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BAD WILDUNGEN/HEIMERZHEIM. Donnerstagmorgen, 08:30 Uhr. An seiner Arbeitsstelle bekommt Oliver Münch von der Bergwacht Bad Wildungen einen Anruf: Es werden Luftretter im Hochwasserkatastrophengebiet benötigt. Menschen sind in Lebensgefahr, müssen von umfluteten Hausdächern gerettet werden. Für den 33-jährigen Bad Wildunger und auch seinen Arbeitgeber, die Kommunalwald GmbH Waldeck-Frankenberg, gar keine Sekunde des Zögerns: Oliver Münch wird den Einsatz sofort wahrnehmen.

„Da hat mein Arbeitgeber sofort zugestimmt und war froh, dass es Menschen gibt, die in dieser Situation helfen können“, ist Oliver Münch begeistert von der unkomplizierten Einstellung seines Arbeitgebers.

Dann geht es ganz schnell: Oliver fährt zur Bergrettungswache in Bad Wildungen und rüstet sich für den Luftrettungseinsatz aus, während in Fuldatal bei Kassel zwei Hubschrauber der Bundespolizei starten. Jene Fliegerstaffel, die mit den Kameraden der Bergwacht Bad Wildungen vier Mal im Jahr in und um Bad Wildungen Luftrettungseinsätze trainiert – für den Ernstfall, der nun in einer ganz anderen Dimension eingetreten ist, als man es eigentlich erwartet. Regionale Einsätze, bei denen ein Wanderer in Not geraten ist und in unwegsamem Gelände nicht vom Rettungsdienst erreicht werden kann, hat Oliver Münch schon geflogen. Ein Hochwassereinsatz aber, bei dem Menschen ertrunken sind und einige sich in letzter Sekunde auf Hausdächer oder Bäume retten konnten, und nun auf seine Hilfe warten – das ist für den 33-Jährigen Neuland. „Da war schon eine Aufregung da“, gesteht er mir in unserem Gespräch. Aber nach dem ersten Einsatz, so erzählt er mir, habe sich das schnell gelegt.

Oliver Münch kam mit einem Hubschrauber vom Typ EC 155 in Heimerzheim, unweit der A61 zum Einsatz. Die Kollegen mit dem zweiten Hubschrauber, einer Super Puma, sind in den Landkreis Ahrweiler geflogen.

„Als wir ankamen, haben wir schon gesehen, was los ist“, berichtet Oliver mir. Der junge Mann sieht Menschen auf Hausdächern, eingeschlossen von braunem Wasser. „Einige haben uns aus der Luft zu verstehen gegeben, dass sie noch aushalten und haben uns vorbei gewunken“, erzählt er. Weiter zu den Menschen, die am Ende ihrer Kräfte waren, die sehnlichst auf die Rettung aus der Luft gewartet haben. „Die haben uns herbei gewunken“, beschreibt er seine Eindrücke. Wie dann das weitere Vorgehen war, möchte ich von ihm wissen. „Wir haben geschaut, ob nichts gefährliches in der Nähe war und dann sind wie sofort runter gegangen“, erklärt er mir. Der Fachmann der Bergrettung hing dabei am Stahlseil, das von einem Windenoperator der Bundespolizei abgelassen wurden – hunderte Male trainiert, zum Beispiel am Hahnberg bei Bad Wildungen, oder am Bilstein. Unten bei den Menschen angekommen erklärt der Bergretter ihnen kurz, was nun geschehen wird, und wie der Winch, also das Aufziehen mit der Winde, ablaufen wird. Die Piloten halten ihre Maschine währenddessen wie eine Eins in der Luft. Was unter ihnen passiert, sehen sie nur eingeschränkt. Sie müssen sich auf die Kommunikation mit Bergretter und Windenoperator verlassen. „Und das hat einfach wunderbar funktioniert mit der Bundespolizei“, freut sich Oliver Münch. Nach der kurzen Einweisung der zu Rettenden werden diese in ein so genanntes Rettungsdreieck gepackt und dann gemeinsam mit dem Bergretter an Bord der Maschine geholt. „Die waren ganz ruhig beim Winchvorgang“, erinnert sich Oliver. Wenn die Menschen an Bord des Hubschraubers waren, wurden sie zu einem nahe gelegenen Sportplatz geflogen und dort von Hilfsorganisationen untersucht und weiter versorgt oder betreut. Der Hubschrauber drehte dann direkt wieder ab, um die nächsten Menschen von den Hausdächern zu retten. „Die waren so dankbar beim Aussteigen...“, beschreibt der Bergretter seine Eindrücke von den Landungen am Sportplatz.

