ERNDTEBRÜCK. Ein leer stehendes Wohnhaus in der Sommerstraße im Ortsteil Birkelbach ist Schauplatz eines größeren Polizeieinsatzes geworden, nachdem dort eine riesige Cannabisplantage entdeckt wurde. Der Vorfall ereignete sich am Mittwochnachmittag, dem 7. Januar, gegen 15.30 Uhr im Bereich der Ortsdurchfahrt, wobei im späteren Verlauf auch das THW hinzugezogen werden musste.
Flucht über den Balkon
Eigentlich habe es sich zunächst um eine Maßnahme der Justizbehörde gehandelt, die dann jedoch die Polizei hinzugezogen habe, heißt es von der Polizei. Es sei eine behördlich angeordnete Räumung des Hauses an der Sommerstraße geplant gewesen. Beim Eintreffen des Zwangsverwalters flüchtete ein junger Mann über den Balkon des Hauses. Derzeit sei in dem Gebäude allerdings niemand gemeldet. Vor Ort entdeckte man eine riesige Cannabisplantage, weshalb die Polizei dann überhaupt erst hinzugezogen worden war.
Augenzeugen aus der Nachbarschaft berichten unterdessen, dass es in der Nähe der Birkelbacher Kirche eine Festnahme durch die Polizei gegeben habe. „Nach der Festnahme haben Polizisten die Fußspuren des Mannes im Schnee abfotografiert“, berichtet ein Anwohner. Die Polizei Siegen erklärte in einer Mitteilung, dass durch eine eingesetzte Streife ein junger Mann festgenommen worden sei, auf den die Beschreibung des aus dem Haus flüchtigen Mannes passte. Der 22-jährige Tatverdächtige wurde dem Polizeigewahrsam in Siegen zugeführt, wo er dem Haftrichter vorgeführt werden soll.
Professionelle Plantage in allen Räumen
Die Polizei hatte im Anschluss zunächst den Keller und dann die Haustür des Gebäudes aufgebrochen. Alle Räume im Haus waren voll mit Cannabispflanzen und entsprechenden technischen Einrichtungen, um die Pflanzen anbauen und groß werden lassen zu können. Außerdem gab es eine größere Menge an Setzlingen im Gebäude. Kräfte der Kriminalpolizei aus Bad Berleburg und Siegen nahmen den Tatort auf und erfassten alle illegalen Pflanzen und Einrichtungen. Um die große Menge an Cannabis zeitnah abtransportieren und vernünftig arbeiten zu können, wurde das THW Bad Berleburg zur Unterstützung gerufen.
Lebensgefahr durch manipulierten Strom
Das Haus musste zunächst durch die Firma Westnetz stromlos geschaltet werden, da es durch Manipulationen an der Elektroverteilung nicht auszuschließen war, dass es lebensgefährlich für die Einsatzkräfte werden konnte. Das THW sorgte dann sowohl in dem Haus als auch von außen für die nötige Beleuchtung. Außerdem waren die THW-Helfer beim Abtransport der augenscheinlich mehreren hundert Cannabispflanzen behilflich und verluden diese gemeinsam mit der Polizei auf mehrere Lkw. Weitere Ermittlungen der Polizei laufen aktuell auf Hochtouren. Die Sommerstraße blieb dazu bis zum späten Mittwochabend voll gesperrt.
Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sollen sich unter 02751-9090 bei der Kriminalpolizei in Bad Berleburg melden.







