Landkreis und Kommunen planen Konzept für IT-Notfälle

Mittwoch, 01. Juli 2026 00:51 geschrieben von  Michael Fränkel
Bei Cyberangriffen oder IT-Ausfällen sollen sich Landkreis, Städte und Gemeinden künftig gegenseitig unterstützen. Bei Cyberangriffen oder IT-Ausfällen sollen sich Landkreis, Städte und Gemeinden künftig gegenseitig unterstützen. Foto: Landkreis Waldeck-Frankenberg

WALDECK-FRANKENBERG. Ob Cyberangriff, Datendiebstahl oder Ausfälle in den Rechenzentren: Der Landkreis Waldeck-Frankenberg und die kreisangehörigen Städte und Gemeinden arbeiten derzeit an einem gemeinsamen Konzept für IT-Notfälle.

Ziel der Kooperation ist es, die Handlungsfähigkeit der Verwaltungen in Krisenszenarien durch gegenseitige Unterstützung und gemeinsame Maßnahmen zu sichern.

Schnelle und unbürokratische Amtshilfe

Im Vordergrund steht dabei die Frage, wie sich die Kommunen bestmöglich auf IT-Notfälle vorbereiten können – und wie sie im Ernstfall durch unbürokratische und rasche gegenseitige Unterstützung handlungsfähig bleiben.

Bereits im Jahr 2023 hatte der Landkreis nach einem Cyberangriff auf die Südwestfalen-IT einen der davon betroffenen Landkreise, den Hochsauerlandkreis, unterstützt. Die Autozulassungen wurden damals für einige Wochen von HSK-Mitarbeitern in den Räumlichkeiten des Landkreises Waldeck-Frankenberg durchgeführt.

Dies war ein klassisches Beispiel schneller Amtshilfe, die der Landkreis Waldeck-Frankenberg und seine Kommunen für den Ernstfall auch untereinander vereinbaren wollen.

Ressourcen teilen, Kooperation vereinbaren

Das kann beispielsweise das Teilen von VPN-Zugängen oder Notebooks bedeuten, aber auch das Zurverfügungstellen von Notfallpersonal oder entsprechenden Räumlichkeiten – je nachdem, was die betroffene Kommune im IT-Notfall individuell benötigt.

Gebildet werden soll auch ein gemeinsamer Pool an Notfall-Notebooks, auf die betroffene Kommunen dann schnell zugreifen können. Hier soll auch auf Unterstützungsmaßnahmen des Landes zurückgegriffen werden.

Um das Konzept konkret zu gestalten, wird derzeit auch an einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zwischen dem Landkreis, den Städten und Gemeinden gearbeitet, die die Details der interkommunalen Zusammenarbeit regelt.

Dafür treffen sich die Vertreter der Städte und Gemeinden sowie des Landkreises in regelmäßigen Abständen, um am Notfallplan zu arbeiten und für den Ernstfall vorzusorgen. Darüber hinaus sollen auch IKZ-Fördermittel beim Land Hessen beantragt werden. Ebenso sind gemeinsame Notfallübungen geplant.

Im Ernstfall schnell, pragmatisch und solidarisch helfen

„Wie wir am Beispiel des Hochsauerlandkreises gesehen haben, können IT-Notfälle jede Verwaltung treffen und die Handlungsfähigkeit deutlich einschränken“, sagt Landrat Jürgen van der Horst.

Davon könnten der Landkreis, Städte und Gemeinden gleichermaßen betroffen sein.

„Mit der geplanten interkommunalen Zusammenarbeit wollen wir uns im Ernstfall schnell, pragmatisch und solidarisch helfen, damit die Serviceleistungen für die Bürgerinnen und Bürger möglichst uneingeschränkt funktionieren“, sagt der Landrat.

„Daher stimmen wir uns bereits jetzt ab und erarbeiten präventiv ein Konzept für den Ernstfall – in der Hoffnung, dass wir dieses nicht anwenden müssen.“

Zuletzt bearbeitet am Mittwoch, 01. Juli 2026 01:02

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