„Es ging wirklich Step by Step“, erinnert er sich an die Einsatzabläufe vor Ort. Als Pausen dienten nur die obligatorischen Landungen, um den Hubschrauber wieder betanken zu können. Mobile Tankwagen der Bundespolizei und der Bundeswehr sind dazu ins Schadensgebiet gefahren. In Heimerzheim waren die Retter insgesamt mit drei Hubschraubern im Einsatz: „Die Bundeswehr war noch dort, wir mit der Bundespolizei mit der EC 155 und ebenfalls die Bundespolizei noch mit einer EC 135“, berichtet Oliver. Letzterer Hubschrauber verfügt bei der Bundespolizei allerdings nicht über eine Winde. „Mit diesem Hubschrauber wurden Erkundungsflüge gemacht. Er hat nach Menschen in Not gesucht, und diese an die beiden Windenhubschrauber gemeldet“, berichtet er.

Ich frage ihn, ob es denn eine gefährliche oder haarige Situation im Einsatz gegeben hat. Gefährlich sei es nicht gewesen, aber einen sehr anspruchsvollen Winch habe es schon gegeben. „Da stand ein Mensch kniehoch im Wasser mitten in einem engen Innenhof und ich dann auch. Das war wirklich sehr eng dort und eine große Herausforderung für die Hubschrauberbesatzung“, macht Oliver deutlich. Aber alles hat super geklappt. „Da weiß man einfach, wofür man das lernt“, resümiert er den Einsatz, der noch bis 19:00 Uhr an diesem Donnerstag andauerte. „Dann sind wir zum Hauptsitz der Bundespolizeifliegerstaffel nach Sankt Augustin geflogen. Schichtwechsel für die Besatzungen. Wir haben dort übernachtet und am nächsten Tag hatten wir eine Bereitschaft aufrecht zu erhalten“, erklärt Oliver mir, der bereits seit 2010 ehrenamtlicher Luftretter bei der Bergwacht ist. Da kam es für den Bad Wildunger aber zu keinem Einsatz mehr. Gegen 21:00 Uhr war der dann am Freitag wieder zu Hause in Bad Wildungen. Mit dem tollen Gefühl, mit seinem Wissen und seinem ehrenamtlichen Engagement Menschen in höchster Not aus einer Extremsituation gerettet zu haben.

Mich interessiert abschließend, wie sein Umfeld seinen Einsatz nach der Rückkehr gesehen hat. Oliver muss nicht lange überlegen: „Die große Erleichterung war sofort als erstes zu spüren. Sie waren heilfroh, dass mir nichts passiert ist. Denn sie hatten ja auch in den Medien mitbekommen, dass dort bereits Einsatzkräfte verunglückt und auch leider ums Leben gekommen waren“, schildert er. „Und vor allem meine Frau und meine Eltern waren sehr stolz“. Wie wir finden auch mit Recht. Wir sagen „Danke für Deinen Einsatz, lieber Oliver und mach weiter so, denn das ist ganz großes Kino!“

Publiziert in Retter

WINTERBERG. Etwas Aufregung war schon dabei, als Marc Sartorius von der Bergwacht Winterberg seinen Anruf vom DRK Kreisverband Brilon, dem die Bergwacht Winterberg untersteht, entgegennahm. „Könnt Ihr Luftretter ins Flutgebiet schicken? Die Polizeifliegerstaffel NRW hat hier angefragt“, wendet sich der Kreisverband an Sartorius, der selbst ehrenamtlicher Luftretter bei der Bergwacht ist. Einer von denen, die im Einsatzfall von der Winde eines Hubschraubers zu in Not geratenen Menschen abgewincht werden, um diese dann an Bord des Hubschraubers zu bringen.

„Es musste alles ganz schnell gehen und es hieß, dass der Hubschrauber uns in Winterberg abholen würde“, berichtet Marc Sartorius. Hauptberuflich im Rettungsdienst, hatte er an diesem Tag frei. Drei weitere Kollegen hatten sich ebenfalls schnell zurück gemeldet, mit Arbeitgebern gesprochen, oder kurzfristig Urlaub genommen, um im Krisengebiet irgendwo in Rheinland-Pfalz oder Nordrhein-Westfalen helfen zu können. Schließlich ist die Bergwacht Winterberg nur kurze Zeit später mit vier Leuten – den Luftrettern Marc Sartorius, Tobias Lutter und Marc Ramspott, sowie dem Bergretter Steffen Schnier nach Düsseldorf gestartet – zu einem der insgesamt zwei Standorte der Polizeifliegerstaffel NRW. „Eine Maschine war zu dieser Zeit bereits auf dem Weg ins Schadensgebiet, so dass wir schließlich bodengebunden nach Düsseldorf fahren mussten“, erklärt Marc Sartorius. Es sei der erste reale Luftrettungseinsatz für die Bergwacht Winterberg, berichtet Marc Sartorius. Allein deshalb schon habe sich das jahrelange Training am Hubschraubersimulator im Trainingszentrum in Bad Tölz gelohnt. Überhaupt sei deshalb auch erst die Alarmierung zu Stande gekommen: „Mitarbeiter der Polizeifliegerstaffel NRW haben damals mit uns in Bad Tölz gemeinsam trainiert und konnten sich daran erinnern, dass wir Luftretter in unserer Bergwacht haben“, berichtet Sartorius.

