MARSBERG. Mehrere Tage, an die 2000 Einsatzkräfte: Für die Stadt Marsberg war es der größte Feuerwehreinsatz der Geschichte. Mit dem Ende der Löschmaßnahmen werden die Ausmaße des Einsatzes immer deutlicher – Gelegenheit für eine erste Bilanz. Besonders wichtig: Es entstand kein Schaden an Personen und Wohngebäuden. 35 Hektar Wiesen- und Waldfläche waren betroffen.
Feuer breitet sich rasant aus
Am frühen Nachmittag des 13. August 2026 begann der Einsatz in Helminghausen mit dem Alarmstichwort „Flächenbrand mit Ausbreitungsgefahr; brennt Feld“. Vor Ort waren die Einsatzkräfte mit einem sich sehr schnell ausbreitenden Flächenbrand konfrontiert, die Rauchentwicklung war weithin sichtbar.
Während nah gelegene Wohngebäude schnell geschützt werden konnten, breitete sich das Feuer rasant in ein Waldstück aus, darüber dann in den sogenannten Remstoß, einen Pass zwischen Helminghausen und Messinghausen. Starker Wind aus immer wieder wechselnden Richtungen machte das Ausbreitungsverhalten nicht kontrollierbar. Die extrem hohen Temperaturen von weit über 30 °C belasteten die Einsatzkräfte zudem enorm – bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit arbeiteten die Frauen und Männer vor Ort.
Vollalarm für die Feuerwehr der Stadt Marsberg
Diese extrem dynamische Lage erforderte einen massiven Personalansatz: So wurde Vollalarm für die gesamte Feuerwehr der Stadt Marsberg ausgelöst. Auch die vorgeplanten überörtlichen Löschzüge der Städte und Gemeinden des Hochsauerlandkreises wurden hinzugezogen; Einsatzkräfte aus der Gemeinde Diemelsee und der Stadt Bad Arolsen waren ebenfalls vor Ort. Trotzdem war klar, dass die eigenen Einsatzkräfte aus Stadt und Kreis bei Weitem nicht ausreichten und der Einsatz mehrere Tage andauern würde.
Mehrere Einsatzabschnitte wurden gebildet, um die Brandbekämpfung, Wasserversorgung, den Nachschub und die Versorgung der Einsatzkräfte zu organisieren; in Bredelar wurde ein Bereitstellungsraum eingerichtet.
Neben der Feuerwehr wurden auch Einheiten des THW, des Deutschen Roten Kreuzes und des Malteser Hilfsdienstes alarmiert. Die Brandbekämpfung fokussierte sich auf das betroffene Waldstück nördlich von Helminghausen und den Remstoß zwischen Helminghausen und Messinghausen; Riegelstellungen zu Wohngebieten und anderen Gebäuden wurden aufgebaut, sodass keine Häuser zu Schaden kamen.
Löschwasser im Pendelverkehr und aus dem Diemelsee
Die Wasserversorgung erfolgte in den ersten Stunden über Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen der Feuerwehren aus dem gesamten HSK und dem Kreis Paderborn sowie aus Warburg und Willingen. Örtliche Landwirte unterstützten mit zahlreichen Güllefässern und waren ebenfalls in den Pendelverkehr eingebunden.
Bis zur Abenddämmerung unterstützte ein Löschhubschrauber die Brandbekämpfung aus der Luft; das Löschwasser wurde aus dem Diemelsee entnommen. Dies wurde von der DLRG und Feuerwehren aus Bad Arolsen und Bad Wünnenberg gesichert und organisiert.
Für die Bevölkerung wurden Warnmeldungen herausgegeben. Bürgermeister Matthias Koch, dessen allgemeiner Vertreter Klaus Rosenkranz, das Ordnungsamt, Mitarbeiter der Stadtwerke sowie des Betriebshofes waren vor Ort, um den Einsatzablauf vonseiten der Stadt zu unterstützen.
Einsatzleitung des Hochsauerlandkreises nimmt Arbeit auf
Weil gleichzeitig auch in Sundern-Stemel seit dem Vortag ein großer Waldbrandeinsatz lief, trat die Einsatzleitung des Hochsauerlandkreises zusammen, über die im Verlauf des Einsatzes dann die Nachforderungen koordiniert wurden.
