Mit Herz, Haltung und einer zweiten Chance – Pawhotel lädt ein

Dienstag, 04. August 2026 13:20 geschrieben von  RR

FRIELENDORF. (Anzeige) Im Pawhotel von Fiona Rennemann bekommt jeder Vierbeiner den Platz, den er gerade braucht: für einen unbeschwerten Urlaub, einen gut betreuten Tag oder manchmal auch für einen ganz neuen Anfang.

Am 29. August öffnet der Hof im Frielendorfer Ortsteil Siebertshausen seine Türen. Im Zeitraum von 12 bis 17 Uhr erhalten Besucher wertvolle Einblicke in den vielseitigen Alltag vor Ort und wie aus persönlicher Erfahrung, fachlichem Wissen und viel Herzblut ein besonderer Ort für Mensch und Tier entstanden ist.

Des Weiteren erwartet Interessierte ein liebevoll organisierter Flohmarkt, mit allem was die Herzen Ihrer Vierbeiner begehren und "Tattoo Nessa" sorgt für Momente der Ewigkeit.

Sämtliche an diesem Tag gesammelten Spenden kommen der ehrenamtlichen Tierschutzarbeit zugute.

Ein verlässlicher Platz auf Zeit

Den Mittelpunkt des Pawhotels bildet die Pension. Aufgenommen werden Tages- und Urlaubsgäste, ebenso Tiere, deren Besitzer beispielsweise aufgrund eines Krankenhausaufenthalts vorübergehend nicht selbst für sie sorgen können.

Fünf Unterkünfte stehen dafür zur Verfügung. Ein sicherer Schlafplatz allein reicht Fiona Rennemann jedoch nicht. Jeder Gast bringt seinen eigenen Charakter, vertraute Abläufe und persönliche Bedürfnisse mit.

Manche fühlen sich in einer neuen Umgebung schnell wohl, andere benötigen Ruhe, Abstand oder etwas mehr Zeit. Deshalb wird genau darauf geachtet, wie ein Tier auf fremde Menschen, Artgenossen und ungewohnte Situationen reagiert. So entsteht keine Betreuung nach starrem Schema, sondern ein Aufenthalt, der sich am jeweiligen Vierbeiner orientiert.

Mit einem Augenzwinkern bringt Rennemann ihr Angebot selbst auf den Punkt: Wenn Herrchen und Frauchen keine Zeit haben, dürfen „Fiffi und Struppi“ gerne zu ihr kommen.

Wenn Mensch und Tier einander besser verstehen sollen

Immer häufiger wenden sich Halter auch dann an Fiona Rennemann, wenn das Zusammenleben mit ihrem Hund schwierig geworden ist. Im Mittelpunkt steht dabei die Kommunikation zwischen Mensch und Tier.

Nicht jedes Problem beginnt beim Vierbeiner. Unsicherheit, missverständliche Signale oder uneinheitliche Regeln können dazu führen, dass beide Seiten zunehmend aneinander vorbeireden. Rennemann unterstützt dabei, solche Muster zu erkennen und wieder mehr Klarheit in den gemeinsamen Alltag zu bringen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Molossern sowie schlecht sozialisierten oder unverträglichen Hunden. Sie selbst lebt mit zwei Cane Corso und einer American-Staffordshire-Terrier-Hündin und kennt daher sowohl die Kraft als auch die sensiblen Seiten dieser Tiere.

Schwierigkeiten werden dabei weder beschönigt noch vorschnell verurteilt. Ein Hund, der mit Artgenossen nicht zurechtkommt oder in bestimmten Situationen deutlich reagiert, benötigt Erfahrung, verlässliche Grenzen und einen verantwortungsvollen Umgang.

Gleichzeitig muss eine schwierige Vorgeschichte nicht das Ende einer Entwicklung bedeuten. Mit der richtigen Begleitung können Vertrauen wachsen und neue Wege entstehen.

Ehrenamtlicher Einsatz für Tiere in Not

Neben den fünf Pensionsplätzen hält Fiona Rennemann zwei weitere Unterkünfte für den Tierschutz bereit. Dort finden unter anderem Notfälle, Fundtiere und behördlich beschlagnahmte Hunde vorübergehend einen sicheren Platz.

