WALDECK-FRANKENBERG. Beim Thema Gesundheitsversorgung stand in den vergangenen Monaten häufig die Fusion des Stadtkrankenhauses Korbach mit dem Kreiskrankenhaus Frankenberg zum Klinikum Waldeck-Frankenberg im Fokus. Landrat Jürgen van der Horst macht deutlich, dass auch Nordwaldeck weiter im Blick bleibt.
„Wir setzen uns auch weiterhin für eine verlässliche Gesundheitsversorgung im gesamten Landkreis ein – auch in Nordwaldeck“, sagt der Landrat. Er reagiert damit auf die Presseberichterstattung über die Resolution der Stadt Bad Arolsen zur Situation und Zukunft des Bad Arolser Krankenhauses.
„Der Landkreis Waldeck-Frankenberg setzt sich entschieden für eine flächendeckende und hochwertige Gesundheitsversorgung im gesamten Kreisgebiet ein – dazu gehört ausdrücklich auch der Klinikstandort Bad Arolsen“, betont Jürgen van der Horst. Gleichzeitig unterstützt der Landkreis die Spezialisierung des Standorts in Nordwaldeck in Richtung Altersmedizin.
Sicherung und Stärkung des Standorts Bad Arolsen
Der Landkreis unterstützt die Bemühungen, den Klinikstandort Bad Arolsen dauerhaft zu sichern und die medizinische Versorgung vor Ort weiter zu stärken. Ziel ist es, die Geriatrie am Standort so auszubauen, dass dort ein spezialisiertes Angebot entstehen kann.
Dazu steht Landrat Jürgen van der Horst auch im ständigen Austausch mit dem Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege (HMFG). Das Ministerium ist für die Planung und Genehmigung der Krankenhausstandorte in Hessen zuständig.
„Dabei fordern wir in allen Gesprächen den Erhalt des Klinikstandorts Bad Arolsen vehement ein, um eine positive Entscheidung zum Beispiel auch bei der Zuweisung der Leistungsgruppen zu erwirken“, betont der Landrat.
Spezialisierung im Bereich Geriatrie
Um die Spezialisierung in Richtung Altersmedizin in Bad Arolsen zu unterstützen, hat das Klinikum Waldeck-Frankenberg bewusst für beide Standorte in Korbach und Frankenberg auf einen durchaus denkbaren Ausbau der Geriatrie verzichtet.
An den Standorten Korbach und Frankenberg soll lediglich eine Basisversorgung angeboten werden – ergänzt um eine alterstraumatologische Versorgung, beispielsweise bei Diagnosen wie Oberschenkelhalsfrakturen, die in Bad Arolsen aufgrund der Schließung der Chirurgie nicht mehr behandelt werden können.
„Das Klinikum Waldeck-Frankenberg wird an seinen künftigen Standorten in Korbach und Frankenberg bewusst andere Schwerpunkte setzen, damit sich Bad Arolsen gezielt spezialisieren kann“, so der Landrat weiter.
Notfallversorgung wird gewährleistet
Neben der Stärkung des Krankenhauses in Bad Arolsen stellt auch die Notfallversorgung eine wichtige Säule der Gesundheitsversorgung dar.
Aktuell führt der Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises, Karl-Friedrich Frese, dazu Gespräche und Verhandlungen mit zahlreichen zu beteiligenden Ärzten, um die Einzelheiten der Beteiligung festzulegen.
Die bisher vom Krankenhaus Bad Arolsen wahrgenommene notärztliche Versorgung soll zum 1. Januar 2027 übernommen werden.
„Fest steht, dass wir auch künftig die Besetzung eines Notarzteinsatzfahrzeugs, das unverändert in der Residenzstadt stationiert wird, gewährleisten werden“, sagt Frese.
Zusätzlich werden in den Rettungswachen im Kreisgebiet weitere Rettungsfahrzeuge mit direkter telemedizinischer Anbindung an einen Notarzt stationiert werden – unter anderem auch eines in Bad Arolsen.
Zulassung eines chirurgischen Arztsitzes wird unterstützt
Weiterhin macht der Landrat deutlich, dass der Landkreis auch die Zulassung eines chirurgischen Arztsitzes in Bad Arolsen durch die Kassenärztliche Vereinigung mit aller Kraft unterstützt.
Der beim Landkreis für den Fusionsprozess verantwortliche Transformationsmanager Gerd Brückmann wird sich gemeinsam mit der Geschäftsführung des Klinikums Waldeck-Frankenberg aktiv in die Verhandlungen zu diesem Thema einbringen und einen guten Konsens mit den Beteiligten suchen.
Gemeinsames Ziel
Der Landkreis Waldeck-Frankenberg verfolgt das Ziel, eine qualitativ hochwertige, verlässliche und wohnortnahe Gesundheitsversorgung für alle Bürger im Kreisgebiet zu sichern.
Dazu gehört nicht nur die politische Unterstützung, sondern auch die konkrete Begleitung von Prozessen vor Ort: Verhandlungen mit der Kassenärztlichen Vereinigung, Abstimmungen mit dem Klinikum Waldeck-Frankenberg, die Begleitung von Zulassungsverfahren sowie die Abstimmung mit dem Land und mit niedergelassenen Ärzten.
Bad Arolsen wichtiger Baustein im Versorgungsnetz
„Bad Arolsen ist dabei ein wichtiger Baustein im Versorgungsnetz“, unterstreichen Jürgen van der Horst und Karl-Friedrich Frese abschließend.
„Wir wollen gemeinsam mit allen Partnern vor Ort gute Voraussetzungen dafür schaffen, um die Gesundheitsversorgung im gesamten Landkreis zu sichern. Der Ausbau der Geriatrie wird unterstützt, die Notfallversorgung wird gewährleistet und mögliche Lücken in der ambulanten Versorgung werden in Zusammenarbeit mit der hierfür zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung durch gezielte Maßnahmen geschlossen.“
Der Landkreis werde zudem alle nötigen Schritte unterstützen und aktiv daran arbeiten, dass der Standort in Bad Arolsen eine tragfähige und spezialisierte Zukunft hat.







