Matthias Böhl

Matthias Böhl

BAD BERLEBURG. Ein bisschen traurig war ich schon, als ich heute Mittag zum Pressetermin in die Polizeiwache gegangen bin. Der Anlass war aber eigentlich ein schöner Anlass.

Vor der Tür treffe ich einen Kollegen einer Lokalzeitung. „Willst Du auch zum Onkel Dickel?“, ruft er mir zu. Ja, das will ich.

Bernd Dickel, seit 15 Jahren der Wachleiter der Polizeiwache in seiner Bad Berleburger Heimat, hat uns eingeladen. Die letzten Tage seiner Dienstzeit sind angebrochen. Bernd Dickel geht mit 60 Jahren und zwei Tagen am Dienstag in den Ruhestand.

Heute hat er es uns gemeinsam mit seinen Kollegen und der Pressestelle ermöglicht, ihn zu besuchen und zu befragen. Es war unser Wunsch, diesen besonderen Termin wahrnehmen zu dürfen.

Ein Blick in vertraute Gesichter: Mein Kollege Lars-Peter ist bereits da, und Bernd. Der Hausherr, der mich in „seiner“ Wache schon so oft willkommen geheißen hat. Und Blick in ein neues Gesicht: Martin Kroh, den ich bereits kennen lernen durfte. Er wird Bernds Nachfolge antreten. Bisher war der gebürtige Berleburger ein Kripomann: „Ich bin K-sozialisiert“, lacht er. Erst war er in Bonn und an der Fachhochschule Köln tätig und seit 1995 in Siegen im Einsatz. Lange Jahre als Todesermittler und Brandermittler und „dann bin ich in den Führungsstab abgerutscht“. Nun tritt er Bernds Nachfolge in seiner Heimat an. „Gut, dass es wieder ein Wittgensteiner ist“, sind sich alle einig.

Einweisung und Verabschiedung

In den letzen Tagen sind beide in Wittgenstein unterwegs gewesen, um Martin in die neuen Aufgabenbereiche einzuweisen, und den Menschen vorzustellen. Aber auch, um Bernd zu verabschieden. Von all seinen Weggefährten und Partnern, und sicher mit den Jahren auch von vielen Freunden. Die Bürgermeister, die Ordnungsämter, die Feuerwehren, THW, Malteser, DRK und Rettungsdienst – mit ihnen allen lobt Bernd im Gespräch die besonders gute und einzigartige Zusammenarbeit. „Das müsst ihr unbedingt erwähnen. Das ist etwas Besonderes und ist mir ganz, ganz wichtig“, unterstreicht er. „Nach den Kraftfahrerbelehrungen für die Feuerwehren, da haben wir oft noch zwei Stunden gemeinsam zusammen gesessen und sind richtig toll ins Gespräch gekommen“, schwärmt Bernd. Das wird ihm fehlen. Aber vor allem wird ihm auch der Umgang mit seinen Kollegen fehlen: „Dass man morgens rein kommt und sprechen kann, wie die Nacht für die Kollegen war, dass man erst mal rum flackst – das wird mir fehlen“, gibt er zu.

Sein Werdegang war lang bei der Polizei: In 1979, vor 42 Jahren, begann er seine Ausbildung in Stukenbrock, danach verschlug es ihn einige Jahre zur Polizei nach Köln, an die Fachhochschule nach Dortmund und dann nach Gummersbach. Danach, von 1991 bis 2006 tat Bernd Dienst in Siegen als Dienstgruppenleiter. Er strahlt „Das war die schönste Zeit in meinem Leben“, sagt er, als er uns von seinen Erlebnissen und Eindrücken aus dieser Zeit erzählt: „Wisst Ihr, wenn man gemeinsam auf der Straße in gefährlichen Situationen zusammengestanden hat, dann entstehen da ganz enge Bindungen und Freundschaften. Wir sind zusammen in Urlaub gefahren, gemeinsam weggefahren und das war einfach immer toll“, erinnert er sich an diese für ihn wunderschöne Zeit. Diese Zeit endete 2006. Nun wurde Bernd in seine Heimat berufen. Er trat hier die Nachfolge von Richard Feige an, der damals in den Ruhestand verabschiedet wurde.

