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Montag, 29 März 2021 09:54

Stetiges Training für Wanderer in Not

BAD WILDUNGEN. Es ist schon ein vertrautes Bild am Wildunger Himmel. Ein Bild, das vielen Touristen und Einheimischen in der Nationalparkregion Sicherheit vermitteln kann: Ein Hubschrauber der Bundespolizei kreist über den Altwildunger Bilsteinklippen und in der nächsten Minute steht die schwere Maschine vom Typ H155 (Früher EC 155) wie eine Eins in der Luft, einige Meter über den Bäumen am Felsen mit der Aussichtsplattform. Der Windenoperator lässt ein kaum sichtbares Stahlseil an den Felsen herunter.

Wenige Meter unter der Maschine befinden sich ehrenamtliche Helfer der Bergwacht Hessen. Luftretter. Speziell ausgebildete Bergwachtler, die im Einsatzfall von einem Hubschrauber aufgenommen werden, um zu verletzten Menschen in unwegsames Gelände abgewincht werden zu können und dann eine Erstversorgung vorzunehmen.

So war es am Freitag an den Bilsteinklippen: Eine Fußgängerin war dort verunglückt. „Irgendwo im Bereich der Aussichtsplattform muss der Unfall geschehen sein, dort befindet sich die Frau. Die Unfallstelle ist mit Rettungswagen aber nicht zu erreichen“, weist Gerd Windhausen seine Leute vor dem Rettungsflug ein. Heute ist der Einsatz des Hubschraubers und der Luftretter der Bergwachten aus Willingen und Bad Wildungen zum Glück nur eine Übung. „Wir sind sehr froh, dass wir mit Corona-Auflagen endlich wieder praktisch üben können“, freut sich Gerd Windhausen. Ein so genanntes „Szenario-Training“ absolvierten die Einsatzkräfte im Wildunger Land. Dabei seien die Teams mit der Hubschrauberbesatzung an den jeweiligen Einsatzorten auf sich allein gestellt und bekommen zu Beginn des Fluges nur die Einsatzsituation mitgeteilt. Für die Luftretter gibt es dann verschiedene Möglichkeiten, die Patienten aus dem Gelände zu retten. Liegend, im Bergesack, oder auch in sitzender Position, durch Bergretter an der Winde gesichert.

Diese Szenarientrainings und den Einsatz mit der Winde eines Hubschraubers trainieren alle Luftretter der Bergwachten zusammen mit den Hubschrauberbesatzungen der Bundes- und Landespolizei mehrmals im Jahr. In diesem Zusammenhang galt der Dank der Bergwacht vor allem dem Landwirt, der immer wieder eine seiner Wiesen als Landestelle für die Hubschraubertrainings zur Verfügung stellt.

Somit wird das Bild von Polizeihubschraubern am Wildunger Himmel auch in der Zukunft ein vertrautes Bild bleiben. Ein Synonym für bestmöglich ausgebildete Bergretter und Hubschrauberbesatzungen für in Not geratene Wanderer, Waldarbeiter und Touristen.

Publiziert in Retter
Montag, 15 März 2021 10:02

Notarztwagen bei Einsatzfahrt verunglückt

BAD DRIBURG. Am Samstag, 13. März, verletzten sich bei einem Alleinunfall eines Notarztfahrzeugs der Fahrer und eine Notärztin schwer.

Der Notarzteinsatzwagen war gegen 10.20 Uhr auf der Landstraße 954 zwischen Bad Driburg und Neuenheerse zu einem Einsatz unterwegs. Auf regennasser und leicht schneebedeckter Fahrbahn setzte der 45-jährige Fahrer zu einem Überholmanöver an, kam nach links von der Fahrbahn ab und prallte in einem ansteigenden Graben gegen einen Baumstumpf. Das Fahrzeug überschlug sich und kam auf dem Dach liegend auf der linken Fahrspur zum Stehen. Bei dem Unfall verletzte sich der Fahrer schwer. Ein angeforderter Rettungswagen brachte ihn in ein Krankenhaus. Die verletzte 59-jährige Notärztin wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen.

Nach Einschätzung der Polizei entstand an dem Notarzteinsatzwagen wirtschaftlicher Totalschaden. Das Fahrzeug musste abgeschleppt werden. Die Polizei sperrte die Landstraße bis gegen 14.30 Uhr zwischen der Abfahrt Siebenstern und Neuenheerse. Wie die Polizei in Höxter mitteilt, schwebt die Notärztin nicht mehr in Lebensgefahr. (ots/r)

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Publiziert in HX Polizei

HÖXTER. Am Sonntag (21. Februar) ereignete sich auf der Bundesstraße 239 bei Höxter-Fürstenau ein Unfall mit vier verletzten Personen. Eine Person musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen werden.

Gegen 17.30 Uhr beabsichtigte eine 18-Jährige mit ihrem Opel Corsa von der L946 nach links auf die B239 Richtung Höxter abzubiegen und übersah dabei einen von links kommenden Audi A6, der die Bundesstraße in Richtung Steinheim befuhr. Im Einmündungsbereich kam es zum Zusammenstoß.

