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ISTHA/ALTENHASUNGEN. Nach einem Zusammenstoß ist ein Tanklastzug am späten Freitagabend auf ein Auto gekippt. Mehr als 80 Einsatzkräfte von Feuerwehren und Rettungsdienst rückten zur Unfallstelle zwischen Istha und Altenhasungen aus - sie alle wussten zunächst nicht, dass es sich bei dem spektakulären Unfall um eine realistische Großübung handelte.

Einen solchen Unfall gab es im Altkreis Wolfhagen noch nicht - und auch keine Übung in dieser Ausgestaltung: Die Organisatoren um die Ippinghäuser Feuerwehrmänner Marco Seumer und Sebastian Koinzack ließen einen ausrangierten Tanklastzug vom Bergungsunternehmen Schnittger auf die Seite legen. Ein stark beschädigter Unfallwagen stand mitten in einer Kurve der Landesstraße 3312 vor dem deformierten Führerhaus des Lastwagens. Als Unfallopfer geschminkte Notfalldarsteller des DRK und nicht zuletzt der beißende Geruch von Essigsäure ließen bei den kurz nach der Alarmierung gegen 22.30 Uhr an der "Unfallstelle" eintreffenden Feuerwehrleuten keinen Zweifel aufkommen - sie wussten von nichts und verhielten sich entsprechend: Die Feuerwehrleute rüsteten sich mit Atemschutz und später auch Chemikalienschutzanzügen aus, sicherten die Unfallstelle ab, leuchteten sie aus, stellten den Brandschutz sicher, betreuten und versorgten die "Verletzten" und forderten Unterstützung weiterer Wehren an. Innerhalb weniger Augenblicke waren mehr als 80 Einsatzkräfte am Ort des Geschehens aktiv.

Erst nach etwa 15 Minuten kamen die Organisatoren der Übung sowie 13 Übungsbeobachter verschiedener Hilfsorganisationen aus einem Versteck unweit der Unfallstelle. Zu dieser Zeit lief der Einsatz bereits auf vollen Touren - und wurde auch fortgesetzt. Erst als sich der Tanklastzug bei der Arbeit mit hydraulischem Gerät am Führerhaus leicht bewegte, brachen Seumer und Koinzack die Übung aus Sicherheitsgründen ab. "Realistisches Flair ist gut, aber wenn es gefährlich wird für die Einsatzkräfte, geht das zu weit", erklärte Marco Seumer.


Weitere Informationen folgen.

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DIEMELSTADT. Nachdem ein Lastwagen ein Reh auf der A 44 überfuhr, hat ein zweiter Lastwagen den Kadaver überrollt und sich dabei eine Dieselleitung aufgerissen. Die Feuerwehren aus Rhoden, Wrexen und Bad Arolsen rückten aus.

Nach Angaben der Autobahnpolizei befuhren zwei Lastwagen am Freitagmorgen gegen 6 Uhr hintereinander die Autobahn 44 in Fahrtrichtung Dortmund. Etwa in Höhe der Raststätte Biggenkopf erfasste der vordere "Brummi" ein Reh, das auf die Autobahn gelaufen war. Das Tier, das durch die Kollision getötet wurde, blieb auf dem rechten Fahrstreifen liegen. Der Fahrer des hinteren Lastwagens konnte dem Kadaver nicht mehr ausweichen und fuhr über das tote Reh hinweg. Der Kadaver schlug gegen eine Dieselleitung, die dadurch beschädigt wurde. "Dadurch floss Dieselkraftstoff auf den rechten Fahrstreifen der Autobahn", sagte ein Polizeibeamter gegenüber 112-magazin.de. Der Lkw-Fahrer brachte sein Gespann nach etwa 100 Metern auf dem Standstreifen zum Stehen.

Weil zunächst die Rede davon war, dass der gesamte Inhalt von etwa 800 Litern auslaufen würde, alarmierte die Leitstelle die Feuerwehren aus Rhoden, Wrexen und Bad Arolsen - sie bilden bei größeren Gefahrguteinsätzen einen Verbund. Die zuerst an der Unfallstelle eintreffenden Feuerwehrleute dichteten nach Auskunft von Stadtbrandinspektor Ulrich Volke das Leck in der Dieselleitung ab. Außerdem sicherten die Brandschützer die Unfallstelle ab und brachten Bindemittel aus. Zwei Fahrzeuge aus Bad Arolsen fuhren zur Einsatzstelle, die übrigen drehten ab und kehrten zum Stützpunkt zurück. Insgesamt waren etwa 30 Einsatzkräfte vor Ort. Die Autobahnpolizei forderte zusätzlich die Autobahnmeisterei an. Stadtbrandinspektor Volke schätzte, dass etwa 100 Liter Diesel ausgelaufen waren. Glücklicherweise habe sich der Kraftstoff in Spurrillen der rechten Fahrspur gesammelt und sei daher nicht auf die Bankette gelaufen. Laut Volke waren die Feuerwehrleute etwa anderthalb Stunden im Einsatz.