„Das war eine Umstellung. Mir hat das Adrenalin im Blut gefehlt. Es gibt ja auch positiven Stress“, erklärt Bernd Dickel uns im Gespräch und schildert Situationen, wie seine Dienstgruppe im Nachtdienst einen Kindermörder gefasst hat, oder sie Drogendealer festnehmen konnten.

Einsätze, auch wie in der Großstadt

Es sei aber nicht so, dass es in den ländlichen Bereichen keine schweren Einsätze gegeben habe. „Ihr seid ja alle von der schreibenden Zunft und bekommt es mit. Hier gibt es auch Waffensammler, Gaslecks, Zugriffe, oder Morde – Ihr berichtet ja auch darüber“, erklärte er uns. An einen dieser Einsätze, bei dem ein flüchtiger Waffenhändler in Erndtebrück gefasst und durch Bernd zu Boden gebracht wurde, kann ich mich selbst noch gut erinnern, da ich damals als Berichterstatter sehr schnell vor Ort war und den Zugriff fotografieren konnte. Da konnte ich nachvollziehen, was Bernd meinte, als er vom „Adrenalin im Blut“ sprach. All dies habe er ja in dieser Form fortan nur noch selten gehabt. Als Wachleiter sei man nicht mehr oft im Streifendienst, was ihm aber immer sehr große Freude bereitet habe.

„Es gab hier alles, was es in der Großstadt auch gab. Nur nicht so oft“, macht Bernd deutlich. Besonders der oft beschrittene „kurze Dienstweg“ mit vielen Wittgensteiner Charaktere bleibt ihm in positiver Erinnerung. „Wachleiter bist Du rund um die Uhr“, versichert er uns berichtet, wie er im Urlaub am Strand zwei, drei Mal angerufen wurde, weil ein Bürger ein Anliegen an ihn hatte. Mit strahlenden Augen erzählt Bernd uns von der „Fleischwurst-Streife“, die er in Wittgenstein so gerne gemacht hatte: „Das waren Sonderkontrollen mit den Bezirksdienstbeamten und dem Wachleiter und am Ende solcher Einsätze gab es immer Fleischwurst“, erinnert er sich gerne zurück.

Er berichtet uns aber auch von weniger schönen Anlässen, zu denen er als Wachleiter ausrücken musste: „Wenn man hier in Wittgenstein Todesnachrichten überbringen musste, dann kannte ich die Leute oft. In Siegen war sowas anonymer, da konnte man nach dem Dienst mit den Kollegen in den Keller gehen und das besprechen und ein wenig abschütteln und dann war es wieder ok. Hier in Wittgenstein kennt man dann plötzlich viele dieser Leute“, macht er klar. „Und wer den höchsten Dienstgrad hat an so einer Einsatzstelle, der muss das halt auch machen“.

Und dennoch möchte Bernd Dickel keine Minute seiner Wachleiterzeit in Wittgenstein missen. „Es gibt sicher keine zehn Tage an denen ich nicht gerne zur Arbeit gegangen bin“, kann er freien Herzens behaupten. Dass er 2006 in seine Heimat kommen konnte, war für ihn ein Glücksfall: „Ich war allein erziehender Papa, hatte ein Haus gekauft und war Fußballtrainer im Edertal, als das Angebot kam, in der Heimat zu arbeiten“.

Wie sieht er dem Dienstag entgegen, seinem letzten Arbeitstag in „seiner“ Wache. Das möchte ich von ihm wissen. „Am Anfang habe ich gedacht, es wäre problematischer. Aber ich hatte ja noch ganz viel Resturlaub und Überstunden, sodass ich schon rund vier Monate frei hatte“, erzählt Bernd. Und dann: „Aber heute bin ich wahrscheinlich zum letzten Mal mit einem Streifenwagen gefahren. Und gerade habe ich mit Martin meine Waffe leer gemacht und das war wahrscheinlich das letzte Mal in meinem Leben“. „Ich werde am Dienstag schon sicher eine Träne verdrücken, wenn ich hier raus gehe. Da bin ich sicher“, gesteht uns Bernd.