Kaum in Düsseldorf angekommen, erreicht die Kräfte der erste Hilferuf: Mit Hilfe der Hubschrauber soll ein Krankenhaus evakuiert werden. Da die Polizeihubschrauber jedoch über keine Krankentrage verfügen, muss dieser Einsatz schnell wieder abgebrochen werden. Die Kameraden aus Winterberg stellen nun mit einer Hubschrauberbesatzung den Grundschutz im regulären Einsatzradius des Hubschraubers sicher. Nach kurzer Zeit geht ein Notruf ein, dass ein Mensch im Rhein bei Düsseldorf treibt. Sofort startet der Hubschrauber mit den Luftrettern an Bord und nimmt Kurs in Richtung Rhein. Aus der Luft wird die vermeintliche Einsatzstelle erkundet, nach dem Menschen gesucht. Nach kurzer Zeit stellte sich allerdings heraus, dass die Person bereits nicht mehr im Rhein ist. Rückflug nach Düsseldorf. Gegen 20:00 Uhr ist der Einsatz, der für die Winterberger Kameraden gegen 12:00 Uhr begonnen hatte, beendet und sie können den Heimweg nach Winterberg antreten.

Besonders gefallen hat den Bergwachtlern die äußerst kollegiale und freundschaftliche Zusammenarbeit mit den Hubschrauberbesatzungen der Polizei NRW. „Das war ein Arbeiten auf Augenhöhe, es haben alle dieselbe Sprache gesprochen. Das jahrelange Training hat sich einfach ausgezahlt“, resümiert Marc Sartorius.

Publiziert in HSK Retter

WALDECK-FRANKENBERG UND REGIONEN. Wie versprochen gibt es hier wieder Neuigkeiten zur bereits angekündigten Serie über die Menschen hinter den Kulissen der Einsatzstellen. Heute Abend wird unsere Serie den Auftakt machen. Im Abstand von etwa drei Wochen stellen wir Euch hier Menschen vor, die jeden Tag für unsere und Eure Sicherheit im Einsatz sind.

Egal, ob haupt- oder ehrenamtlich, egal ob Feuerwehr, Polizei oder Rettungsdienst. Egal ob Luftrettung, Notfallseelsorge oder Bergwacht. Alle Helfer kommen hier zu Wort, alle die rund um die Uhr bereit sind, zu Einsätzen zu starten.

Viele, viele Menschen haben bereits Pate gestanden und uns exklusive Einblicke gewährt. Im Hintergrund läuft die Suche nach Menschen aus dem Blaulichtbereich, die bereit sind, uns und Euch über ihre Arbeit zu berichten, immer noch weiter. So werden wir auch in den nächsten Wochen und Monaten immer wieder Einsatzkräfte ansprechen und sie bitten, uns ihre Geschichte zu erzählen.

Den entsprechenden Artikel findet Ihr dann in der jeweiligen Region und Sparte, in der derjenige tätig ist. Wie gewohnt wird der Artikel aber auch in unserem Facebook-Account gepostet, sodass er darüber dann einfach gefunden werden kann.

Wenn Ihr, liebe Leser, jemanden kennt von dem Ihr meint, dass wir ihn hier unbedingt vorstellen sollten, dann schlagt ihn uns vor und wir nehmen Kontakt auf und erzählen seine Geschichte.

Auf Anregung unseres Kollegen Marvin Schreck möchten wir in absehbarer Zeit auch unsere Mitarbeiterschaft vorstellen, um Euch auch zu zeigen, wer hier bei uns hinter den Kulissen steckt.

Wir hoffen, dass Euch die künftig vorgestellten Geschichten hier gefallen und einen interessanten Einblick in die die wichtige Arbeit der Einsatzkräfte bieten können.

Für Wünsche und Anregungen Eurerseits sind wir dankbar und jederzeit offen.

Seid gespannt, mit welcher Persönlichkeit unsere neue Serie heute Abend beginnt.

