"Gehandelt, wo andere wegsehen": Polizeimedaille

Freitag, 15 Februar 2013 21:00 geschrieben von

KASSEL / HAINA / BAD WILDUNGEN / WILLINGEN. Jessica Faust, Alexander Igonin und Carsten Vinke haben am Freitagabend die "Kasseler Polizeimedaille" erhalten. Nach Straftaten in Waldeck-Frankenberg im vergangenen Jahr hatten die Geehrten sofort richtig reagiert. Sieben weitere Frauen und Männern aus anderen Regionen Nordhessens erhielten die Auszeichnung ebenfalls.

Die Ehrung fand am Freitagabend im Kasseler Polizeipräsidium statt. Polizeipräsident Eckhardt Sauer lobte in seiner Ansprache, dass die Geehrten hingeschaut hätten, wo andere wegsehen. "Sie haben Bürgersinn in positiver Weise bewiesen", lobte der nordhessische Polizeichef vor etwa 150 Gästen. Durch ein beherztes Eingreifen im richtigen Moment hätten die Geehrten nicht nur der Polizei geholfen, sondern vor allem auch den Opfern. Kassels Bürgermeister Jürgen Kaiser bezeichnete die zehn couragierten Mitmenschen als Vorbilder.

Nachfolgend die Fälle aus Waldeck-Frankenberg:
Nach Ausstrahlung einer Öffentlichkeitsfahndung nach einem aus dem psychiatrischen Krankenhaus Haina entwichenen Straftäter am 16. Mai teilte Jessica Faust am Abend der Frankenberger Polizei über Notruf mit, dass sie soeben beim Spazierengehen von einer Person angesprochen und nach einem Lebensmittelgeschäft gefragt worden war. Auf diesen Mann würde die über die Medien den ganzen Tag über verbreitete Personenbeschreibung exakt zutreffen. Die 32-Jährige wurde gebeten, den Mann vorsichtig im Auge zu behalten, was sie auch tat. Indem sie ständig den Aufenthaltsort des Mannes mitteilte, gelang es der Polizei, den entwichenen Straftäter wenig später festzunehmen. Das Fahndungsfoto der Polizei hatte die sympathische Frau übrigens auf 112-magazin.de gesehen, wie sie am Freitagabend sagte. Angst vor dem entwichenen Straftäter habe sich nicht gehabt.

Der Wildunger Alexander Igonin hatte am 23. August von seiner Wohnung aus einen lauten Schlag vernommen, so, als sei etwas beschädigt worden. Daraufhin lief er vor das Haus und sah, dass bei einem parkenden Auto der rechte Außenspiegel abgetreten oder abgeschlagen worden war. Er bemerkte außerdem einen Mann, der gerade einige Meter entfernt einen weiteren Wagen beschädigte. Als der 54-Jährige auf den Randalierer zuging, um ihn zur Rede zu stellen, flüchtete dieser. Der Anwohner nahm die Verfolgung auf, bis der Täter einige hundert Meter weiter in einer Wohnung verschwand. Daraufhin verständigte der Zeuge die Polizei in Bad Wildungen und gab eine genaue Personenbeschreibung ab, worauf die Beamten den Täter umgehend ermittelten, da er bei der Polizei bereits bekannt war und auch die Beschreibung auf die Person passte.

Schließlich wurde Carsten Vinke aus Bielefeld am Samstag, 15. September 2012, in Willingen an der Talstation des Ettelsbergliftes Zeuge, wie ein 33 Jahre alter Mann von einem anderen mit einem gezielten Faustschlag gegen den Kopf niedergeschlagen wurde und bewusstlos liegen blieb. Der Täter, der von dem Opfer zuvor offenbar verbal provoziert worden war, rannte vom Tatort weg. Als Vinke sicher war, dass sich andere Zeugen um den schwer verletzten Mann kümmerten, verfolgte der 33-Jährige den Täter über nahezu einen Kilometer und informierte dabei über Handy die Polizei. Nachdem der Täter kurz darauf ein Hotel betreten hatte, gelang es dem Bielefelder, den 43 Jahre alten Verdächtigen zusammen mit Mitarbeitern des dortigen Sicherheitsdienstes festzunehmen und der Polizei zu übergeben.

Weitere Informationen über die Ehrung folgen.

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Letzte Änderung am Samstag, 16 Februar 2013 06:38

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