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KORBACH/VOLKMARSEN. Es gibt sicherlich bei jedem Menschen Geschichten in seinem Berufsleben, die man nicht vergisst - eine solch kuriose Geschichte begann am Dienstag im Korbacher Amtsgericht und endete in einem Volkmarser Ortsteil, mit der Beschlagnahmung eines Opel Astra. Hauptdarsteller in der "Dreigroschenoper" sind eine 29-jährige Frau und ein 34-jähriger Mann, die derzeit in dem 128 Einwohner zählenden Volkmarser Ortsteil wohnen.

Wegen mehrmaligen Fahrens ohne gültige Fahrerlaubnis war der 34-Jährige schon öfter aufgefallen, das letzte mal im Sommer 2019, als er bei einer Polizeikontrolle in Bad Arolsen zugeben musste, keinen Führerschein zu besitzen. Daraus ergab sich eine Anzeige, die am 11. Februar 2020 vor dem Amtsgericht Korbach verhandelt wurde. Das Urteil lautete zehn Monate auf Bewährung, mit weiteren Auflagen versehen. Dankend nahm der 34-Jährige das Urteil entgegen und gelobte Besserung.

Zufrieden mit dem Urteil waren auch Beamte der Polizei Bad Arolsen, die als Zeugen vor Gericht auftreten mussten. Nach Verlassen des Amtsgerichts setzten die Beamten ihren Dienst weiter fort. Die Streifenfahrt führte die Ordnungshüter über Volkmarsen nach Herbsen und weiter in Richtung Ammenhausen. Auf dem Teilstück in Richtung Hörle trauten die Uniformierten ihren Augen nicht. Vor ihrem Streifenwagen fuhr ein schon bekanntes Fahrzeug, nämlich ein Opel Astra, der auf die 29-jährige Lebensgefährtin des Verurteilten zugelassen ist. Da auch die 29-Jährige bereits mehrfach wegen Fahrens ohne gültige Fahrerlaubnis in Erscheinung getreten war, hielten die Beamten die Frau im Astra an.

Die Wiedersehensfreude hielt sich in Grenzen, hatten die Beamten die Frau doch erst am Vormittag im Gerichtsgebäude in Korbach gesehen, als ihr Lebensgefährte zu zehn Monaten Freiheitsentzug auf Bewährung verdonnert wurde. Der 34-Jährige, der im Astra auf dem Beifahrersitz saß, äußerte sich zum Sachverhalt nicht. Auch nicht auf die Frage, ob er am Amtsgericht Korbach von seiner Lebensgefährtin abgeholt worden sei - vom Zeitraum her würde das nämlich passen. 

Um die Halterin des Opels vor weiteren Fahrten ohne Fahrerlaubnis zu schützen, wurde das Fahrzeug von der Polizei  beschlagnahmt. Es folgte eine neue Anzeige wegen Führens eines Kraftfahrzeugs ohne gültige Fahrerlaubnis. (112-magazin)

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Publiziert in Polizei

BAD WILDUNGEN. Nach einer Serie von Feuern in Bad Wildungen, bei der auch eine Mutter-Kind-Klinik evakuiert werden musste, ist ein 55-jähriger Mann wegen versuchter schwerer Brandstiftung zu drei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt worden.

Das Amtsgericht Fritzlar sah es nach mehrstündiger Verhandlung am Donnerstag als erwiesen an, dass er zumindest für drei Brände verantwortlich war - unter anderem den in der Klinik.

Rückblende: Es ist ein kalter Abend am 24. November 2014, als 35 Mütter und 54 Kinder die Mutter-Kind-Klinik in Bad Wildungen verlassen müssen. In einem Kellerraum der Klinik sind Mülltonnen in Brand gesetzt worden, starker Rauch zieht ins Gebäude - es ist einer von vier Brandeinsätzen für die Feuerwehr in Wildungen an diesem Abend. Die Evakuierten werden von einem benachbarten Restaurant aufgenommen, in Decken gehüllt kehren sie später in die Klinik zurück. Noch in der Nacht wird ein damals 54-jähriger Mann festgenommen, der verdächtig ist, das Feuer in der Klinik gelegt zu haben.

Insgesamt waren in Bad Wildungen im November 2014 in zehn Fällen Mülltonnen und Papiercontainer angezündet worden.

