Fast 95 Prozent bei Güterkontrolle beanstandet

Donnerstag, 17. September 2026 03:17 geschrieben von  Redaktion 112-Magazin
Bei einer Großkontrolle des Güterverkehrs wurden am 15. September 2026 an der Rastanlage Kassel-Ost 32 von 34 Fahrzeugen beanstandet. Bei einer Großkontrolle des Güterverkehrs wurden am 15. September 2026 an der Rastanlage Kassel-Ost 32 von 34 Fahrzeugen beanstandet. Foto: Polizeipräsidium Nordhessen

KASSEL. Bei einer groß angelegten Kontrolle des Güterverkehrs an der Tank- und Rastanlage Kassel-Ost haben Einsatzkräfte bei nahezu 95 Prozent der überprüften Fahrzeuge Verstöße festgestellt. Von 34 kontrollierten Fahrzeugen wurden 32 beanstandet.

Die Kontrollmaßnahmen fanden am Dienstag, 15. September 2026, zwischen 18 Uhr und 2 Uhr statt. Beamte der Verkehrsinspektion des Polizeipräsidiums Nordhessen wurden dabei von zahlreichen Fachbehörden und Kontrollinstitutionen unterstützt. Schwerpunkte waren die Ladungssicherung, die Beförderung gefährlicher Güter und die Einhaltung der Sozialvorschriften im Straßenverkehr.

Neben Einsatzkräften der Polizei aus mehreren hessischen Polizeipräsidien sowie aus Niedersachsen nahmen unter anderem Vertreter des Bundesamts für Logistik und Mobilität (BALM), des Regierungspräsidiums Kassel, verschiedener Abteilungen des Landkreises Kassel, der Bundeswehr, des Gewerbeaufsichtsamts sowie des Umweltministeriums Niedersachsen an den Kontrollen teil.

Das Technische Hilfswerk (THW) unterstützte die Kontrollstelle in erheblichem Umfang bei der gesamten Logistik und sorgte für die notwendige Infrastruktur, um die umfangreiche Kontrollmaßnahme professionell durchführen zu können.

Verstöße bei 32 von 34 kontrollierten Fahrzeugen aus acht Nationen festgestellt

Von den insgesamt 34 kontrollierten Fahrzeugen, die überwiegend der Güterbeförderung dienten, stellten die Beamten bei 32 Mängel fest. In 18 Fällen musste die Weiterfahrt aus Sicherheitsgründen bis zur Beseitigung der jeweiligen Mängel untersagt werden. Insgesamt wurden Bußgelder in Höhe von rund 7.400 Euro erhoben.

Bei 16 Fahrzeugen war die Ladung nicht ausreichend gesichert, in sechs Fällen handelte es sich zudem um Gefahrgutverstöße. Auf einem polnischen Kleintransporter wurde ein Gefahrgutbehälter mit Dieselkraftstoff ungesichert und ohne die erforderliche Kennzeichnung befördert.

Auf einem spanischen Fahrzeug waren mehrere Fässer mit Farbe und Epoxidharz aufgrund unzureichender Sicherung bereits verrutscht. Bei einem polnischen Autotransporter trat aus einem liegend beförderten Kanister Dieselkraftstoff aus. Dieser lief über die Ladefläche auf den Rastplatz und breitete sich dort aus.

Das Technische Hilfswerk band den Kraftstoff fachgerecht ab, bevor dieser in das Grundwasser gelangen konnte. Ein Großraumtransport aus der Türkei war zudem mit überbreiter Ladung unterwegs, ohne dass die erforderliche Genehmigung vorlag. Hier wurde eine Sicherheitsleistung in Höhe von 3.650 Euro erhoben.

Neben sieben Geschwindigkeitsverstößen stellten die Einsatzkräfte insgesamt 16 Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten sowie gegen die vorgeschriebenen Aufzeichnungs- und Nachweispflichten fest.

Weitere Fahrzeuge wurden wegen technischer Mängel an der Beleuchtung, der Bereifung, der Bremsanlage und der Windschutzscheibe beanstandet. Zudem wurden zwei Strafanzeigen wegen des Verdachts der illegalen Beschäftigung sowie der Fälschung beweiserheblicher Daten im Zusammenhang mit der Aufzeichnung von Lenk- und Ruhezeiten gefertigt.

Fazit der Beamten: Kontrollen sind notwendig und werden fortgesetzt

Auch die hohe Anzahl der festgestellten Verstöße zeigt nach Einschätzung der Polizei, dass diese spezialisierten Kontrollmaßnahmen weiterhin notwendig sind. Die Polizei in Nordhessen wird die Schwerverkehrskontrollen deshalb auch in Zukunft fortführen, um die Sicherheit auf den Straßen nachhaltig zu erhöhen.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor bleibt dabei die enge, behördenübergreifende Zusammenarbeit, die den hohen Stellenwert einer vernetzten Kontrollstrategie im gewerblichen Straßenverkehr unterstreicht. (ots/r)

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