Der Audi schleuderte nach der Kollision auf einen Skoda Octavia, der auf der Linksabbiegespur der B239 in Richtung L946 stand. Der 21-jährige Skoda-Fahrer aus Steinheim wurde mit schweren Verletzungen mittels Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. Seine 21-jährige Beifahrerin aus Steinheim, die 18-jährige Opel-Fahrerin aus Höxter und der 66-jährige Audi A6-Fahrer aus Stadtoldendorf wurden schwer verletzt mit Rettungswagen in verschiedene Krankenhäuser gebracht.

Die Polizei geht bei den beteiligten Fahrzeugen von wirtschaftlichem Totalschaden aus. Sie mussten abgeschleppt werden. Neben der Polizei und den Rettungsdiensten war auch der Einsatz der Feuerwehr zum Abstreuen auslaufender Betriebsstoffe und Säuberung der Fahrbahn notwendig.

Die Unfallstelle musste für die Unfallaufnahme bis 20.45 Uhr gesperrt werden. (ots/r)

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Publiziert in HX Polizei

FRANKENBERG. Ein ungeklärter Unfallhergang am Dienstagnachmittag beschäftigt die Beamten der Polizeiwache Frankenberg - eine 75 Jahre alte Frau wurde im Bereich der Berleburger Straße von einem Pkw angefahren, es werden weitere Zeugen des Unfalls gesucht.

Nach Angaben der Polizei befuhr gegen 14.40 Uhr ein 28-jähriger Mann aus Bielefeld mit einem im Landkreis Waldeck-Frankenberg zugelassenen Citroen Berlingo die Berleburger Straße von der Siegener Straße kommend in Richtung Am Grün. Kurz hinter dem Kreuzungsbereich der Berleburger Straße zur Auestraße überquerte die Frankenbergerin die Straße, wobei sie von dem schwarzen Citroen erfasst und zu Boden geschleudert wurde. 

Beim Aufprall auf den Asphalt verletzte sich die 75-Jährige so schwer, dass der eintreffende Notarzt einen Rettungshubschrauber anfordern musste. Mit dem Intensiv-Hubschrauber der Johanniter Unfallhilfe aus Gießen wurde die verletzte Frau in das Uniklinikum Marburg geflogen. Die Unfallstelle war in dem Bereich weiträumig durch Beamte der Polizei abgesperrt worden, um die Rettungsarbeiten nicht zu gefährden. Ein  Sachverständiger wurde zudem mit der Rekonstruktion des Unfalls beauftragt. Den Sachschaden am Citroen schätzt die Polizei auf 1000 Euro.

Unklar ist derzeit, ob die verletzte Frau die Fahrbahn von links nach rechts oder umgekehrt überqueren wollte. Hier werden weitere Zeugen gesucht, die sich unter der Rufnummer 06451/72030 bei der Polizei in Frankenberg melden können.  (112-magazin.de) 

Link: Unfallstandort am 25. August 2020 in Frankenberg.

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VÖHL. Erhebliche Kopfverletzungen durch einen Sturz in felsigem Gelände zog sich ein Wanderer am Dienstag im Bereich des nördlichen Naturparks Kellerwald zu. Der Feriengast aus Herne war mit seiner Familie im Bereich der Hünselburg, nördlich des Edersees in der Nähe von Basdorf unterwegs. Im felsigen Gelände kam er rückwärts zu Fall und verletzte sich dabei erheblich am Kopf. Bedingt durch Medikamente kam es zu einer starken Blutung. Zufällig vorbei kommende Passanten, darunter eine Krankenschwester, leisteten umgehend gekonnt Erste Hilfe.

Nach Absetzen des Notrufes war relativ schnell klar, das die Einsatzstelle mit normalen Rettungsmitteln nicht erreichbar sein wird. Hierauf alarmierte die Rettungsleitstelle, neben dem Rettungswagen aus Herzhausen, auch die Bergwachten aus Bad Wildungen und Willingen. 

Da die Koordinaten der Einsatzstelle schon von Beginn an bekannt waren, konnte die Einsatzstelle zügig lokalisiert werden. Aufgrund von Einsätzen aus der Vergangenheit war bekannt, dass die Einsatzstelle weitab von befahrbaren Wegen liegt. Hierauf entschloss sich der Einsatzleiter der Bergwacht umgehend einen Hubschrauber mit Winde nachzualarmieren. Nachdem ein Bundespolizei-Hubschrauber aus Fuldatal nicht zur Verfügung stand, wurde der Helikopter der Landespolizei Hessen aus Egelsbach noch auf der Anfahrt angefordert.

Gemeinsam trafen sich alle Einsatzkräfte am Sportplatz in Basdorf. Von dort entschied man sich, parallel zum Helikopter, einen Trupp Einsatzkräfte zu Fuß zu Einsatzstelle zu entsenden. Von Vorteil war hier die zufällige Anwesenheit des Wehrführers der Basdorfer Feuerwehr, der mit seiner Ortskenntnis die Einsatzkräfte möglichst dicht mit dem Einsatzfahrzeug an die Einsatzstelle navigieren konnte. 

