Michael Fränkel

Michael Fränkel

MARSBERG. In Helminghausen am Diemelsee hat sich ein Autofahrer mit seinem Fahrzeug überschlagen und wurde dabei schwer verletzt. Der Wagen kam aus Richtung Bontkirchen, geriet in einer Kurve von der Fahrbahn ab, schleuderte über die Bankette in den Straßengraben und überschlug sich.

Der Unfall ereignete sich in der Nacht zum 6. August gegen 1.10 Uhr auf der L 800. Der 46-jährige Fahrer aus Marsberg war in Richtung Helminghausen unterwegs, als er in einer Linkskurve die Kontrolle verlor. Das Fahrzeug war anschließend nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden.

Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei wurden alarmiert. Zunächst war unklar, ob der Fahrer im Fahrzeug eingeschlossen war – die Leitstelle löste das Alarmstichwort „Verkehrsunfall mit eingeschlossener Person“ aus. Noch während der Anfahrt kam jedoch die Rückmeldung, dass der Mann sich bereits selbst befreien konnte. Er wurde vom Rettungsdienst versorgt und in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht.

Bei der Unfallaufnahme stellten die Polizeibeamten Alkoholgeruch bei dem Fahrer fest. Ein Vortest verlief positiv, weshalb dem 46-Jährigen eine Blutprobe entnommen wurde. Auch seinen Führerschein musste er abgeben.

Großeinsatz für die Feuerwehr

Die Feuerwehr sicherte die Unfallstelle, leuchtete sie aus und stellte den Brandschutz sicher. Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Helminghausen, Padberg, Bredelar, Beringhausen und Marsberg sowie die First Responder aus Padberg. Auch der Löschzug Brilon war mit einem Fahrzeug vor Ort. Einige Einheiten konnten ihre Einsatzfahrt nach der ersten Rückmeldung abbrechen.

Rund 40 Einsatzkräfte waren beteiligt. Die Einsatzleitung lag beim stellvertretenden Leiter der Feuerwehr, Niklas Gerlach. Die Polizei hat die Ermittlungen zum Unfallhergang aufgenommen.

 KASSEL. Bei einer Krebserkrankung wünschen sich Betroffene die bestmögliche medizinische Versorgung. Eine groß angelegte Studie der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) aus dem Jahr 2022 bestätigt: Die Behandlung in zertifizierten Zentren kann die Überlebenschancen deutlich verbessern.

Genau diese Qualität wurde dem Tumorzentrum Nordhessen am Klinikum Kassel nun erneut bescheinigt. Zum elften Mal in Folge erhielt das Zentrum die begehrte Zertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft – ein Ausweis hoher medizinischer Standards und interdisziplinärer Zusammenarbeit. Das Tumorzentrum Nordhessen besteht aus insgesamt elf spezialisierten Organkrebszentren.

„Das Risiko für Patientinnen und Patienten, an Krebs zu versterben, kann laut Studie um bis zu 26 Prozent gesenkt werden, wenn sie in einem zertifizierten Zentrum behandelt werden“, betont Prof. Dr. med. Thomas Dimpfl, Vorsitzender des Direktoriums des Tumorzentrums Nordhessen. „Die erneute Zertifizierung freut uns daher sehr, denn sie bestätigt unseren Anspruch, Menschen mit einer Krebserkrankung auf höchstem Niveau zu versorgen.“

Auch das umfassende Unterstützungsangebot spielt eine wichtige Rolle: „Wir bieten nicht nur medizinische Behandlung, sondern auch zahlreiche Informations- und Hilfsangebote für Betroffene“, erklärt Dr. med. Sandra Gottschling, Leiterin des Tumorzentrums Nordhessen. „Außerdem kooperieren wir eng mit den onkologischen Selbsthilfegruppen in der Region, die sich als Patientenbeirat aktiv in die Weiterentwicklung unseres Zentrums einbringen.“

Die DKG-Zertifizierung steht für Transparenz und Qualitätskontrolle: Neben der Prüfung von Strukturen, Prozessen, Personalstandards und Behandlungsergebnissen zeigen die Audits auch Verbesserungspotenziale auf, von denen letztlich die Patientinnen und Patienten profitieren. Die Anforderungen an zertifizierte Zentren steigen dabei kontinuierlich – geprüft wird jährlich vor Ort durch unabhängige Fachexpertinnen und -experten.

