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FRANKENBERG. Ein Landwirt aus dem Frankenberger Land verursachte im Sommer 2019 einen Verkehrsunfall, weil sein Blinker nicht funktionierte - jetzt stand er vor Gericht.

Wie die HNA in ihrer Online-Ausgabe mitteilt, muss ein Landwirt aus dem Frankenberger Land  4000 Euro Geldstrafe zahlen, weil er am 24. Juni 2019 mit seinem Traktor beim Abbiegen auf der Bundesstraße 252 in Richtung Viermünden einen Verkehrsunfall verursacht haben soll. Dabei war ein Autofahrer, der den Schlepper samt Heuwender gerade überholen wollte, lebensbedrohlich verletzt worden.

Der Vorwurf laut Anklage: Die Blinker am Anhänger des Traktors seien während des Abbiegevorgangs nicht funktionstüchtig gewesen, sodass der Autofahrer beim Überholen nicht erkennen konnte, dass der Landwirt nach links auf einen Feldweg abbiegen wollte.

Der 58-jährige Autofahrer verlor beim Ausweichen die Kontrolle über seinen Wagen und prallte mit der Fahrerseite gegen einen Baum. Der Mann wurde eingeklemmt und musste von den Einsatzkräften mit hydraulischem Schneidwerkzeug aus dem zerstörten Wagen befreit werden. Anschließend wurde er mit dem Rettungshubschrauber ins Uniklinikum Marburg geflogen und lag im Koma.

Bei der Verhandlung im Frankenberger Amtsgericht konnte er aufgrund seiner anhaltenden Verletzungen nicht vernommen werden. Stattdessen äußerte sich der Landwirt zum Unfallhergang. Er sei sich sicher, dass die Blinklichtanlage an seinem Heuwender funktionierte. Noch am Morgen des Unfalltages sei er mit dem Gespann unterwegs gewesen, da habe es keine Auffälligkeiten gegeben. "Am Abend vorher habe ich die Blinker am Anhänger angeschlossen und mit einem Mitarbeiter kontrolliert, da hat alles geklappt", sagte der 60-Jährige vor Gericht. Dass der Blinker dann am Vormittag nicht mehr funktionierte, könne er nicht nachvollziehen.

Laut Gutachter war die Blinklichtanlage kurz vor dem Unfall allerdings nicht angeschlossen. Dass der Stecker durch den Unfall abgezogen oder die Verbindungskabel dabei so stark beschädigt wurden, dass sie nicht mehr funktionstüchtig waren, schloss er aus. Allerdings: Der Autofahrer soll vor dem Abbiegevorgang des Landwirts noch eine Vollbremsung eingeleitet haben – und das, obwohl der Traktor mit mäßiger Geschwindigkeit am rechten Fahrbahnrand fuhr. Der Gutachter vermutet, dass der Autofahrer nach links gefahren sei und dann zu spät die Blinkleuchte des Traktors – nicht des Anhängers – entdeckte. Der Geschädigte ließ für die Verhandlung ausrichten, dass es „nicht in seinem Sinne“ sei, dass der Angeklagte eine Strafe bekomme. (HNA)

Link: Unfall auf B 252: 58-Jähriger schwerverletzt, Hubschrauber im Einsatz (24.06.2020)


Publiziert in Polizei

MEDEBACH/WINTERBERG. Fünfeinhalb Monate nach einem schweren Verkehrsunfall bei Winterberg hat das Amtsgericht Medebach einen 44 Jahre alten Mann aus Waldeck-Frankenberg zu einer Geldstrafe von 2800 Euro verurteilt. Das erklärte Richter Ralf Fischer, Direktor des Amtsgerichts, am Freitag gegenüber der HNA.

Nach Überzeugung des Gerichtes hatte der Angeklagte am 4. März dieses Jahres auf der Bundesstraße 480 bei Winterberg einen folgenschweren Unfall mit insgesamt elf Verletzten verursacht. Drei Rettungshubschrauber waren damals im Einsatz.

