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DIEMELSTADT. Am frühen Freitagmorgen sprengten bislang unbekannte Täter einen Geldautomaten der Waldecker Bank in Rhoden. Sie erbeuteten Geld in noch nicht bekannter Höhe. Personen wurden nicht verletzt, teilt Polizeisprecher Dirk Richter mit. Am Tatort dauert die Spurensicherung derzeit noch an.

Anwohner hatten gegen 3.30 Uhr einen lauten Knall aus dem Bereich der Bankfiliale gehört und die Polizei verständigt. Anschließend beobachteten sie mindestens drei Personen, die in einen dunklen Audi stiegen und mit hoher Geschwindigkeit vom Tatort in Richtung Autobahn A 44 flüchteten.

Die in dem Gebäude wohnenden Personen konnten ihre Wohnungen teilweise schockiert, aber unverletzt verlassen. Durch die Explosion wurden der Vorraum der Bank sowie der Geldautomat erheblich beschädigt. Nach ersten vorsichtigen Schätzungen beläuft sich der Gesamtsachschaden auf etwa 50.000 Euro. Fachberater des THW Korbach waren ebenfalls vor Ort, um Gebäudeschäden zu begutachten.

Die sofort eingeleitete Großfahndung nach den Tätern, an der auch ein Polizeihubschrauber beteiligt war, verlief ohne Erfolg. Bei der Tat erbeuteten die Täter Bargeld aus dem Automaten, die Höhe steht derzeit noch nicht fest. Einige, durch die Sprengung verstreute Geldscheine, blieben am Tatort zurück.

Am Tatort werden derzeit noch umfangreiche Spurensicherungsmaßnahmen durchgeführt, die durch den Erkennungsdienst der Polizeipräsidiums Nordhessen unterstützt werden. Auf welche Art und Weise die Täter die Explosion herbeiführten, ist nun ebenfalls Gegenstand der weiteren Ermittlungen der Kriminalpolizei Korbach - auch die Freiwillige Feuerwehr war im Einsatz.

Zeugen, die in der vergangenen Nacht verdächtige Wahrnehmungen in Rhoden gemacht haben oder sonstige Hinweise, auch zum Fluchtfahrzeug, geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 05631/9710 bei der Kriminalpolizei Korbach zu melden.

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Publiziert in Polizei

WALDECK-FRANKENBERG. Erneut hat das THW Korbach in einem engagierten Einsatz die Verbindungswege der Kurhessenbahn zwischen Korbach und Brilon-Wald und zwischen Frankenberg und Korbach für den Schienenverkehr freigeräumt.

Die Strecke Frankenberg - Marburg ist noch nicht frei, dort hat sich eine mächtige Buche im Burgwald über die Gleise gelegt und versperrt den Weg. Mittlerweile hat die Kurhessenbahn zwei Forstunternehmen damit beauftragt, die Buche aus dem Gleisbett zu schneiden und zu entsorgen. Wie Einsatzleiter Dirk Gernand  auf Nachfrage mitteilte, waren drei Trupps mit 13 THW-Mitarbeitern im Einsatz.

Begonnen hatte der Einsatz um 7 Uhr am heutigen Samstagmorgen. Auf Sicht wurden die drei Strecken mit Triebwagen erkundet und die Aufträge an die Einsatzkräfte verteilt. Insgesamt mussten drei Kronen und 12 teilweise sehr starke Bäume zersägt und von den Gleisen genommen werden. Einsatzleiter Gernand konnte um 11 Uhr der Kurhessenbahn melden, dass die beiden Strecken wieder befahrbar sind. 

Nach bestätigten Meldungen soll die Strecke Frankenberg-Marburg im Laufe des Tages frei sein.

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Freitag, 18 Februar 2022 13:41

THW räumt den Weg frei

WALDECK-FRANKENBERG. Erneut hat die Ortsgruppe des Technischen Hilfswerks Korbach dafür gesorgt, dass der Schienenverkehr im Landkreis Waldeck-Frankenberg am Donnerstag wieder Fahrt aufnehmen konnte.