Der nach etwa 35 Minuten eintreffende Polizeihelikopter nahm, mit noch laufenden Rotoren, sofort zwei Bergwacht-Luftretter an Bord und hob unmittelbar wieder zur Einsatzstelle ab. Beide Teams, auf dem Boden und aus der Luft trafen unmittelbar nacheinander an der Einsatzstelle ein. Der Bewuchs ließ ein Winchen an der Einsatzstelle zu, somit konnte der Patient zügig versorgt werden und seine Blutung adäquat zum Stehen gebracht werden.

Der Wanderer wurde nun unter Wärmeerhalt und Infusionstherapie in einem Luftrettungsbergesack gelagert und von einem Bergwacht-Luftretter aus seiner misslichen Lage gewincht. Am Zwischenlandeplatz in Basdorf wurde der Verletzte dann an den wartenden Promedica-Rettungswagen übergeben und von diesem zügig in das Korbacher Krankenhaus verbracht.

Die oft geübten Verfahren in der Luftrettung haben sich erneut bewährt und führten zu einem reibungslosen Einsatzablauf. In einem angemessenen Zeitfenster konnte der Verletzte aus seiner schwierigen Lage in sehr unwegsamen Gelände gerettet werden, wir wünschen ihm an dieser Stelle eine zügige Genesung, die Angehörigen des Patienten wurden anschließend noch zu ihrem Feriendomizil verbracht.  Neun Bergretter aus Willingen und Bad Wildungen sowie der Polizeihubschrauber aus Egelsbach waren drei Stunden im Einsatz.

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BAD WILDUNGEN. In der Richard-Kirchner-Straße ereignete sich am Montagabend ein schwerer Verkehrsunfall.

Gegen 19.15 Uhr befuhr ein 37-jähriger Bad Wildunger, mit seinem Motorrad der Marke Kawasaki, die Richard-Kirchner-Straße in Richtung Dr.-Born-Straße. In entgegengesetzter Richtung war eine 46-Jährige aus Nürnberg mit ihrem schwarzen Mercedes-Benz unterwegs.

Auf Höhe der Hausnummer 8 wollte die Nürnbergerin mit ihrem Fahrzeug auf einen Parkplatz links der Straße abbiegen. Während des Abbiegevorgangs kollidierte der Motorradfahrer mit der rechten Fahrzeugseite des Mercedes.

Durch den Zusammenstoß verletzte sich der Mann schwer - er wurde nach der Erstversorgung vor Ort mit einem Rettungshubschrauber in eine Kasseler Klinik transportiert. Die 46-Jährige wurde leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Den Sachschaden am Mercedes schätzen die Beamten der Bad Wildunger Polizei auf etwa 7000 Euro. Der Schaden an der Kawasaki wird mit etwa 400 Euro beziffert.

Neben Polizei und Rettungskräften war auch die Wildunger Feuerwehr im Einsatz, um ausgelaufene Betriebsstoffe aufzunehmen. Für die Einsatzarbeiten musste die Straße zeitweise gesperrt werden.

Link: Folgemeldung: Motorradfahrer ohne Fahrerlaubnis, Blutentnahme angeordnet (28.07.2020)

Publiziert in Polizei
Freitag, 05 Juni 2020 15:31

Mit dem Hubschrauber aus der Wand

BAD WILDUNGEN. Endlich konnten die Luftretter der Bergwacht Bad Wildungen wieder gemeinsam mit der Bundespolizei Fliegerstaffel Fuldatal die Rettung von in Not geratenen Menschen per Hubschrauber üben. Drei Termine, die in diesem Jahr bereits geplant waren, sind dem Corona-Ausbruch zum Opfer gefallen.

Heute konnten die Luftretter unter der Leitung von Gerd Windhausen und die Bundespolizei unter verschärften Hygienemaßnahmen, in einem deutlich kleineren Personenkreis, mit Mundschutz und bestmöglichem Abstand halten ihre so wichtigen Übungen durchführen. In mehreren Flugmanvöern steuerten die Bundespolizeipiloten ihren Hubschrauber vom Typ EC 155 an verschiedene Anhöhen und Plateaus im Bad Wildunger Umland. Zuvor waren dort Verletztendarsteller ausgelegt worden, die jeweils mit einem Team der Bergwacht an der Winde und den Polizeibeamten im Hubschraubercockpit und an der Bedieneinheit der Winde aus dem unwegsamen Gelände gerettet wurden. Dazu wurden die fiktiven Verletzten zunächst erstversorgt und dann in einen Luftrettungsbergesack gelagert, der dann mit der Rettungswinde und den Bergrettern an Bord des Hubschraubers gezogen wurde.

Ganz einfach waren die anspruchsvollen Manöver für die Besatzungen und die Teams nicht: Starker Wind mit ständig wechselnden Böen verlangte den Rettern alles ab. Immer wieder musste der Pilot die Erschütterungen im Hubschrauber ausgleichen, um eine ruhige Rettungsaktion zu gewährleisten. Dies gelang auch diesmal, wie bei all den vielen Übungen und Einsätzen in der Vergangenheit hervorragend. Die Besucher und Bewohner des Nationalparks Kellerwald-Edersee können sich über ein sehr gut eingespieltes und funktionierendes Team von Bergwacht und Polizeifliegern freuen, die im Ernstfall bereit stehen und bestens ausgebildet sind, Menschen aus gefährlichen Lagen zu retten. Abwechselnd in ganz Hessen üben alle Luftretter der hessischen Bergwachten, sowie die Polizeipiloten von Bundespolizei und Landespolizei die anspruchsvollen Windeneinsätze in unwegsamem Gelände.