Euch allen ein schönes und hoffentlich ruhiges Wochenende!

Publiziert in Feuerwehr
Freitag, 10 Januar 2020 21:38

Menschen hinter den Kulissen - unsere neue Serie

Die Menschen hinter den Kulissen. Das ist eine neue Serie, die derzeit in Vorbereitung ist und in den nächsten Wochen hier beim 112-Magazin exclusiv starten wird.

Viele von Euch liebe Leser, haben in der vergangenen Zeit den Wunsch geäußert, gerne mehr über die Menschen zu erfahren, die Tag für Tag und Nacht für Nacht für unsere Gesundheit und Sicherheit im Einsatz sind. Auch über die, die wir auch an den Einsatzstellen vielleicht nicht immer sehen oder treffen. Wer steckt hinter Atemschutz, Einsatzjacke, Dienstmütze und Pilotenhelm?

Derzeit sind wir dabei, diese Menschen zu besuchen und ihnen Fragen zu ihrer segensreichen Arbeit, ihrer unbezahlbaren Freizeitaktivität, ihren persönlichen Empfindungen, oder besonderen Begebenheiten zu stellen. Mit ihnen zu reden, ganz gemütlich und hoffentlich außerhalb des Einsatzstress. Wir lernen richtig tolle Menschen dabei hautnah kennen, die sich bereit erklärt haben, Euch einen einmaligen Einblick zu gewähren.

Wir haben schon Feuerwehrleute besucht, Bergwachtler und Rettungsdienstmitarbeiter. Weitere Termine sind geplant mit Polizebeamten, Hubschrauberpiloten, Seelsorgern, ganz besonderen Auszubildenden, Ehepartnern und vielen Menschen mehr. Seid gespannt und freut Euch auf die Serie der „Menschen hinter den Kulissen“.

Bald erfahrt Ihr hier mehr.

Publiziert in SI Retter
Mittwoch, 08 Mai 2019 15:43

In Erinnerung an unseren Patrick

WITTGENSTEIN. Wie viele Menschen er mit seiner liebenswerten und sympathischen Art glücklich gemacht hat, wie viele er mit seinem Lächeln inspiriert hat, wie vielen er selbst ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat, wie vielen er mit seinen Fotos von Einsatzstellen geholfen hat – das lässt sich nicht mehr nachvollziehen.

Am Montagmorgen ist unser lieber Freund und Kollege Patrick Krause im Alter von nur 19 Jahren für immer von uns gegangen. Trotz seines intensiven Lebenswillens, seines Kampfgeistes, seiner immer positiven Grundeinstellung und einer tollen einzigartigen und fürsorglichen Familie, hat er das Ringen mit der heimtückischen Krebserkrankung verloren.

Seit 2014 hat Patrick unser Team beim 112-Magazin bereichert. Er hat er uns gezeigt, was es heißt, glücklich und zufrieden zu sein und eine Arbeit mit Liebe und Herzblut auszuführen. Weit mehr als ein Hobby, oder ein Nebenjob – eine Berufung, eine Lebensaufgabe war es für ihn, an den Einsatzstellen zu arbeiten, wobei seine besondere Liebe stets der Luftrettung galt.

Angefangen hatte er über ein geplantes Schülerpraktikum, was damals kurz vor Beginn durch die Schule wieder abgesagt wurde, weil man keinen Praktikumsbesuch von Bad Berleburg aus nach Korbach machen wollte. Trotzdem haben wir uns entschieden, Patrick ein Praktikum zu ermöglichen und ihn in seiner Wittgensteiner Heimat dann mit zu Einsätzen genommen. Eine der besten Entscheidungen, die je getroffen wurde – denn aus dem ursprünglich geplanten Praktikum ergab sich schnell, dass Patrick dauerhaft an unserer Seite bleiben sollte.

Es hat allen im Team gleichermaßen Freude bereitet, einen so jungen Menschen so begeistert und erfüllt bei seinen Aufgaben zu sehen und eine so tolle und intensive Freundschaft erleben zu dürfen.

Diese Begeisterung blieb nicht nur in unserem Team, sondern schnell hatte Patrick mit seiner liebenswerten und bescheidenen Persönlichkeit die Herzen von zahlreichen Einsatzkräften im Sturm erobert. Hubschrauberpiloten, Polizeibeamte, Feuerwehrleute, THW-Helfer oder Rettungsdienstkräfte – sie alle schätzten unseren Freund sehr schnell.