Wie Einsatzleiter Dirk Gernand mitteilte, wurde das THW um 10.30 Uhr für die Streckenabschnitte Korbach - Brilon-Wald, Korbach - Frankenberg und Frankenberg - Marburg alarmiert. Daraufhin setze der Einsatzleiter einen Trupp mit Fahrzeug in Richtung Frankenberg in Bewegung, zwei weitere Trupps bestiegen in Korbach einen Triebwagen.

Die Fahrt auf Sicht brachte schnell Gewissheit. Insgesamt wurden sieben Bäume von den Schienen geschnitten und drei Baumkronen von den Gleisen geholt. Zwischenzeitlich meldete der Einsatzleiter die Streckenabschnitte bei der Kurhessenbahn befahrbar. Um 16.30 Uhr endet der Einsatz des THW. Fahrzeuge wurden im Standort vollgetankt, Material und Gerät gesäubert und die Sägeketten für weitere Einsätze scharf gemacht. Verletzt wurde niemand.

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Freitag, 10 Dezember 2021 15:01

THW räumt Marihuana-Plantagen in Eppe und Medebach

EPPE/MEDEBACH. Das THW war am 10. Dezember 2021 in Eppe und Medebach im Einsatz, um von der Polizei ermittelte Cannabis-Plantagen zu räumen.

Was war geschehen?

Im Rahmen von Ermittlungen konnte die Polizei albanische Staatsangehörige ermitteln, die im Verdacht stehen, bandenmäßig den bundesweiten Handel mit Betäubungsmitteln betrieben zu haben. Nach derzeitigem Ermittlungsstand sollen die beiden Hauptakteure der Bande die Lieferungen von Marihuana in der Größenordnung von mehr als 100 Kilogramm aus Albanien organisiert haben. Der Vertrieb soll vor Ort durch vier weitere albanische Staatsangehörige im Bereich Essen, Oberhausen und Bottrop durchgeführt worden sein, wo die Bande über mehr als ein Betäubungsmitteldepot verfügt haben dürfte. Es konnten zahlreiche Marihuana-Lieferungen von jeweils fünf bis 20 Kilogramm im Bundesgebiet nachvollzogen werden. Durch die bislang verdeckt geführten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Duisburg und der Oberhausener Kriminalpolizei konnten weitere Tatverdächtige identifiziert sowie Cannabisplantagen in NRW und Hessen mit beträchtlichen Ausmaßen lokalisiert werden.

Am frühen Donnerstagmorgen (9. Dezember) vollstreckten mehrere Hundert Polizeikräfte in einer konzentrierten Aktion zeitgleich die von der Staatsanwaltschaft Duisburg beim Amtsgerichts Duisburg erwirkten Haftbefehle und Durchsuchungsbeschlüsse. Ein Haftbefehl und 19 Durchsuchungsbeschlüsse wurden in Nordrhein-Westfalen (Oberhausen, Heinsberg, Lüdenscheid, Bottrop, Gelsenkirchen, Essen), in Hessen (Korbach) und Luxemburg (Strassen) vollstreckt. Die ersten Durchsuchungsergebnisse begründeten den Verdacht, dass sechs weitere Objekte in Gladbeck und weitere Objekte in Lüdenscheid und Gelsenkirchen ebenfalls im Zusammenhang mit den kriminellen Bandenaktivitäten stehen könnten. Auch hier erfolgten polizeiliche Durchsuchungsmaßnahmen. Bei den Durchsuchungs- und Festnahmemaßnahmen wurden in den Objekten weitere 20 Personen angetroffen und vorläufig festgenommen.

Die Durchsuchungen aller Objekte förderten neben drei Marihuana-Plantagen mit über tausend Pflanzen in unterschiedlichen Wachstumsphasen Bargeld in sechsstelliger Höhe, eine scharfe Schusswaffe sowie zahlreiche weitere Beweismittel zutage, die sichergestellt wurden und im Rahmen der weitergehenden Ermittlungen ausgewertet werden.

THW in Eppe und Medebach im Einsatz

Die THW Ortsverbände Korbach, Meschede, Hesborn und Büren waren am 10. Dezember damit beauftragt, die beiden Mietshäuser in Eppe und Medebach zu räumen. Allein in der Ringstraße in Eppe befanden sich 360 Pflanzen in dem extra für die Marihuana-Produktion angemieteten Objekt. Zunächst schalteten die Einsatzkräfte den Strom ab und machten sich anschließend an die Arbeit.