Publiziert in Retter

„In einer Stunde fliegen wir los Richtung Grimma. Wir brauchen zwei Leute, die Hubschrauber sind startklar“. Wenn Gerd Windhausen einen Anruf bekommt, dann muss es schnell gehen. Der 52-jährige Bad Wildunger ist Luftretter bei der Bergwacht in Bad Wildungen und Technischer Leiter der Bergwacht Hessen.

Nur wenige Minuten nach dem Anruf saßen er und ein weiterer Kamerad in einem Polizeihubschrauber auf dem Weg ins Hochwassergebiet von Sachsen. In 2013 war das. Da hat Gerd gemeinsam mit einem weiteren Bergwachtkollegen, den Polizeibeamten der Bundespolizei Fliegerstaffel Fuldatal und den Wasserrettern der DLRG Leben gerettet. Von Menschen und Tieren. „Die Bundespolizei wollte mit zwei Hubschraubern – einer EC 155 und einer Superpuma – von Fuldatal aus ins Einsatzgebiet fliegen und hatte dabei jeden Hubschrauber mit einem Bergretter und einem Wasserretter besetzt“, erinnert sich Gerd, als ich in an diesem Samstagmorgen im März für die Berichterstattung anlässlich unserer Serie in seinem Heimatort Odershausen bei Bad Wildungen besuche.

Wie wir ziemlich zu Anfang unseres Gespräches auf jenen Hubschraubereinsatz zu sprechen gekommen sind, weiß ich gar nicht mehr so genau. Gerds Erlebnisse sind aber so interessant, dass ich einfach nur zuhöre und immer mehr dazu frage. „Wir haben zunächst sämtliche Verfahren geprobt. Wir wussten ja gar nicht, was auf uns zukam“, erinnert sich Gerd noch. Nachdem das alles gewohnt professionell abgelaufen war, ging es für den Odershäuser direkt ins Schadensgebiet. „Wir mussten zu umspülten Dörfern, die völlig von der Außenwelt abgeschnitten waren, fliegen und dort Verbindungen zur Außenwelt herstellen. Die Telefone funktionierten lange nicht mehr“, erinnert sich Gerd. Mit dem Polizeihubschrauber ist er in die abgeschnittenen Dörfer geflogen worden. „Wir sind dann gelandet, oder wurden abgewincht und haben bei den Leuten gefragt, ob sie medizinische Hilfe benötigen, ob Lebensmittel knapp werden, oder sie Infrastruktur brauchen“, erklärt er. Deichexperten haben sie ins Schadensgebiet gebracht, damit sie die Lage beurteilen und Hilfe organisieren konnten. Und sie haben Menschen und Tiere vor dem Ertrinken gerettet.

"Mit dem Absaufen von unten hatte niemand gerechnet" (Gerd Windhausen, Bergretter)

„Das war eine Gehöftgruppe bei Gruna, diese Familien mussten wir evakuieren“, berichtet Gerd mir. „Eigentlich“, so fährt er fort, „wollten diese Leute in ihren Höfen bleiben. Sie hatten nicht gedacht, dass die Wassermassen bei dem enormen Druck auf die Deiche auch aus dem Erdreich kommen“, erinnert er sich. „Mit dem Absaufen von unten hatte keiner gerechnet“, bringt er es auf den Punkt. Heute noch schwärmt Gerd vom Können des damaligen Polizeipiloten: „Der hat den Hubschrauber in Millimeterarbeit auf dem Deich gelandet. Wenn zwei Meter Abstand vom Rotor zur Laterne bestanden haben, war es viel“, berichtet er. „Das war absolute Maßarbeit“. Gemeinsamt mit dem Wasserretter der DLRG war Gerd nach der Landung auf sich alleine gestellt. Es galt, eine schwerst Pflegebedürftige Frau vor den Wassermassen zu retten. Sie lag zu dieser Zeit noch in ihrem Pflegebett in einem Bauernhof, der regelrecht abzusaufen drohte. „Irgendwo haben wir ein Kanu gefunden. Das haben wir uns dann genommen und sind zu dem Haus gefahren. Die Frau war wirklich schwerstpflegebedürftig und an einen anderen Transport, als im Liegen war gar nicht zu denken“, erinnert er sich. Also sind die Männer los, haben irgendwo einen Krankenwagen gesucht und sich aus diesem Wagen eine Schaufeltrage, ein spezielles Rettungs- und Transportgerät, ausgeliehen. „Wir sind dann wieder zu der Frau gepaddelt und haben festgestellt, dass sie mit der Schaufeltrage nicht ins Kanu passt“, beschreibt Gerd die nächste Schwierigkeit. Die Retter haben dann auf einem Nachbargrundstück einen eingeklappten Tisch einer Gartenmöbelgarnitur gefunden. „Den haben wir umgedreht auf das Kanu gelegt und die Frau mit der Schaufeltrage darauf. Ich war dann bei der Patientin und der Wasserretter hat uns mit dem Kanu zum Hubschrauber gebracht“, beschreibt Gerd die Rettungsaktion der Dame. „Wir haben alles mitgenommen. Hunde und Katzen, viele Erwachsene. Die Kinder waren zum Glück schon weg“, erinnert er sich. „Die einzigen, die wir da gelassen haben, waren die Schafe. Die standen auf dem Deich und konnten da Gras fressen. Die waren nicht in Gefahr“, erklärt Gerd mir.