Aber damit nicht genug: Auch die Menschen, die durch einen Unfall, oder einen Brand in Not geraten sind, lernten Patricks Werteeinstellungen schnell zu schätzen. Denn mit Fotos von der Einsatzstelle, die Patrick immer mit größter Wahrung der Privatsphäre von Betroffenen machte, und sie den Beteiligten hinterher stets mit einer herzlich formulierten Mail kostenlos zur Verfügung stellte, konnten viele vor Gericht oder bei Versicherungen ihre Ansprüche geltend machen und wurden so oftmals vor finanziellen Notlagen bewahrt. „Ich wünsche Ihnen trotzdem noch einen schönen Tag, auch wenn Ihr Unfall scheiße war. Freuen Sie sich, dass Sie nicht so schwer verletzt wurden...“, hatte Patrick in einer seiner ersten Mails an einen Unfallbeteiligten geschrieben.

Einmal, vor Eintreffen von Hilfskräften, war Patrick zu einem älteren Herrn ins Auto gestiegen, der aufgrund von Kreislaufproblemen im tiefsten Schneetreiben von der Fahrbahn abgekommen war und hatte seine eigene Kleidung ausgezogen, um damit den Senioren zu wärmen. Um den Mann wach zu halten, hatte Patrick ihm über sein Handy Geschichten aus dem Internet vorgelesen, bis der Mann aus dem Wagen befreit werden konnte – aufgrund der Schneelagen fast eine Stunde lang.

Nicht nur für das 112-Magazin war Patrick an Einsatzstellen tätig. Er engagierte sich auch in der Freiwilligen Feuerwehr seiner Heimatstadt Bad Berleburg und war ehrenamtlich beim DRK Bad Laasphe aktiv, wo er sogar während seiner schweren Erkrankung noch eine Ausbildung zum Rettungshelfer sehr erfolgreich absolvierte. Hauptberuflich war Patrick bei der Bundeswehr in München tätig – als Sanitäter.

Als Patrick im Oktober 2017 die zermürbende Diagnose erhielt, war das für ihn kein Grund, seine Arbeit beim 112-Magazin aufzugeben. Bis zum Schluss, bis ihn die Kräfte verließen, ist er mit größter Begeisterung Einsätze mit uns gefahren. So blieb ihm der letzte Einsatztag, an dem er noch einmal mitfahren konnte, mit einem Chemieeinsatz in Bad Laasphe und einem weiteren Einsatz mit einem Rettungshubschrauber, bei dem er mit dem Piloten Jan Weber noch einmal eines seiner größten Vorbilder getroffen hat, lange in bester Erinnerung. Beschwert oder beklagt hat Patrick sich nie. Vielmehr hat er sich um seine Mitmenschen gesorgt und alles dafür getan, dass es ihnen gut geht. Seine eigenen Bedürfnisse hat er zum Wohle seiner Mitmenschen auch während seiner Krebserkrankung bis ganz zum Ende stets hinten angestellt.

Nun müssen wir versuchen, ohne Patricks Begleitung klar zu kommen. Eine Aufgabe, die im Moment unmöglich erscheint. Die Lücke, die Patrick hinterlässt, wird nie geschlossen werden können. Ein sehr großer Teil von uns ist hier für immer weg gebrochen. Es wird immer etwas fehlen an den Einsatzstellen und vor allem im privaten Freundeskreis. Den Kollegen, den Rettungskräften, den Polizeibeamten, den Feuerwehrleuten und Hubschrauberpiloten. Wir sind unsagbar traurig.

Lieber Patrick, wenn Du zukünftig von oben auf uns herabschaust, dann habe ein Auge darauf, dass wir die Arbeit genau so weiter machen, wie sie Dir wichtig war. Und sei Dir gewiss, dass Deine Freunde Dich in Gedanken bei jedem weiteren Einsatz mit dabei haben, dass die Piloten Dir beim Abflug mit dem „Hubi“ auf halber Höhe einen lieben Gruß ganz nach oben senden und dass wir alle Dich niemals vergessen werden.

Mach`s gut, mein Freund.

Publiziert in Retter
Samstag, 27 April 2019 16:56

Schwerer Verkehrsunfall: Vier Verletzte

WINTERBERG. Am Samstagmittag gegen 13.30 Uhr kam es auf der Landesstraße 740 auf Höhe des Abzweigs Richtung Grönebach zu einem schweren Verkehrsunfall. Ein aus Richtung Winterberg kommender Pkw befuhr die Straße Richtung Küstelberg und kam wahrscheinlich aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit sowie Fahrbahnnässe in einer Rechtskurve von der Fahrbahn ab und kollidierte mit einem entgegenkommenden Fahrzeug. Insgesamt wurden vier Personen bei dem Unfall verletzt.

Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Winterberg und Grönebach, die Polizei aus Winterberg, mehrere Fahrzeuge des Rettungsdienstes HSK sowie der Rettungshubschrauber Christoph 25 aus Siegen. Der Rettungshubschrauber landete unmittelbar an der Unfallstelle auf der L 740. Der Streckenabschnitt war während der gesamten Einsatzdauer voll gesperrt.

Bei dem Unfall wurden die drei Personen aus dem Pkw, der aus Fahrtrichtung Medebach kam, leicht verletzt - sie wurden nach präklinischer Erstversorgung durch den Rettungsdienst in umliegende Krankenhäuser gebracht. Der Unfallverursacher, der in Richtung Medebach unterwegs war, wurde schwer verletzt in eine Siegener Klinik geflogen.

Nach Angaben der Polizei befindet sich keines der Unfallopfer in Lebensgefahr. Der bei dem Unfall entstandene Schaden wird auf rund 18.000 Euro geschätzt. Nach etwa zwei Stunden wurde die Unfallstelle geräumt und der Verkehr wieder freigegeben. (UW/112-magazin)

Publiziert in HSK Polizei
Samstag, 20 April 2019 08:58

Schwerer Verkehrsunfall bei Winterberg

WINTERBERG. Zwischen Winterberg-Silbach und Siedlinghausen kam es am Karfreitag gegen 17.30 Uhr zu einem folgenschweren Verkehrsunfall. Ein dunkler Audi, der in Fahrtrichtung Siedlinghausen unterwegs war, kam bei dem Versuch eine Fahrradfahrerin am Ortsausgang Silbach zu überholen von der Fahrbahn ab. Die Wucht des Aufpralls wurde durch den Graben ein wenig gedämpft, trotzdem kollidierte der Wagen mit einem Baum. Beide Insassen waren eingeklemmt.

Die Feuerwehr

Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Winterberg, Silbach und Siedlinghausen. Hauptaufgabe der Feuerwehr war es, die beiden Unfallopfer schonend aus dem Pkw zu befreien. Der Streckenabschnitt war während der Rettungsmaßnahmen voll gesperrt. Der Zustand der Unfallopfer ließ es zu, eine schonende und patientenorientierte Rettung durchzuführen. Dabei wurde ein Augenmerk darauf gelegt, dass gerade Verletzungen im Bereich der Wirbelsäule sich nicht weiter verschlimmern. Hierbei arbeiteten Feuerwehr sowie Rettungsdienst und Notarzt engmaschig zusammen. Des Weiteren war es Aufgabe der Feuerwehr, den Sportplatz für die Landung zweier Rettungshubschrauber vorzubereiten. Das Spielfeld wurde frei gemacht und der Brandschutz während Start und Landung sichergestellt. Der Einsatz der Feuerwehr dauerte rund zwei Stunden.

Der Rettungsdienst

Hauptaufgabe des Rettungsdienstes war es, die beiden Unfallopfer aus dem Pkw in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr schonend zu befreien. Mit im Einsatz waren die beiden RTW der Rettungswache Winterberg, sowie zwei NEF aus Winterberg und Olsberg. Nachdem die beiden Unfallopfer schonend aus dem Fahrzeug befreit worden waren, wurden sie im RTW in notärztlicher Zusammenarbeit präklinisch versorgt und für den Flug in die Klinik vorbereitet.

Die Luftrettung

Schon während die Unfallopfer versorgt wurden, waren zwei Rettungshubschrauber auf dem Weg in den Hochsauerlandkreis: Christoph 8 aus Lünen (ADAC Luftrettung) und Christoph 9 aus Duisburg (Bundesministerium des Innern Luftrettung). Beide Maschinen landeten auf dem Sportplatz. Die Besatzungen der RTH und die beiden Notärzte versorgten die Patienten im RTW und bereiteten diese für den Flug vor. Als beide Unfallopfer stabil für den Flug waren, fuhren die RTW kurz zeitlich versetzt auf den Sportplatz um in die Hubschrauber umzuladen. Beide Hubschrauber hoben anschließend ab, um die Verletzten in Kliniken zu transportieren.

Die Polizei

Aufgabe der Polizei war es den Unfallhergang zu ermitteln und das Abschleppen des Pkw zu veranlassen. Nachdem Feuerwehr und Rettungskräfte ihre Arbeit beendet hatten, beendete auch die Polizei die Ermittlungen zum Unfallhergang vor Ort und gab den Verkehr wieder frei. Angaben zur Schadenshöhe liegen bislang nicht vor. (UW/112-magazin)

Publiziert in Polizei
Mittwoch, 20 Februar 2019 16:01

Christoph Nürnberg zu Besuch

ALLENDORF. Der Intensivtransporthubschrauber "Christoph Nürnberg" der deutschen Rettungsflugwacht (DRF) war am Mittwoch gegen halb drei zum zwischentanken am Flugplatz in Allendorf. Stationiert ist der Airbus-Helicopter des Typs "H145" am Flughafen in Nürnberg. Nach ungefähr 15 Minuten hob die Maschine über den Runway in Richtung Westen ab. 