Während die Pflanzen und Pflanzenbehältnisse umgehend der Vernichtung zugeführt werden konnten, wurden die weiteren Gerätschaften wie Ventilatoren, fast ebenso viele Lampen wie Pflanzen und unzählige Verkabelungen beschlagnahmt und zunächst zur Zwischenlagerung abtransportiert.

Einsatzleiter vor Ort war Dirk Gernand vom THW Ortsverband Korbach. Insgesamt waren 32 Kräfte im Einsatz.

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WALDECK-FRANKENBERG. Nachdem die Deutsche Bahn aufgrund des Sturmtiefs "Hendrik II" am Donnerstag den Bahnverkehr im Landkreis Waldeck-Frankenberg vorübergehend eingestellt hatte, rollen die Züge seit Freitagmorgen wieder wie gewohnt.

Nach Angaben des Einsatzleiters des THW Dirk Gernand hatte das Notfallmanagement der Bahn und die Leitstelle das THW Korbach und den Ortsverein Wolfhagen um Unterstützung zur Beseitigung von umgestürzten Bäumen und Astwerk auf den Strecken Korbach - Brilon, Korbach - Wolfhagen und Wolfhagen - Obervellmar gebeten. Mit mehreren Trupps begannen die Einsatzkräfte um 18 Uhr am Donnerstagabend ihre Kontrollfahrten. Während die Strecke Korbach - Brilon keine nennenswerten Sturmschäden zu melden hatte, sah es auf der Bahnlinie von Korbach in Richtung Wolfhagen gänzlich anders aus. Mehrere Bäume konnten dem Sturm scheinbar nicht standhalten und waren auf die Schienen gefallen. Mit Motorsägen und Akkuleuchten ausgerüstet, konnte die Strecke von Baum- und Astwerk befreit werden. Zur Absicherung der eigenen Kräfte wurde für jeden Trupp ein Sanitätsrucksack mitgeführt.

Die Meldung an die Leitstelle und das Notfallmanagement der Kurhessenbahn erfolgte am späten Donnerstagabend durch Dirk Gernand: "Strecke Korbach - Wolfhagen frei, Strecke Korbach - Brilon frei. Auch der THW Ortsverband Wolfhagen befand sich im Einsatz, diese Trupps kontrollierten die Bahngleise zwischen Wolfhagen und Obervellmar.

Die Bahnlinie von Korbach in Richtung Marburg wurde gegen 5 Uhr am Freitag abgefahren, auch hier konnte Entwarnung geben. Somit kann der Regelverkehr der Kurhessenbahn im Landkreis Waldeck-Frankenberg problemlos Fahrt aufnehmen.

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Dienstag, 12 Oktober 2021 14:27

THW und Feuerwehren üben für realen Zugunfall

WALDECK-FRANKENBERG. An fünf Tagen im September dieses Jahres konnten die Feuerwehren aus den Landkreisen Waldeck-Frankenberg ihr Wissen an einem umgestürzten Steuerwagen der Deutschen Bahn in Kassel vertiefen und sich dem Thema technische Hilfeleistung bei Bahnunfällen widmen.

An drei Objekten der Kurhessenbahn im Rangierbahnhof Kassel haben etwa 250 Feuerwehrleute und 20 Einsatzkräfte des THW ihr Können unter Beweis gestellt und weitere interessante Details erfahren. Vorarbeiten hatten die Initiatoren Dirk Gernand vom THW Korbach und der Notfallmanager der Deutschen Bahn Markus Bähr bereits organisiert. Drei  Vt 628 der Kurhessenbahn sollten vor Ort verschrottet werden, daher hatten Gernand und Bähr die Gelegenheit genutzt um allen Feuerwehren im Zuständigkeitsbereich der Strecken in den Landkreisen Waldeck-Frankenberg, Schwalm-Eder und Kassel die Möglichkeit zu geben, an den verschiedenen Objekten Unfallszenarien zu üben. 

