VÖHL. Mutmaßlicher Sekundenschlaf hat am frühen Sonntagmorgen auf der B 252 bei Ederbringhausen zu einem schweren Verkehrsunfall geführt. An beiden beteiligten Autos entstand wirtschaftlicher Totalschaden. Mehrere Unfallbeteiligte mussten vom Rettungsdienst versorgt und in umliegende Krankenhäuser gebracht werden.
Der Unfall ereignete sich am Sonntag um 3.48 Uhr. Eine 21 Jahre alte Frau aus Hövelhof war mit einem Volkswagen T-Roc von Frankenberg in Richtung Korbach unterwegs. Nach Angaben der Polizei geriet sie infolge eines Sekundenschlafs nach links auf die Gegenfahrbahn.
Dort stieß der Volkswagen mit einem entgegenkommenden Mitsubishi zusammen. Dessen 62 Jahre alter Fahrer aus Frankenberg war in Richtung Frankenberg unterwegs. Nach der Kollision prallte der T-Roc zusätzlich gegen die Leitplanke.
Neben den beiden Fahrern befanden sich zwei weibliche Mitfahrerinnen in den Fahrzeugen. Der Rettungsdienst brachte die Verletzten in umliegende Krankenhäuser.
Die Feuerwehren Ederbringhausen und Schmittlotheim wurden um 3.50 Uhr unter dem Stichwort „H E-Call Y“ auf die B 252 in Höhe Ederbringhausen alarmiert. Vor Ort unterstützten die Kräfte die Besatzung des zuerst eingetroffenen Rettungswagens bei der Versorgung der Verletzten.
Anschließend leuchteten die Feuerwehren die Unfallstelle großflächig aus und stellten an beiden Fahrzeugen den Brandschutz sicher. Trümmerteile hatten sich über eine Strecke von rund 250 Metern auf der Bundesstraße verteilt. Die Kräfte kehrten die Fahrzeugteile zusammen.
Für die Versorgung der Verletzten und die Bergungsarbeiten musste die B 252 vollständig gesperrt werden. Neben den Feuerwehren waren der Promedica-Rettungsdienst mit drei Rettungswagen, ein Notarzt, die Polizei Korbach und Hessen Mobil im Einsatz.
Die Polizei beziffert den wirtschaftlichen Totalschaden am Volkswagen T-Roc auf rund 20.000 Euro und am Mitsubishi auf etwa 10.000 Euro. Der Gesamtschaden beläuft sich damit auf ungefähr 30.000 Euro.
Das Abschleppunternehmen AVAS übernahm die Bergung der Fahrzeuge. Nach Abschluss der Feuerwehrmaßnahmen übergaben die Einsatzkräfte die Unfallstelle an die Polizei.
Tipps der Redaktion: So vermeiden Sie Sekundenschlaf am Steuer
Fahren Sie nur ausgeschlafen los. Müdigkeit wird als Unfallursache häufig unterschätzt.
Legen Sie bei längeren Fahrten regelmäßig Pausen ein – spätestens nach etwa zwei Stunden.
Warnzeichen wie häufiges Gähnen, schwere Augenlider oder nachlassende Konzentration sollten ernst genommen werden. Halten Sie in diesem Fall umgehend an einem sicheren Ort an.
Ein kurzer Schlaf von etwa 15 bis 20 Minuten kann die Fahrtüchtigkeit vorübergehend verbessern. Kaffee ersetzt jedoch weder ausreichenden Schlaf noch eine notwendige Pause.
Laute Musik und geöffnete Fenster helfen nicht zuverlässig gegen Müdigkeit und sind kein Ersatz für Erholung.
Nach langen Arbeitstagen, Nachtschichten oder bei Schlafmangel sollte nach Möglichkeit auf das Autofahren verzichtet werden. Nutzen Sie bei längeren Strecken einen Fahrerwechsel oder alternative Verkehrsmittel.
Merke: Wer gegen starke Müdigkeit ankämpft und trotzdem weiterfährt, riskiert einen Sekundenschlaf – und damit einen schweren Verkehrsunfall.
Medikamente und Erkrankungen beachten
Wer Medikamente eingenommen hat, die müde machen oder das Reaktionsvermögen, die Konzentration beziehungsweise die Wahrnehmung beeinträchtigen können, sollte kein Fahrzeug führen. Das kann unter anderem für bestimmte Schmerz-, Beruhigungs-, Schlaf- und Allergiemittel gelten.
Die Hinweise im Beipackzettel sind unbedingt zu beachten. Bei Unsicherheiten sollte ärztlicher oder pharmazeutischer Rat eingeholt werden.
Epilepsie
Menschen mit Epilepsie sollten nur dann ein Fahrzeug führen, wenn die Voraussetzungen zur Fahreignung erfüllt und ärztlich geklärt sind. Grundsätzlich gilt: Wer sich aufgrund einer Erkrankung oder eines Medikaments müde, benommen oder nicht vollständig leistungsfähig fühlt, sollte das Auto stehen lassen.