Die Staatsanwaltschaft Arnsberg hatte den Mann wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs und fahrlässiger Körperverletzung angeklagt. Sekundenschlaf war vermutlich die Ursache dafür, dass der 44-Jährige mit einem Firmenwagen, in dem auch ein 22-jähriger Kollege saß, in einer langgezogenen Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn geriet. Dort prallte der Wagen mit einem voll besetzten Auto aus den Niederlanden zusammen. Ein nachfolgender Wagen, besetzt mit belgischen Urlaubsgästen, fuhr noch auf den niederländischen Wagen auf. Mehrere Personen waren eingeklemmt und mussten von der Feuerwehr mit der Rettungsschere befreit werden. Auch der mutmaßliche Verursacher und sein Beifahrer wurden verletzt.

Junge Frau nach Unfall querschnittgelähmt
Die Frau und eine Tochter des niederländischen Pkw-Fahrers schwebten lange in akuter Lebensgefahr. Die 27-jährige Tochter ist seit dem Unfall querschnittgelähmt. Die Ehefrau des niederländischen Fahrers erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Beide sind bis heute in stationärer Behandlung.

Nach der Befragung von vier Zeugen und den Ausführungen eines Gutachters war für den Richter klar: "Der Angeklagte ist definitiv eingeschlafen". Anders sei der Unfallhergang technisch und vom Gesamterscheinungsbild nicht zu erklären. Auch der Beifahrer habe geschlafen. Das Gutachten ergab, dass beide Autos mit jeweils 75 Stundenkilometern nahezu frontal ineinander gekracht seien. Daraus resultieren auch die schweren Verletzungen.

Der Fahrer des niederländischen Wagens habe den Unfall "sehr ruhig und sachlich" geschildert, obwohl ja seine Frau und eine Tochter schwer verletzt wurden, sagte Richter Fischer. Er bedauerte, dass "bis heute kein Schmerzensgeld an die Opfer gezahlt wurde". Nun solle ein zivilrechtliches Verfahren gegen die Haftpflichtversicherung des Verursachers folgen. "Der Angeklagte hat sich geständig gezeigt. Er bedauert das Geschehene zutiefst", sagte Richter Fischer.

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Publiziert in Polizei
Donnerstag, 21 November 2013 18:20

Jugendbande klaut Porsche und räumt Tresor aus

WALDECK-FRANKENBERG. Vier junge Männer aus dem Landkreis müssen sich seit Donnerstag vor dem Korbacher Amtsgericht verantworten. Die Liste der Vorwürfe ist lang, unter anderem sollen sie einen Porsche und einen Lkw gestohlen und mehrere tausend Euro aus dem Tresor einer Tankstelle mitgenommen haben.

Gegenstand der Verhandlung am Donnerstag waren hauptsächlich einige Tage im Oktober 2012. In dieser Zeit wurden ein Porsche in Bad Arolsen gestohlen, ein Peugeot in Volkmarsen, ein Lkw in Rhoden, außerdem gab es Einbrüche ins Café im See am Twistesee, in die Eisdiele in Volkmarsen und in eine Tankstelle in Bad Arolsen. Einer der Angeklagten, ein 21-Jähriger, zeigte sich vor Gericht auskunftsfreudig. So berichtete er von der Nacht, in der der Sportwagen aus einer Lagerhalle gestohlen wurde.

Er selbst sei nicht gefahren, ein anderer Angeklagter, der keinen Führerschein besitzt, dagegen schon. Mit seinem eigenen Wagen und einem weiteren Angeklagten sei er dem Porsche nach Volkmarsen gefolgt. Dort wurde zunächst überlegt, mit dem Sportwagen in das Schaufenster eines Juweliergeschäfts zu fahren. Stattdessen sei dann aber in die Eisdiele in der Innenstadt eingebrochen worden.

Zwei der vier Angeklagten schwiegen am Donnerstag beharrlich, neben dem 21-Jährigen gab nur noch der jüngste der Bande, ein 17-Jähriger, Auskunft. Allerdings sorgte die kaum für mehr Klarheit beim Gericht. Gegenseitig beschuldigten sich die beiden Angeklagten, den gestohlenen Lkw gefahren und den Tresor in der Tankstelle ausgeräumt zu haben.

Auch sind die genauen Tatzeitpunkte mitunter bisher nicht genau auszumachen. So behauptete der 17-Jährige, an einem bestimmten Tag mit dem gestohlenen Peugeot nach Rhoden gefahren zu sein - obwohl die Polizei das Auto zu dieser Zeit schon längst gefunden hatte.

Der Prozess gegen das Quartett wird am 2. Dezember fortgesetzt, dann erneut mit einer Vielzahl von Zeugen.