Angaben zum Alter und zur Herkunft des Lkw-Fahrers lagen der Autobahnpolizei zunächst nicht vor. Es sei niemand verletzt worden, der Lkw sei allerdings nicht mehr fahrbereit gewesen und habe abgeschleppt werden müssen. Auf der Autobahn kam es zu leichten Behinderungen, zeitweise bildete sich ein bis zu drei Kilometer langer Stau.


Am Vortag war die Korbacher Feuerwehr zu einem Gefahrgut-Einsatz ausgerückt:
Gefahrgut-Lkw im Graben: 25 Tonnen Bitumen umgepumpt (10.05.2012, mit Video und Fotos)

Links:
Feuerwehr Rhoden
Feuerwehr Bad Arolsen

Publiziert in Feuerwehr

RHODEN. Eine ätzende Flüssigkeit ist in der Nacht zu Samstag von einem Lkw-Auflieger auf das Gelände des SVG-Autohofes getropft. Mehr als 60 Feuerwehrleute aus Rhoden, Wrexen und dem Arolser Stadtgebiet waren stundenlang im Einsatz.

Der Autohof sowie die gegenüberliegende Tankstelle wurden weiträumig abgesperrt, nachdem ein 42 Jahre alter Lkw-Fahrer bemerkt hatte, dass aus seinem Auflieger eine Flüssigkeit austritt. Weil der Lkw verschiedene Gebinde mit diversen Chemikalien geladen hatte, verständigte der Brummifahrer die Leitstelle. Die alarmierte gegen 0.30 Uhr am frühen Samstagmorgen die Feuerwehr.

Ausgerüstet mit Chemikalienschutzanzügen gingen die Brandschützer zur Erkundung vor. Weil nach Angaben des Diemelstädter Stadtbrandinspektors Ulrich Volke nicht klar war, aus welchem Gebinde welche Flüssigkeit ausgetreten war, mussten die Einsatzkräfte den kompletten Auflieger entladen. Alle beschädigten Behälter wurden in dem mehrstündigen Einsatz in spezielle Edelstahlfässer umgefüllt. Die ausgetretenen Chemikalien wurden mit Bindemittel abgestreut. Die ätzenden Stoffe seien zum Glück weniger gefährlich gewesen als zunächst befürchtet, sagte Volke. Der gemeinsame Einsatz der verschiedenen Wehren habe reibungslos funktioniert, unterstrich der Stadtbrandinspektor.

Unter anderem hatte der Lkw Acrylreiniger geladen. Dass die auf Paletten transportierten Gebinde überhaupt beschädigt werden konnten, liegt vermutlich an mangelnder Ladungssicherung. Darüber, wohin der Lkw unterwegs war, lagen in der Nacht keine Angaben vor.

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Freitag, 23 Dezember 2011 06:54

Lkw-Reifen fängt während Fahrt Feuer

DIEMELSTADT/WARBURG. An einem unter anderem mit einem Fass Petroleum beladenen Lastwagen ist ein Reifen in Flammen aufgegangen. Der Fahrer handelte besonnen und fuhr mit geringem Tempo weiter, um sich des brennenden Pneus zu entledigen und so den Brand des gesamten Lasters zu verhindern. Die Feuerwehr rückte aus.

Der Fahrer einer Spedition aus Bielefeld war am Donnerstagabend auf der Autobahn 44 in Richtung Kassel unterwegs, als er gegen 20.45 Uhr Rauch von einem der Reifen aufsteigen sah. Der Mann steuerte sein Gefährt auf den Standstreifen, fuhr langsam weiter und setzte den Notruf ab. Dass er nicht stoppte, erklärte Feuerwehrsprecherin Steffi Tepel so: "Er hatte eine solche Situation im vergangenen Jahr schon einmal. Damals hielt er an und der ganze Lkw ging in Flammen auf". Daher habe er sich genau richtig verhalten, denn bei der Weiterfahrt seien die brennenden Reifenteile abgefallen.

Nach dem Notruf des Fahrers und seinem Hinweis auf das geladene Petroleum alarmierte die Leitstelle die Feuerwehren aus Rhoden, Wrexen und Bad Arolsen mit dem Stichwort Gefahrgut. Vorsorglich wurde auch ein Rettungswagen aus Bad Arolsen zur Einsatzstelle entsandt. Diese lag entgegen der ersten Meldung noch hinter der Abfahrt nach Warburg.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stellte sich schnell heraus, dass die Bremse heiß gelaufen war und sich dadurch ein Reifen des Anhängers entzündet hatte. Die Brandschützer gaben den übrigen Kräften Entwarnung, die sich noch auf der Anfahrt befindenden Wehren brachen die Alarmfahrt ab.

Der Lkw und die Ladung - neben dem Fass Petroleum transportierte der Lkw Fernseher, mehrere Pakete Fliesen, Pappen und Fußbodenbeläge - blieben unbeschädigt. Lediglich der Reifen musste gewechselt werden. Da keine Polizei vor Ort war, hat die Feuerwehr den Fahrer samt Gliederzug noch bis zum nächstgelegen Parkplatz "Am roten Ufer" begleitet.

