Betrüger nach perfider Masche festgenommen

Mittwoch, 23. September 2026 14:34 geschrieben von  Redaktion 112-Magazin
Eine Seniorin wurde am 21. September 2026 in Bad Wildungen Opfer eines Schockanrufs. Eine Seniorin wurde am 21. September 2026 in Bad Wildungen Opfer eines Schockanrufs. Symbolbild: Michael Fränkel / 112-magazin.de

BAD WILDUNGEN. Mit einem perfiden Schockanruf hat eine Betrügerbande eine hochbetagte Seniorin um Gold und Bargeld im Wert von mehreren zehntausend Euro gebracht. Ein 27 Jahre alter Tatverdächtiger konnte kurze Zeit später festgenommen werden und befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft.

Auf ihrem Festnetztelefon erhielt die Seniorin am Montag, 21. September 2026, gegen 17 Uhr einen Anruf. Ein Mann gab sich als Polizeibeamter aus und behauptete, die Tochter der Frau habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht, bei dem ein anderer Mensch ums Leben gekommen sei.

Der angebliche Polizist erklärte weiter, der Tochter drohe eine Gefängnisstrafe, wenn nicht sofort eine hohe Kaution in bar gezahlt werde. Durch die Geschichte massiv unter Druck gesetzt und verängstigt, erklärte die Seniorin, dass sie nicht über den geforderten Geldbetrag verfüge.

Stattdessen stellte die Frau wertvolle Goldmünzen und Goldbarren in Aussicht. Gegen 18 Uhr erschien schließlich ein Mann an ihrer Haustür, der sich ebenfalls als Polizeibeamter ausgab. In dem Glauben, ihrer Tochter zu helfen, übergab die Seniorin dem 27-Jährigen die Wertgegenstände.

Zu diesem Zeitpunkt befand sich der serbische Staatsangehörige, der keinen festen Wohnsitz in Deutschland hat, bereits im Visier der Ermittler. Nach der Übergabe fuhr er mit einem Taxi vom Tatort in Richtung Mittelhessen.

Kurz vor 19 Uhr nahmen Beamte der Polizeistation Marburg den 27-Jährigen fest. Bei ihm stellten die Einsatzkräfte Gold und Bargeld sicher. Nach Einschätzung der Polizei handelt es sich dabei aller Wahrscheinlichkeit nach um die Beute aus Bad Wildungen.

Einem Haftrichter wurde der Tatverdächtige am Dienstag, 22. September 2026, vorgeführt. Dieser ordnete Untersuchungshaft an.

Die weiteren Ermittlungen führt die Kriminalpolizei in Kassel. Dabei prüfen die Beamten mögliche Verbindungen zu weiteren Tatverdächtigen sowie die Frage, ob der 27-Jährige für weitere Betrugsdelikte in Nordhessen verantwortlich sein könnte.

Untersucht wird zudem, ob ein Zusammenhang mit einer Vielzahl betrügerischer Anrufe besteht, die sich am Montag in ganz Nordhessen ereigneten. (ots/r)

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