Seminar zur Waldbrandbekämpfung

Montag, 30. März 2026 00:08 geschrieben von  Michael Fränkel
Bei einem Wochenendseminar trainierte die Feuerwehr Bad Laasphe Grundlagen und Taktiken der Vegetationsbrandbekämpfung. Bei einem Wochenendseminar trainierte die Feuerwehr Bad Laasphe Grundlagen und Taktiken der Vegetationsbrandbekämpfung. Fotos: Feuerwehr Bad Lassphe

BAD LAASPHE. Ein intensives und praxisnahes Wochenende rund um das Thema Waldbrandbekämpfung liegt hinter 24 Teilnehmenden aus allen Einheiten der Feuerwehr Bad Laasphe. Im Rahmen eines zweitägigen Seminars wurden die Feuerwehrleute umfassend in die Grundlagen und Besonderheiten der Vegetationsbrandbekämpfung eingeführt - ein Bereich, der auch in der Region zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Wie aktuell das Thema ist, zeigte sich bereits im vergangenen Jahr beim großflächigen Waldbrand im Ilsetal. Im April standen dort rund 40.000 Quadratmeter Wald in Flammen. Über mehr als 24 Stunden kämpften etwa 400 Personen unter schwierigen Bedingungen, insbesondere im steilen Gelände, gegen das Feuer. Aufwendige Wasserversorgung, lange Schlauchstrecken und anhaltende Nachlöscharbeiten machten deutlich, wie anspruchsvoll Vegetationsbrände sein können.

Vor diesem Hintergrund gewinnt eine fundierte Aus- und Fortbildung weiter an Bedeutung. Ziel des Seminars war es daher, ein einheitliches Verständnis für Begriffe, Taktiken und Abläufe zu schaffen und die Teilnehmenden gezielt auf solche Lagen vorzubereiten. Vermittelt wurden dabei grundlegende Zusammenhänge, denn Vegetationsbrände sind stets dynamische Lagen, die von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden. Neben den bekannten Elementen des Verbrennungsdreiecks spielen insbesondere Wetter, Topografie und Vegetation - zusammengefasst im sogenannten Vegetationsbranddreieck - eine entscheidende Rolle für das Brandverhalten.

Ein Schwerpunkt der Ausbildung lag auf dem Thema Sicherheit. Mit der international etablierten Sicherheitsregel LACES wurden Strategien vermittelt, um Einsatzstellen strukturiert und möglichst risikoarm zu organisieren. Ebenso wurde die Bedeutung der richtigen persönlichen Schutzausrüstung hervorgehoben. Im Mittelpunkt stand dabei der Grundsatz aus der Feuerwehr-Dienstvorschrift 100: das richtige Mittel zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Die Teilnehmenden lernten, Gefahrenlagen realistisch einzuschätzen und geeignete Schutzmaßnahmen daraus abzuleiten.

Wichtigen Raum nahm auch die Gerätekunde ein. Neben dem klassischen Schlauchmanagement wurde insbesondere der Umgang mit Handwerkzeugen trainiert, die bei Vegetationsbränden eine zentrale Rolle spielen. Dabei galt der praxisorientierte Ansatz, dort zu üben, wo das Gelernte später auch angewendet werden soll. Ergänzt wurde die Ausbildung durch Inhalte zur Vegetationskunde sowie zur Zusammenarbeit mit Forstbehörden und weiteren Beteiligten. Gerade bei größeren Schadenslagen ist eine enge Abstimmung mit verschiedenen Akteuren unerlässlich - sowohl in der Vorbereitung als auch bei der Brandbekämpfung und den Nachlöscharbeiten.

Abwechslungsreich war auch der Ablauf des Wochenendes. Während am Samstag zunächst theoretische Grundlagen im Gerätehaus vermittelt wurden, analysierten die Teilnehmenden am Nachmittag bei einer Geländeerkundung typische Gefahren. Am Sonntag folgten praktische Einheiten sowie eine Realbrandausbildung unter kontrollierten Bedingungen. Dabei konnten die Feuerwehrleute das Gelernte direkt anwenden und das Verhalten von Feuer in Vegetationsflächen realitätsnah erleben. Nach einer kurzen Theorieeinheit ging es zur praktischen Ausbildung in den Wald. Auf dem Programm standen unter anderem das Anlegen von Haltelinien, der Einsatz von Handwerkzeugen sowie Maßnahmen zur Eindämmung der Brandausbreitung.

Intensiv trainiert wurden außerdem taktische Aspekte wie Lagedarstellung und Führung. Für die praktischen Übungen kamen mehrere Fahrzeuge aus den Einheiten Laasphe, Banfe, Feudingen und Rüppershausen zum Einsatz. Das Seminar vermittelte damit nicht nur theoretisches Wissen, sondern griff auch konkrete Lehren aus realen Lagen wie dem Waldbrand im Ilsetal auf und übertrug sie in die Ausbildung. Die gewonnenen Erkenntnisse und praktischen Erfahrungen sollen dazu beitragen, Bereitschaft und Sicherheit der Feuerwehr weiter zu stärken.

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