Kripo ermittelt nach tödlichem Brand

Donnerstag, 15. Januar 2026 19:13 geschrieben von  Michael Fränkel
Unter schwerem Atemschutz und bei Nullsicht kämpften sich die Einsatzkräfte in die Wohnung vor, um den vermissten Mieter in den verrauchten Räumen zu lokalisieren. Unter schwerem Atemschutz und bei Nullsicht kämpften sich die Einsatzkräfte in die Wohnung vor, um den vermissten Mieter in den verrauchten Räumen zu lokalisieren. Fotos: Feuerwehr Reinhardshagen

REINHARDSHAGEN. In einem Mehrparteienhaus im Ortsteil Veckerhagen ist am Mittwochnachmittag ein folgenschwerer Brand ausgebrochen.

Um 15.02 Uhr am Mittwoch (14. Januar) löste die Leitfunkstelle Großalarm für die Rettungskräfte in der Eduard-Stremme-Straße aus. Verschiedene Einsatzfahrzeuge, darunter ein Einsatzleitwagen, ein Staffellöschfahrzeug sowie ein Hilfeleistungslöschfahrzeug und ein Gerätewagen-Nachschub, eilten unmittelbar zum Unglücksort. Bereits während der Anfahrt erhielten die Helfer die Information, dass sich eine Person in akuter Lebensgefahr in dem Gebäude befinden soll. Am Einsatzort angekommen, stellten die Helfer eine starke Rauchentwicklung fest, die aus einer der Wohnungen drang.

Schwierige Menschenrettung in verrauchter Wohnung

Wegen der extremen Gefahrenlage drangen umgehend Spezialkräfte unter schwerem Atemschutz in die betroffenen Räumlichkeiten vor. Infolge der völligen Orientierungslosigkeit durch dichten Qualm – der sogenannten Nullsicht – mussten sich die Trupps durch das Abtasten von Wänden und Böden den Weg bahnen, bis sie den Bewohner entdeckten. Trotz des schnellen Vorstoßes kam für den Mann jede Hilfe zu spät; ein Notarzt des Rettungshubschraubers Christoph 7 konnte nur noch den Tod feststellen. Kriminalbeamte identifizierten den Verstorbenen später als den 67-jährigen Mieter der Wohnung.

Ursachensuche durch Sachverständige

Druckbelüfter kamen zum Einsatz, um die Sichtverhältnisse zu verbessern und den giftigen Brandrauch aus dem Gebäude zu leiten. Während letzte Brandnester mit einem C-Rohr abgelöscht wurden, begannen Experten des Kommissariats 11 der Kasseler Kripo sowie Sachverständige des Hessischen Landeskriminalamts mit der Spurensicherung. Entgegen der ersten polizeilichen Meldung handelte es sich nicht um den Vollbrand eines Einfamilienhauses, sondern um ein Feuer, das auf das Wohnzimmer des Mieters begrenzt blieb. Ein technischer Defekt wird derzeit als mögliche Ursache geprüft, weshalb die Brandwohnung beschlagnahmt blieb. Auf rund 50.000 Euro wird der Gesamtsachschaden geschätzt.

Zusammenarbeit zahlreicher Rettungsorganisationen

Zahlreiche Einheiten unterstützten den etwa zweistündigen Einsatz, darunter die Feuerwehr Holzhausen als Sicherheitstrupp sowie Kräfte aus Hann. Münden. Neben der Polizei Hofgeismar und zwei Rettungswagen waren auch der Bürgermeister, das Ordnungsamt sowie der Kreisbrandinspektor vor Ort präsent. Nachbesprechungen mit Fachkräften der psychosozialen Notfallversorgung halfen den Beteiligten im Anschluss an die Reinigungsarbeiten in der Feuerwache, die belastenden Erlebnisse des Einsatzes gemeinsam aufzuarbeiten.

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