Vor dem Fritzlarer Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Eichler machte der Angeklagte zu den Vorhaltungen keine Aussage. So musste aus Indizien und Zeugenaussagen ein Bild geformt werden. Der Haftbefehl gegen den Mann bleibt bestehen, das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

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KORBACH. Die Angeklagte weinte bei der Urteilsbegründung und entschuldigte sich bei dem Mann, den sie angefahren hatte. Gerade war sie zu 90 Tagessätzen zu je 25 Euro verurteilt worden – wegen Unfallflucht mit einem schwer verletzten Fußgänger.

Strafrichter Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling sah es am Dienstag als erweisen an, dass die Frau einen heute 67 Jahre alten Fußgänger fahrlässig verletzt hatte. Die Strafe resultierte aber vor allem daraus, dass sie den Unfallort verlassen hatte, ohne sich um das Geschehen zu kümmern. Und das, obwohl sie wusste, dass etwas passiert war. Am nächsten Tag erfuhr sie genauer, dass es dort einen Unfall gegeben hatte, bei dem ein Mann schwer verletzt worden war.

Dieser Mann ging in der Nacht des 21. September 2013 zu Fuß von Lengefeld nach Korbach. Die Angeklagte hatte den Abend gemeinsam mit ihrem Mann bei Bekannten verbracht. Dort hatten die Männer Alkohol getrunken, die Gastgeberin und die Frau jeweils einen süßen Korn. Vor Mitternacht fuhr die Frau mit ihrem Mann nach Hause. Auf der Straße zwischen Korbach und Lengefeld hörte sie plötzlich einen Knall, nachdem sie von einem entgegenkommenden Fahrzeug geblendet worden war. Statt anzuhalten, fuhr die Frau weiter.

Sie stoppte erst kurz vor Lengefeld. Der Mann stellte fest, dass der Spiegel abgebrochen war. Bei einem Blick zurück auf die Straße sah er nichts. Der Mann schimpfte über den Schaden, berichtete die Frau im Gericht. Dann stieg er ein und das Paar kehrte nach Hause zurück.

Dort ließ der Frau das nächtliche Geschehen keine Ruhe. Sie bat ihre Tochter, an der Unfallstelle nachzuschauen. Außerdem stieß die Tochter am nächsten Tag im Internet auf 112-magazin.de auf die Unfallmeldung.

"Hervorragende Arbeit der Polizei"
Die Polizei leistete in den nächsten Tagen laut Staatsanwältin "hervorragende Arbeit". Anhand der Spiegelreste ermittelte der Beamte den Autotyp, einen älteren Volvo und grenzte die Herkunft ein. Mit weiteren Informationen und der Unterstützung westfälischer Beamter konzentrierte sich die Korbacher Polizei auf einen Wagen: das Fahrzeug, das die Frau gefahren hatte. Als die Polizisten vorfuhren, trafen sie den Ehemann. Der bestritt, dass der Wagen in einen Unfall verwickelt gewesen sei. Weil ein neuer Spiegel angebracht worden war, stellte die Polizei das Auto sicher. Bei der kriminaltechnischen Untersuchung wurden Unfallspuren gefunden. Mit Recherchen im Internet auf entsprechenden Plattformen führten die Ermittler zudem den Beweis, dass der Mann den Spiegel kurz nach dem Unfall erworben hatte.

Nach sechs Wochen zur Polizei
Erst nach sechs Wochen gab die Frau bei der Polizei zu, gefahren zu sein. Sie dachte, sie habe einen Leuchtpfosten gestreift, sagte sie im Gericht. Dass auf der Straße nichts zu sehen war, war klar: Das Unfallopfer war in den Graben geschleudert worden. Erst Stunden später gelang es dem Mann, sich nach Lengefeld zu schleppen und Hilfe zu rufen.

Die lange Zeit zwischen Unfall und Geständnis bei der Polizei führte zu der hohen Geldstrafe, die auch die Anklage gefordert hatte.


112-magazin.de berichtete über den Unfall und die Ermittlungen:
Angefahrenen Fußgänger schwer verletzt liegen gelassen (22.09.2013)
Nach Unfallflucht mit Schwerverletztem: Volvo V40 gesucht (27.09.2013)
Unfallflucht mit Schwerverletztem: Gesuchter Volvo gefunden (03.10.2013)

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TWISTE/KASSEL. Drei Jahre und sechs Monate Haft - so lautet das Urteil im Prozess um die Brandserie in Twiste. Der 19-jährige Angeklagte hatte bereits im Vorfeld gestanden, die Feuer gelegt zu gaben. Jetzt muss er wegen Brandstiftung ins Gefängnis.

