Jagdtagebuch

Freitag, 05 August 2011 08:19 geschrieben von

STORMBRUCH.  In den Morgenstunden des 5.August lade ich meine Mauser 66 im Kaliber 8x68 und meine beiden Wachtelhununde Kira und Emma in den Jimny um den Sauen nach zu stellen.

Um 04:00 Uhr, es ist noch dunkel, fahre ich in die Eschneseite  und nehme die erfahrene Hündin Kira an die Leine. Büchse geschultert, Feldstecher  um den Hals und auf geht`s zum Eichensitz direkt am Diemelsee. Hier ist ein alter Rot und Schwarzwildwechsel, der gern von Sauen angenommen wird. Da es gestern nach dem Arolser Viehmarkt stark geregnet hat, ist ein geräuschloses angehen gut möglich. Ich wende mich aber zuerst in Richtung Haferschlag, den die Sauen jetzt zunehmend als " Futtertrog " nutzen. Zum Leidwesen des Landwirtes. Gegen den Wind setze ich meinem Weg fort und bleibe stehen als meine Hündin mir signalisiert, da ist Wild vor uns. Ich lege die Hündin am Weg ab und schiebe mich Meter um Meter an den Haferschlag, ganz leise und vorsichtig. Nun  höre ich in ca. 50 Metern die Schweine schmatzen.

Das könnte passen, denke ich mir und trete den Rückzug an. Ich umschlage den Haferschlag weiträumig, der Schweiß rinnt mir über die Haut, ich muss die Kanzel erreichen bevor die Sauen sich auf den Heimweg machen und die Eichenkanzel passieren um in die Naturschutzzone des Diemelsees zu wechseln.

Ich erreiche den Eichensitz  und baume auf. Hund hoch , Waffe hoch, Rucksack hoch. Die 50 Lenze merke ich nun auch wieder. Ich ziehe ein frisches Unterhemd aus meinem Rucksack und kleide mich um. Das nasse zurück in den Rucksack und schon fühlt man sich besser. Das Licht ist nun auch besser geworden und  ich harre der Dinge die da ( hoffentlich kommen ) . Was ich nun sehe ist ein Dachs, der auf der Suche nach Beeren die Umgebung furchforstet. Ein herrlich schönes Tier. Ich kann und konnte noch nie verstehen, weshalb man darauf schiesst . Die Zeit verrinnt und ich denke an den 32 Ender Hirsch, der gestern in einer Tageszeitung abgelichtet wurde. Nun knackt es aus Richtung Haferschlag, die Sauen wechseln an. Eine führende " gut genährte  " Bache mit sieben Frischlingen sieht in 30 Metern Entfernung auf dem Wechsel Richtung Diemelsee. Ich hatte doch recht mit meiner Vermutung. Da die Frischlinge nicht mehr als 10 Kilo haben störe ich das Familienidyll nicht und lasse die Rotte ziehen.

Der Tag ruft zur Arbeit....             Red. : Klaus Rohde

 

Gelesen 9129 mal Letzte Änderung am Freitag, 05 August 2011 13:46

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