Am Sonntag, 29. August begann das THW Korbach damit, einen der Steuerwagen vom Motorwagen zu trennen und 20 Meter vorzuziehen. Anschließend wurde der Steuerwagen angehoben und neben der Schiene auf Holzklötzen abgesetzt. Im weiteren Verlauf konnte der Steuerwagen mit Hebekissen und Seilwinden kontrolliert auf die Seite gelegt werden, um an den Folgetagen den Feuerwehren ein Unfallszenario zu bieten, an dem eine Personenrettung nach oben aus dem umgestürzten Fahrzeug geübt werden kann. Im weiteren Verlauf legte das THW weitere zwei Triebwagen auf die Seite.

Verletzte Person aus Zug retten

Jede Wehr hatte zweieinhalb Stunden Zeit die verschiedene Unfallszenarien durchzuspielen. An allen Tagen stand den Feuerwehren  Aufgleisleiter Dirk Gernand vom THW Korbach und Notfallmanager Markus Bähr für Fragen zur Verfügung und gaben den Einsatzkräften Informationen und Sicherheitshinweise während des Übungsverlaufs. In jeweils zwei Gruppen geteilt, machte sich die erste Gruppe mit dem umgestürzten Steuerwagen vertraut und versuchten eine verletzte Person aus dem Inneren des Zuges zu bergen. Dazu mussten sie sich erst einmal Zutritt zum Fahrzeug durch die jetzt oben liegende Tür verschaffen, anschließend in das Fahrzeug eindringen, die verletzte Person bergen und auf demselben Weg wie sie hineinkamen wieder aus dem Fahrzeug sicher hinausbringen. Was sich bei Actionfilmen immer mühelos darstellt, trieb den Einsatzkräften den Schweiß aus den Poren.

Eindringen in Schienenfahrzeuge

Die zweite Gruppe übte an den anderen Vt 628 das Eindringen in Schienenfahrzeuge. Sie versuchten die Türen und Fenster mit den verschiedensten Hilfsmitteln zu öffnen und sich Zugang mit schwerem Gerät durch die Außenhaut der Vt`s zu verschaffen. Es wurden dabei die verschiedensten Einsatzgeräte ausprobiert, um herauszufinden welches Gerät für welche Zwecke geeignet ist oder eben nicht. Unter anderem wies Gernand darauf hin, dass beim Einsatz eines Trennschleifers beim Zerschneiden von Fenstern Glasstaub entsteht, der von Einsatzkräften und zu rettenden Person zwar eingeatmet wird, dieser die Lungen aber nicht mehr verlässt. Es kann daher zu erheblichen Gesundheitsschäden kommen.

Die erworbenen Kenntnisse werden den Feuerwehren bei ihren nächsten Einsätzen helfen, das jeweils beste Einsatzgerät für den jeweiligen Einsatzfall auszuwählen. Zur Halbzeit tauschten die Gruppen die Unfallszenarien, sodass alle Beteiligten an beiden Stationen üben konnten. Insgesamt, so Dirk Gernand, waren drei Jahre Vorbereitungszeit und 100 Arbeitsstunden nötig, um diese Sonderübung umsetzten zu können.

Publiziert in THW

BAD BERLEBURG/SCHLEIDEN. „Da wo wir waren, haben mal Häuser gestanden. Die Treppe war noch zu erkennen, sonst nichts mehr“. Was Jan Lucas Krause in seinem Gespräch schildert, kann man wohl nicht nachvollziehen, wenn man nicht selbst im Schadensgebiet gewesen ist. Der 19-jährige Bad Berleburger ist seit seiner frühesten Kindheit begeistert für das Technische Hilfswerk, ist später in die THW-Jugend eingetreten und heute als Helfer der Bergungsgruppe im THW Ortsverband Bad Berleburg engagiert.
Gemeinsam mit 13 weiteren Kameraden war er in der letzten Woche im Hochwassergebiet in Nordrhein-Westfalen im Einsatz. Er hat sich nach unserer Anfrage bereit erklärt, uns von seinen Eindrücken, seinen Aufgaben vor Ort und seinen Erlebnissen zu berichten.

Einsatz Tage nach der Flut


Der Einsatz kam erst Tage nach der akuten Flut. Als es akut war, war der THW-Helfer mit seinen Kameraden im benachbarten Sauerland im Einsatz, um Gärten, Keller und Firmen leer zu pumpen. Jetzt ging es darum, die Spuren, die die gewaltige Flut in Teilen der Eifel hinterlassen hat, zu beseitigen und dabei zu helfen, einen langsamen Wiederaufbau zu ermöglichen. Vor allem aber darum, den für die Schadensgebiete erneut angekündigten Starkregen vorbereiten und weitere Schäden verhindern zu können.
Jan Lucas saß mit seinen Eltern im Garten, als sein Telefon ging. „Bist Du einsatzbereit? Dann bitte Sachen packen und zum OV kommen. Es dauert mehrere Tage“. Mehr erfuhr der junge Mann zunächst nicht. Schnell, aber ohne Hektik begann er, seinen Einsatz vorzubereiten. „In meinem Bettkasten habe ich die nötigen Materialien für eine Übernachtung im Freien“, erklärt Jan Lucas, der auch in seiner Freizeit immer wieder gerne im Freien, in den Wäldern seiner Wittgensteiner Heimat, oder anderswo in Deutschland übernachtet und dort dann tagelang auf sich allein gestellt ist. „Und gegenüber ist schon der Kleiderschrank und im Badezimmer die Hygieneartikel“. Der Rucksack sei also schnell gepackt gewesen. „Am Ende waren es doch ein paar Klamotten zu viel“, lacht er. Es folgte eine herzliche Umarmung mit seinen Eltern und die innige Bitte von Mutter und Vater, auf sich Acht zu geben. Sie alle wissen, dass der Einsatz nicht ungefährlich ist und bereits Einsatzkräfte in den Fluten ertrunken sind.
Etwa fünf Minuten nach dem Anruf ist er zum wenige Kilometer entfernten THW Ortsverband gefahren. „Alles was an THW Sachen noch rein passte, habe ich dazu gepackt“, schildert Jan Lucas. Dann ging die Kolonnenfahrt Richtung Einsatzgebiet los. „Wir waren mit drei Fahrzeugen und 14 Leuten im Einsatz“, berichtet er. Dabei wussten Jan Lucas und seine Kameraden zunächst nicht, was sie erwartet. „Wir sollten erst mal in den Bereitstellungsraum fahren und da auf einen genauen Einsatzauftrag warten“, erinnert er sich. Vom Bereitstellungsraum aus wurden er und seine Kameraden in eine Turnhalle einer Schule gebracht. „Da haben wir dann unsere Feldbetten aufgebaut und einen Schlafplatz hergerichtet. Mittlerweile war es schon abends“, erzählt er. Andere THW Ortsverbände sind bereits im Einsatz. Sie sollen von Jan Lucas und seinen Kameraden abgelöst werden.
Wie sein Gefühl, seine Gedanken waren, als er wusste, dass er jetzt mitten ins Zentrum des Katastrophengebiet fahren sollte, um dort zu helfen, frage ich ihn. „Ich weiß, dass ich meinen Kameraden hier blind vertrauen kann. Angst hatte ich deshalb nicht“, versichert er mir. Aber auch: „Mir war schon klar, dass das etwas anderes sein würde, als Keller leer zu pumpen“.