„Die Menschen waren so unheimlich dankbar“, weiß Gerd noch heute. „Wir konnten vor Ort zwar keine persönliche Bindung aufbauen, die Zeit drängte ja sehr und wir mussten von einem Einsatz zum nächsten“, erinnert er sich. Umso mehr hat der Bergwachtmann sich über die lieben Dankesschreiben gefreut, die nach der Hochwasserkatastrophe angekommen sind. Das kann er auch in unserem Gespräch nicht verbergen. Das geht ihm nahe. Auch noch sieben Jahre später.

Völlig beeindruckt von diesen Schilderungen vergesse ich beinahe, all meine Fragen zu stellen, die ich mir für Gerd überlegt hatte. Beim Thema „Hubschrauber“ geraten wir beide schnell ins Schwärmen und vergessen die Zeit. Wir kennen uns von dutzenden von Windentrainings und schweifen immer mal wieder vom eigentlichen Thema ab, haben gemeinsame Bekannte bei der Südtiroler Landesflugrettung, oder dem Südtiroler Bergrettungsdienst, waren beide in derselben polnischen Gegend unterwegs, ohne es zu wissen. „So klein ist die Welt“, stellen wir gemeinsam fest und kommen nach einer ganzen Weile nun doch wieder auf unser eigentliches Thema zurück.

Ich möchte von Gerd wissen, was eigentlich die alltäglichen Aufgaben der Wildunger Bergwacht hier sind. „Wozu brauchen die eine Bergwacht?“, hatte mich ein Kumpel kürzlich noch gefragt.

Weit verbreitetes unwegsames Gelände

Gerd erklärt es mir: „Zum Beispiel im gesamten Nationalpark Kellerwald-Edersee gibt es viele Wanderwege, die mit Autos schlichtweg nicht erreichbar sind. Wenn da ein Mensch Hilfe braucht, kann der Rettungsdienst alleine das einfach nicht leisten“, macht er deutlich. Gerd kann aus beiden Blickwinkeln berichten: In seinem Hauptberuf arbeitet der 52 Jährige als Notfallsanitäter im DRK Kreisverband Bad Wildungen als stellvertretender Rettungsdienstleiter und auch im Einsatzdienst und kommt so für beide Institutionen regelmäßig zum Einsatz. Erinnern kann er sich nach 35 Bergwachtjahren noch an eine ganze Reihe von Notfällen: „Wir mussten mal eine Patientin vom Wüstegartenturm abseilen. Die Frau musste in jedem Fall liegend transportiert werden und man hätte sie anders nicht vom Turm bekommen“. Gerd beschreibt mir die die Tücken der Erreichbarkeit: „Der Turm war für den Rettungsdienst mit dem Auto einfach nicht zu erreichen. Die Kollegen mussten etwa 500 Meter zu Fuß zurücklegen, bei gut einhundert Höhenmetern Anstieg. Und dann noch mal den Turm hoch bis zur Aussichtsplattform und dort die Patientin versorgen“. Eine Tatsache, die man sich kaum vorstellen kann. Und trotzdem: Immer wieder kommt es zu solchen Einsätzen. „Wir haben kürzlich einen schwerstverletzten Forstarbeiter aus dem Wald gerettet, oder eine Frau mit Knöchelfraktur vom Ettelsberg in Willingen geholt“, erzählt Gerd. Auch der Einsatz bei einer Reanimation in einer Windkraftanlage ist dem Familienvater noch in Erinnerung. „Unsere Einsätze erfolgen nicht nur in Waldeck-Frankenberg. Wir werden auch immer wieder aus den Nachbarkreisen angefordert, was uns sehr freut“, berichtet er mir. Besonders stolz ist Gerd auf das exzellente Notrufkonzept im Nationalpark vor seiner Haustür: „Wir haben zusammen mit dem Nationalpark den gesamten Park mit Rettungspunkten ausgestattet. Wenn der Anrufer, der oftmals nicht von hier stammt, einen Notfall meldet, sieht er auf den Wanderwegen alle paar Meter einen Rettungspunkt und kann den angeben. Das funktioniert richtig super“, ist Gerd begeistert und kann berichten, dass die letzten Notrufe allesamt nur über diese Punkte erfolgt sind. „In der Bergrettungswache haben wir Detailkarten und wir können jedem Rettungspunkt nicht nur die zugehörige Route, sondern auch den genauen Standort zuordnen. Das spart sehr viel wertvolle Zeit“, macht er deutlich.