Und das Beste erzählt er uns zum Schluss, denn es gibt ihn: Diesen einen unvergessenen Einsatz in 42 Dienstjahren, nachdem ihn einer der Kollegen fragt. „Das war in Siegen. Ich war an Heiligabend morgens früh kurz vor Ende der Nachtschicht mit dem Streifenwagen unterwegs nach Geisweid, um die Brötchenbesellung für den Frühdienst abzuholen. Da bekam ich einen Einsatz zu einer Brücke, dort sei eine Babyleiche gefunden worden“. Bernd war nach wenigen Minuten vor Ort und Passanten zeigten ihm eine große Tasche in einem Gebüsch. „Ich war der erste und konnte ja nicht auf weitere Wagen warten, ich musste ja nun in diese Tasche schauen. Ganz vorsichtig habe ich die geöffnet, um nicht so viel von diesem schlimmen Anblick sehen zu müssen“, schildert Bernd uns. „Und dann sah ich diese kleine Hand und die Finger bewegten sich“. Bernd strahlt und berichtet weiter: „Dann habe ich das kleine Baby ganz fest in meinen Parka gewickelt und an mich gehalten und den Streifenwagen richtig aufgeheizt“. Die Freude in seinem Gesicht ist ihm immer noch anzumerken. „Aaaach, da kriege ich heute noch Gänsehaut, wenn ich das erzähle. Und das noch an einem Heiligabend“, berichtet er. Leider wisse er aber nicht, was dann hinterher aus diesem Fall geworden sei. Das habe er bis heute nicht erfahren können.

Am Dienstagmorgen wird Bernd zum letzten Mal zum Dienst in der Bad Berleburger Wache erscheinen, sein Büro betreten und es dann endgültig an Martin Kroh übergeben. Dann wird er offiziell durch die Siegener Führungsstelle seine Verabschiedung erhalten und in den Ruhestand verabschiedet.

 

 Persönlicher Dank

Und zum Schluss sei es mir erlaubt, hier noch einmal ein paar persönliche Worte über Bernd los zu werden: Als Bernd vor 15 Jahren in Bad Berleburg als Wachleiter anfing, da kannte ich ihn nicht persönlich. Obwohl er genau wie ich, gebürtiger Wemlighäuser ist. Ich wusste schon, wo sein Elternhaus steht, kannte auch seine Eltern und Geschwister – aber ihn persönlich hatte ich bisher nie bewusst kennen gelernt. An einem seiner ersten Diensttage wurde ich in sein Büro gebeten. Damals war ich ein wenig aufgeregt. Bernd erzählte mir zunächst, dass er mich bereits kennt und erzählte mir aus unserem heimatlichen Dorf. Und er kenne mich, weil er wüsste, dass ich oft über die polizeiliche Arbeit berichte und viele Fotos mache. Er bat mich, dass diese tolle Arbeit genau so weitergehen solle. Da war ich natürlich platt, dass mir ein Wachleiter einer Polizeiwache so etwas sagt.

In den folgenden 15 Jahren durfte ich mit Bernd viele unvergessliche Momente erleben, wertvolle und tiefgründige Gespräche führen, unvorstellbare Unterstützung in unterschiedlichsten Projekten erfahren. Bis ins Innenministerium hatte er geschrieben, als es um das Projekt „Wer soll Dich nach der Party fahren?“ ging, hat Streifenwagen und freiwilliges Personal in Abstimmung mit der Pressestelle zur  Verfügung gestellt, um Fotos von Einsatzsituationen zu ermöglichen. Er hat Polizeibeamten, die neu nach Bad Berleburg kamen, immer am Anfang von meinen Fotos berichtet, die auch in der Wache hängen dürfen und ihnen erklärt was ich mache, was zur Folge hatte, dass mich immer schon alle Polizeibeamten kannten, wenn ich zu einem Einsatzort kam. Vor allem hat Bernd mit seinen tollen Kollegen einem meiner besten Freunde, als dieser todkrank war, einen seiner letzten Wünsche erfüllt. Das und viele Dinge mehr werde ich niemals vergessen und kann nur sagen: Tausenddank, lieber Bernd!

FRANKENBERG. Die sinkenden Temperaturen und der Frost haben am Dienstagmorgen zum ersten Glätte bedingten, schweren Unfall in Frankenberg geführt. Beim Zusammenstoß zweier Fahrzeuge auf der L3073, zwichen Frankenberg und Röddenau wurden vier Menschen schwer verletzt.

Eine 21-jährige Frau war mit ihrem roten Audi auf der L3073 von Röddenau kommend in Richtung Frankenberg unterwegs. Wegen der Glätte verlor die junge Frau die Kontrolle über ihren Wagen und prallte mit ihrem Audi in den Gegenverkehr. Dort war zum Unfallzeitpunkt, um kurz vor acht Uhr heute Morgen, eine Frau mit einem schwarzen Dacia unterwegs. Sie wurde ebenso schwer verletzt, wie die Audifahrerin, deren Beifahrer und das dreijährige Kind, das auf der Rückbank gesessen hatte. Für die weitere Versorgung des schwer verletzten Kindes kam der Kasseler Rettungshubschrauber „Christoph 7“ zum Einsatz, der das Kind mit in eine Kasseler Klinik nahm. Die anderen Verletzten wurden ins Frankenberger Krankenhaus eingeliefert.

Beide Fahrzeuge wurden beim Unfall total beschädigt und mussten abgeschleppt werden. Die Feuerwehr war gemeinsam mit der Straßenmeisterei im Einsatz, um Kraftstoffe abzustreuen, und bei der Bergung und den Aufräumarbeiten zu helfen. Die L3073 wurde für etwa anderthalb Stunden voll gesperrt.

Donnerstag, 18 November 2021 06:25

Vorfahrt missachtet: Audifahrerin wird verletzt

ERNDTEBRÜCK. Vergleichweise glimpflich endete ein Verkehrsunfall am späten Mittwochabend gegen 22:30. Zwei Fahrzeuge waren auf der B 62, in Höhe der Erndtebrücker Eisenwerke, zusammengestoßen.

Wie die Polizei vor Ort mitteilte, wollte ein Arbeiter der Eisenwerke das Firmengelände verlassen und auf die B 62 in Richtung Erndtebrück fahren. Dabei übersah der Mann in seinem silbernen Ford einen herannahenden Audi aus Richtung Erndtebrück. In Höhe der Einfahrt zu den Eisenwerken kam es zum Zusammenstoß der beiden Pkw. Dabei wurden Fahrzeuge schwer beschädigt. Die Fahrerin des Audis, in dem die Airbags ausgelöst hatten, wurde verletzt. Sie musste mit dem DRK Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht werden.

Die Feuerwehr Erndtebrück war im Einsatz, um auslaufende Betriebsmittel aufzunehmen, und die Unfallstelle auszuleuchten. Die B62 blieb im Bereich der Unfallstelle voll gesperrt.

FRANKENBERG. Vermutlich aufgrund von Alkoholgenuss ist am frühen Donnerstagmorgen ein Mann (65) aus dem Großraum Frankenberg schwer verunglückt. Der Pkw-Fahrer prallte frontal gegen einen Baum und erlitt schwere Verletzungen.

Wie die Polizeibeamten der Polizeistation Frankenberg mitteilten, war der Mann von Frankenberg kommend in Richtung Geismar unterwegs, als er in Höhe der Kläranlage in einer Kurve nach rechts von der Fahrbahn abkam, und dort frontal gegen einen Baum prallte.

Um kurz vor drei Uhr in der Nacht gab es Alarm für einen Frankenberger Rettungswagen, den Notarzt aus Röddenau, die Feuerwehr Frankenberg, sowie die Polizei. Nach ersten Meldungen war der Fahrer in seinem Fahrzeug eingeklemmt.

Wie Frankenbergs Stadtbrandinspektor Martin Trost, der auch Einsatzleiter vor Ort war, mitteilte, war der Patient glücklicherweise nicht wirklich eingeklemmt. „Der Patient war eingeschlossen und wir haben ihn befreit, richtig geklemmt hat er aber nicht“, erklärte Martin Trost vor Ort. Die Feuerwehrleute hatten den Skoda, der in einer Böschung am Baum zum Stehen kam und mit einem Hinterrad noch in der Luft hing, auch gegen abrutschen gesichert.