Häufig kommt es vor, das Intensivtransporthubschrauber weite Strecken von mehreren hundert Kilometer fliegen, um Patienten in eine Spezialklinik zu bringen. Teilweise kommt es vor, dass der Treibstoff nicht bis zur Homebase ausreicht oder der Hubschrauber auf dem Rückweg in die Heimat einen neuen Einsatz aufnimmt. Der ITH "Christoph Nürnberg" ist 24 Stunden; rund um die Uhr Einsatzklar und fliegt auch bei Nacht. (Quelle: U. Wahle/ 112-Magazin)

Publiziert in Retter
Montag, 18 Februar 2019 23:11

Nachteinsatz mit Christoph Westfalen

WINTERBERG. Einmal mehr zeigte sich, dass der Hubschrauber manchmal der bessere Weg ist. Der Intensivtransporthubschrauber Christoph 76 "Westfalen" der ADAC Luftrettung Station Münster landete am späten Montag Abend auf dem Kirmesplatz in Winterberg. Gegen 21:50 Uhr setzte die Maschine mit der Kennung D-HYAL in Winterberg auf dem breiten Bruch auf. Bereits vor Eintreffen des Hubschraubers hat die Feuerwehr Winterberg Maßnahmen ergriffen und den Kirmesplatz ausgeleuchtet sowie Positionsleuchten auf dem Landeareal verteilt. Ein RTW der Rettungswache Winterberg kümmerte sich um den Transport des Patienten.  Nach rund einer halben Stunde Standzeit hob der ITH mit Patient in nördliche Richtung ab. (Quelle: U. Wahle/112-Magazin)

Publiziert in HSK Retter

Bereits Anfang Oktober hatte ich die Möglichkeit, den Kollegen der Flugrettung in den Bergen einmal mehr bei ihrer Arbeit über die Schultern zu schauen. Diesmal war ich zum ersten Mal bei der Landesflugrettung Südtirol zu Gast. Die Besatzungen der drei dort stationierten Hubschrauber haben eine einzigartige Aktion für Familien ins Leben gerufen, zu denen sie fliegen mussten und nicht mehr helfen konnten. Es ist uns bei 112-Magazin ein großes, persönliches Anliegen, diese Aktion zu bewerben und zu unterstützen.

Liebe Leser, hier seid Ihr auch gefragt, eine Aktion mit zu unterstützen und im Gegenzug einen wunderschönen Kalender von beeindruckenden Motiven der Flugrettung in den Bergen zu erhalten.

Herzlichen Dank im Namen der Landesflugrettung Südtirol und der Hinterbliebenen der betroffenen Familien,

Matthias Böhl, 112-magazin.de

SÜDTIROL. „Wer mit uns fliegen muss, dem geht es sehr schlecht und der hat meist ein sehr schwerwiegendes Problem“, erklärt Erich Näckler. Er ist Flugretter bei Pelikan 1, einem von drei Rettungshubschraubern, die in Südtirol stationiert sind. Von Bozen aus startet der erfahrene Retter mit dem Hubschrauber der Landesflugrettung Südtirol zu seinen oft lebensrettenden Einsätzen. Schon seit mehr als 25 Jahren.

Den erfahrenen Besatzungen um Pilot, Bordtechniker, Flugretter und Notarzt geht es dabei in erster Linie um die optimale notfallemedizinische Versorgung ihrer Patienten und die sichere Rückkehr von all ihren Einsätzen. Gerade in der zerklüfteten Bergwelt ist das für die Besatzungen aller drei Hubschrauber – der Pelikane 1 und 2 aus Bozen und Brixen von der Landesflugrettung Südtirol - und dem Hubschrauber Aiut Alpin Dolomites aus dem Grödnertal eine besondere Herausforderung. Drei Abstürze hat es in der Vergangenheit gegeben: „Zwei mal durch Kabel und einmal durch einen Triebwerksausfall damals noch mit der Dauphin“, erinnert sich Erich Näckler im Gespräch während einer Übung mit der Bergwacht des Alpenverein Südtirol (AVS). Bei diesem letzten Absturz war Erich Näckler selbst an Bord und wurde neben anderen Besatzungsmitgliedern schwer verletzt. „Ich hatte Wirbel kaputt, die Knie und Beine und Rippenserienfrakturen“, erzählt der Mann man mit nachdenklicher Stimme. Dennoch steht er heute wieder mit seinem Team am Berg, um zu trainieren, wie man Menschen aus lebensgefährlichen Situationen retten kann. Pilot Agostino Li Calci fliegt unterdessen mit der H 145, einem Hubschrauber der neuesten Generation, in wendigen Manövern hoch auf die Berge irgendwo im Vinschgau und bringt die Bergretter des AVS an die fiktive Einsatzstelle. Sein Bordtechniker, Sigi Seeper, steht währenddessen mit einer Seelenruhe in der offenen Schiebetüre auf der Kufe und bedient in Schwindel erregender Höhe die Rettungswinde, als hätte er nie etwas anderes getan. Beim nächsten Durchgang müssen auch Erich Näckler und Notarzt Francesco Bonsante mit nach oben und den Einsatz trainieren.