Über den Diebstahl des Porsche-Oldtimers berichtete 112-magazin.de im Oktober:
Porsche bei Einbruch gestohlen (16.10.2012)

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Publiziert in Polizei
Freitag, 20 September 2013 12:54

Betrüger hauen Insolvenzschuldner übers Ohr

WALDECK-FRANKENBERG. Vor einer neuen Betrugsmasche in Nordhessen warnen Staatsanwaltschaft und Gerichte. Eine "PAZ Justizzentralstelle" fordert derzeit private Insolvenzschuldner auf, für die von ihnen beantragte Restschuldbefreiung einen Betrag von 79 Euro zu bezahlen.

Die Rechnungen zur Zahlung angeblicher Gerichtskosten sind gefälscht. Als Absender wird in den Schreiben ein "Registergericht Kassel" mit der Adresse Oststraße 9 genannt. Für Insolvenzschuldner ist das Registergericht überhaupt nicht zuständig, und eine Oststraße gibt es in der Stadt Kassel auch nicht.

Auf zwei gefälschte Gerichtskosten-Rechnungen wurde aktuell das Amtsgericht Korbach von Insolvenzverwaltern aufmerksam gemacht. Die Schreiben hatten Insolvenzschuldner im Raum Korbach/Bad Arolsen erhalten. Anders als bei echten Gerichtskosten-Rechnungen nennen die der "PAZ Justizzentralstelle" keinen Zahlungsgrund. Die 79 Euro sollen laut IBAN-Nummer auf das Konto einer bulgarischen Bank überwiesen werden.

Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt. Nach Angaben von Sprecher Dr. Götz Wied liegt ihr bereits "eine Vielzahl von Fällen" vor. Betrügerische Zahlungsaufforderungen der "PAZ Justizzentralstelle" seien inzwischen im gesamten Bundesgebiet aufgetaucht.

Die gefälschten und im Namen der Justiz verschickten Rechnungen stuft Friedrich Vogel, Geschäftsführer des Korbacher Amtsgerichts, als sehr bedenklich ein. Die Betrüger schreiben tatsächliche Verfahrensbeteiligte der Gerichte an und nutzen dabei die im Internet veröffentlichten Mitteilungen der Insolvenzgerichte. Diese beinhalten den Namen des Schuldners, den Wohnort und das Aktenzeichen. Mit diesen Informationen könnten Betrüger leicht die Anschrift der Betroffenen herausfinden, erklärte Vogel.

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Publiziert in Polizei
Mittwoch, 10 April 2013 18:40

Mit dem Fahrrad auf Diebestour

LICHTENFELS/KORBACH. Die Liste der Vorwürfe ist lang. In 18 Fällen soll ein Waldeck-Frankenberger von Juli bis zu seiner Festnahme im Oktober 2012 vor allem in Lichtenfels gestohlen haben und in Gebäude eingebrochen sein. Zu den Tatorten gelangte er mit seinem Fahrrad.

Bargeld, Handys, Digitalkameras, EC-Karten, ein Navigationsgerät: Der 31-jährige Mann erbeutete laut der Anklageschrift Wertvolles, um davon seinen Lebensunterhalt zu bezahlen. Am Dienstag stand er vor dem Amtsgericht in Korbach. Acht der 18 Fälle gestand der Angeklagte.

"Nicht alles geht auf meine Kappe", sagte er. Zum Beispiel den Diebstahl von Bargeld aus den Räumen der evangelischen Kirchengemeinde Sachsenberg stritt er ab. Dagegen gestand er, im August in die Stadtverwaltung in Goddelsheim eingedrungen zu sein und eine Bargeldkasse mit 361,50 Euro gestohlen zu haben. Auch den Einbruch in das Vereinsheim der Kanoniere in Münden räumte er ein. Das war dem Richter und dem Staatsanwalt jedoch zu wenig, um ein Urteil sprechen zu können. Lautete die Aussage des 31-Jährigen während seiner Vernehmung im Oktober doch anders.

"Vor der Polizei haben Sie teilweise abweichende Angaben gemacht", warf ihm der Staatsanwalt vor. Der Angeklagte begründete dies damit, dass er damals unter Einfluss von Drogen stand und verunsichert war. "Ich stand neben mir." Der Druck, immer wieder Drogen für den eigenen Bedarf beschaffen zu müssen, habe ihn dazu gebracht, mehrmals vor allem nachts alleine loszuziehen und Straftaten zu begehen.

