BAD AROLSEN. Freundlicher Blick, wedelnder Schwanz und ruhige Präsenz: Ein Therapiehund kann im Krankenhausalltag ein besonderer Begleiter für ältere Patientinnen und Patienten sein. In der geriatrischen Abteilung am Krankenhaus Bad Arolsen steht neben der medizinischen Behandlung auch die Förderung von Lebensqualität, Selbstständigkeit und emotionalem Wohlbefinden im Mittelpunkt.
Geriatrie setzt auf tiergestützte Therapie, um das Befinden der Patienten zu verbessern
Neuer Mitarbeiter in der Geriatrie
Der siebenjährige Australian-Shepherd-Rüde „Thanos“ ist seit 2021 ausgebildeter Therapiehund. Seit Kurzem ergänzt er gemeinsam mit seiner Besitzerin Janina Stengl die Arbeit des multiprofessionellen Teams der Geriatrie, Neurogeriatrie und Alterstraumatologie am Krankenhaus Bad Arolsen.
„Die Arbeit mit einem Therapiehund erfolgt immer geplant und unter meiner fachlichen Begleitung. Thanos besucht Patientinnen und Patienten beispielsweise im Aufenthaltsbereich der Stationen. Dabei kann es um Streicheleinheiten, einfache Bewegungsübungen, gemeinsames Gehen oder spielerische Aktivitäten gehen. Schon kleine Aufgaben, wie das Füttern eines Leckerlis oder das Bürsten des Fells, können Beweglichkeit, Koordination und Konzentration fördern. Gleichzeitig entsteht durch den Kontakt mit dem Tier eine natürliche Gesprächssituation, die viele ältere Menschen zum Erzählen und Erinnern anregt“, erklärt Ergotherapeutin Janina Stengl.
Positive Effekte einer tiergestützten Therapie
„Gerade in der Altersmedizin profitieren viele Patientinnen und Patienten von der Begegnung mit einem Therapiehund. Krankenhausaufenthalte können mit Unsicherheit, Einsamkeit oder dem Verlust gewohnter Strukturen verbunden sein. Ein Hund kann hier Nähe und Vertrautheit vermitteln. Die Begegnung mit dem Tier sorgt häufig für Freude, Entspannung und positive Ablenkung vom Krankheitsgeschehen. Auch Menschen mit eingeschränkter Kommunikationsfähigkeit oder kognitiven Veränderungen, etwa bei einer Demenzerkrankung, reagieren oft positiv auf den ruhigen Kontakt“, sagt Barbara Heidemann von der Pflegedienstleitung.
Darüber hinaus kann die tiergestützte Therapie verschiedene gesundheitliche Prozesse unterstützen. Der Kontakt mit einem Hund kann die Motivation steigern, die Teilnahme an therapeutischen Übungen erleichtern und die soziale Interaktion fördern.
Patientinnen und Patienten bewegen sich häufig lieber, wenn eine Begegnung mit dem Tier verbunden ist. Auch Angehörige und Mitarbeitende erleben den Therapiehund häufig als Bereicherung für die Atmosphäre auf den Stationen.
Damit die Einsätze sicher und erfolgreich verlaufen, werden Therapiehunde sorgfältig ausgewählt und ausgebildet. Sie müssen ein ausgeglichenes Wesen besitzen, gerne mit Menschen arbeiten und verschiedene Situationen im Krankenhaus ruhig bewältigen können.
Ebenso wichtig sind Hygienevorgaben, klare Abläufe und die individuelle Einschätzung, ob ein Kontakt für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten geeignet ist.
Der Therapiehund ersetzt keine medizinische oder pflegerische Behandlung, kann diese jedoch sinnvoll ergänzen. Er bringt etwas in den Klinikalltag, das schwer messbar und dennoch wertvoll ist: Freude, Nähe und ein Gefühl von Verbundenheit.
Für viele ältere Menschen wird der Besuch auf vier Pfoten zu einem besonderen Moment, der Kraft gibt und den Genesungsprozess positiv begleiten kann.
Weitere Informationen zur Geriatrie, Neurogeriatrie und Alterstraumatologie am Krankenhaus Bad Arolsen:








