KASSEL. In der Adventszeit macht man es sich gemütlich mit Kerzen, Feuerschale oder auch heißem, duftendem Tee. Was viele jetzt erfreut, kann gerade für kleine Kinder zur schweren Verletzungsgefahr werden. Daher findet jedes Jahr am 7. Dezember der Tag des brandverletzten Kindes (Paulinchentag) statt, anlässlich dessen auf häufige Gefahrenquellen hingewiesen wird.
Die Klinik für Kinderchirurgie & Kinderurologie mit dem Zentrum für schwerbrandverletzte Kinder am Klinikum Kassel bietet daher gemeinsam mit Paulinchen e.V. mehrere Möglichkeiten, sich über das Thema zu informieren.
FOTOAUSSTELLUNG BIS ZUM 8. DEZEMBER
Bis zum kommenden Montag, 8. Dezember, sieht man am Klinikum Kassel mehrere Motive der Ausstellung „Ein Teil von mir – Narben machen (k)einen Unterschied“.
„Es handelt sich um Fotos von ehemaligen thermisch verletzten Kindern, die jetzt junge Erwachsene sind und mit den Narben ihres Unfalles umzugehen lernen mussten. Die Ausstellung zeigt für mich sehr beeindruckend, dass diese Narben sowohl tief in der Seele nach dem Unfalltrauma sitzen als auch natürlich extern auf der Haut. Ich bewundere den Mut, den diese Patienten aufbringen, ihren geschundenen Körper und ihre Seele offen zu präsentieren. Diesem Mut zolle ich großen Respekt!“, sagt Dr. Kay Großer, Chefarzt der Kinderchirurgie und Leiter des Zentrums für schwerbrandverletzte Kinder.
Er ergänzt, dass die Bilddokumentation auch die große Bedeutung der Arbeit in der Verbrennungsmedizin – der Therapeuten in der Akutphase, im OP-Saal, auf der Intensivstation und in der Rehaklinik – zeige: „Diese Kinder und Familien haben eine vielfache Hilfe erfahren, um wieder ins Leben zurückzufinden. Diesen soll damit stellvertretend gedankt sein“, so Dr. Großer.
Für das Fotoprojekt von Paulinchen e.V. wurden 17 heute erwachsene „Paulinchen-Kinder“ fotografiert, die vor Jahren Verbrennungen oder Verbrühungen erlitten haben. Die Fotoausstellung zeigt Körper mit Narben in einer ermutigenden Art und Weise, um die eigene Stärke der Porträtierten hervorzuheben, die sie trotz – oder gerade wegen – ihres Unfalls besitzen. Sieben der großformatigen Fotografien werden zusammen mit Texttafeln in einer Ausstellung im Eingangsgebäude des Klinikum Kassel (Haus E, Ebene 4) präsentiert. Zwei weitere Motive sind im Haus R zu sehen, wo die Präventionsveranstaltung stattfindet.
GNH-GESUNDHEITSGESPRÄCH AM 5. DEZEMBER: VORAB INFORMIEREN UND UNFÄLLE VERHINDERN
„Ich wünsche, dass die teilweise erschütternden Bilder und Geschichten wach machen für einen neuen Blick auf die Unfallprävention von Verbrühungen und Verbrennungen. Ersichtlich wird, dass viele dieser Schicksalsschläge vermeidbar waren. Dies trifft gerade jetzt in der Adventszeit vielfach zu. Wir wollen zum Tag des brandverletzten Kindes ein Zeichen setzen für die wichtige Prävention von solchen Kinderunfällen, da diese oft ein ganzes Leben beeinflussen können“, sagt Dr. Großer.
Daher organisiert die Klinik am Freitag, 5. Dezember, von 17 bis 18.30 Uhr eine umfassende Präventionsveranstaltung. Die Veranstaltung findet im Hörsaal von Haus R, 1. Etage (Zugang zum Klinikgelände über die Straße Mittelring) statt. Alle Familien mit Kindern jedes Alters, Kinderärztinnen, Hebammen, Großeltern und Erzieherinnen sind ganz herzlich eingeladen.
Es wird verschiedene Vorträge von Dr. Kay Großer sowie von Notärzt*innen und weiteren Gästen geben. Außerdem beteiligen sich Paulinchen e.V. und die Brandschutzaufklärung im Landkreis Kassel mit Informationsangeboten für die ganze Familie.