Viele Jahre bis zum Luftretter

Nicht nur im „normalen“ Bergwachtdienst ist Gerd Windhausen engagiert. Der Odershäuser ist auch Technischer Leiter der gesamten Bergwacht Hessen und damit für die medizinische und einsatztaktische Ausbildung der Bergwachtler verantwortlich. Und die dauert ganz schön lange: „Wenn wir jemanden haben, der wirklich Gas gibt und motiviert und voller Elan dahinter steht, ist der frühestens in drei Jahren eine fertige Einsatzkraft“, rechnet Gerd vor. Winterrettung, Sommerrettung, Sanitätsdienstausbildung, Notfallmedizinausbildung – alles das muss ein Bergwachtler lernen und beherrschen. Hinzu kommen auch Naturschutzaufgaben, die von einem eigenen Referenten vermittelt werden. „Aber das ist nicht alles“, gibt Gerd Windhausen zu bedenken. „Der Bergwachtler muss klettern können, er muss Skilaufen können und vor allem körperlich sehr fit sein“, nennt er mir die Voraussetzungen, überhaupt bei der Bergwacht mitmachen zu können. Wer das noch nicht kann, der kriegt es bei der Bergwacht beigebracht. Nach der anfänglichen Ausbildung können die Bergwachtler sich noch weiter qualifizieren und zum Beispiel Einsatzführungsaufgaben übernehmen, oder Luftretter werden.

„Das ist mit Absicht so gemacht, um viel Erfahrung und Wissen zu vermitteln, bevor man solche Aufgaben übernimmt“, erklärt mir Gerd und macht deutlich: „Wenn ein Bergretterteam in den Einsatz geht, ist es oft auf sich allein gestellt. Dann kann man zwar einen Notarzt nachbestellen, aber der kommt nicht, weil er dort nicht hinkommt“. Das führt mir vor Augen, was es eigentlich heißt, bei der Bergwacht zu sein. Das idyllische, heldenhafte, was man im Fernsehen sieht, wird man hier nicht finden. „Das ist die Königsdisziplin“, macht Gerd deutlich.

Auch, wenn er in der Funktion als Technischer Leiter einen sehr verantwortungsvollen Posten ausübt, und die Bergwacht Hessen auch im Bundesausschuss der Technischen Leiter vertritt, oder die Bergwacht Deutschland in der Luftrettungskommission der IKAR (Internationale Kommission für alpines Rettungswesen) repräsentiert und weltweit Fortbildungen besucht, ist der sympathische Mann nicht abgehoben oder hochnäsig. Ganz im Gegenteil.

Ich frage ihn, was ihm an der Bergwacht am meisten gefällt: „Die unheimlich entspannten Patienten“, sagt er mir und lacht. „Da ist ein Biker mit `ner Pedale in der Wade der sagt „macht ein Pflaster drauf und es ist wieder gut“, lacht Gerd. „Das ist einfach schön, wenn man mit den Patienten gut, liebevoll und pfleglich umgehen kann. Das ist viel mehr Wert, als eine Medikamentengabe. Da erreichst Du mehr, als mit Chemie“, erklärt er mir. Gerd lächelt. Das macht ihm Spaß. Gar keine Frage, das merkt man sofort. „Wenn wir die Patienten dann mit einem Lächeln übergeben können und die dann auch noch Danke sagen, ist das einfach das Größte“, erklärt er mir die Vorzüge seines Ehrenamtes.

Seit 35 Jahren bereits kennt Gerd diese Vorzüge, angefangen hat er in der Bergwachtjugend und ist der Bergwacht bis heute treu geblieben. Eine Altersgrenze gibt es für die Arbeit bei der Bergwacht übrigens nicht. „Jeder kann das so lange, wie er sich fit fühlt, machen“, erklärt Gerd. Dreimal die Woche geht er Laufen, zehn, zwölf Kilometer. „Ich habe da einen sehr hohen Anspruch an mich, weil ich das noch lange machen möchte, denn das macht mir einfach Spaß“.

Gibt es auch etwas, was ihm an der Bergwacht nicht so gut gefällt? „Nein. Das gibt es nicht“. Kurz und bündig.

Und so werde ich Gerd schon bald wieder treffen. Beim Windenrettungstraining mit dem Hubschrauber. Mit jenen Polizeipiloten, mit denen er seinerzeit in Sachsen Menschen und Tieren das Leben gerettet hat.

Publiziert in Retter

VOLKMARSEN. Die Tragödie am Rosenmontag in Volkmarsen hat viele Menschen im Landkreis Waldeck-Frankenberg betroffen gemacht. Landrat Dr. Reinhard Kubat, Fritz Schäfer und Bürgermeister Hartmut Linnekugel waren ebenfalls vor Ort und zeigten sich tief entsetzt über diese abscheuliche Tat.

Nach ersten Meldungen der Polizei vor Ort war am  Montag ein 29 Jahre alter Mann aus Volkmarsen beim Rosenmontagsumzug in eine Menschenmenge gefahren und hatte mindestens 76 Personen verletzt, davon sieben Personen schwer - auch 20 Kinder sind betroffen.

Inzwischen hat die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main den 29-Jährigen wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts angeklagt, die hessische Polizei ermittelt.

Was war geschehen?

Am 24. Februar befuhr der 29-jährige Volkmarser gegen 14.45 Uhr mit seinem silbergrauen Mercedes-Benz den Steinweg und preschte mit seinem Pkw beim Rosenmontagsumzug in eine Menschenmenge beim Rewe-Markt. Der Fahrer wurde vor Ort von der Polizei vorläufig festgenommen und in die Polizeistation Korbach gebracht. Da der mutmaßliche Täter aufgrund der Verletzungen, die er im Zusammenhang mit dem Schadensereignis selbst erlitten hatte, in ärztliche Behandlung musste, wurde er von Beamten der Polizei ins Krankenhaus nach Korbach gebracht und danach erneut in Gewahrsam genommen. Der Beschuldigte soll heute dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.

