Glutnester am Steilhang - Feuerwehr Waldeck im überörtlichen Einsatz

Sonntag, 16. August 2026 13:10 geschrieben von  Michael Fränkel
Einsatzkräfte der Feuerwehr Waldeck unterstützten am 15. August 2026 die Arbeiten beim Waldbrand nahe Helminghausen. Einsatzkräfte der Feuerwehr Waldeck unterstützten am 15. August 2026 die Arbeiten beim Waldbrand nahe Helminghausen. Fotos: Feuerwehr Stadt Waldeck

WALDECK/MARSBERG. Nahe Helminghausen hat sich ein größerer Vegetationsbrand zu einem langwierigen und personalintensiven Einsatz entwickelt (wir berichteten). Das Feuer griff im weiteren Verlauf auf ein angrenzendes Waldgebiet über. Anhaltende Trockenheit, hohe Temperaturen und das teils schwer zugängliche Gelände stellten die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen.

Zu dem Brand kam es am Donnerstag, 13. August 2026, nahe des nordrhein-westfälischen Ortes Helminghausen. Bereits am Donnerstag unterstützten zahlreiche Feuerwehren aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg die Einsatzkräfte vor Ort. Am Freitagabend erreichte ein weiteres Hilfeersuchen das Land Hessen. Daraufhin wurden zusätzliche Katastrophenschutzeinheiten aus Nordhessen in Voralarm versetzt. Auch Kräfte der Feuerwehr der Stadt Waldeck wurden für den überörtlichen Einsatz eingeplant.

Mit einem LF 10 KatS, einem MLF sowie insgesamt 15 Einsatzkräften aus verschiedenen Stadtteilen machten sich die Waldecker Kräfte am frühen Samstagmorgen auf den Weg. Pünktlich um 4.00 Uhr verlegten sie zunächst zu einem Sammelpunkt bei Diemelstadt-Rhoden. Dort wurden weitere Einheiten aus dem gesamten Landkreis Waldeck-Frankenberg sowie aus anderen nordhessischen Landkreisen gesammelt und zu einem gemeinsamen hessischen Einsatzkontingent zusammengeführt.

Anschließend verlegte das gesamte Kontingent in einen Bereitstellungsraum in unmittelbarer Nähe des Einsatzgebietes. Von dort aus wurden die einzelnen Löschzüge gezielt zu ihren jeweiligen Einsatzabschnitten und Aufgaben abgerufen.

Die Aufgabe der Waldecker Kräfte bestand gemeinsam mit weiteren Einheiten aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg darin, einen betroffenen Steilhang systematisch nach verbliebenen Glutnestern abzusuchen. Gefundene Glutnester wurden mit Handwerkzeugen freigelegt und anschließend gezielt abgelöscht.

Die Arbeiten waren körperlich anspruchsvoll: Hohe Temperaturen, steiles und teilweise schwer zugängliches Gelände sowie die intensive Suche nach versteckten Glutnestern stellten die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen. Gerade bei Vegetations- und Waldbränden können sich Glutnester tief im Boden oder unter Wurzeln und Vegetationsschichten halten und auch nach längerer Zeit erneut aufflammen. Entsprechend gründlich mussten die betroffenen Bereiche kontrolliert und nachbearbeitet werden.

Nach Angaben der Feuerwehr zeigte der Einsatz eindrucksvoll, wie gut die Zusammenarbeit von Feuerwehren und Katastrophenschutzeinheiten auch über Kreis- und Landesgrenzen hinweg funktioniert. Innerhalb kurzer Zeit konnten zahlreiche Kräfte aus Nordrhein-Westfalen und Hessen gemeinsam eingesetzt und koordiniert werden.

Auch für die Einsatzkräfte der Feuerwehr der Stadt Waldeck war der Einsatz in dieser Größenordnung nach eigener Einschätzung eine wertvolle Erfahrung. Topografie und Vegetation im betroffenen Gebiet weisen deutliche Ähnlichkeiten zu vielen Bereichen rund um den Edersee auf. Das Arbeiten an steilen, bewaldeten Hängen und die Suche nach Glutnestern lieferten daher wichtige praktische Erkenntnisse, die auch für mögliche zukünftige Wald- und Vegetationsbrände im eigenen Stadtgebiet genutzt werden können.

Die Feuerwehr Waldeck bedankt sich bei den anderen eingesetzten Einheiten, Logistikkomponenten und der lokalen Einsatzleitung für die sehr gute Zusammenarbeit.

Nach einem langen und anstrengenden Einsatztag konnten die Waldecker Kräfte schließlich die Rückfahrt antreten.

Neustes 112-Video

Werbeprospekte

Anzeige
Anzeige