Mehrere Einsatzaufträge in den Tagen


Nachdem die Schlafplätze eingerichtet waren und der erste Einsatzauftrag am nächsten Morgen kam, klang dies zunächst weniger spektakulär: „Wir mussten Sandsäcke füllen“, erzählt Jan Lucas. Er und seine Kameraden haben von diesem Zeitpunkt an Sage und Schreibe 11.000 Sandsäcke in etwa zehn Stunden befüllt. „Uns taten Hände und Arme weh, weil man immer die selben Bewegungen gemacht hat“, berichtet er mir. Aber ans Aufhören habe nie jemand gedacht: „Wir haben dann die Arbeiten getauscht, damit jeder mal anders beansprucht werden konnte und dann war es gut machbar“, schildert er. Rund 15 bis 20 Kilo wiegt ein Sandsack, den die Helfer nach Augenmaß befüllen mussten. „Die Säcke wurden dann an den Ufern des Flusses positioniert, der durch die beiden Dörfer fließt, um ein erneutes Übertreten bei dem angekündigten Regen zu verhindern“, erklärt Jan Lucas. Erleichtert waren er und seine Kameraden, als der Regen deutlich schwächer ausfiel, als angekündigt. „Der ganz große Regen ist zum Glück ausgeblieben. Es hat ein bisschen getröpfelt“.
Der erste Einsatz dauerte bis spät in den Abend. „Danach haben wir Bratkartoffeln mit Leberkäse gegessen“, freut sich Jan Lucas. Gekocht übrigens ebenfalls von Kameraden des THW.
„Wir haben an diesem Abend noch lange zusammen gesessen und uns unterhalten. Da hatte ich schon den Eindruck, dass vor allem bei den Kameraden, die schon zuvor in einem Katastrophengebiet im Einsatz waren, die Stimmung getrübt war. Es ist schon bedrückend, mitten in Schutt und Asche zu stehen, wo eigentlich einmal Häuser standen“, gibt der junge Mann zu bedenken.

Schwere Eindrücke für die Helfer

Am nächsten Morgen reichte die Zeit für ein Frühstück nicht mehr aus. Es gab einen erneuten Einsatzauftrag. „Diesmal mussten wir direkt in ein Dorf, durch das die Flut gekommen ist“, erinnert sich Jan Lucas. Unterwegs habe man schnell bei einem Bäcker angehalten, und sich eine Kleinigkeit auf die Hand gekauft.
In dem Dorf wirken schwere Eindrücke auf Jan-Lucas und seine Kameraden ein. „Da wird Dir anders“, gesteht er mir. „Man kannte die Bilder ja aus dem Fernsehen, aber selbst dort zu stehen, das ist noch mal ganz etwas anderes“, macht er deutlich. Auf dem Weg dorthin seien sie an einer Stelle vorbeigekommen, wo zwei Häuser einfach weg gespült worden seien. "Ob die Menschen dort noch rechtzeitig raus gekommen sind, wissen wir nicht".
Die Straßen im Ort seien ausgeschwemmt gewesen, aber das habe noch halbwegs gegangen, berichtet er. „Dann standen wir an einem Fluss, wo wir ein großes Betonteil zur Bergung vorbereiten mussten. Am Ufer hatte vor 24 Stunden noch ein Haus gestanden. Das war eingestürzt“, schildert er seine Eindrücke. Während der Arbeit, so erzählt mir der 19-Jährige, müsse man diese Eindrücke ausblenden. „Aber in den Pausen haben wir darüber natürlich nachgedacht und uns gefragt, wie es den Menschen wohl jetzt geht“.Das schwere Betonteil, das für die Bergung vorbereitet werden soll, wiegt rund 13 Tonnen. Das haben die Helfer anhand der Betondichte und Abmessungen vor Ort ermittelt. Um dieses Teil letztlich mit einem Autokran bergen zu können, mussten die THW Helfer noch eine weitere Bergungsgruppe mit speziellem Gerät anfordern, die diese Aufgabe dann zu Ende führte. „Wir haben noch zwei weitere Einsätze am Fluss gehabt“, berichtet Jan Lucas. Dabei sei es zunächst darum gegangen, einen Baufachberater zu sichern, der mitten im Wasser gestanden habe, um Brücken in Augenschein zu nehmen. „Mein Kollege Justin und ich haben ihn von außen mit Gurten gesichert und festgehalten“, beschreibt er die Aufgabe dort. Wenig später musste die Truppe um Jan Lucas selbst mit Wathosen ins Hochwasser gehen: „Es musste eine Brücke im Fluss von sperrigem Unrat befreit werden, um nicht erneut einen Stau und eine Überflutung auszulösen“, erklärt er. Dabei wurden die Helfer von ihren eigenen Kameraden gesichert, die sich wiederum mit Haken im Boden auch gesichert haben. 

Am Nachmittag endete schließlich auch der zweite Einsatztag und die Kameraden konnten ihre Heimreise antreten. „Wir waren alle sehr müde, haben auf der Heimfahrt viel geschlafen aber auch über all das geredet, was wir hier gesehen haben und wie es für die Menschen wohl jetzt weiter geht“, berichtet Jan Lucas abschließend. Gegen Mitternacht seien sie an der Unterkunft gewesen und gegen halb eins dann wieder daheim bei ihren erleichterten Familien.