Die Polizei

war zügig vor Ort und riegelte umgehend den Tatort ab. Der Polizeiführer vom Dienst, ein erfahrener Beamter aus Bad Arolsen, forderte umgehend Verstärkung an und schilderte die Lage. Zeitgleich kamen die ersten Notärzte und RTW-Besatzungen zum Tatort in den Steinweg. Ebenso alarmiert wurden die Wehren aus Volkmarsen und Külte. Vorderstes Ziel bestand darin, die An- und Abfahrtswege vom Tatort zu den Krankenhäusern und einfliegenden Hubschraubern freizuhalten. Den Hubschrauberlandeplatz legte die Polizei auf dem Sportplatz bei der Nordhessenhalle fest, von da wurde die Schwerverletzten in umliegende Krankenhäuser geflogen. Aufgrund der undurchsichtigen Lage wurde ein Sondereinsatzkommando angefordert und eine Einsatz-Großlage herausgegeben, die Polizisten in ihren schwarzen Anzügen, waren mit Stahlhelmen, Gesichtsschutz und Maschinenpistolen ausgerüstet. Nach etwa 30 Minuten erweiterte die Polizei die Absperrmaßnahmen auf die Außenbezirke von Volkmarsen, sodass kein Privatfahrzeug ins Stadtinnere gelangen konnte. Bis in den heutigen Dienstagmorgen wurden Spuren gesichert und Zeugen vernommen.  

Die Gerüchteküche

brodelte bereits wenige Minuten nach der Tat: So wurde in den sozialen Netzwerken von einem Terroranschlag gesprochen Diesen Begriff nahmen einige Medienhäuser sofort auf und posteten sogar ein ihnen zugespieltes Foto des mutmaßlichen Täters, das dann auch noch veröffentlicht wurde. Allerdings zeigte dieses Foto nicht den Täter, sondern einen Polizeibeamten. Andere wussten zu berichten, dass der Täter ein Rentner ist, der schon seit geraumer Zeit auf Krawall gebürstet ist. Verschwörungstheoretikern dauerte das Endergebnis der Ermittlungen nur 45 Minuten nach der Tat zu lange, sofort wurde von einem muslimischen Anschlag gesprochen. Das Polizeipräsidium Nordhessen rief die Medien dazu auf, keine Gerüchte zu streuen und die weiteren Ermittlungsergebnisse abzuwarten.

Die Feuerwehren

aus Külte und Volkmarsen waren ebenfalls vor Ort und unterstützten Retter und Polizeibeamte bei ihrer Arbeit. So wurden Sichtschutzmaßnahmen und Absperrzäune aufgebaut, Trassierband gezogen und verletzte Personen betreut. Stadtbrandinspektor Kai Wiebusch war mit 70 Einsatzkräften vor Ort.

Die Stadt

Volkmarsen richtete umgehend im Rathaus (Steinweg 29) ein Informationszentrum für Betroffene ein. Bürgermeister Hartmut Linnekugel war vor Ort und half wo er konnte. Außerdem wurden für die Einsatzkräfte Getränke bereitgestellt.  (112-magazin)

Publiziert in Polizei

ELKERINGHAUSEN. Feuerwehrleute, Bergwachtler, Polizeibeamten, Notfallseelsorger – sie alle sind sehr oft extremen, oft unvorstellbaren Eindrücken ausgesetzt. Nicht selten werden sie in der heutigen Zeit bei ihrer so wertvollen Arbeit angegangen oder behindert, die Bürokratie tut ihr übriges. Motivierend ist das nicht, oft werden auf so eine Art das ehrenamtliche Engagement und die berufliche Professionalität mit Füßen getreten.

Und dann gibt es plötzlich solche Momente wie heute Nachmittag in Elkeringhausen.

Als ich dort ankam sah ich im dichten Nebel die rote Blinkleuchte des Einsatzleitwagens der Feuerwehr Winterberg, der mir so den Weg zeigte, wo ich genau hin musste.

Die Einsatzkräfte waren am Nachmittag alarmiert worden, um ein vermisstes Kind in den weitläufigen Wäldern rund um Elkeringhausen zu suchen. Da war die Anspannung für mich zum Greifen nahe. Schon auf der Anfahrt dorthin. Leider viel zu oft hatte man schon von dramatischen Schicksalen in solch einem Zusammenhang gehört.

Sensible Situation

Ich ging nach meinem Eintreffen zum Einsatzleitwagen der Feuerwehr. Dort waren Kameraden, die ich kannte. Aufgrund der Situation wollte ich die Polizeibeamten nicht ansprechen. Sie hatten sicher besseres zu tun, als sich um mich zu kümmern. Die Feuerwehrleute standen an einer großen Karte, die sie mit Magneten an die Seitenwand des Einsatzleitwagens gepinnt hatten. Sie alle waren hochkonzentriert. Einsatzleiter Tim Braun und seine Männer. Sie haben mich nicht wahrgenommen. Die Anspannung war auch ihnen anzusehen. Da wollte ich nicht stören. Viele der Männer und Frauen vor Ort sind selbst Eltern.

