammlung waren die Ehrungen langjähriger Mitglieder. Für 60 Jahre Feuerwehrdienst wurde Franz-Josef Hüpping ausgezeichnet. Eine Ehrung für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst erhielt Willi Schmidt-Wittler. Die Vertreter der Führung würdigten in ihren Ansprachen das langjährige Engagement und den bedeutenden Beitrag der Geehrten für das Feuerwehrwesen.
Auch Beförderungen standen auf der Tagesordnung. Jan Brückner und Jonas Raulf wurden zum Feuerwehrmann befördert, während Moritz Kupitz zum Unterbrandmeister ernannt wurde.
In ihren Grußworten dankten die anwesenden Gäste den Teams für ihren ehrenamtlichen Dienst und hoben die große Bedeutung der Feuerwehr für die Sicherheit der Bevölkerung hervor. Zum Abschluss der Versammlung bedankte sich Löschgruppenführer Johannes Schröder bei allen Kameradinnen und Kameraden sowie deren Familien für die geleistete Arbeit und die Unterstützung im vergangenen Jahr.
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KORBACH. Änderungen an Fahrzeugen wie Transportern, Pritschenwagen, landwirtschaftlichen Maschinen, Motorrädern und weiteren Fahrzeugen werden im Landkreis Waldeck-Frankenberg ab sofort nicht mehr über die Bündelungsbehörde in Fulda abgewickelt. Genehmigung und Zulassung erfolgen nun direkt beim Landkreis Waldeck-Frankenberg.
Bislang mussten bauliche oder technische Veränderungen an Fahrzeugen zunächst bei der Bündelungsbehörde in Fulda genehmigt werden. Erst danach konnten die Fahrzeuge beim Landkreis Waldeck-Frankenberg wieder neu zugelassen werden. Ab sofort bietet die Kreisverwaltung beides an: Genehmigung und Zulassung.
Behörde ändert sich, Verfahren und Bearbeitungszeit bleiben gleich
Dadurch müssen Halterinnen und Halter künftig nicht mehr mit zwei Behörden, sondern nur noch mit einer in Kontakt treten – dem Landkreis Waldeck-Frankenberg. Das Genehmigungs- und Zulassungsverfahren bleibt aber vom Ablauf her komplett gleich und dauert gleich lang. Auch, wenn nun alles zentral beim Landkreis Waldeck-Frankenberg bearbeitet wird.
„Das hat den Grund, dass wir – wie Fulda vorher auch – die Betriebserlaubnis erteilen müssen“, erläutert die Leiterin des Fachdienstes Verkehr, Petra Gerhold.
Ob beispielsweise der Einbau von Regalsystemen für Handwerker im Sprinter, der Aufbau eines Krans auf einem Lkw oder auch das klassische Auto-Tuning: Veränderungen an Fahrzeugen können dazu führen, dass die Betriebserlaubnis erlischt. Für das Fahrzeug muss dann eine neue Betriebserlaubnis erteilt werden. Je nachdem, was an dem Fahrzeug gemacht wurde, kann das einige Zeit in Anspruch nehmen.
3 Schritte, um Fahrzeug auf die Straße zu bringen
Kurzum: Die Zulassung hat der Landkreis immer schon gemacht. Durch die Auflösung der Bündelungsbehörde in Fulda kommt nun eben noch das vorher notwendige Genehmigungsverfahren hinzu. Für Halterinnen und Halter, die wegen eines Um- oder Aufbaus am Fahrzeug eine Neuerteilung der Betriebserlaubnis und Zulassung benötigen, sind drei Schritte nötig, um das Fahrzeug auf die Straße zu bringen:
1. Beantragung der Erteilung einer neuen Betriebserlaubnis
Die Erteilung der neuen Betriebserlaubnis kann beim Landkreis per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder per Post an Landkreis Waldeck-Frankenberg, Fachdienst Verkehr, Südring 2, 34497 Korbach beantragt werden. Weitere Infos gibt es auch online unter www.landkreis-waldeck-frankenberg.de. Hier in der Suchfunktion einfach das Stichwort „Betriebserlaubnis“ eingeben und den Filter „Leistungen“ auswählen.
2. Prüfung der Antragsunterlagen und Erteilung der Betriebserlaubnis
Der Fachdienst Verkehr des Landkreises prüft dann den Antrag, erteilt die Betriebserlaubnis und ruft die Antragsstellenden zwecks Terminvereinbarung zur Zulassung an.
3. Zulassung
Obwohl die Zulassung von Fahrzeugen grundsätzlich auch online geht, sollte hier ein Besuch vor Ort stattfinden, da das Verfahren für Neuzulassungen veränderter Fahrzeuge komplexer ist als normale Auto-Zulassungen. Termine in den Zulassungsstellen können online unter www.landkreis-waldeck-frankenberg.de/verkehr vereinbart werden.