Weil beim Patienten der Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung bestand, mussten die Einsatzkräfte sehr behutsam vorgehen und so retteten sie gemeinsam den Patienten mit einem Spineboard über die Heckklappe des Unfallfahrzeuges. Auf dem Spineboard können Patienten mit einer sogenannten Gurtspinne auf dem Rettungsbrett fixiert werden und praktisch ohne weitere Bewegung aus Fahrzeugen, unwegsamem Gelände, oder Gewässern gerettet werden. Nach der Rettung aus dem Pkw wurde der Mann im bereit stehenden Rettungswagen medizinisch versorgt und dann ins Krankenhaus nach Frankenberg gebracht.

Die Feuerwehr war neben der Rettung des Patienten aus dem Fahrzeug auch für die Sicherstellung des Brandschutzes und das Ausleuchten der Einsatzstelle zuständig, was zum einen vom Strahler auf dem Dach eines Löschfahrzeuges, und zum anderen mit aufgestellten Stativen und Lichtmasten geschah. Die Polizei sicherte Spuren und kümmerte sich um die Beweissicherung, die Feststellung der Personalien und um Unfallermittlungen. Die Straße am Abzweig der Kläranlage bis nach Geismar blieb während der Rettungs- und Bergungsarbeiten voll gesperrt. 

Dienstag, 16 November 2021 21:52

Harvester brennt im Wald bei Elsoff

ELSOFF. Spektakulärer und schwerer Einsatz zugleich am Dienstagmittag für die Feuerwehren im Elsofftal. Weit über Elsoff, in der der Verlängerung der Straße „Unterm Steimel“ brannte in exponiertem und unwegsamem Gelände ein Harvester in voller Ausdehnung. Zwei Arbeiter aus Estland waren mit dem Arbeitsgerät dabei, Käferholz zu fällen, als es plötzlich Feuer fing. „Es wurde warm unterm Hintern und dann bin ich raus“, erzählt einer der beiden Männer auf Englisch.

Die alarmierte Feuerwehr musste zunächst mal rausbekommen, wo der Brand genau ist – bei den nicht ortskundigen Arbeitern nicht so einfach. Anwohner von Elsoff hatten die Flammen aber unten im Dorf gesehen und so konnten sich die Feuerwehren dann in der Verlängerung der Straße „Unterm Steimel“ in Richtung Brandort bewegen. Das Gelände dort war nicht nur durch die exponierte sehr schwer zu erreichen, zusätzlich kam Nässe aus den letzten Tagen hinzu und massive Schäden an den letzten Zufahrtswegen, die durch die schweren Waldmaschinen entstanden waren, die das viele Käferholz in Wittgenstein wegschaffen müssen. So mussten die Löschfahrzeuge an einer Wegkreuzung unterhalb der Einsatzstelle stehen bleiben, da das Gelände schlichtweg nicht mehr zu befahren war. Die Kameraden rannten mit schwerem Material und Pressluftatmern auf dem Rücken die letzten Meter die Rückegasse zum Berg hoch, um letztlich an den brennenden Harvester zu gelangen. Ein weiteres Problem war zunächst die Wasserversorgung, denn Hydranten oder Wasserleitungen gab es in der Nähe nicht.

Dies hatten die Kameraden aber schnell gelöst: Zum einen führen viele Fahrzeuge der Feuerwehr bereits große Wassertanks mit, zum anderen wurde durch einen Rundweg zur Dorfmitte ein Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen eingerichtet und in der Nähe der Einsatzstelle auch ein Löschwasserbehälter gefüllt. Im Einsatz waren dazu die Löschgruppen aus Elsoff, Alertshausen, Arfeld, Dotzlar und Bad Berleburg. Unter körperlicher Schwerstarbeit schafften die Kameraden es schnell, die Flammen des Harvesters abzulöschen. Um noch einen besseren Kühleffekt zu haben, wurde dem Löschwasser zusätzlich eine geringe Menge Schaum beigemischt. Weiterhin öffneten die Feuerwehrleute die Motorhaube des Fahrzeugs gewaltsam, um auch an letzte Glutnester heran zu kommen. Der Einsatz in dem komplizierten und anspruchsvollen Gelände zog sich mehrere Stunden hin. Aufgrund des Schaumeinsatzes hatte Einsatzleiter Jens Schmitt auch die Untere Wasserbehörde informiert. Der Leiter der Feuerwehr erklärte aber zudem vor Ort auch, dass der Löschschaum keine Umweltgefahr darstellt und biologisch abbaubar ist.