Bis dahin erzählt mir der sympathische Flugretter, der wie all seine Kollegen mit Leib und Seele bei der Sache ist, was die Crew von Pelikan 1 und die Kollegen von Pelikan 2, sowie dem dritten Südtiroler Rettungshubschrauber, Aiut Alpin Dolomites, neben ihren Einsätzen noch leisten: Denn ein Konkurrenzdenken gibt es hier nicht. Es geht den Flugrettungscrews einzig und allein darum, Menschen in Not zu helfen. „Wenn Du hoch auf die einzeln gelegenen Berghöfe fliegst, dann ist die Armut da oft zum Greifen nahe. Das kannst Du Dir nicht vorstellen, was da teilweise für ganz arme Verhältnisse herrschen“. Der erfahrene Retter wird nachdenklich, hält kurz inne und erzählt dann weiter: „Wenn dann noch der einzige Sohn bei der Heuernte ums Leben kommt, oder der Vater an einem Tumor stirbt, dann ist es um die Existenz dieser Familien ganz schlecht bestellt. Dieses menschliche Leid, was wir hier immer wieder sehen, kann sich einfach niemand vorstellen“. Erich Näckler blickt an den Berg zu seinen Kameraden mit dem Hubschrauber. Es ist still bis auf das Rotorengeräusch. Das Gesagte muss erst einmal sacken. Dann erzählt er weiter: „Deshalb machen wir in jedem Jahr einen Kalender mit Fotos der drei Südtiroler Hubschrauber. Der Erlös aus dem Kalenderverkauf ist dann für die bedürftigen Familien bestimmt, zu denen wir geflogen sind. Damit man wenigstens finanziell noch eine Stütze geben kann und den Hinterbliebenen damit nicht selten das Überleben sichert“. Ehrenamtlich machen sie das, neben ihren Diensten. Wenn sie eigentlich frei haben.

Mein Kollege und ich, die zum ersten Mal bei einem Rettungstraining in Südtirol zu Gast sein dürfen, sind zutiefst beeindruckt.

Während Agostino Li Calci unermüdlich ins Tal und wieder auf den Berg fliegt, Erich Näckler sich auf seinen Flug vorbereitet und im Hintergrund der Hubschrauber der Aiut Alpin Dolomites anfliegt, überfährt uns nach den Erklärungen von Erich beide eine Gänsehaut. Es beeindruckt uns sehr, dass die Retter hier auch neben ihrem Beruf so engagiert sind, den in Not geratenen Familien zu helfen und dass sie alle mit so viel Herzblut bei der Sache sind.

Erst während des Trainings in Südtitol und den wertvollen Gesprächen dort entsteht der Entschluss, diese herzliche Geste der Flugretter und den tollen Kalender den Lesern nicht vorzuenthalten und sie alle aufzurufen, die Aktion der Flugretter mit einem Kauf des Kalenders für 12 Euro plus Versand, oder einer freiwilligen Spende zu unterstützen.

Am Tag nach dem Training treffen wir die Pelikanbesatzung am Zentralkrankenhaus in Bozen erneut und werden wieder sehr herzlich empfangen. Wir sehen den Kalender 2018 und lesen die Zeilen eines Dankschreibens einer verwitweten Frau eines Berghofes nach dem Unfalltod ihres Ehemannes an die Landesflugrettung Südtirol: „Als wir dann noch eine finanzielle Unterstützung Eures Kalenderverkaufes bekamen, waren wir so sehr überrascht. Das hat uns unser Heim gesichert“. Diesem Abschluss gibt es nichts mehr hinzu zu fügen.

In Zusammenarbeit mit Flugretter Erich Näckler von der Landesflugrettung Südtirol können die Kalender in Deutschland bestellt werden unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Publiziert in Retter
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