Hintergrund zur Studie und Zertifizierung

Das Zertifizierungssystem der Deutschen Krebsgesellschaft besteht seit 20 Jahren. Im Rahmen des WiZen-Projekts (Wirksamkeit zertifizierter Zentren), gefördert durch den Gemeinsamen Bundesausschuss, wurden Gesundheitsdaten von über 20 Millionen gesetzlich Versicherten mit Krebsdiagnosen aus den Jahren 2009 bis 2017 ausgewertet. Analysiert wurden unter anderem Daten zu folgenden Tumorarten: Darm-, Brust-, Lungen-, Eierstock-, Bauchspeicheldrüsen- und Prostatakrebs sowie Tumoren des Hirn-, Rückenmarks- und Nervengewebes.

Ergebnis: Bei allen elf untersuchten Tumorarten zeigte sich ein klarer Überlebensvorteil durch die Behandlung in zertifizierten Krebszentren.

Die elf Krebszentren des Tumorzentrums Nordhessen:

  • Blasenkrebszentrum

  • Nierenkrebszentrum

  • Darmkrebszentrum

  • Bauchspeicheldrüsenkrebszentrum

  • Gynäkologisches Tumorzentrum

  • Hauttumorzentrum

  • Interdisziplinäres Brustzentrum

  • Kinderkrebszentrum

  • Kopf-Hals-Tumorzentrum

  • Neuroonkologisches Zentrum (Hirn-, Rückenmarks- und Nerventumoren)

  • Zentrum für Hämatologische Neoplasien (Blut- und Lymphdrüsenkrebs)

In diesen Zentren arbeiten Spezialistinnen und Spezialisten verschiedener Fachrichtungen eng zusammen. Regelmäßige Tumorkonferenzen gewährleisten eine individuell angepasste, interdisziplinäre Behandlung für jede Patientin und jeden Patienten.

TWISTETAL. In Twiste, in der Straße Berggrund, steht aktuell ein silberner Audi mit dem Kennzeichen DU-CD XXXX an der Einfahrt zur alten Spulenfabrik. Die Insassen sprechen gezielt Autofahrer an und bitten unter dem Vorwand einer Panne um Bargeld für Benzin.

Nach übereinstimmenden Zeugenaussagen handelt es sich um eine betrügerische Masche. Die Täter täuschen eine Notlage vor, um an Geld zu gelangen. Ähnliche Vorfälle wurden in der Region bereits mehrfach bekannt.

Die Polizei warnt eindringlich davor, auf die Bitten einzugehen. Wer angesprochen wird oder verdächtige Beobachtungen macht, sollte umgehend den Notruf 110 wählen.

Link: Standort des Audis

BAD WILDUNGEN. Ein unbekannter Täter brach in ein Altersheim und ein Wohnhaus ein und erbeutete Bargeld und Schmuck.

Am Dienstag, 5. August, gegen 3.00 Uhr, gelangte ein unbekannter Täter über die Dr.-Born-Straße zum Altenpflegeheim in der Feldmannstraße. Nach Angaben der Polizei hebelte er das Fenster zu einem Umkleideraum im Erdgeschoss auf und stieg ins Gebäude ein.

Einbruch im Altersheim

Der Täter öffnete auf der Suche nach wertvollen Gegenständen gewaltsam Spinde und Türen und durchsuchte mehrere Schränke und Räume. Wahrscheinlich durch Geräusche im Haus aufgeschreckt, verließ der Täter schließlich durch einen Notausgang das Gebäude und floh in unbekannte Richtung. Ob der Täter im Altenpflegeheim Beute machen konnte, ist bislang noch nicht bekannt.

Einbruch im Wohnhaus

Nachdem er das Haus verlassen hatte, stieg vermutlich derselbe unbekannte Täter in ein Einfamilienhaus in der Stresemannstraße ein. Der Täter hebelte ein Fenster im Souterrain auf und gelangte so ins Gebäude. Hier durchsuchte er Schränke in einem Büro und konnte schließlich einen Tresor öffnen, aus dem er Bargeld und wertvolle Gegenstände entnahm. Der Täter konnte so Geld und Wertgegenstände im fünfstelligen Bereich erbeuten.

Ermittlungen und Zeugenaufruf

Insgesamt entstand bei den Einbrüchen ein Sachschaden von etwa 2000 Euro. Die Polizei geht von einem Tatzusammenhang aus und hat die Ermittlungen aufgenommen.

 Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 05631/9710 bei der Kriminalpolizei in Korbach zu melden.

FRANKENBERG. Eine onkologische Erkrankung stellt das Leben auf den Kopf. Plötzlich dreht sich alles um Diagnosen, Therapien und Heilung. Für Betroffene und Angehörige sind aktuelle Informationen sowie der Austausch mit medizinischen Fachkräften besonders wichtig. Um diesen Bedarf zu decken, hat das Team der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Kreiskrankenhaus Frankenberg das neue Format „Info-Café Mutmacher“ ins Leben gerufen.

In entspannter Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen bietet die Veranstaltung Brustkrebspatientinnen, Angehörigen und Interessierten die Möglichkeit zum Austausch – sowohl untereinander als auch mit Experten. Themen wie neue Therapieansätze, individuelle Behandlungsmöglichkeiten und praktische Alltagshilfen stehen im Mittelpunkt. Chefarzt Dr. med. Werner Stein, Leitende Oberärztin Gabriele Schalk, das Team der Chemoambulanz sowie weitere Fachleute teilen ihr Wissen und beantworten Fragen der Gäste.

„Für uns stehen Patientinnen und ihre Familien an erster Stelle – sowohl bei der medizinischen Versorgung als auch auf dem persönlichen Weg durch die Erkrankung“, erklärt Dr. Stein. „Das Info-Café vermittelt Mut, verständlich aufbereitetes Fachwissen und schafft einen Ort der Zuversicht.“

Einzigartiges Angebot im Landkreis

Das Info-Café ist ein Alleinstellungsmerkmal im Landkreis und Ausdruck des umfassenden Engagements der Klinik für eine ganzheitliche Versorgung. Die Einrichtung ist die einzige im Kreisgebiet, die Brustoperationen bei Krebserkrankungen durchführt. In enger Kooperation mit dem Brustzentrum Regio des Universitätsklinikums Marburg wird eine individuelle Betreuung gewährleistet, die sowohl medizinische als auch persönliche Aspekte berücksichtigt. Mit Dr. Stein konnte das Team um eine weitere spezialisierte Fachkraft erweitert werden.

Termine und Anmeldung

Das Info-Café Mutmacher findet an ausgewählten Dienstagen von 15 bis 17 Uhr statt. Die nächsten Termine:

  • 19. August 2025: „Neues in der systemischen Brustkrebs-Behandlung“ (Dr. med. Werner Stein)

  • 30. September 2025: „Brustkrebs & Ernährung“ (Mohammad Yaman Mohandes)

  • 28. Oktober 2025: „Brustkrebs & Sport“ (Norbert Schlechter, Leitung Physikalische Therapie)

  • 18. November 2025: „Brustkrebs & Naturheilverfahren“ (Dr. med. Anne Wiegand, Universitätsklinikum Gießen)

Weitere Themen sind bereits in Planung. Die Teilnahme ist kostenlos, Kaffee und Kuchen werden gereicht.
Eine Anmeldung ist erforderlich – telefonisch unter 06451/55355 oder per E-Mail an
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Alle Infos und ein Flyer zum Download sind auf der Website des Kreiskrankenhauses verfügbar:  Info-Café

WARBURG. Beim Auffahren auf einen am Straßenrand abgestellten Skoda ist eine Beifahrerin im Warburger Stadtteil Hohenwepel verletzt worden.

Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Unfall am 5. August gegen 14.45 Uhr auf der Northeimer Straße. Ein 67-jähriger Mann aus Borgentreich war mit seinem VW Golf in Richtung der Bundesstraße 252 unterwegs, als er auf den geparkten Skoda auffuhr. Die 65-jährige Beifahrerin des Golfs, ebenfalls aus Borgentreich, wurde leicht verletzt und zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Der Fahrer blieb unverletzt.

Beide Fahrzeuge waren nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Der entstandene Schaden wird auf rund 15.000 Euro geschätzt. (ots/r)

FRANKENBERG. Bei einem Auffahrunfall auf der B 253 zwischen Röddenau und Haine sind am Montagnachmittag zwei Fahrzeuge beschädigt worden. Verletzt wurde niemand.