"In einer Nacht wachte ich auf, hatte nur noch 30 Euro", sagte der Mann, "aber ich wollte mir Zeugs holen." So beschrieb er die Rauschmittel wie Amphetamin, für die er Geld brauchte. Also setzte er sich aufs Fahrrad und machte sich auf die Suche nach Kupfer, berichtete er am Dienstag. In Rhadern sah er aber ein Auto, in dem ein Portemonnaie und ein Rucksack lagen. Er brach es den Erzählungen zufolge auf, stahl die Dinge und fuhr zurück zu einem Bekannten, wo er übernachtete. Den Aufbruch eines Autos in Rhadern in derselben Nacht bestritt er dagegen. Der Angeklagte ist wohnungs- und arbeitslos. Seit seiner Festnahme befindet er sich in Untersuchungshaft.

Verhandlung ausgesetzt
"Ich war davon ausgegangen, dass der Angeklagte die meisten Fälle gesteht", sagte der Richter in Bezug auf die Anklageschrift. Daher waren keine Zeugen geladen. Jetzt waren sich Richter und Staatsanwalt jedoch einig, dass für die zehn Fälle, die der Angeklagte bestreitet, Zeugen geladen werden sollen. Bis dahin wurde die Verhandlung ausgesetzt. Quelle: HNA

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Publiziert in Archiv - Sammlung
Montag, 28 Januar 2013 12:19

Wettbüro-Einbruch: 25-Jähriger in Haft

KORBACH. Zu zehn Monaten Haft hat das Korbacher Amtsgericht einen jungen Mann aus Nordwaldeck verurteilt. Amtsrichter Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling befand den Mann für schuldig, im August 2011 in ein Korbacher Wettbüro eingebrochen zu sein. Weil der Angeklagte wegen einer anderen Tat noch unter Bewährung stand, muss er die Haftstrafe antreten, wenn sie rechtskräftig wird.

Schon Anfang Januar war wegen des Einbruchs verhandelt worden. Am Montag wurde noch ein weiterer Zeuge gehört. Zeugen für die Tat hatte es nicht gegeben. Im Gericht schwieg der 25-Jährige. Und auch Spuren gab es nicht - bis auf einen Blutstropfen, der auf die Spur des Mannes führte. Anhand der Indizien und des Blutstropfen verurteilte Kalhöfer-Köchling den Mann. Er sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte den Einbruch begangen hatte, bei dem etwa 4500 Euro Bargeld erbeutet wurden.

Insider-Wissen
Weil seine damalige Freundin in dem Wettbüro gearbeitet habe, habe er das Wissen gehabt, dass in der Nacht diese Geldmenge in der Kasse lag. Denn normalerweise brachte der Betreiber die Einnahmen regelmäßig zur Bank. Von Insider-Wissen ging der Richter aus, weil bei dem Einbruch gezielt nur nach Geld gesucht wurde. Andere Wertgegenstände wie Flachbildschirme seien nicht beachtet worden.

DNA-Untersuchung führt zu 25-Jährigem
An der mit Sicherheitsglas ausgestatteten Eingangstür hatte die Kriminalpolizei einen Blutstropfen gefunden. Den hatte laut Richter der Täter beim Einschlagen hinterlassen. Und der war dem jungen Mann zum Verhängnis geworden. Denn die DNA-Spur aus diesem Tropfen brachte die Polizei auf die Spur des Nordwaldeckers. Der war polizeibekannt, weil er eine gefährliche Körperverletzung begangen hatte. Wegen dieser Tat, die vor dem früheren Bad Arolser Amtsgericht geahndet worden war, stand der Mann noch unter Bewährung.

Verteidiger wollte Freispruch
Mit den zehn Monaten Haft war Kalhöfer-Köchling dem Antrag der Staatsanwaltschaft gefolgt. Auch die sah den Mann anhand der Indizien als den Täter an und hatte sich gegen eine Bewährungsstrafe ausgesprochen. Der Verteidiger plädierte auf Freispruch, weil er die Indizien gegen seinen Mandanten als nicht ausreichend erachtete. Quelle: HNA

Publiziert in Archiv - Sammlung

FRANKENBERG. Weil die Berufungskammer am Marburger Landgericht eine Haftstrafe um einen Monat reduziert hat, kann ein Mann aus dem Frankenberger Land seine bereits begonnene Drogentherapie ununterbrochen fortsetzen und muss nicht zwischendurch ins Gefängnis.