Um den großen Bedarf an Einsatzkräften und Material decken zu können, wurde daher auf vorgeplante Landeskonzepte zurückgegriffen, die dann nach und nach in den Einsatz gebracht wurden. Dies betraf einmal die sogenannten Wasserförderzüge, deren spezielle Technik es erlaubt, große Mengen Löschwasser über mehrere Kilometer Wegstrecke zu fördern.
Diese wurden vom Land NRW beschafft und landesweit verteilt, ein Großteil davon war aber bereits bei den Einsätzen in Sundern, im Kreis Düren, in der Eifel und am Möhnesee gebunden. Erst in den späten Abendstunden konnte mit drei solchen HFS-Systemen aus Düsseldorf, Krefeld und Emmerich am Rhein eine Wasserversorgung aus dem Diemelsee aufgebaut werden.
Bezirksbereitschaften aus Nordrhein-Westfalen angefordert
Neben den Wasserförderzügen wurden zudem die sogenannten Bezirksbereitschaften der Feuerwehr für die Einsatzmaßnahmen angefordert. Jede Bezirksregierung stellt dazu aus ihren Kreisen und kreisfreien Städten mehrere solcher Bezirksbereitschaften zusammen; jede einzelne solche Bezirksbereitschaft umfasst 140 Einsatzkräfte, zusammengefasst in fünf Löschzügen und einer zugehörigen Führungseinheit. Da der Brand in Marsberg nur einer von mehreren Waldbränden in NRW war, erstreckten sich die Anforderungswege bis ins Innenministerium.
Daher rückten seit Donnerstagabend Einsatzkräfte aus ganz NRW nach Marsberg an, um den enormen Personalbedarf decken zu können, schließlich mussten die Einsatzkräfte nach mehreren Stunden Arbeit abgelöst und ausgetauscht werden. Einsatzkräfte aus Dortmund, Bochum, Düsseldorf, den Kreisen Münster, Paderborn, Höxter, Warendorf und dem Ennepe-Ruhr-Kreis waren vor Ort; aufgrund der hohen Anzahl an Einsatzkräften ist diese Auflistung womöglich nicht vollständig. Am Samstag waren mehrere Bereitschaften aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg und dem Schwalm-Eder-Kreis aus Hessen vor Ort im Einsatz.
An die 2000 Einsatzkräfte vor Ort
Die genaue Anzahl an Einsatzkräften dürfte aktuell nur zu schätzen sein. Auszugehen ist von 2000 Einsatzkräften von Feuerwehr, THW, DLRG, Bergwacht und den Hilfsorganisationen, die vom 13. bis 16. August 2026 vor Ort waren.
Um die ca. 2.000 Einsatzkräfte verpflegen zu können, wurde in der Helminghauser Schützenhalle eine Versorgungsstelle eingerichtet. Hierzu musste ein Ferienlager, das eigentlich in der Schützenhalle stattfinden sollte, kurzerhand in die Obermarsberger Schützenhalle verlegt werden.
„Feuer aus“ am Sonntagabend
Am Sonntag, 16. August 2026, begannen bereits umfangreiche Aufräumarbeiten: So waren die HFS-Systeme bereits für die Einsätze in der Eifel und im Kreis Düren eingeplant. Das Feuer war bereits seit Freitag, 14. August 2026, um 10.00 Uhr unter Kontrolle; die Rückmeldung „Feuer aus“ ging Sonntagabend gegen 20.15 Uhr bei der Leitstelle ein.
Offiziell beendet war der Einsatz am 17. August 2026 um 18.00 Uhr; zuvor hatte die Löschgruppe Padberg letzte Glutnester abgelöscht.
Dank an Einsatzkräfte und Bevölkerung
Wehrleiter Cyrill Stute und Bürgermeister Matthias Koch bedanken sich ausdrücklich bei allen eingesetzten Kräften für ihr Engagement. In den Dank beziehen sie auch die Einwohnerinnen und Einwohner von Helminghausen mit ein, die an vielen Stellen durch ihre Mithilfe zum Gelingen des Einsatzes beigetragen haben.








