KASSEL. Gleich zwei Großfeuer im Stadtgebiet haben die Einsatzkräfte der Feuerwehr und Polizei am Vormittag massiv gefordert und zu erheblichen Sachschäden geführt.
Während des Dienstwechsels der Berufsfeuerwehr gegen 7.45 Uhr am Donnerstag (15. Januar) ging zunächst die Meldung über den Brand eines Autohandels im Stadtteil Wesertor ein. Bei Eintreffen der beiden Löschzüge sowie der Freiwilligen Feuerwehren aus Bettenhausen/Forstfeld, Wolfsanger und Harleshausen stand das Werkstattgebäude in der Straße Franzgraben bereits im Vollbrand. Ersteintreffende Kräfte stellten ein ausgedehntes Feuer im Deckenbereich fest, das sich aufgrund der unübersichtlichen Gebäudestruktur zunächst schwer lokalisieren ließ.
Wegen der starken Rauchentwicklung und der Einsturzgefahr des Daches mussten die Löscharbeiten zeitweise von außen fortgeführt werden. Ein Bagger einer Baufirma kam zum Einsatz, um die Decke an den betroffenen Stellen zu öffnen und die Brandnester gezielt abzulöschen. Während des Einsatzes wurden alle auf dem Hof befindlichen Fahrzeuge in Sicherheit gebracht. Ein 70-jähriger Gebäudeinhaber, der bei Ausbruch des Feuers anwesend war, erlitt eine Rauchgasintoxikation und musste zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Für die Dauer der etwa siebenstündigen Löscharbeiten waren Sperrungen der Ysenburgstraße und des Franzgrabens erforderlich. Auf einen sechsstelligen Betrag wird der Gesamtsachschaden geschätzt. Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung liegen derzeit nicht vor.
Fast zeitgleich zu den laufenden Maßnahmen im Wesertor brach gegen 11 Uhr ein zweiter Brand in einer Kindertagesstätte in der Marburger Straße aus. Glücklicherweise lösten die installierten Rauchwarnmelder umgehend aus, sodass die Angestellten und alle Kinder das Gebäude unverletzt verlassen konnten. Sie kamen vorübergehend in einem benachbarten Kindergarten unter. Zusätzliche Einheiten der Feuerwehr, die für solche Paralleleinsätze in Dienst gestellt worden waren, brachten die Flammen schnell unter Kontrolle. Dennoch ist die Einrichtung vorerst nicht mehr nutzbar. Auf rund 100.000 Euro wird der Gesamtsachschaden geschätzt.
Brandermittler des zuständigen Kommissariats 11 der Kasseler Kripo haben beide Brandstellen untersucht. In der Kindertagesstätte deuten alle Spuren auf einen technischen Defekt an zwei Kühlschränken in der Küche hin, der das Feuer auslöste. Ein fahrlässiges oder vorsätzliches Handeln ist nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht erkennbar. Die Untersuchungen zur Ursache des Werkstattbrandes dauern hingegen noch an. (ots/r)
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