Das Amtsgericht Frankenberg hatte den 33-Jährigen wegen unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln zu zwei Jahren und einem Monat verurteilt. Gleichwohl hatte es befürwortet, dass die Strafe zugunsten einer Therapie ausgesetzt wird.

„Das ist absurd“, betonte der Verteidiger des Mannes. Hintergrund: Die Aussetzung ist nur bei einer Höchststrafe von zwei Jahren möglich. Die Staatsanwaltschaft habe in erster Instanz die Auffassung vertreten, dass der Angeklagte einen Monat das Gefängnis kennenlernen sollte und das Gericht sei dem gefolgt, obwohl es die erste Verurteilung seines Mandanten zu einer Freiheitsstrafe gewesen sei.

Da die Berufung auf die Reduzierung des Strafmaßes beschränkt war, ging die Berufungskammer vom erstinstanzlich festgestellten Sachverhalt aus. Der Mann hatte gestanden, seine inzwischen rechtskräftig verurteilte Ehefrau überredet zu haben, mit ihm in die Niederlande zu fahren. Mit 24 Gramm Heroin und vier Gramm Kokain wurden die beiden in Nordhessen bei einer Polizeikontrolle erwischt. Knapp ein Gramm Heroin hatte der Mann bereits unterwegs konsumiert und auch der Rest sei für den Eigenkonsum bestimmt gewesen, so das Urteil vom Juni.

Publiziert in Archiv - Sammlung
Donnerstag, 25 Oktober 2012 09:17

Vorwurf lautet: Drogenhandel

MARBURG/FRANKENBERG. Vor dem Marburger Amtsgericht muss sich derzeit ein 20-Jähriger aus dem Frankenberger Land wegen Drogenhandels verantworten. Offensichtlich war er Bestandteil eines „Familienunternehmens der nicht wünschenswerten Art“, wie Amtsgerichtsdirektor Cai Adrian Boesken es ausdrückte.

Insgesamt 218 Fälle von Handel mit Kleinmengen wirft die Staatsanwaltschaft dem jungen Mann vor. Die meisten Taten davon gab er über seinen Verteidiger zu, einige der Vorwürfe träfen jedoch nicht zu, auch habe er ausschließlich mit Haschisch und Marihuana gehandelt, nicht wie vorgeworfen, in Einzelfällen mit Kokain oder Amphetaminen.

Nicht eingestehen wollte der Angeklagte den Vorwurf, seinem Vater bei einem Geschäft Beihilfe geleistet zu haben. Staatsanwalt Kurt Sippel zeigte sich verwundert, habe ein Zeuge bei der Polizei doch umfassende Auskünfte über persönliche Beobachtungen gegeben. Demnach hat der Sohn einen „Großhändler“, der dem Vater Drogen mitbrachte, an der Haustür nach Waffen durchsucht und die Drogen in Augenschein genommen. Obwohl Boesken ausdrücklich darauf hinwies, dass so detaillierte Schilderungen nicht ausgedacht sein könnten, blieb der 20-Jährige bei seiner Darstellung, an dem Vorfall nicht beteiligt gewesen zu sein.

Weil es laut Sippel „der einzige Fall mit größeren Mengen und die Schnittstelle zum Familienunternehmen“ sei, soll der Zeuge nun am 7. November gehört werden. Dann soll auch ein Urteil fallen.

Boesken hob hervor, dass egal wie die Aussage ausfalle, die Wertigkeit des ansonsten umfassenden Geständnisses erhalten bleibe. Der Direktor und Sippel äußerten die Vermutung, dass der Angeklagte seinen Vater nicht belasten wolle. Gleichwohl müssten die Zusammenhänge aufgeklärt werden.

Es sei etwas anderes, so Sippel, wenn der Angeklagte die Drogen von seinem Vater zum Weiterverkauf erhalten habe, als wenn er selbst die Strippen gezogen hätte. Er gehe davon aus, dass die Familie das kleine Einkommen mit Drogenhandel aufwerten wollte. Der Angeklagte und sein jüngerer Bruder hätten dabei eben mitgemacht.

