KORBACH. Opfer dreister Betrüger geworden ist eine Seniorin in Korbach. Mit einer frei erfundenen Geschichte über einen angeblichen Autounfall ihrer Tochter erbeuteten die Täter einen hohen Bargeldbetrag.
Die hochbetagte Frau erhielt am Donnerstag, 18. Juni 2026, gegen 11 Uhr einen Anruf auf ihrem Festnetztelefon. Eine weinerlich klingende Frau gab vor, die Tochter der Geschädigten zu sein. Sie schilderte, in einen Autounfall verwickelt zu sein, bei dem ein Kind zu Schaden gekommen sei.
Um diesem Kind zu helfen und von der Polizei nicht verhaftet zu werden, benötige sie angeblich einen Geldbetrag in Höhe von 85.000 Euro. Im Gespräch meldete sich später eine männliche Stimme und gab sich als Polizist aus.
Der angebliche Polizist sprach akzentfrei Russisch, sodass die weitere Kommunikation in dieser Sprache fortgeführt wurde. Von der Seniorin forderte er sogar einen Betrag von 100.000 Euro zur Abwendung des angeblichen Schadens.
Im weiteren Verlauf setzten die Täter die Rentnerin derart unter Druck, dass sie schließlich zwischen 12 Uhr und 13 Uhr einem Abholer einen hohen Bargeldbetrag an ihrer Haustür in der Weizackerstraße übergab. Erst Stunden nach der Tat, als die Tochter der Seniorin ihre Mutter besuchte, fiel der Betrug auf.
Der Geldabholer wird wie folgt beschrieben:
- männlich
- etwa 1,70 Meter groß
- schlank
- heller Teint
- kurzes schwarzes Haar
- dunkle Umhängetasche
Die Ermittlungen werden bei der Kriminalpolizei in Kassel geführt. Zeugen, die den Geldabholer beobachtet haben oder anderweitig Hinweise auf die Täter geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0561/9100 beim Polizeipräsidium Nordhessen zu melden. (ots/r)
Tipps der Redaktion
Die Polizei warnt immer wieder vor sogenannten Schockanrufen. Dabei setzen Betrüger ihre Opfer gezielt unter Druck und behaupten zum Beispiel, ein Angehöriger habe einen schweren Unfall verursacht oder müsse dringend vor einer Festnahme bewahrt werden.
Wer einen solchen Anruf erhält, sollte sofort misstrauisch werden:
- Legen Sie auf, wenn Geld, Schmuck oder Wertsachen gefordert werden.
- Rufen Sie den betroffenen Angehörigen unter der Ihnen bekannten Telefonnummer selbst zurück.
- Übergeben Sie niemals Bargeld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen.
- Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen.
- Sprechen Sie mit Angehörigen, Nachbarn oder vertrauten Personen über den Anruf.
- Verständigen Sie im Zweifel sofort die Polizei über den Notruf 110.
Wichtig: Echte Polizeibeamte verlangen am Telefon niemals Geld oder Wertsachen, um eine angebliche Festnahme, Strafe oder Kaution abzuwenden.
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