KORBACH. Die Badesaison 2026 geht ihrem Ende entgegen. Freibäder im Landkreis bereiten sich langsam auf die Zwischensaison vor, in der häufig Instandhaltungsarbeiten oder Ausbauten vorgenommen werden. Viele der heimischen Freibäder werden von ehrenamtlich organisierten Schwimmbadvereinen getragen und diese hatte der Landkreis Waldeck-Frankenberg zum Saisonende noch zu einem willkommenen Termin eingeladen.
Landrat Jürgen van der Horst überreichte den acht Vereinen Förderbescheide über jeweils 3.125 €, eine wertvolle Unterstützung für Investitionen in die Freibadanlagen.
Fördervereine für Schwimmbäder gibt es in Volkmarsen-Ehringen, Bad Arolsen-Landau, Vöhl-Marienhagen, Bad Arolsen-Mengeringhausen, Frankenberg-Rengershausen, Diemelstadt-Rhoden, Rosenthal und Diemelsee-Vasbeck. Der Landrat lobte ihren Einsatz auf freiwilliger, unentgeltlicher Basis und sprach den Verantwortlichen an der Vereinsspitze große Bewunderung für die Expertise aus, die sie vor allem im Austausch miteinander für den „Bereich Freibad“ entwickelt haben. Einen Tipp gab der Kreishauschef außerdem, wie größere Investitionen an den Freibadanlagen noch finanziert werden können: Fördermöglichkeiten gibt es bei den Leader-Regionen Burgwald-Ederbergland e. V., Diemelsee-Nordwaldeck und Kellerwald-Edersee e. V. und über Regionalbudgets.
„Wie wichtig Schwimmbäder sind, die von allen besucht werden können, weil der Eintritt auch von Familien mit geringem Einkommen bezahlbar ist, zeigt sich immer wieder“, betonte van der Horst mit Blick auf den tragischen Fall eines vor Kurzem im Twistesee ertrunkenen Jungen. Das flächendeckende Vorhandensein von Freibädern schaffe die Voraussetzung für eine Schwimmausbildung unter fachlicher Begleitung – ein bedeutender Faktor, um der leider zunehmenden Anzahl von Nichtschwimmern entgegenzuwirken. Abschließend wünschte der Landrat den Schwimmbadvereinen weiterhin viel Freude an ihrer selbstgewählten, gesellschaftspolitisch so bedeutenden Aufgabe und wiederholte seinen Dank für das Engagement.
Hintergrund „Nichtschwimmerstatistik“, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V.
In Deutschland kann jedes fünfte Kind im Grundschulalter (20 Prozent) nicht schwimmen. Diese Zahl der absoluten Nichtschwimmer unter den Sechs- bis Zehnjährigen hat sich laut repräsentativen Umfragen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) binnen weniger Jahre verdoppelt, 2017 lag sie noch bei 10 Prozent. Noch dramatischer ist die Lage beim sicheren Schwimmen: Rund 58 bis 60 Prozent aller Kinder sind am Ende der Grundschule keine sicheren Schwimmer, da sie kein Bronze-Abzeichen besitzen.
Experten der DLRG betonen regelmäßig, dass das beliebte Seepferdchen-Abzeichen kein Nachweis für sicheres Schwimmen ist. Es bescheinigt lediglich, dass sich ein Kind auf einer kurzen Strecke von 25 Metern über Wasser halten kann. Als sicherer Schwimmer (Freischwimmer) gilt ein Kind rechtlich und praktisch erst ab dem Deutschen Schwimmabzeichen in Bronze. Hierfür müssen unter anderem 15 Minuten Dauerschwimmen und ein Tieftauchen absolviert werden.
Aktuelle Kennzahlen im Überblick
- 20 % Nichtschwimmer im Alter von 6 bis 10 Jahren (Anstieg von 10 % im Jahr 2017).
- 20 % Nichtschwimmer im Alter von 9 bis 13 Jahren laut einer Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).
- 37 % der Grundschulkinder besitzen überhaupt kein Schwimmabzeichen (nicht einmal das vorbereitende Seepferdchen).
- 5 % der Jugendlichen ab 14 Jahren und Erwachsenen bezeichnen sich selbst als absolute Nichtschwimmer (ca. 3,5 Millionen Menschen in Deutschland).
-Anzeige-