Der Unfall ereignete sich am 5. August gegen 15.30 Uhr. Wie die Polizei gegenüber 112-Magazin mitteilte, war ein 46-jähriger Mann aus Haina mit seinem silbernen Volvo V40 aus Richtung Battenberg unterwegs. Verkehrsbedingt musste er abbremsen – der nachfolgende Fahrer eines weißen Skoda Fabia, ein 34-Jähriger aus Battenberg, konnte nicht mehr rechtzeitig reagieren und fuhr auf.

Unfallaufnahme durch Polizei

Beide Fahrzeuge waren nach dem Zusammenstoß nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Die Schadenshöhe konnte vor Ort nicht beziffert werden. Die Polizei war im Einsatz, nahm den Unfall auf und regelte den Verkehr während der Bergungsmaßnahmen.

KASSEL. Ein unbekannter Mann soll am Dienstagmittag im bereitgestellten Regionalexpress 30 am Kulturbahnhof Kassel an seinem Glied manipuliert und dabei eine junge Frau belästigt haben. Die Bundespolizeiinspektion Kassel ermittelt wegen exhibitionistischer Handlungen und sucht Zeugen.

Der Vorfall ereignete sich am 30. Juli gegen 12 Uhr im Zug am Gleis 10. Eine 18-jährige Deutsche bemerkte die Situation, als sie drei Sitzreihen von dem Mann entfernt saß. Durch die Handlungen fühlte sie sich belästigt und reagierte geistesgegenwärtig, indem sie über den Notrufknopf Hilfe holte.

Streife konnte Tatverdächtigen nicht mehr antreffen

Eine Zugbegleiterin wurde auf den Vorfall aufmerksam und informierte sofort die Bundespolizei. Eine eingesetzte Streife suchte daraufhin den Zug und den Bahnsteig ab, konnte den mutmaßlichen Täter jedoch nicht mehr feststellen.

Laut Angaben der jungen Frau handelt es sich um einen etwa 50 Jahre alten Mann mit Halbglatze und grauem Haarkranz. Bekleidet war er mit einer dunkelblauen Hose.

Die Bundespolizeiinspektion Kassel hat die Ermittlungen aufgenommen und ein Strafverfahren eingeleitet. In diesem Zusammenhang werden weitere geschädigte Personen sowie Zeugen gesucht. Hinweise bitte an die Bundespolizei unter der Telefonnummer 0561/816160 oder online unter www.bundespolizei.de.

BAD AROLSEN. Ein bislang unbekannter Mann soll am Sonntagmittag einen Zugbegleiter der Regionalbahn RB 23073 von Bad Arolsen nach Korbach über längere Zeit massiv beleidigt haben. Die Bundespolizeiinspektion Kassel ermittelt und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung.

Der Vorfall ereignete sich am 3. August gegen 12.40 Uhr. Der etwa 20 bis 25 Jahre alte Mann war am Bahnhof Mengeringhausen zugestiegen – obwohl die Türen des Zuges zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossen waren. Um dennoch einzusteigen, verschaffte er sich gewaltsam Zutritt.

Beleidigungen in zwei Sprachen

Kurz nach Abfahrt kam es zur Fahrscheinkontrolle. Der Unbekannte zeigte einen Fahrschein vor, warf diesen anschließend jedoch dem 58-jährigen Kontrolleur entgegen. Danach soll er ihn in deutscher sowie in seiner Muttersprache über einen Zeitraum von mindestens zehn Minuten durchgängig beleidigt haben.

Auch beim Ausstieg am Bahnhof Korbach habe der Mann den Zugbegleiter weiter beschimpft und ihn zudem gefilmt. Der 58-Jährige erstattete nach dem Vorfall Anzeige bei der Polizei.

Die Bundespolizeiinspektion Kassel hat ein Strafverfahren wegen Beleidigung eingeleitet. Wer Hinweise zum Täter oder zum Vorfall geben kann, wird gebeten, sich bei der Bundespolizei unter der Telefonnummer 0561/816160 oder online unter www.bundespolizei.de zu melden. (ots/r)

Dienstag, 05 August 2025 12:37

Landkreis baut Barrierefreiheit weiter aus

LANDKREIS WALDECK-FRANKENBERG. Drei Jahre lang war der Landkreis Waldeck-Frankenberg eine von über 20 Modellregionen für Barrierefreiheit des Landes Hessen. Das Projekt ist zwar abgeschlossen – die Arbeit in diesem Bereich wird jedoch konsequent fortgeführt. Zahlreiche Maßnahmen wurden bereits umgesetzt, viele weitere sollen folgen, um Barrierefreiheit und Inklusion im Landkreis weiter zu stärken.

