Ederbrücke bei Bergheim wird voll gesperrt

Dienstag, 07. Juli 2026 03:14 geschrieben von  Michael Fränkel
Hessen Mobil informiert. Hessen Mobil informiert. Symbolbild: Michael Fränkel / 112-magazin.de

EDERTAL. Hessen Mobil lässt auf der K 33 die Ederbrücke bei Bergheim auf ihren Zustand untersuchen.

Start der Arbeiten im Auftrag von Hessen Mobil ist Montag, 13. Juli 2026. Voraussichtlich rund vier Wochen dauert die Maßnahme. Bei Bergheim führt die Kreisstraße 33 über ein etwa 94 Meter langes Brückenbauwerk über die Eder. Untersucht wird dort der Spannstahl, um die Tragfähigkeit zu überprüfen.

In ausgewählten Teilbereichen trägt eine Fachfirma zunächst die Asphaltdecke ab. Anschließend wird Beton abgebrochen, um die Spannglieder freizulegen. An diesen Spanngliedern werden Proben entnommen. Außerdem stehen die Kontaktpunkte der Spannglieder auf Korrosion im Fokus.

Nach Abschluss der Bauwerksuntersuchung werden die Entnahmestellen wieder verschlossen und asphaltiert. Im Labor folgt anschließend die Prüfung der Spannstahlproben. Dabei geht es um Zugfestigkeit, Verformbarkeit vor einem Bruch sowie mögliche Oberflächen- oder Korrosionsschäden.

Aufschluss geben sollen die Ergebnisse über den Zustand der Brücke sowie über die weitere Nutzung des Bauwerks. Zusätzlich wird ein Brückenmonitoring installiert. Sensoren an dem Bauwerk sollen mögliche Schadensereignisse genau erfassen.

Während der Arbeiten bleibt die Ederbrücke voll gesperrt. Ab Bergheim führt die Umleitung über Lieschensruh, Mehlen und Giflitz sowie in umgekehrter Richtung. Ausgeschildert wird die Umleitungsstrecke vor Ort. Fußweg und Radweg auf der Brücke können während der Arbeiten weiterhin genutzt werden.

Rund 320.000 Euro investiert der Landkreis Waldeck-Frankenberg in die Baumaßnahme. Hessen Mobil und der Landkreis bitten um Verständnis für die Maßnahme und die damit verbundenen verkehrlichen Einschränkungen.

Hintergrund zur Maßnahme

Errichtet wurde die Brücke im Baur-Leonhardt-Verfahren. Beim Abriss einer Brücke in Brandenburg mit gleicher Bauweise wurde im Jahr 2021 eine neue Art von Beschädigung festgestellt. Dabei können Stahlspannglieder durch die Einwirkung von Wasserstoff spröde werden.

Mögliche Folgen sind Korrosion an den Kontaktpunkten, Risse an der Drahtoberfläche oder eine eingeschränkte Verformbarkeit des Spannstahls vor einem Bruch. Solche Korrosionsschäden können auch dann auftreten, wenn die Spannglieder vorschriftsmäßig und schadensfrei eingebaut wurden.

Deshalb hat das Bundesministerium für Digitales und Verkehr Sonderprüfungen entsprechender Brücken veranlasst.

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