Wasserförderung über lange Wegstrecken: 7 Einheiten üben gemeinsam

Dienstag, 27. Juni 2023 08:18 geschrieben von  Christopher Rohde
Sieben Einheiten übten am 20. Juni 2023 Wasserförderung über lange Wegstrecken. Sieben Einheiten übten am 20. Juni 2023 Wasserförderung über lange Wegstrecken. Foto: Feuerwehr

CANSTEIN. Wasserförderung über lange Wegstrecken - diese Maßnahme kann in verschiedenen Einsatzszenarien erforderlich werden. Sei es bei Waldbränden, Flächenbränden, größeren Fahrzeugbränden außerhalb geschlossener Ortschaften, Aussiedlerhöfen oder auch Großbränden innerorts. Das Bereitstellen von ausreichend Löschwasser kann bei derartigen Lagen eine personal- und materialintensive Aufgabe werden. Im Stadtgebiet Marsberg haben sich dazu mehrere Einheiten zu zwei Wasserförderzügen zusammengeschlossen.

Einen solchen Zug bilden die Löschgruppen aus Canstein, Heddinghausen, Leitmar und Erlinghausen. Am 20. Juni 2023 fand eine erste Übung dieses Zuges statt - unterstützt von der Löschgruppe Udorf, dem Löschzug Marsberg und der Löschgruppe Massenhausen aus der angrenzenden Stadt Bad Arolsen. Die sieben beteiligten Feuerwehren hatten die Aufgabe, Wasser aus einem offenen Gewässer über eine B-Zwillingsleitung auf einer Strecke von rund 1,5 Kilometern bei einer Höhendifferenz von etwa 80 Metern zu fördern. Geplant wurde die Übung von Cansteins Löschgruppenführer Thorsten Kentsch. Die geplante Lage sah vor, das Wasser aus einem Löschteich zu entnehmen und damit in 1500 Metern Entfernung einen Wasserwerfer zu betreiben. Die Leitung musste über die Landesstraße 870 von Canstein in Richtung Massenhausen verlegt werden. Über das LF20KatS wurde das Löschwasser entnommen, die anderen Einheiten hatten die Aufgabe, die ausgehende Doppelleitung bis zur Einsatzstelle aufzubauen und Verstärkerkraftspritzen in die Leitung einzubauen. Das Löschwasser wurde über den Dachwerfer des HLF20 vom Löschzug Marsberg abgegeben. Zur Verfügung standen dafür ein LF20KatS, ein GW-L2 mit 1000 Meter B-Schlauch, fünf TSF-W und damit insgesamt sechs Tragkraftspritzen. Die Wasserentnahme wurde über das LF20KatS der Löschgruppe Heddinghausen vorgenommen, die Einheiten aus Udorf, Leitmar, Canstein, Erlinghausen und Massenhausen übernahmen den Aufbau der Leitung und das Betreiben der Verstärkerkraftspritzen. Ebenfalls im Einsatz war die Drohnenstaffel der Feuerwehr Massenhausen, die die gesamte Einsatzstelle überwachte. Alle Einheiten konnten die gemeinsam übertragene Aufgabe schnell bewältigen und die recht anspruchsvolle Förderstrecke erfolgreich betreiben.

Die gemeinsame Zusammenarbeit, auch überörtlich über Landesgrenzen hinweg, war eine weitere wesentliche Zielsetzung dieser Übung. Sowohl Übungsleitung als auch der Arolser Stadtbrandinspektor Karl-Heinz Meyer, der dieser Übung ebenfalls beiwohnte, konnten feststellen, dass dies hervorragen gelungen ist. Trotz der nicht alltäglichen Konstellation - dass sieben Einheiten gemeinsam im Einsatz sind, ist zwar ungewöhnlich, aber gerade die Waldbrände und Unwettereinsätze der letzten Jahre zeigen, dass eine Zusammenarbeit in dieser Größenordnung nicht auszuschließen ist. In einer gemeinsamen Abschlussrunde in Canstein zogen daher alle Beteiligten - über 50 Einsatzkräfte - ein positives Fazit dieser Übung. 

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