Abschließend mahnte Boesken den Angeklagten, keinesfalls weiterzumachen, sollte bis zum nächsten Termin etwas vorfallen, dann sei eine Bewährung ausgeschlossen. Auch wies er darauf hin, dass Drohungen, die laut Sippel im Raum stehen, nicht sein dürften. Untersuchungshaft wegen Verdunklungsgefahr könne die Folge sein.

Publiziert in Polizei

FRANKENBERG. Drei Brüder – 17, 18 und 20 Jahre alt – haben im Wald einen Hochsitz umgerissen und wollten das Holz mit einem Lkw abtransportieren. Dabei wurden sie vom Jagdaufseher erwischt. Am Donnerstag saßen die drei jungen Männer nebeneinander auf der Anklagebank. Gemeinschaftlichen Diebstahl in Tateinheit mit Sachbeschädigung wirft die Staatsanwaltschaft dem Trio vor.

„Wir holen immer ein bisschen Holz aus dem Wald", rechtfertigte sich der Älteste der drei Brüder. Und: „Der Hochsitz war doch schon alt." „Sie dürfen nicht einfach das Eigentum anderer Menschen mitnehmen", stellte Richterin Hülshorst klar. „Der Hochsitz war auf keinen Fall kaputt", sagte der 53 Jahre alte Jagdaufseher. Zusammen mit seiner Tochter sei er am 17. Mai dieses Jahres im Wald gewesen. Gegen 21 Uhr habe er zunächst einen Lkw und dann Hammerschläge gehört: „Da war mir klar, dass ein Hochsitz zerstört wird." Schnell habe er alles zusammengepackt und in seinen Wagen geladen. Dann sei ihm der Lkw mit dem zerschlagenen Hochsitz auf der Ladefläche auch schon entgegen gekommen. Mit Hupen und mit Lichtzeichen habe er Signale gegeben und den Lastwagen dann kurz vor einer Ortschaft eingeholt und gestellt.

Der Jagdaufseher informierte die Polizei und hielt die Tatverdächtigen bis zum Eintreffen der Beamten fest. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätten die jungen Männer das Holz mitnehmen können, sagte er. Das hätten jedoch die Polizeibeamten untersagt. So mussten die jungen Männer das Holz schließlich wieder abladen. „Mir geht es darum, dass meine Hochsitze nicht zerstört werden", betonte der 53-Jährige. Nachdem Richterin Hülshorst die schwierigen Lebensgeschichten der drei jungen Männer gehört und auch das Jugendamt seine Stellungnahme abgegeben hatte, nahm das Verfahren eine unerwartete Wende: „Wir müssen sie nicht verurteilen, aber dann muss jeder mindestens 50 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten", schlug die Richterin vor. Aufgrund der finanziellen Lage der Familie sei an Schadenersatz nicht zu denken. So muss nun jeder der drei jungen Männer bis zum Ende dieses Jahres 50 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

„Wenn da nochmal was passiert, können Sie nicht mit dieser Milde rechnen", gab die Richterin den jungen, allesamt arbeitslosen Männern noch mit auf den Weg.

Quelle: HNA

 

Publiziert in Polizei
Donnerstag, 09 August 2012 10:58

Konto im Minus: "Gericht" verlangt Zahlung

REGION. Weil ihr Konto einen Fehlbetrag aufweisen würde, sollte eine 80-Jährige eine "Gebühr" ans Dortmunder Amtsgericht zahlen. Der Trickbetrug flog auf, weil die patente Seniorin nachhakte.

Die Frau aus Sundern bekam einen Anruf von einem angeblichen Mitarbeiter des Amtsgerichts Dortmund. Dieser warf der Angerufenen vor, dass auf ihrem Konto mehrere hundert Euro fehlten. Deswegen müsse sie 128 Euro als Gebühr bezahlen. Den Betrag werde ein Briefträger oder Kurier in den nächsten Tagen abholen.

Ermittlungen beim Amtsgericht Dortmund ergaben, dass der Name, den der Anrufer angegeben hatte, dort nicht als Mitarbeiter bekannt ist. Wohl aber als offensichtlicher Betrüger. Denn in der Vergangenheit waren bereits mehrere Nachfragen bezüglich des Mannes eingegangen. Die Angaben bezüglich des angeblichen Kontofehlbetrags und der anfallenden Gebühren stellten sich ebenfalls als frei erfunden heraus.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an.

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