Asklepios Stadtklinik warnt vor Folgen der Sommerhitze

Sonntag, 28. Juni 2026 15:14 geschrieben von  Michael Fränkel
Die Asklepios Stadtklinik Bad Wildungen behandelt aktuell mehr Patienten wegen hitzebedingter Beschwerden. Die Asklepios Stadtklinik Bad Wildungen behandelt aktuell mehr Patienten wegen hitzebedingter Beschwerden. Fotos: Asklepios Stadtklinik

BAD WILDUNGEN. Mehr Patienten als üblich behandelt derzeit die Zentrale Notaufnahme der Asklepios Stadtklinik Bad Wildungen wegen hitzebedingter Beschwerden. Der Sommer nimmt einen neuen Anlauf, Wetterexperten kündigen für die kommenden Tage für fast alle Regionen Deutschlands Hitzewarnungen an.

Erwartet werden Höchsttemperaturen von bis zu 35 Grad und mehr. Auch die Nächte werden den Prognosen zufolge so warm wie seit Jahresbeginn nicht.

Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufprobleme sowie allgemeines Unwohlsein sind typische Symptome von Patienten, die sich in einer Notaufnahme vorstellen oder dorthin gebracht werden. Häufig ist Flüssigkeitsmangel Ursache für die Beschwerden.

Insbesondere ältere Menschen reagieren empfindlicher auf einen Flüssigkeitsverlust, zum Beispiel durch Schwitzen, weil bei ihnen der Anteil von Flüssigkeit am Körpergewicht nur etwa 60 Prozent ausmacht.


© Asklepios Stadtklinik

Patrick Müller-Nolte, Ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme an der Asklepios Stadtklinik Bad Wildungen, appelliert, bei hitzebedingten Beschwerden rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

„Besonders gefährlich sind der Flüssigkeitsmangel und die direkte Hitzeeinwirkung“, erklärt Patrick Müller-Nolte, Ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme der Asklepios Stadtklinik Bad Wildungen, die jährlich etwa 12.000 Notfallpatienten behandelt.

An heißen Tagen erhöht sich der Flüssigkeitsbedarf mitunter erheblich und es kann zu einer Dehydrierung kommen. Der Mangel an Flüssigkeit im Körper ist dabei Folge von zu geringer Flüssigkeitsaufnahme und einem großen Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen.

Durch das Schwitzen gehen auch wertvolle Mineralstoffe verloren, die der Körper für seine Stoffwechselprozesse benötigt.

„Man darf nicht vergessen, dass unser Körper die Flüssigkeit benötigt, um lebenswichtige Funktionen aufrechtzuerhalten. Im Falle eines Flüssigkeitsmangels klagen die Patienten häufig über Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufprobleme, Müdigkeit und allgemeines Unwohlsein“, so Müller-Nolte.

Sein dringender Rat: „Bei zunehmenden Beschwerden – insbesondere bei Bewusstseinsstörungen, Atemnot oder Verwirrtheit – sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.“

„Vor allem ältere Menschen, Kleinkinder, Schwangere sowie Personen mit chronischen Erkrankungen – insbesondere des Herz-Kreislauf-Systems, der Atemwege oder des Stoffwechsels – müssen in dieser Jahreszeit besonders vorsichtig sein“, warnt der Notfallmediziner.

Auch Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten ärztlich klären, ob Anpassungen notwendig sind. Bei Patienten mit Herzschwäche ist bei zunehmenden Beschwerden zeitnah der Hausarzt oder behandelnde Arzt zu kontaktieren.

Tägliches Wiegen sowie regelmäßige Blutdruckkontrollen können zur Einschätzung des Flüssigkeitshaushaltes und der Kreislaufsituation hilfreich sein.

Zehn goldene Regeln der Mediziner

Während die meisten Menschen die Sommerwärme genießen, sollten vor allem ältere Menschen und Kinder vernünftig mit der Hitze umgehen. Diese Tipps geben die Experten der Asklepios Kliniken:

  • Setzen Sie sich nicht der prallen Sonne aus. Tragen Sie luftige Kleidung und eine helle Kopfbedeckung, wenn Sie in der Sonne unterwegs sind.
  • Halten Sie sich möglichst in kühlen Räumen auf. Wohnräume sollten morgens früh gelüftet werden. Danach sollten Fenster geschlossen und abgedunkelt werden.
  • Vermeiden Sie ungewohnte körperliche Anstrengung. Sport oder Gartenarbeit sollten in die frühen Morgenstunden verlegt werden.
  • Gönnen Sie sich eine verlängerte Mittagspause und machen Sie Siesta.
  • Bevorzugen Sie leichte Kost wie Gemüse, Fisch oder Obst.
  • Trinken Sie mehr als sonst, „immer über den Durst“, aber keinen Alkohol, keine zu kühlen Getränke und möglichst keine Softdrinks, denn diese sind zucker- und kalorienreich.
  • Trinken Sie nicht zu viel auf einmal, denn pro Stunde kann der Körper nur 500 bis 800 Milliliter Flüssigkeit aufnehmen und sinnvoll verwerten. Am besten trinken Sie über den Tag verteilt jede Stunde ein Glas Wasser, auch wenn Sie noch keinen Durst haben.
  • Bei Hitze verbraucht der Körper mehr Natrium, Magnesium und Calcium. Deshalb ist es ratsam, entsprechend angereicherte Mineralwässer zu trinken. Herz- und nierenkranke Menschen sollten allerdings vorsichtig sein und ihren Arzt fragen, welche Wassersorten und welche Trinkmengen für sie geeignet sind.
  • Achten Sie auch auf andere: Alleinlebende sowie körperlich oder mental eingeschränkte Personen sollten regelmäßig kontaktiert werden.
  • Lassen Sie niemals Kinder oder Haustiere in einem geparkten Auto zurück.

Flüssigkeitsverlust und Durst

Kleine Kinder und ältere Menschen reagieren empfindlicher auf Flüssigkeitsverlust, vor allem durch Schwitzen. Bei Senioren macht der Anteil von Flüssigkeit am Körpergewicht nur etwa 60 Prozent aus.

Bei großer Hitze gehen mit dem Körperwasser immer auch Natrium, Magnesium und Calcium verloren. Das betrifft vor allem die Körperzellen einschließlich des Nervengewebes. Diese trocknen dann regelrecht aus.

Betroffene werden dadurch müde und matt, die Reaktionsfähigkeit lässt nach. Das kann unter anderem im Straßenverkehr riskant werden. Im Extremfall kann es zu regelrechten Verwirrtheitszuständen kommen.

Auch das Herz-Kreislauf-System ist gefährdet, etwa durch ein Versacken des Blutes mit Blutdruckabfall sowie durch Eindicken des Blutes mit Thrombose und Embolie.

Da im Alter auch das spontane Durstgefühl nachlässt, lautet eine der goldenen Regeln: „Trinken Sie über den Durst“.

In Einrichtungen wie Heimen oder Krankenhäusern wird regelmäßig zum Trinken animiert. Anhand von Trinkplänen wird die Flüssigkeitsaufnahme dort auch kontrolliert.

Ältere Autofahrer sollten ebenfalls ein Prinzip der Regelmäßigkeit pflegen und alle zwei Stunden eine Pause zum Abkühlen und Trinken einlegen. Dies ist umso wichtiger, da die fehlende Wärmeabgabe im überhitzten Auto fatale Folgen für Reaktionsvermögen und Kreislauf haben kann.

Warme oder kalte Getränke

Kalte und eiskalte Getränke belasten den Körper deutlich mehr als wohltemperierte oder warme Getränke, denn der Körper muss viel Energie aufbringen, um die Temperatur zu regulieren. Als Folge schwitzen Menschen noch mehr.

Dadurch werden zusätzliche Kalorien verbrannt, mit dem Effekt, dass zusätzliche Körperwärme entsteht. Extrem kalte Getränke können außerdem zu Magenproblemen und Unwohlsein führen.

Deshalb der Hinweis: Auch warmer Pfefferminztee kann erfrischen und die Blutgefäße in Magen und Darm erweitern, sodass der Tee besser und schneller als kalte Getränke ins Blut gelangen kann.

Gefühlte Temperaturen

Die sogenannte gefühlte Temperatur weicht von der tatsächlich gemessenen Temperatur ab. Sie wird anhand von Luftfeuchte, Strahlung, Wind, tatsächlicher Temperatur sowie menschlichem Verhalten, also Aktivität und Bekleidung, berechnet.

Im Notfall immer 112 anrufen

Wenn es zu einem Hitzschlag oder Kollaps gekommen ist oder der Verdacht darauf besteht, ist sofort der Rettungsdienst unter der Telefonnummer 112 zu verständigen.

Betroffene Personen sollten an einen kühlen Ort gebracht werden. Kleidung sollte gelockert werden. Außerdem sollte die betroffene Person mit feuchten Tüchern abgekühlt werden.

Getränke sollten gereicht werden, allerdings nicht zu kühl und nicht zu viel auf einmal.

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