Staatsanwältin Andrea Musold hatte drei Jahre und sechs Monate nach Jugendstrafrecht gefordert. Der Nebenkläger forderte eine Strafe im oberen Bereich der möglichen Höchststrafe von zehn Jahren. Der Verteidiger forderte, unter dem Strafmaß der Staatsanwältin zu bleiben. Der Angeklagte habe durchaus sein Unrecht nach den Taten gesehen und beim Löschen geholfen.

Bevor sich das Gericht am Mittwoch zur Beratung zurückzog, gab es dem Angeklagten das Wort. "Es tut mir unendlich leid, was ich getan habe. Ich möchte eine Ausbildung machen", sagte er leise. Der Verteidiger erklärte zudem, dass auch die Eltern Verantwortung tragen. Sie hätten bis heute in der Erziehung versagt.

Das Gericht verurteilte den 19-Jährigen schließlich zu drei Jahren und sechs Monaten wegen Brandstiftung, schwerer Brandstiftung und fahrlässiger Körperverletzung sowie versuchter Brandstiftung. Der Haftbefehl wird aufrecht erhalten.


112-magazin.de berichtete über die drei Fälle:
Großbrand zerstört Bauernhof: Fünf Verletzte, Pferd tot (11.03.2014, mit Video u. Fotos)
Kripo: Neuer Großbrand in Twiste durch Brandstiftung (16.03.2014, mit Video u. Fotos)
Brandstiftung in Twiste: 19-Jähriger gibt Tat vor Kripo zu (24.03.14, mit Video u. Fotos)

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Publiziert in Polizei

FRANKENBERG/BATTENBERG. Mit einem "moderaten Urteil" - so Richterin Andrea Hülshorst - endete am Freitagmittag vor dem Amtsgericht in Frankenberg der Prozess gegen einen Berufskraftfahrer. Der Mann hatte stark betrunken mit einem besetzten Schulbus eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

Nach mehr als vierstündiger Verhandlung und der Anhörung von zehn Zeugen wurde der 63-Jährige zu einer Geldstrafe von insgesamt 1350 Euro verurteilt. Bei einer Chaos-Fahrt am 10. September vergangenen Jahres in Battenberg hatte der Busfahrer in stark alkoholisiertem Zustand mehrere Unfälle gebaut. Einige Kinder im Schulbus waren verletzt worden.

Hintergrund des Urteils: Der verheiratete Angeklagte ist arbeitslos und lebt von Hartz IV.

Die Fahrerlaubnis wurde dem gebürtigen Kasachen mit deutscher Staatsangehörigkeit für die Dauer von sechzehneinhalb Monaten entzogen: sechseinhalb Monate ist der Mann den Führerschein bereits los, auch für die nächsten zehn Monate wird ihm die Führerscheinbehörde keine neue Fahrerlaubnis erteilen.

Mit ihrem Urteil folgte Richterin Hülshorst konkret dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Ein Gutachter der Rechtsmedizin hatte bei dem Mann zur Tatzeit einen Alkoholwert von mindestens 2,75 und höchstens 3,22 Promille ermittelt.


112-magazin.de berichtete über den Fall:
Besoffener Busfahrer baut mehrere Unfälle: Kind schwer verletzt (10.09.2013, mit Fotos)

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Publiziert in Polizei
Mittwoch, 27 November 2013 15:01

Schockanrufe: Litauer hinter schwedischen Gardinen

KORBACH/HOF. Nach einem Schuldspruch vor dem Korbacher Amtsgericht ist derselbe "Kandidat" in Hof vom dortigen Gericht erneut verurteilt worden. Der als Wiederholungstäter geltende Litauer sitzt nun in Haft.

Anfang November hatte das Korbacher Schöffengericht einen ersten Schuldspruch nach einem "Schockanruf" verhängt. Unter dem Vorsitz von Richter Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling verurteilte das Schöffengericht einen 23-jährigen Litauer wegen Betruges zu einer Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung.

