Klinikum Kassel startet neues Angebot für Herz und Psyche

Montag, 29. Juni 2026 13:48 geschrieben von  Michael Fränkel
 v.l.: Prof. Dr. Martin Ohlmeier und Dr. Lara Kaulitz haben das neue psychokardiologische Angebot konzipiert. v.l.: Prof. Dr. Martin Ohlmeier und Dr. Lara Kaulitz haben das neue psychokardiologische Angebot konzipiert. Foto: GNH | I.Eisel

KASSEL. Psychokardiologie ist ein neuer Schwerpunkt im therapeutischen Angebot der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Klinikum Kassel. Damit reagiert die Klinik auf die zunehmende Bedeutung psychischer Belastungen im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

„Wir reagieren damit auf die zunehmende Bedeutung psychischer Belastungen im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und schaffen ein spezialisiertes Behandlungsangebot für betroffene Patientinnen und Patienten“, sagt Prof. Dr. Martin Ohlmeier.

Ohlmeier hat das neue psychokardiologische Angebot gemeinsam mit Oberärztin Dr. Lara Kaulitz konzipiert und etabliert. Beide verfügen über langjährige Erfahrung in der Behandlung psychischer beziehungsweise psychosomatischer Erkrankungen und verfolgen einen integrativen Ansatz, der körperliche und psychische Gesundheitsaspekte gleichermaßen berücksichtigt.

„Die enge Verbindung zwischen Herz und Psyche ist wissenschaftlich gut belegt: Herz-Kreislauf-Erkrankungen können psychische Beschwerden wie Ängste, depressive Symptome oder Stressbelastungen auslösen oder verstärken. Gleichzeitig beeinflussen psychische Faktoren den Verlauf kardiologischer Erkrankungen maßgeblich“, so Prof. Ohlmeier.

Zielgruppe des psychokardiologischen Angebots

Das neue Angebot richtet sich insbesondere an Menschen mit Herzangst, depressiven Symptomen bei bestehenden Herzerkrankungen, psychischen Belastungen nach Herzinfarkt oder Herzoperationen sowie stressassoziierten Herz-Kreislauf-Beschwerden.

Auch Patienten mit Einschränkungen der Krankheitsbewältigung oder psychosozialen Belastungen im Zusammenhang mit chronischen Herzerkrankungen finden dort spezialisierte Unterstützung.

„Herzerkrankungen betreffen nie ausschließlich das Herz. Sie beeinflussen häufig das gesamte Leben eines Menschen – körperlich, emotional und sozial. Mit unserem psychokardiologischen Angebot schließen wir eine wichtige Versorgungslücke und ermöglichen eine Behandlung, die Herz und Psyche gleichermaßen berücksichtigt. Unser Ziel ist es, die Lebensqualität und Krankheitsbewältigung der Betroffenen nachhaltig zu verbessern“, erklärt Prof. Dr. med. Martin Ohlmeier, Chefarzt der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Klinikum Kassel.

Die psychokardiologische Behandlung erfolgt auf psychosomatisch-psychotherapeutischer Grundlage unter Berücksichtigung der jeweiligen kardiologischen Grunderkrankung. Ziel ist es, körperliche und psychische Aspekte gemeinsam zu betrachten und individuelle therapeutische Wege zu entwickeln.

Zum Behandlungskonzept gehören unter anderem:

  • psychosomatische und psychotherapeutische Diagnostik
  • ärztliche und psychotherapeutische Einzelgespräche
  • Stressbewältigungs- und Entspannungsverfahren
  • körperorientierte Therapieangebote
  • Unterstützung bei Krankheitsverarbeitung und Lebensstiländerungen
  • enge Zusammenarbeit mit kardiologischen Fachabteilungen und weiterbehandelnden Ärzten

Die Behandlung erfolgt im Rahmen einer teilstationären psychosomatischen Therapie.

Enge Zusammenarbeit mit Kardiologie

Das neue psychokardiologische Angebot wurde in enger Abstimmung mit den kardiologischen Versorgungspartnern der Region entwickelt.

Es entsteht in Kooperation mit der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen des Klinikums Kassel, dem Herzzentrum Kassel sowie dem Reha-Zentrum der Gesundheit Nordhessen.

„Durch diese sektorenübergreifende Zusammenarbeit können Patientinnen und Patienten entlang des gesamten Behandlungsverlaufs – von der Akutversorgung über die Rehabilitation bis zur psychosomatischen Weiterbehandlung – umfassend begleitet werden. Die enge Vernetzung ermöglicht eine optimale Abstimmung zwischen kardiologischer und psychosomatischer Behandlung“, erläutert Prof. Ohlmeier.

Psychokardiologische Sprechstunde

Zur diagnostischen Abklärung bietet die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie zudem eine spezielle psychokardiologische Sprechstunde in der Ambulanz an.

„Im Rahmen eines ambulanten Erstgesprächs überprüfen wir, ob eine Indikation für eine psychosomatisch-psychokardiologische Behandlung besteht. Die Anmeldung erfolgt über das Aufnahmemanagement der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie“, erklärt Oberärztin Dr. Kaulitz.

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