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Samstag, 19 November 2011 16:50

Vier Mitarbeiter nach Ammoniak-Unglück gerettet

BERNDORF. In Vollschutzanzügen haben am Samstagnachmittag Feuerwehrleute mehrere verletzte und vermisste Mitarbeiter der Firma Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren "gerettet" - nach einem angenommenen Ammoniak-Austritt im Bereich der Kältetechnik waren mehr als 60 Einsatzkräfte bei einer Großübung gefordert. Die Kameraden der örtlichen Wehr übten dabei auch das Zusammenspiel mit dem Korbacher Gefahrgutzug.

Nach einer Störung in der Kältetechnik war laut Übungsszenario Ammoniak ausgetreten. Ein direkt betroffener Mitarbeiter der Technik wurde vermisst, ebenso drei Mitarbeiter der Produktion, die sich nach dem Unglück geflüchtet hatten und sich irgendwo in dem großen Komplex aufhielten. Die Berndorfer Wehr rückte mit 25 Kameraden an und rüstete einige Einsatzkräfte umgehend mit Chemikalienschutzanzügen (CSA) aus. Wenig später traf auch die Verstärkung aus der Kreisstadt an - der Gefahrgutzug der Korbacher Stützpunktfeuerwehr war mit gut 40 Einsatzkräften vertreten.

Während die ersten Brandschützer sich bereits unter Vollschutz auf die Suche nach dem Techniker machten, herrschte auf dem Gelände des Wurstwarenherstellers ein reges Treiben: Weitere Brandschützer rüsteten sich mit Schutzanzügen aus, andere sperrten den näheren Bereich rund um das Gebäude zum Schutz Außenstehender ab, wieder andere bauten die Wasserversorgung für einen eventuell nötigen Löschangriff auf, und nicht zuletzt entstand ein sogenannter Dekon-Platz mit Dusche und Zelt: Dort mussten die im Gebäudeinneren eingesetzten Feuerwehrleute ihre Vollschutzkleidung abwaschen und ausziehen, sich im Zelt komplett entkleiden und als Ersatz Einweganzüge anlegen. "Alle Einsatzkräfte, die mit den gefährlichen Stoffen in Kontakt kommen, und ihre Gerätschaften müssen dekontaminiert werden", erklärte der stellvertretende Korbacher Stadtbrandinspektor und Übungsbeobachter Carsten Vahland.

In dem riesigen Gebäudekomplex war es für die Feuerwehrleute gar nicht einfach, rasch die nötige Orientierung zu finden - immerhin hat das Unternehmen an der Korbacher Straße rund 40.000 Quadratmeter Fläche auf mehreren Etagen. "Eine zusätzliche Schwierigkeit besteht im Funkverkehr", sagte der Twistetaler Gemeindebrandinspektor und Wilke-Mitarbeiter Volker Bangert. Durch Stahlbeton sei es mitunter nicht möglich, aus dem Fabrikinneren einen Funkkontakt zu den Einsatzkräften oder zur Einsatzleitung draußen aufzubauen. Nicht zuletzt hätten abgeriegelte Bereiche und Dunkelheit in weiten Teilen des Gebäudes den eingesetzten Brandschützern zu schaffen gemacht. "Aber ich bin sehr zufrieden mit den Leistungen der Kameraden", lobte der Gemeindebrandnspektor. Auch die Zusammenarbeit zwischen Berndorfer und Korbacher Feuerwehrleute habe vorbildlich geklappt. Im Ernstfall, so Bangert, würden auch die Feuerwehren aus Twiste, Mühlhausen und Bad Arolsen alarmiert. Im Übungsszenario genügte die Schlagkraft der beiden eingesetzten Wehren, um die vier Vermissten in angemessener Zeit zu finden und ins Freie zu retten.

Es sei ein "beruhigendes Gefühl, die Feuerwehrleute bei ihrer Arbeit zu beobachten und zu sehen, dass jeder weiß, was er zu tun hat", lobte Wilke-Geschäftsführer Klaus Rohloff im Gespräch mit 112-magazin.de. Als bemerkenswert stufte es der Geschäftsführer ein, dass es sich bei sämtlichen Kräften um freiwillige Feuerwehrleute handele. Das Unternehmen habe den Gebäudekomplex gern für eine solche Übung zur Verfügung gestellt - nicht nur aus Eigeninteresse. "Ein solches Übungsobjekt finden Feuerwehren ja nicht überall", sagte Rohloff. Es sei wichtig, die Brandschützer in ihrer uneigennützigen Arbeit zu unterstützen. Selbstverständlich war es da für den Geschäftsführer auch, alle Feuerwehrleute nach Übungsende zu einem Imbiss mit Wilkes Waldecker Würstchen und Getränken in die Betriebskantine einzuladen. "Das übernehmen wir gern", sagte Klaus Rohloff - und äußerte zugleich seinen größten Wunsch an diesem Nachmittag: "Ein solch angenommener Ernstfall tritt hoffentlich nie ein".


Links:
Feuerwehr Berndorf
Feuerwehr Korbach
Wilkes Waldecker Fleisch- und Wurstwaren

Publiziert in Feuerwehr
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