Der 23-Jährige hatte als Geldabholer von einer älteren russlanddeutschen Frau im Juli des vergangenen Jahres 5000 Euro ergaunert und quittiert. Diese Quittung wurde ihm in der Folge zum Verhängnis. Dank akribischer Spurensuche an dem benutzten Kugelschreiber konnte die Korbacher Kripo DNA-Spuren sichern, die auf die Spur des jungen Litauers führten, der bereits seit fast einem Jahr in der Bayreuther Haftanstalt in Untersuchungshaft sitzt. Deshalb konnte er das Korbacher Amtsgericht nach Urteilsverkündung auch nicht freien Fußes verlassen, sondern wurde wieder in die Bayreuther Haftanstalt überführt.

Dort wartete er auf weitere Verfahren wegen Schockanrufen, die am 15. November zu einer weiteren Verurteilung führten. Dem Umstand, dass dem Landgericht in Hof nun das rechtskräftige Urteil des Korbacher Schöffengerichtes vorlag, führte dazu, dass die Verurteilung höher ausfiel, da der verurteilte Litauer nun als Wiederholungstäter gilt. Wegen sechs weiterer Taten verurteilte ihn das Hofer Schöffengericht zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten.

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Publiziert in Polizei
Montag, 28 Januar 2013 12:19

Wettbüro-Einbruch: 25-Jähriger in Haft

KORBACH. Zu zehn Monaten Haft hat das Korbacher Amtsgericht einen jungen Mann aus Nordwaldeck verurteilt. Amtsrichter Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling befand den Mann für schuldig, im August 2011 in ein Korbacher Wettbüro eingebrochen zu sein. Weil der Angeklagte wegen einer anderen Tat noch unter Bewährung stand, muss er die Haftstrafe antreten, wenn sie rechtskräftig wird.

Schon Anfang Januar war wegen des Einbruchs verhandelt worden. Am Montag wurde noch ein weiterer Zeuge gehört. Zeugen für die Tat hatte es nicht gegeben. Im Gericht schwieg der 25-Jährige. Und auch Spuren gab es nicht - bis auf einen Blutstropfen, der auf die Spur des Mannes führte. Anhand der Indizien und des Blutstropfen verurteilte Kalhöfer-Köchling den Mann. Er sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte den Einbruch begangen hatte, bei dem etwa 4500 Euro Bargeld erbeutet wurden.

Insider-Wissen
Weil seine damalige Freundin in dem Wettbüro gearbeitet habe, habe er das Wissen gehabt, dass in der Nacht diese Geldmenge in der Kasse lag. Denn normalerweise brachte der Betreiber die Einnahmen regelmäßig zur Bank. Von Insider-Wissen ging der Richter aus, weil bei dem Einbruch gezielt nur nach Geld gesucht wurde. Andere Wertgegenstände wie Flachbildschirme seien nicht beachtet worden.

DNA-Untersuchung führt zu 25-Jährigem
An der mit Sicherheitsglas ausgestatteten Eingangstür hatte die Kriminalpolizei einen Blutstropfen gefunden. Den hatte laut Richter der Täter beim Einschlagen hinterlassen. Und der war dem jungen Mann zum Verhängnis geworden. Denn die DNA-Spur aus diesem Tropfen brachte die Polizei auf die Spur des Nordwaldeckers. Der war polizeibekannt, weil er eine gefährliche Körperverletzung begangen hatte. Wegen dieser Tat, die vor dem früheren Bad Arolser Amtsgericht geahndet worden war, stand der Mann noch unter Bewährung.

Verteidiger wollte Freispruch
Mit den zehn Monaten Haft war Kalhöfer-Köchling dem Antrag der Staatsanwaltschaft gefolgt. Auch die sah den Mann anhand der Indizien als den Täter an und hatte sich gegen eine Bewährungsstrafe ausgesprochen. Der Verteidiger plädierte auf Freispruch, weil er die Indizien gegen seinen Mandanten als nicht ausreichend erachtete. Quelle: HNA

Publiziert in Archiv - Sammlung
Freitag, 14 September 2012 16:05

Kripo zerschlägt Autoschieber-Bande

FRANKENBERG/KORBACH. Ein 33-jähriger Mann aus Frankenberg ist als Haupttäter einer international agierenden Auto-Schieber-Bande überführt und verurteilt worden. Der Mann hat zusammen mit Komplizen mindestens zehn wertvolle Toyota Land Cruiser gestohlen und in die Ukraine verschoben.

Von der dortigen Polizei gab es im Dezember 2011 erste Hinweise auf den 33-Jährigen an das Bundeskriminalamt. Die Korbacher Polizei wurde hellhörig - hatte sie den 33-Jährigen doch bereits im Jahr 2006 verdächtigt, einer Bande von Autodieben anzugehören. Auch damals waren wertvolle Toyota-Geländewagen gestohlen worden.

Die Korbach Polizei übernahm die Ermittlungen und setzte umfangreiche technische Überwachungen ein. Unter anderem wurden mehrere Telefone von Verdächtigen abgehört. So bekamen die Korbacher Ermittler mit, dass der 33-Jährige einen Toyota-Händler im süddeutschen Filderstadt ausspioniert. Dort stellten die Beamten dem Mann eine Falle: Am 29. Januar wurden er und ein Komplize von einer Spezialeinheit der Polizei auf frischer Tat festgenommen.

Das Landgericht Marburg verurteilte ihn inzwischen wegen schweren Bandendiebstahls zu vier Jahren und neun Monaten Haft. Sein Komplize erhielt ein Jahr und zehn Monate, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Der Mann war polizeilich vorher noch nicht in Erscheinung getreten, auch konnte ihm nur die Beteiligung an zwei Diebstählen nachgewiesen werden.

Wegen Beihilfe zu Bewährungs- beziehungsweise Geldstrafen verurteilt wurden auch die Lebensgefährtin des 33-Jährigen sowie ein Bekannter von ihm. Die Lebensgefährtin stammt aus Süddeutschland, der Bekannte aus Waldeck-Frankenberg. Die Bande hatte die Toyota-Geländewagen überwiegend in Baden-Württemberg und Bayern gestohlen. Zehn Fälle konnten der Bande zweifelsfrei nachgewiesen werden, berichtet Erste Kriminalhauptkommissar Susanne Gumpricht von der Korbacher Kripo an diesem Freitag in einer Pressekonferenz.

Die Kripo vermutet aber, dass auch mehrere ähnliche Diebstähle auf das Konto des 33-Jährigen und seiner Komplizen gehen. Die Ermittler hoffen auch, dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren aus dem Jahr 2006 wieder aufrollt. Sie vermuten, dass der 33-Jährige bereits damals der Bande angehörte. Das Verfahren war jedoch 2008 eingestellt worden, weil es keine gerichtsverwertbaren Beweise gab beziehungsweise sich die mutmaßlichen Täter ins Ausland abgesetzt hatten.

Publiziert in Polizei
Montag, 02 Juli 2012 18:23

Geldstrafe nach tödlichem Zusammenstoß

KORBACH. Zu einer Geldstrafe von 8000 Euro hat das Korbacher Amtsgericht einen jungen Waldecker verurteilt. Der Mann wurde schuldig gesprochen, Anfang Oktober vergangenen Jahres einen schweren Verkehrsunfall verursacht zu haben, bei dem eine Frau ums Leben kam. Er musste sich am Montag wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung vor Gericht verantworten.

Ein später Nachmittag im Oktober 2011 in der Nähe von Goldhausen. Der junge Mann ist mit seinem Auto auf dem Weg zu seiner Freundin ins Sauerland. Er kennt die Strecke, fährt sie häufiger. Doch an diesem Tag wird die Routinetour zu einer Fahrt mit tragischem Ende. Ausgangs einer Rechtskurve gerät sein Auto ins Schleudern. Der junge Mann versucht noch gegenzulenken, kann den Zusammenstoß mit dem entgegenkommenden Auto jedoch nicht mehr verhindern.

Dessen 53 Jahre alte Fahrerin erlag noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen. Ihr Sohn und auch der Unfallverursacher wurden schwer verletzt. Bis heute sind bei beiden die Verletzungen noch nicht ausgeheilt, wie im Gerichtssaal deutlich wird. Der Sohn der getöteten Frau aus dem Hochsauerlandkreis verlor nach dem Unfall auch noch seinen Arbeitsplatz, sagte er im Zeugenstand. Der Angeklagte kann sich an diesen Tag nicht mehr erinnern. Er wachte erst einige Tage später auf der Intensivstation einer Kasseler Klinik wieder auf.

