Klinikum übt Reanimation von Neugeborenen

Donnerstag, 17. September 2026 03:29 geschrieben von  Redaktion 112-Magazin
Im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen: Chefarzt Dr. med. Mehmet Yiğit und Anne Ziegler, Kinderpflegekraft, versorgen den kleinen „Patienten“ – alles unter den Argusaugen der Mitarbeitenden des KiNT aus dem Klinikum Kassel. Im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen: Chefarzt Dr. med. Mehmet Yiğit und Anne Ziegler, Kinderpflegekraft, versorgen den kleinen „Patienten“ – alles unter den Argusaugen der Mitarbeitenden des KiNT aus dem Klinikum Kassel. Foto: Klinikum Waldeck-Frankenberg, Standort Frankenberg

FRANKENBERG. Mit regelmäßigen Simulationstrainings bereitet sich die Geburtshilfe am Klinikum Waldeck-Frankenberg auf seltene Notfälle unmittelbar nach einer Geburt vor. Im Mittelpunkt steht dabei die Reanimation von Neugeborenen, damit das Team im Ernstfall schnell, sicher und abgestimmt handeln kann.

Wenn ein Baby geboren wird, beginnt für die allermeisten Familien ein glücklicher und unbeschwerter Moment. Dennoch können die ersten Minuten nach der Geburt besondere medizinische Aufmerksamkeit erfordern. Deshalb trainiert das Team der Geburtshilfe regelmäßig Situationen, die im Alltag glücklicherweise nur äußerst selten vorkommen.

In diesem Jahr sind bereits fast 300 Kinder in Frankenberg zur Welt gekommen. „Bei keinem dieser Babys war die Situation nach der Geburt wirklich kritisch. Aber genau deshalb ist es so wichtig, dass wir für den seltenen Ernstfall vorbereitet sind. Mit dem Wissen und den Fähigkeiten aus unseren Trainings können wir einem Neugeborenen, das nach der Geburt Unterstützung braucht, schnell und sicher auf die Sprünge helfen. Wir sind bestrebt, uns regelmäßig weiterzuentwickeln – alles im Sinne der Patienten“, sagt Dr. med. Mehmet Yiğit, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Den Ernstfall gemeinsam proben

Für das aktuelle Training war das erfahrene KiNT, das Kinder-Notfall-Training-Team aus Kassel, zu Gast. Eine Pflegefachkraft, ein Arzt aus der Anästhesie und eine Kinderpflegefachkraft aus der Kinderanästhesie beziehungsweise Kinderintensivmedizin des Klinikums Kassel führten die Schulung gemeinsam mit den Mitarbeitenden der Geburtshilfe durch.

In mehreren Kleingruppen wechselten sich theoretische Grundlagen und praktische Übungen ab. Mit einer speziellen Trainingspuppe wurden realitätsnahe Notfallsituationen simuliert.

Dabei ging es nicht allein darum, medizinische Handgriffe zu wiederholen. Ein wesentlicher Bestandteil war die Zusammenarbeit des gesamten Teams. Wissenstests und praktische Szenarien zeigten, wie wichtig es ist, auch unter Zeitdruck klare Strukturen zu haben: Wer übernimmt welche Aufgabe? Welche Materialien werden benötigt? Wer nimmt Blut ab und bringt die Probe ins Labor?

„Für Eltern ist die Geburt ein ganz besonderer und sehr emotionaler Moment. Eltern können sich sicher sein, dass sie und die Kinder bei uns in guten Händen sind – dazu gehört für mich auch, dass wir uns als Team auf die wenigen Situationen vorbereiten, in denen ein Baby unsere besondere Hilfe braucht. Wenn es darauf ankommt, wollen wir nicht überlegen müssen, was zu tun ist. Jetzt zählt nicht die Hierarchie, sondern dass Aufgaben klar und direkt angesprochen werden. Jeder im Team muss wissen, was zu tun ist und Verantwortung für seinen Bereich übernehmen. Genau diese Kommunikation und die geregelten Abläufe trainieren wir“, erklärt Celina Henkel, kommissarische leitende Hebamme im Frankenberger Kreißsaal.

Gut vorbereitet für sensible kleine Patienten

Gerade weil Notfälle bei Neugeborenen selten sind, ist regelmäßiges Training ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung. Ob Wissen oder Materialien – was im Ernstfall gebraucht wird, soll jederzeit parat sein.

Nach den Übungen folgte eine gemeinsame Auswertung mit den Trainern. Dabei ging es unter anderem um die Fragen: Was hat gut funktioniert? Wo können Abläufe verbessert werden? Welche Kommunikation war hilfreich?

Der offene und konstruktive Austausch ermöglicht es dem Team, aus jeder Übung konkrete Erkenntnisse für die tägliche Arbeit mitzunehmen.

Geborgenheit und medizinische Sicherheit

Für werdende Eltern bedeutet eine Geburt nicht nur die Vorfreude auf ihr Kind, sondern auch die Frage, wo sie sich während Schwangerschaft, Geburt und der ersten Zeit mit ihrem Baby gut aufgehoben fühlen können.

Das Klinikum Waldeck-Frankenberg verbindet die persönliche Begleitung durch erfahrene Hebammen mit der medizinischen Kompetenz eines interdisziplinären Teams. Gynäkologie, Geburtshilfe, Anästhesie und Pflege arbeiten eng zusammen und sind darauf vorbereitet, auch bei unerwarteten Entwicklungen unmittelbar zu reagieren.

Regelmäßige Fortbildungen und Simulationstrainings sind deshalb ein wichtiger Bestandteil des Sicherheitskonzepts des Klinikums. Denn auch wenn ein medizinischer Notfall bei einem Neugeborenen eine Ausnahme bleibt, soll das Team genau dann bestmöglich vorbereitet sein.

Mit den regelmäßigen Übungen investiert das Klinikum Waldeck-Frankenberg bewusst in die Sicherheit von Mutter und Kind – und in das Vertrauen der Familien, die sich beispielsweise für die Geburt am Standort Frankenberg entscheiden.

Über das Klinikum Waldeck-Frankenberg

Das Klinikum Waldeck-Frankenberg ist aus dem Zusammenschluss des Stadtkrankenhauses Korbach und des Kreiskrankenhauses Frankenberg entstanden. Als ein Klinikum an zwei Standorten bündelt es medizinische Kompetenz, moderne Versorgungsstrukturen und die langjährige Erfahrung beider Häuser.

Ziel ist es, die stationäre und ambulante Gesundheitsversorgung der Menschen in Waldeck-Frankenberg nachhaltig zu sichern und weiterzuentwickeln – wohnortnah, leistungsstark und menschlich.

Zuletzt bearbeitet am Donnerstag, 17. September 2026 03:35

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