Hessenweite Razzia gegen sexualisierte Gewalt an Kindern

Mittwoch, 28. Oktober 2026 20:32 geschrieben von  Michael Fränkel
Bei einer landesweiten Schwerpunktaktion durchsuchte die hessische Polizei zwischen dem 19. und 23. Oktober 2026 zahlreiche Wohnungen und Häuser. Bei einer landesweiten Schwerpunktaktion durchsuchte die hessische Polizei zwischen dem 19. und 23. Oktober 2026 zahlreiche Wohnungen und Häuser. Symbolbild: Michael Fränkel / 112-magazin.de

WIESBADEN. Mit einer landesweiten Schwerpunktaktion ist die hessische Polizei erneut gegen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen vorgegangen.

Die Maßnahmen wurden von Montag, 19. Oktober 2026, bis Freitag, 23. Oktober 2026, im Auftrag der hessischen Staatsanwaltschaften durchgeführt. Dabei durchsuchten die Ermittler insgesamt 84 Wohnungen und Häuser und stellten 475 Datenträger sicher. Der Einsatz richtete sich gegen 87 Beschuldigte und wurde vom Hessischen Landeskriminalamt (HLKA) koordiniert.

Die Beschuldigten, darunter 83 Männer und vier Frauen, sind zwischen 15 und 81 Jahre alt. Ihnen werden überwiegend die Herstellung, der Besitz und die Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie zur Last gelegt. In zehn Fällen steht zudem der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen im Raum.

Elf Beschuldigte mussten die Ermittler im Anschluss an die Wohnungsdurchsuchungen zur Vernehmung auf die nächstgelegene Polizeidienststelle begleiten. Bei einer Person wurde ein Haftbefehl vollstreckt. Nach derzeitigem Ermittlungsstand stehen die Beschuldigten untereinander nicht im Austausch.

Durchsuchungen auch im Landkreis Waldeck-Frankenberg

Die Durchsuchungen fanden in den Städten Frankfurt am Main, Fulda, Gießen, Hanau, Kassel, Offenbach am Main und Wiesbaden statt.

Darüber hinaus waren die Landkreise Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Gießen, Groß-Gerau, Hersfeld-Rotenburg, Hochtaunus, Kassel, Lahn-Dill, Limburg-Weilburg, Main-Kinzig, Main-Taunus, Marburg-Biedenkopf, Odenwald, Offenbach, Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg, Werra-Meißner und Wetterau betroffen.

Bei den Beschuldigten wurden insgesamt 476 deliktsspezifische Gegenstände sichergestellt. Dazu zählen unter anderem Speichermedien aller Art, die im nächsten Schritt ausgewertet werden.

Spezialeinheit FOKUS bekämpft sexualisierte Gewalt

Die Einheit „FOKUS“ nahm im Oktober 2020 unter anderem aufgrund stetig steigender Fallzahlen zunächst als Besondere Aufbauorganisation (BAO) ihre Arbeit auf. Seit Februar 2024 ist sie fester Bestandteil der Regelorganisation der sieben hessischen Polizeipräsidien und des Hessischen Landeskriminalamts.

Ziel ist es, polizeiliche Maßnahmen gegen den sexuellen Missbrauch von Minderjährigen sowie gegen Kinder- und Jugendpornografie in Hessen zu bündeln und zu intensivieren.

Mehr als 300 Mitarbeiter der hessischen Polizei verfolgen im Rahmen von FOKUS gezielt Sexualstraftaten an Kindern und Jugendlichen. Darüber hinaus sind bei allen hessischen Staatsanwaltschaften Sonderdezernate für die Verfolgung von Kinderpornografie und Kindesmissbrauch eingerichtet. (ots/r)

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