Der Harvester, der ziemlich von Anfang an bereits im Vollbrand stand, war nicht mehr zu retten. Ein weiteres Übergreifen der Flammen auf Holzpolter oder den Waldboden wurde verhindert. Verletzt wurde zum Glück niemand, die Höhe des Sachschadens steht noch nicht fest. Ebenso wenig können Angaben zur Brandursache gemacht werden.   

Freitag, 12 November 2021 16:21

Sonne blendet: Unfall mit Verletzten

LEIMSTRUTH. Erneut kam es an der Kreuzung Leimstruth – Rohrbach zu einem Verkehrsunfall, bei dem Menschen verletzt wurden. Schon lange wartet man hier auf einen Kreisverkehr. Diesmal war der Unfall zwar auf die tief stehende Sonne zurück zu führen, ein Kreisverkehr hätte vor Ort die Folgen aber sicher gemindert, oder den Unfall tatsächlich erst gar nicht passieren lassen. Ein silberner Subaru Forester und ein schwarzer Chevrolet sind im Kreuzungsbereich zusammengestoßen, der Beifahrer im Chevrolet wurde dabei verletzt und musste mit dem DRK Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht werden.

Wie die Polizei vor Ort mitteilte, wollte die Fahrerin des silbernen Forester aus Schameder kommend von der B 62 nach links in Richtung Rohrbach abbiegen. Wegen der tief stehenden Sonne hatte die Frau dabei den aus Richtung Leimstruth herannahenden Chevrolet übersehen, der in Richtung Schameder fahren wollte. Im Kreuzungsbereich stießen beide Fahrzeuge dann zusammen. Sie wurden dabei so schwer beschädigt, dass sie nicht mehr fahrbereit waren. Außerdem mussten die Feuerwehren aus Schameder und Balde ausrücken, um auslaufende Betriebsmittel abzustreuen. Die Polizei führte den Verkehr um die Unfallstelle herum, sodass die Straße nur von Schameder in Richtung Rohrbach nicht befahren werden konnte.

Donnerstag, 11 November 2021 22:09

Lkw rutscht mit Überseecontainer ins Backhaus

RICHSTEIN. Ein Lkw, der Käferholz in einen Überseecontainer geladen hatte, ist heute Nachmittag im Bad Berleburger Ortsteil auf einem abschüssigen Weg auf dem unbefestigten Randstreifen ins Rutschen geraten und dann mit dem Container in ein Backhaus geprallt. Dabei hat sich das Gespann derart verkeilt, dass ein eigenständiges Wegfahren nicht mehr möglich war.

Der Lkw Fahrer aus Rumänien hatte nach eigenen Angaben etwa 20 Tonnen Holz geladen und den Container zu etwa dreiviertel gefüllt. Er kümmerte sich in Absprache mit der Polizei eigenständig um ein Bergungsunternehmen. Verletzt wurde glücklicherweise niemand, die genaue Schadenshöhe steht noch nicht fest. Eine Firma aus Korbach ha die Bergung übernommen.

FRANKENBERG. Am Dienstagabend gegen 18.20 Uhr kam es in Frankenberg im Bereich der Ausfahrt zur B252 auf der Ederstraße zu einem schweren Verkehrsunfall, bei dem eine Person verletzt worden ist. Sie musste vor Ort vom Rettungsdienst und Notarzt aus Frankenberg versorgt werden.

Zuvor war der 21-Jährige aus Dautphetal (Marburg-Biedenkopf) mit seinem dunklen Audi in die Leitplanken geprallt. Nach ersten Erkenntnissen war der Fahrer vermutlich zu schnell unterwegs und ist dabei auf der B252 ins Schleudern geraten, bevor es zum Unfall kam. Andere Verkehrsteilnehmer waren zum Glück nicht am Unfall beteiligt, der Mann saß alleine im Fahrzeug.

Insgesamt beläuft sich der Gesamtsachschaden auf 5500 Euro, wobei zwei Verkehrszeichen und einige Leitplankenfelder mit 1500 Euro zu Buche schlagen.