Aufgabenübertragung zu kurzfristig
Die Bündelung der Aufgaben beim Landkreis soll zu Entbürokratisierung und mehr Bürgerservice führen. „Weniger Bürokratie und bessere und schnellere Abläufe sind richtig und wichtig. Das hat für uns eine hohe Priorität“, sagt Landrat Jürgen van der Horst. „Wir hätten uns vom Land aber eine bessere und schnellere Kommunikation gewünscht. Die Aufgaben wurden uns als Landkreis sehr kurzfristig übertragen – ohne dass wir die Chance hatten, unsere personellen Ressourcen aufzustocken, unsere Mitarbeitenden zu schulen, die Organisation anzupassen oder für die technische Ausstattung zu sorgen.“
Weniger Termine, längere Bearbeitungszeiten
Das führe nun leider kurzfristig erst einmal zu einem geringeren Terminangebot und deutlich längeren Bearbeitungszeiten in der Zulassungsstelle in Korbach – und zwar für alle Vorgänge. „Um das zu kompensieren, bauen wir jetzt unter Hochdruck die nötigen Strukturen auf – durch Umorganisation der Arbeit und verstärkte Personal-Akquise“, erläutert der Landrat.
Kundinnen und Kunden für reguläre Anliegen wird empfohlen, verstärkt auch die Zulassungsstellen in Frankenberg, Bad Arolsen, Bad Wildungen und Battenberg zu nutzen – ebenso wie das Online-Angebot des Landkreises. Denn zahlreiche Anliegen können bereits online, mit wenigen Klicks und ohne Behördengang erledigt werden. Weitere Informationen gibt es unter www.landkreis-waldeck-frankenberg.de/onlineantrag.
LICHTENFELS. Bauarbeiten an der Kreisstraße 52 in Immighausen sorgen in Kürze für veränderte Verkehrsführungen. Im Auftrag des Landkreises Waldeck-Frankenberg setzt Hessen Mobil dort eine umfangreiche Maßnahme zur Erneuerung der Fahrbahndecke sowie zum Neubau eines Radwegs um.
Die Arbeiten in der Itterstraße sollen voraussichtlich noch vor den Feiertagen abgeschlossen werden. Ab dem Dienstag nach Ostern verlagert sich die Baustelle dann in die Goddelsheimer Straße, womit der zweite Bauabschnitt beginnt.
Parallel dazu startet der Bau eines kombinierten Geh- und Radwegs, der künftig auf einer Länge von rund 620 Metern vom Sportplatz bis in den Ort hinein verlaufen soll. Am Ortseingang entsteht zudem eine barrierefreie Querungshilfe, um die Sicherheit für den Fuß- und Radverkehr zu erhöhen.
Auch die Stadt Lichtenfels nutzt die Maßnahme zur Erneuerung von Entsorgungsleitungen. Die Vollsperrung der Goddelsheimer Straße bleibt bis zum Ende der Gesamtmaßnahme bestehen. Deren Abschluss ist für August vorgesehen.
Die ausgewiesenen Umleitungen führen über Ober-Ense nach Goddelsheim sowie in die entgegengesetzte Richtung. Um Verständnis für die verkehrlichen Einschränkungen während des Sanierungsprojekts wird gebeten.
KASSEL. Wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Drogenhandels haben Ermittler der OE-City bei Durchsuchungen Kokain, Bargeld und mutmaßliches Diebesgut sichergestellt. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht ein Gastronomiebetrieb im Stadtteil Wesertor.
Gegen 17.15 Uhr am Dienstag vollstreckten die Beamten die Maßnahmen zeitgleich in drei Objekten in den Stadtteilen Wesertor und Mitte. Die Staatsanwaltschaft Kassel hatte dafür entsprechende Durchsuchungsbeschlüsse erwirkt.
Hinweise aus der Bevölkerung hatten in den vergangenen Wochen den Verdacht auf einen florierenden Drogenhandel in dem Betrieb erhärtet. Umfangreiche Ermittlungen bestätigten die Informationen, woraufhin eine Richterin die Durchsuchung der Gastronomieräume sowie der Wohnungen der beiden Betreiber anordnete.
Sichergestellt wurden Kokain im Wert von 30.000 Euro sowie rund 54.000 Euro mutmaßliches Drogengeld. Außerdem fanden die Beamten Utensilien für den Drogenhandel, mehrere Mobiltelefone sowie Parfums und Taschen, die nach bisherigen Erkenntnissen aus Diebstählen stammen.
Festgenommen wurden ein 65-jähriger Mann und eine 28-jährige Frau. Während die Frau später wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, soll der Mann im Laufe des Mittwochs einem Haftrichter vorgeführt werden.
Unterstützt wurden die Drogenfahnder durch Beamte des Hessischen Polizeipräsidiums, des Reviers Mitte, durch Diensthundführer sowie den Gewerbeaußendienst der Stadt Kassel. Die Ermittlungen dauern an.
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