Diesen Bereich führt sie vollständig ehrenamtlich.

Einige der aufgenommenen Schützlinge benötigen zunächst medizinische Versorgung. Andere müssen lernen, wieder Vertrauen zu fassen oder sich an einen geregelten Tagesablauf zu gewöhnen. Bis ein passendes neues Zuhause gefunden ist, können Wochen oder auch Monate vergehen.

Auch bei privaten Vermittlungen unterstützt Rennemann, wenn sich Besitzer aus wichtigen Gründen von ihrem Tier trennen müssen. Entscheidend ist dabei nicht, möglichst schnell irgendeinen Platz zu finden. Neues Zuhause und Vierbeiner sollen dauerhaft zueinander passen.

Eine zweite Chance beginnt deshalb manchmal nicht mit einer schnellen Lösung, sondern mit Geduld.

Vom Rettungsdienst zum Leben mit Tieren

Bevor das Pawhotel zu ihrem Lebensmittelpunkt wurde, arbeitete Fiona Rennemann rund 20 Jahre in der Gastronomie und anschließend vier Jahre im Rettungsdienst. Danach entschied sie sich bewusst für einen beruflichen Neuanfang mit Tieren.

Dass sie sich nach vielen Jahren mit Menschen nun für Vierbeiner entschieden habe, formuliert sie in ihrer direkten Art mit einem Augenzwinkern. Hinter dieser humorvollen Aussage steht jedoch eine weitreichende Entscheidung.

Der Hof bedeutet tägliche Verantwortung, körperlichen Einsatz und die Bereitschaft, sich auch auf anspruchsvolle Charaktere einzulassen. Für Rennemann ist das kein Beruf, der sich einfach nach Feierabend abschalten lässt. Es ist echtes Herzblut.

Seit 2024 ergänzt zudem Hundephysiotherapie ihr Angebot. Nach einer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung kann sie Tiere damit auch bei körperlichen Beschwerden, nach Verletzungen oder während der Genesung unterstützen.

Die verschiedenen Tätigkeitsfelder greifen häufig ineinander. Schmerzen können Verhalten verändern, Unsicherheit Konflikte verstärken und Missverständnisse das Zusammenleben zusätzlich erschweren. Umso wichtiger ist es, nicht nur einzelne Symptome zu betrachten, sondern das Tier und seine Situation als Ganzes.

Ein Blick hinter die Kulissen

Beim Tag der offenen Tür am 29. August können Interessierte den Hof und seine unterschiedlichen Aufgabenbereiche aus nächster Nähe kennenlernen. Sie erfahren, wie der Pensionsalltag organisiert ist, worauf es bei anspruchsvolleren Vierbeinern ankommt und weshalb Fiona Rennemann gerade jenen eine Perspektive geben möchte, die andernorts schnell als schwierig gelten.

Der Tag bietet zugleich Raum für persönliche Gespräche. Besucher können Fragen stellen, sich über die verschiedenen Angebote informieren und einen unmittelbaren Eindruck davon gewinnen, wie viel Zeit, Erfahrung und Verantwortungsbewusstsein hinter der täglichen Versorgung der Tiere stehen.

Sämtliche an diesem Tag gesammelten Spenden fließen vollständig in die ehrenamtliche Tierschutzarbeit. Sie unterstützen damit unter anderem die Versorgung von Fundtieren, beschlagnahmten Hunden und weiteren Schützlingen, die vorübergehend keinen geeigneten Platz haben.

Das Pawhotel ist damit Urlaubsort, Tagesbetreuung und Anlaufstelle bei Verständigungsproblemen. Zugleich bietet es Schutz für Tiere, deren weiterer Weg noch ungewiss ist.

Ein Ort, an dem Zuwendung nicht mit Nachgiebigkeit verwechselt wird, klare Haltung nicht auf Kosten des Vertrauens geht – und eine zweite Chance täglich mit Leben gefüllt wird.

Zuletzt bearbeitet am Dienstag, 04. August 2026 17:09

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