Die Polizeibeamten besprachen ebenfalls ihre Taktik und standen in ständigem Funkkontakt mit Kollegen, die bereits in den umliegenden Wäldern mit der Suche begonnen hatten. Einfach Fotos zu machen – das traute ich mich erst mal nicht. Jemanden ansprechen wollte ich schon, aber nicht stören. Eine Gratwanderung.

Der erlösende Funkspruch

„Wir haben zu 99% das Mädchen gefunden. Rote Jacke“, hörte ich aus einem der vielen Funkgeräte und kurze Zeit später die Bestätigung „Es handelt sich um das vermisste Kind. Es ist wohlauf“. Erleichterung macht sich sofort breit. Die Polizeibeamten lächeln mir zu. „Kind wurde gefunden!“, nun haben mich auch die Feuerwehrleute bemerkt. Auch sie können ihre Freude über diesen Funkspruch nicht verbergen. Nun machte ich schnell einige Fotos von den Einsatzkräften am Sammelpunkt in der Ortsmitte. „Natürlich kann ich kurz Auskunft geben“, wandte sich der freundliche Polizeibeamte mir zu. Er strahlte, wie alle seine Kollegen vor Ort.

Urlaubswanderung mit Schrecken

„Die Menschen sind Gäste hier in Elkeringhausen“, erklärte er mir. Im Rahmen ihres Urlaubes habe die Familie eine Wanderung in Richtung Küstelberg unternommen. Plötzlich habe sie bemerkt, dass die Tochter, acht Jahre, verschwunden sei. „Die Eltern haben sofort mit der Suche begonnen“, berichtet der Polizeibeamte. Im dichten Nebel, den vielen Wegen mitten im Wald und der bereits einsetzenden Dämmerung haben sie ihr Kind nicht mehr wieder gefunden. „Als die Suche keinen Erfolg brachte, haben die Eltern die Polizei zur Hilfe gerufen“, erklärt mir der Beamte.

Großalarm zur Suche des vermissten Mädchens

Was dann passierte, zeigte einmal mehr, wie ernst die Verantwortlichen eine solche Situation nehmen. Die Polizei setzte eine große Maschinerie in Gang:Streifenwagenbesatzungen aus Winterberg, Bigge-Olsberg, Bad Berleburg, ein Hundeführer aus Siegen, ein Hundeführer aus Neuss, der Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera aus Dortmund, ein Polizeiseelsorger für die Eltern, der komplette Löschzug Winterberg, die Feuerwehr Elkeringhausen, die Feuerwehr Grönebach, die Feuerwehr Niedersfeld und die Bergwacht Winterberg erhielten ihren Einsatzbefehl. Sie alle waren nach Elkeringhausen gekommen, um das kleine Mädchen zu suchen. „Den letzten Kontakt zu den Eltern hat es um 15.00 Uhr gegeben“, schilderte der Polizeibeamte mir die Situation. Gegen 17.00 Uhr war der erlösende Funkspruch abgesetzt worden. Nur etwa 400 Meter vom Bereitstellungsraum entfernt war das Kind von einer Fußgängerin am Ortseingang gefunden worden. „Gerade als das Kind gefunden worden war, kamen wir mit unserem Streifenwagen vorbei“, schilderte eine Besatzung aus Bad Berleburg. Die überglücklichen Beamten nahmen sofort das Mädchen und die Fußgängerin an Bord, um wohl eine der schönsten Fahrten ihrer Laufbahn zu machen – das Kind zu den Eltern bringen. Diese warten sehnsüchtig in der Ortsmitte. Nach ein, zwei Minuten kommt der Streifenwagen an. Gänsehaut. Niemand sagt etwas. Die Beamten aus Bad Berleburg sind mir bestens bekannt. Sie strahlen. Fußgängerin und Kind steigen aus und eine überglückliche Mutter nimmt unter Tränen ihre Tochter in die Arme. Jetzt hat jeder einen Kloß im Hals. Ein toller Moment, nahezu unbeschreiblich. Die Eltern können ihr Glück kaum fassen. Sie umarmen nun auch die Fußgängerin, die ihre Tochter gefunden hat und bedanken sich herzlich bei allen Einsatzkräften, die gekommen waren, um ihre Tochter zu suchen. Selbst bei mir bedanken sie sich, obwohl ich mit meiner Kamera gar nicht zum Erfolg beigetragen hatte. Die Stimmung ist überwältigend und springt einfach auf jeden vor Ort über. Selbst Kinder aus dem Dorf, die mit dem Fahrrad da waren, freuen sich riesig.

Das sind sicher die Momente, die Feuerwehrleute, Polizeibeamte, Notfallseelsorger und Bergwachtler glücklich machen und die ihnen zeigen, warum es genau die richtige Aufgabe ist, die sie da machen. Besser hätten sie alle den Allerheiligentag wohl nicht verbringen können.

Für diese tollen Menschen, die Fußgängerin, das kleine Mädchen und seine Familie gelten heute die Likes.

Publiziert in HSK Feuerwehr
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Neustes 112-Video

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