Sowohl eine Polizistin als auch ein Sachverständiger berichten übereinstimmend, dass die Straße an dem Tag feucht war. Das in Verkettung mit anderen Umständen führte zu dem tragischen Unfall. 120 Stundenkilometer sei der junge Mann mutmaßlich gefahren, hatte der Gutachter ausgerechnet. Außerdem hatte er unterschiedliche Reifen aufgezogen, die aber alle den technischen Vorschriften entsprachen, sagte der Sachverständige. Aber in der Kombination führten diese Umstände dazu, dass der Fahrer in der ihm bekannten Kurve die Kontrolle verlor, auf die Gegenfahrbahn geriet und dort den tödlichen Unfall verursachte.

Alkohol spielte bei dem Unfall keine Rolle. Und mit dem Gesetz war der Fahrer bisher auch nicht kollidiert. Deswegen verzichtete Amtsrichter Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling auf eine Freiheitsstrafe und verhängte die Geldstrafe. Er würde die Ereignisse dieses Tages am liebsten wieder ungeschehen machen, sagte der Unfallfahrer in seinem Schlusswort im Gericht.


112-magazin.de berichtete am Abend des Unfalls ausführlich:
53-Jährige stirbt nach schwerem Verkehrsunfall (06.10.2011, mit Video u. Fotos)

Publiziert in Polizei

FRANKENBERG. Vertagt hat das Frankenberger Amtsgericht ein Strafverfahren gegen einen 61-jährigen Mann, der sich wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten muss.

Verhandelt wird gegen den früheren jagdlichen Fachberater des Dodenauer Wildgeheges. Die Stadt Battenberg hatte das Beschäftigungsverhältnis wegen eines gestörten Vertrauensverhältnisses beendet.

Am 21. Oktober 2011 war der Angeklagte vom Forstamt Frankenberg zu einer Gesellschaftsjagd eingeladen. Dort bestätigte sich, was Fachleute aus der Forst- und Jagdszene zuvor schon tuschelten: Der heute 61-jährige besitzt keine gültige Jagdausübungsberechtigung und keine Schießerlaubnis mehr.

Vor Gericht stand der frühere Berufsjäger, weil er bei dieser Jagd ohne Schießerlaubnis ein Gewehr mitgeführt haben soll - was der Angeklagte energisch bestritt: „Ich habe keine Schusswaffe dabei gehabt."

Es gibt jedoch einige Merkwürdigkeiten. „Bei einer solchen Jagd kontrollieren wir morgens die Jagdscheine", sagte der Frankenberger Forstamtsleiter als Zeuge aus. Der Angeklagte habe keinen gültigen Schein vorweisen können. Als Begründung habe der 61-Jährige angegeben, er habe am Morgen seinen Rucksack mit dem seines Sohnes verwechselt, der ebenfalls Jäger ist und an einer anderen Jagd teilnahm.

Nach der Mittagspause, bei der neuen Gruppeneinteilung, habe er noch einmal nachgefragt, ob sich „das mit dem Jagdschein geklärt" habe, sagte der Forstamtsleiter. Nachdem ein damit beauftragter Revierförster dies verneinte, durfte der Angeklagte weiterhin nicht als Schütze, sondern nur als „Beobachter" an der Jagd teilnehmen.

Damit waren die Voraussetzungen klar. Nun gibt es aber zwei Zeugen, die den Angeklagten während der Jagd mit einem Gewehr gesehen haben wollen: Ein 45-jähriger Treiber sagte vor Gericht: „Er hat da gestanden in einer sehr auffälligen, roten Jacke. Das Gewehr hatte er geschultert."

Ein weiterer Treiber, ein 25-jähriger Student, will aus etwa 20 Metern Entfernung gesehen haben, dass der Angeklagte – den er offenbar wegen seiner Bekleidung als Berufsjäger bewunderte – ein Gewehr in der Armbeuge trug.

Auf mehrfache Nachfrage der Verteidigung schwächten die Zeugen später ihre Aussagen ab; auch mit dem Verweis darauf, dass der Vorfall schon fast acht Monate zurück liege.

Widersprochen haben beide Zeugen einer Version der Verteidigung, bei dem mutmaßlichen Gewehr könnte es sich auch um einen großen Stock gehandelt haben. Einen solchen Stock führte der Angeklagte im Gerichtssaal vor und gab an, dass er diesen benutze, um sein Fernglas aufzulegen.

Richterin Andrea Hülshorst will nun weitere Zeugen laden. Ein Termin für die Fortsetzung steht noch nicht fest.

Quelle: HNA

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