KORBACH. Vermutlich hat ein Funkenschlag bei Drescharbeiten einen Großbrand im Korbacher Ortsteil Rhena ausgelöst. Eine rund 30.000 Quadratmeter große Feld- und Waldfläche war von dem Feuer betroffen. Rund 130 Kräfte kämpften mehrere Stunden gegen die Flammen, ein Feuerwehrmann wurde bei dem kräftezehrenden Einsatz verletzt.
Landwirt bemerkt Brandgeruch und Rauch
Während der Drescharbeiten nahm der Landwirt plötzlich Brandgeruch wahr und entdeckte Rauchschwaden. Daraufhin setzte er sofort den Notruf ab und bat zugleich Berufskollegen um Unterstützung.
Die Alarmierung der Feuerwehren aus Rhena, Lelbach und der Korbacher Kernstadt erfolgte am Samstag um 14.30 Uhr. Beim Eintreffen der ersten Kräfte hatte der Wind bereits eine große Feuerwand entstehen lassen, die sich über die gesamte Breite des Feldes erstreckte.
Einsatzleiter Stadtbrandinspektor Carsten Vahland ließ unmittelbar weitere Tanklöschfahrzeuge aus den benachbarten Großgemeinden Willingen und Diemelsee anfordern. Zusätzlich rückten die Feuerwehren aus Nieder-Ense, Ober-Ense und Nordenbeck an.
Landwirte schaffen Schneisen und Fahrgassen
Herbeigeilte Landwirte legten mit Grubbern Schneisen in dem noch nicht abgeernteten Feld an. Dadurch verringerten sie die Gefahr einer weiteren Ausbreitung und schufen zugleich dringend benötigte Fahrgassen für die Einsatzfahrzeuge.
Mit einem massiven Löschangriff über zwei Flanken gelang es den Kräften zunächst, den Feldbrand schnell unter Kontrolle zu bringen. Die Unterstützung der Landwirte sei dabei von großer Bedeutung gewesen, berichtet Vahland gegenüber 112-Magazin.
Wind dreht plötzlich - Feuer läuft in den Wald
Dramatisch entwickelte sich die Lage, als sich die Windrichtung plötzlich änderte. Die Flammen liefen daraufhin in ein angrenzendes Waldstück. Dort konzentrierte sich das Einsatzgeschehen anschließend für mehrere Stunden.
Starkes Buschwerk, große Mengen Totholz und umgestürzte Bäume boten dem Feuer reichlich Nahrung und erschwerten die Löscharbeiten erheblich. Den ehrenamtlichen Kräften wurde dabei einiges abverlangt.
Während des kräftezehrenden Einsatzes wurde ein Feuerwehrmann verletzt. Er wurde vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht.
Parallel brennt eine Ballenpresse in Lengefeld
Gegen 17 Uhr kam eine weitere Herausforderung hinzu. Im benachbarten Lengefeld wurde der Brand einer Ballenpresse gemeldet.
Freie Kräfte rückten daraufhin von der Einsatzstelle bei Rhena ab und übernahmen die Brandbekämpfung in Lengefeld. Durch das schnelle Eingreifen konnte dort eine weitere Ausbreitung unmittelbar verhindert werden.
Wie Vahland mitteilte, konnte die Lage bei Rhena trotz des parallelen Einsatzes weiterhin geordnet abgearbeitet werden.
Löschwasser im Pendelverkehr transportiert
Insgesamt waren rund 130 Kräfte mit zahlreichen Fahrzeugen an der Einsatzstelle beteiligt. Die Löschwasserversorgung wurde im Pendelverkehr sichergestellt.
Auch ein Fachberater von HessenForst war in das Einsatzgeschehen eingebunden. Zur Absicherung der eingesetzten Kräfte stand ein weiterer Rettungswagen bereit. Eine Streife der Korbacher Polizeistation übernahm die Ermittlungen zur Brandursache.
Die vom Feuer betroffene Gesamtfläche belief sich nach Angaben der Feuerwehr auf etwa 30.000 Quadratmeter.
Einsatz nach fünf Stunden zunächst beendet
Nach rund vier Stunden konnten die ersten Kräfte wieder in ihre Unterkünfte zurückkehren. Etwa eine weitere Stunde später war der Einsatz zunächst beendet.
Eine private Löschwasserzisterne, die während der Löscharbeiten genutzt worden war, wurde anschließend von den Einsatzkräften wieder befüllt.
Drohne spürt weitere Glutnester auf
Gegen 20.30 Uhr führten die Feuerwehren Rhena und Lelbach gemeinsam eine Brandnachschau auf der betroffenen Fläche durch. Dabei kam auch eine Drohne mit Wärmebildkamera zum Einsatz.
Wie Vahland mitteilte, entdeckten die Kräfte noch einige wenige Glutnester. Diese wurden vollständig abgelöscht. Um 22 Uhr war der Einsatz endgültig beendet.
Dank an Landwirte und weitere Unterstützer
Die Feuerwehr dankt den beteiligten Landwirten für ihre schnelle Unterstützung sowie für die Bereitstellung der Löschwasserzisterne eines benachbarten Betriebes.
Von großer Bedeutung war außerdem die rasche Versorgung der Kräfte mit Getränken. Bei der aktuellen Witterung war diese Hilfe unverzichtbar. Die Feuerwehr dankte allen Beteiligten, die die Einsatzkräfte unterstützt hatten.