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DOTZLAR. Glück im Unglück hatten drei Männer bei einem Unfall mit ihrem Müllsammelfahrzeug am Dienstagmorgen gegen 07:00 Uhr. Die drei wollten ein Außengehöft zwischen Dotzlar und Sassenhausen anfahren, um dort Müll abzuholen, als ihr 16 Tonen schwerer Lkw auf dem schmierigen und matschigen Feldweg, der als Zufahrtsweg zu den Häusern gilt, ins Rutschen geriet und nach links vom Weg in eine Böschung gezogen wurde.

Der Wagen wurde in Schieflage gestoppt, drückte einige Zaunpfähle um und blieb in der Böschung stehen. Die drei Männer blieben glücklicherweise unverletzt und auch der Müllwagen blieb unbeschädigt. Die Männer organisierten die Bergung des Fahrzeuges selbst, sodass die Polizei nicht einschreiten musste und nach einem kurzen Einsatz vor Ort wieder abrücken konnte. Die Bergungsarbeiten laufen derzeit erst an.

SCHAMEDER. Hubschraubereinsatz in der Dunkelheit am Dienstagabend am Flugplatz Schameder. Mit Hilfe der Feuerwehren aus Rüppershausen und Schameder wurde eine Landestelle am Flugplatz ausgeleuchtet, damit der Rettungshubschrauber „Christoph Mittelhessen“ aus Reichelsheim in der Wetterau einen Patienten vom DRK Rettungsdienst übernehmen und in eine weit entfernt liegende Spezialklinik fliegen konnte.

Eigentlich, so erklärte ein Feuerwehrmann vor Ort, sei der Einsatz in Amtshausen vorgesehen gewesen und der Hubschrauber habe in den Wiesen in Richtung Immergrün landen sollen. Der Pilot habe aber darum gebeten, aus Sicherheitsgründen bei Dunkelheit den Flugplatz anfliegen zu wollen. So kam es auch zu Stande, dass die Löschgruppe aus Rüppershausen, die zuerst alarmiert worden war, gemeinsam mit den Kameraden aus Schameder im Einsatz war.

An der eigentlichen Notfallstelle hatten Rettungsdienst und Notarzt den Hubschrauber für einen schnellen und schonenden Transport angefordert und waren dann mit Patient zum Flugplatz gefahren. Eigentlich nichts besonderes, bei Dunkelheit aber kann der eigentlich zuständige Hubschrauber aus Siegen nicht mehr zum Einsatz kommen. Für den Nachtflug gibt es weniger Hubschrauber, die Wittgenstein versorgen können. Der Hubschrauber „Christoph Gießen“, der sonst Nachteinsätze in Wittgenstein übernimmt, war am Dienstag nicht verfügbar. So wurde vom selben Betreiber, der Johanniter Luftrettung und der Firma Heliflight, der Hubschrauber aus der Wetterau geschickt, der zumindest Nachtübergreifend bis 21:00 Uhr, nicht aber die gesamte Nacht Einsätze und Anforderungen wahrnimmt.

Weitere Rettungshubschrauber, die bei Dunkelheit in Wittgenstein zum Einsatz kommen können, sind „Christoph Westfalen“ von der ADAC Luftrettung am Standort Greven bei Münster, sowie der SAR Hubschrauber „SAR 41“ der Bundeswehr, der am Fliegerhorst Nörvenich stationiert ist. Dieser Hubschrauber kommt allerdings ohne Notarzt zum Einsatz. Ein Notarzt von der Einsatzstelle, zu der der Hubschrauber angefordert wird, muss in so einem Fall den Flug begleiten und wird anschließend wieder zurück geflogen. In Köln oder Frankfurt stehen, entgegen einer weit verbreiteten Meinung in der Bevölkerung, keine Rettungshubschrauber für den Nachtflug zur Verfügung. Wohl aber läuft in manchen Fällen, wenn es um geplante Verlegungsflüge geht, eine Koordinierung der Hubschraubereinsätze  über die Leitstelle der Berufsfeuerwehr Köln in Zusammenarbeit mit der Kreisleitstelle in Siegen, die primär für alle Hubschraubereinsätze in Siegen-Wittgenstein zuständig ist.

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