„Das Projekt hat uns einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, Barrierefreiheit und Inklusion dauerhaft in unseren Strukturen zu verankern“, erklärt Landrat Jürgen van der Horst. „Als Modellregion haben wir wertvolle Erfahrungen sammeln dürfen und bereits grundlegende Strukturen etabliert, auf denen wir nun weiter aufbauen können“, betont der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese.

Zugang zu barrierefreiem Wohnraum erleichtern

Eine der wichtigsten Errungenschaften des Projekts ist der Aufbau eines flächendeckenden Wohnberatungsnetzwerks. Es richtet sich an Menschen, die alters- oder beeinträchtigungsbedingt auf barrierefreies Wohnen angewiesen sind. Unterstützend dazu wurde eine zentrale Wohnungsbörse für barrierefreien Wohnraum geschaffen, über die Angebote und Gesuche gebündelt zusammengeführt werden.

„Besonders im Bereich Bauen haben wir wichtige Fortschritte gemacht“, sagt Alexandra Köck, kommunale Behindertenbeauftragte des Landkreises. „Wir beraten umfassend zum barrierefreien Bauen und Umbauen und geben Stellungnahmen zu öffentlichen Bauvorhaben ab – auch für Kommunen, die keine eigenen Beauftragten haben.“ Ziel sei es, Barrieren bereits im Planungsstadium zu vermeiden. Ergänzt wird dieses Angebot durch einen digitalen Barriere-Melder, über den Bürgerinnen und Bürger Hindernisse im öffentlichen Raum unkompliziert melden können.

Beratung, Wettbewerb, inklusiver Sporttag

Auch auf anderen Ebenen wurden Impulse gesetzt: Im Wettbewerb „Barrierefreie Gastronomie“ wurden Projekte ausgezeichnet, die die Teilhabe in Gastronomie und Tourismus verbessern. Beim inklusiven Sport- und Spieletag konnten Menschen mit und ohne Einschränkung gemeinsam aktiv sein. Zudem wurde eine zentrale Informations- und Beratungsstelle für Barrierefreiheit und Inklusion eingerichtet, die als dauerhafte Anlaufstelle fungiert.

Trotz vieler Maßnahmen bleiben Herausforderungen bestehen. „Der Mangel an verfügbarem barrierefreiem Wohnraum bleibt ein Thema. Die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich“, erklärt Karl-Friedrich Frese. Der Landkreis arbeitet daran, leerstehende barrierefreie Wohnungen zu erfassen und den Neubau zu fördern.

Bekenntnis zu Barrierefreiheit und Inklusion

Die Aufgaben der kommunalen Behindertenbeauftragten sollen künftig noch enger mit den Inhalten des Modellprojekts verzahnt werden. „Dies ist unser verbindliches Bekenntnis, Barrierefreiheit und Inklusion als Dauerthemen zu etablieren“, so Landrat van der Horst. „Wir sehen dies nicht nur als soziale Verpflichtung, sondern auch als wirtschaftlich sinnvolle Investition in die Zukunft unserer Region.“

Mehrere laufende Projekte werden fortgeführt und weiterentwickelt. Die Kooperation „MITEINANDER BEWEGT“ mit dem Bathildisheim e.V. läuft bis Ende 2026 und soll ein Netzwerk inklusiver Sportangebote aufbauen. Auch die Mapping-Aktionen zur Erfassung barrierefreier Orte über die Wheelmap werden fortgesetzt. Der digitale Barriere-Melder bleibt ebenfalls als zentrales Werkzeug bestehen.

Klares Zeichen für eine inklusive Gesellschaft

„Barrierefreiheit und Inklusion sind bei uns noch nicht selbstverständlich und bedürfen weiterhin nachdrücklicher Betreuung“, resümiert Karl-Friedrich Frese. „Mit der Verstetigung der Projektinhalte und der Stärkung der Position der Behindertenbeauftragten setzen wir ein klares Zeichen für unseren Einsatz für eine inklusive Gesellschaft.“

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg sieht das Modellprojekt als wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer inklusiveren Region. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dauerhaft in die Verwaltungsarbeit integriert werden. Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich aktiv an der Gestaltung eines barrierefreien Landkreises zu beteiligen.

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