Schließlich gehen wir noch zu dem Fahrzeug, mit dem Jan Lucas im Einsatz war und machen ein Foto für unseren Artikel.
Jan Lucas strahlt. Er ist gemeinsam mit Vielen einer der Helden dieser entsetzlichen Katastrophe.

Publiziert in SI Retter

FRANKENAU. Auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in der Waldecker Straße, nur wenige hundert Meter vom Ortskern entfernt, brach in den frühen Morgenstunden des 25. Juni ein Feuer aus. Nach derzeitigem Kenntnisstand waren sämtliche Feuerwehren der Frankenauer Ortsteile inklusive der Stadtwehr im Einsatz um eine brennende Scheune zu löschen und Tiere aus dem angrenzenden Stall zu retten. Eine Drehleiter mit Besatzung aus Frankenberg war ebenfalls im Einsatz.

Um 2.10 Uhr wurden die Ehrenamtlichen über Sirenen und per Warnapp alarmiert. Die Einsatzleitung hat der Frankenauer Stadtbrandinspektor Manuel Kühn übernommen. Nach Polizeiangaben stand der Stall, in dem neben 100 Kühen, Bullen und Rindern auch verschiedene landschaftliche Geräte untergebracht waren, im Vollbrand. Auf dem Dach des Gebäudes war eine Photovoltaikanlage installiert, welche ebenfalls durch das Feuer vollständig zerstört wurde. Personen wurden durch das Feuer nicht verletzt. Die Anzahl der verletzten oder verstorbenen Tiere steht zurzeit noch nicht fest - bislang sind 40 Tiere tot aufgefunden worden. Ein Bulle ist in den Nationalpark geflüchtet, wie schwer das Tier verletzt ist, steht nicht fest. Nach dem Tier wird intensiv gesucht.

Um 4.10 Uhr konnte Manuel Kühn der Leitstelle Feuer aus melden. Mit 14. Trupps unter Atemschutz, zwei C-Rohren, der Drehleiter und mit zwei Riegelstellungen konnte das Feuer gelöscht und ein Übergreifen auf das Haupthaus und eine weitere Stallung verhindert werden. Neben der Sicherung der angrenzenden Gebäude legten die Einsatzkräfte den Fokus auf die Tierrettung. Familienangehörige, die auf dem Hof leben, halfen tatkräftig mit, trotzdem konnten nicht alle Tiere gerettet werden. Obwohl die Feuerwehr den Brand zügig unter Kontrolle hatte, kam es am Anfang zu Schwierigkeiten mit der Wasserversorgung. Da das Anwesen außerhalb der Ortschaft liegt, mussten Löschwasserleitungen mehrere hundert Meter zum Einsatzort verlegt werden. Die Wasserversorgung wurde zudem von Tankfahrzeugen unterstützt, wie Manuel Kühn mitteilte.

Nach derzeitigen Stand beträgt der Sachschaden mindestens 500.000 Euro. Zur Unterstützung der Feuerwehr wurde bei der Brandbekämpfung auch das technische Hilfswerk eingesetzt. Mit einem Bagger mussten Rundballen auseinandergezogen und Trümmerteile beseitigt werden. Trotz Einbringung von Netzmitteln zogen sich die Nachlöscharbeiten über mehrere Stunden hin. Eine Veterinärin war ebenfalls vor Ort.

Die Kriminalpolizei in Korbach übernimmt die weitere Sachbearbeitung. Dazu werden die Beamten der Kripo einen Sachverständigen des Hessischen Landeskriminalamtes hinzuziehen.

Publiziert in Feuerwehr
Samstag, 19 Juni 2021 07:15

Haus eingestürzt - Straße gesperrt

VOLKMARSEN. Aufgrund von baulichen Mängeln stürzte am späten Freitagabend ein Haus in Ehringen ein - der Dachstuhl eines Fachwerkhauses hatte sich auf der Oberstraße verteilt und rief Polizei, Rettungsdienste, Feuerwehren, Hessen Mobil sowie das Technische Hilfswerk auf den Plan.

Gegen 22.45 Uhr erreichte die Feuerwehren Volkmarsen, Külte und Ehringen die Alarmmeldung eines eingestürzten Dachstuhls in der Ortsmitte von Ehringen. Ob sich Personen im Gebäude befinden war zu diesem Zeitpunkt nicht klar. Deshalb rückten die Feuerwehren unter der Einsatzleitung von Kai Wiebusch mit 50 Freiwilligen aus, sondierten die Lage vor Ort mit der Polizei und konnten schnell Entwarnung geben. Personen waren nicht zu Schaden gekommen, allerdings war ein Teil des Dachstuhls auf die Oberstraße gefallen, sodass Hessen-Mobil und der Bürgermeister der Stadt Volkmarsen in die Lage mit einbezogen werden mussten.

Nach kurzer Besprechung wurde entschieden, die Landessstraße 3075 an der Abfahrt von Volkmarsen in Richtung Ehringen und die Landesstraße zwischen Viesebeck und Ehringen zu sperren. Zunächst mussten die Anwohner über eine mögliche Staubentwicklung informiert werden. Parallel dazu wurde die Einsatzstelle ausgeleuchtet, abgesichert und ein Fachberater hinzugezogen, der gemeinsam mit Bürgermeister Linnekugel zu dem Entschluss kam, das Gebäude abreißen zu lassen um die Ortsdurchfahrt schnellstmöglich für den Verkehr freigeben zu können. Wie Hans-Joachim Kegel vom Ortsverband Korbach mitteilte, rückte das THW aus Korbach mit 13 Einsatzkräften an, die Räumgruppe des THW Frankenberg steuerte mit sieben Einsatzkräften und schwerem Gerät, darunter ein Bagger, kurz nach der Alarmierung auf Ehringen zu.  

Um die Staubentwicklung bei den Abrissarbeiten zu minimieren, setzte die Feuerwehr "Löschwasser" ein. Das DRK war ebenfalls im Einsatz um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Nachbarn versorgten die Einsatzkräfte mit Kaffee, kühlen Getränken und gegen 6 Uhr auch mit belegten Brötchen. Nach Informationen des THW sollen die Abrissarbeiten bis 15 Uhr am Samstag abgeschlossen sein.

Publiziert in THW

HAUBERN. Zu einem Unwettereinsatz mussten am Samstagabend die Feuerwehren Haubern und Frankenberg ausrücken. Das THW brachte Sandsäcke zum Einsatzort.

Um 22.15 Uhr meldete die Leitstelle Waldeck-Frankenberg, dass in Haubern Wasser in den Ort eingebrochen ist - unverzüglich machten sich 24 Kräfte unter der Einsatzleitung von Stefan Stroß auf den Weg zum Ort des Geschehens. 

Dort angekommen, mussten die Kameradinnen und Kameraden erkennen, dass im Bereich der Heckwaldstraße Schlamm- und Wassermassen durch den Starkregen von den Feldern auf die Straße gelaufen waren. Während die meisten Anwohner der sechs betroffenen Häuser ihre Keller und Garagen selbst freiräumen konnten, mussten die Hauberner Einsatzkräfte einen Keller mit einer Tauchpumpe leeren.

Glücklicherweise lief das Wasser schnell von den Straßen ab - übrig blieb Schlamm auf den Fahrbahnen. Dieser musste von den Einsatzkräften und Anwohnern entfernt und weggespült werden. Dabei half nicht nur das GTLF der Frankenberger Feuerwehr, es kamen außerdem zwei Rad- und zwei Frontlader von Ortsansässigen zum Einsatz. Gemeinsam konnten noch in der Nacht alle Einsatzstellen im Ort abgearbeitet werden. Das THW brachte, für den Fall weiterer Regenfälle, Sandsäcke nach Haubern.

Gegen 1 Uhr rückten die Kräfte ab. Am Sonntagmorgen wurde kontrolliert, ob weitere Einsatztätigkeiten nötig sind - dies war nicht der Fall und der Einsatz damit abschließend beendet.

Publiziert in Feuerwehr
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