Korbacher verliert mehrere zehntausend Euro beim "Traden" mit Kryptowährungen

Mittwoch, 17. August 2022 12:15 geschrieben von  Christopher Rohde
KORBACH. Die Kriminalpolizei Korbach und die Staatsanwaltschaft Kassel ermitteln derzeit in einem Fall von Anlagebetrug. KORBACH. Die Kriminalpolizei Korbach und die Staatsanwaltschaft Kassel ermitteln derzeit in einem Fall von Anlagebetrug. Symbolbild: 112-magazin.de

KORBACH. Die Kriminalpolizei Korbach und die Staatsanwaltschaft Kassel ermitteln derzeit in einem Fall von Anlagebetrug.

Ein 29-jähriger Korbacher wurde von einer angeblichen "Managerin" zum Investieren in Kryptowährungen animiert und hat beim Traden mehrere zehntausend Euro verloren. Der Staatsanwaltschaft Kassel gelang es, einen Teil des angelegten Geldes mit einem Vermögensarrest zu belegen. Die Polizei warnt vor dieser neuen Masche des Anlagebetrugs

Einfach und unkompliziert Geld über das Internet verdienen. Mit nur wenigen Klicks zum Reichtum. Mit diesem Traum werden Anlegerinnen und Anleger auf betrügerischen Internetseiten zu hohen Ausgaben animiert. Diese erhoffen sich in der Regel schnelle Gewinne durch sogenanntes Cyber-Trading. Was sie jedoch nicht wissen: Das Geld wird niemals wirklich angelegt, sondern wandert direkt in die Taschen der Betrügerinnen und Betrüger.

Bei dieser Masche erfolgt die Kontaktaufnahme häufig über Partnerbörsen. Nach allgemeiner Plauderei und Annäherung kommt die Sprache auf eine Kapitalanlage in Kryptowährungen mit hoher Rendite. Das Opfer soll hierzu einen Account auf einer Web-Site der Täter eröffnen, dann über einen Zahlungsdienstleister Kryptowährungen, zum Beispiel Bitcoins, erwerben und auf den eingerichteten Account transferieren. So soll schließlich das angebliche Krypto-Investment erworben werden. Wenn die Opfer eine Aus- oder Rückzahlung veranlassen wollen, brechen die Betrüger den Kontakt ab oder verlangen weitere Investitionen.

So erging es auch dem Korbacher, der im Juni 2022 Anzeige bei der Kriminalpolizei erstattete. Einige Wochen vorher hatte er über eine Partnerbörse im Internet eine Frau kennengelernt. Nach kurzer Zeit wechseln die beiden ihre Kommunikation auf einen Messenger-Dienst. Sie stellte sich als Managerin einer Bank in London vor und schwärmte von ihren Gewinnen beim Traden mit Kryptowährungen. Sie bot nun an, ihn beim Traden zu unterstützen. Die gesamte Kommunikation erfolgte ausschließlich über den Messenger-Dienst, es kam nie zu einer persönlichen oder telefonischen Kontaktaufnahme.

Für den 29-Jährigen wirkte das Angebot glaubhaft, sein Interesse war geweckt. Beeindruckend fand er insbesondere einen Trade, bei dem die angebliche Managerin innerhalb einer Minute umgerechnet etwa 3000 US-Dollar Gewinn gemacht haben soll. Er richtete ein Konto auf einer von der "Managerin" genannten Internetseite ein und zahlte dort Geld ein. Da alle seine Trades zunächst scheinbar Gewinne erzielten, hielt er die Seite für seriös und investierte nach und nach weiteres Kapital.

Nach einiger Zeit wollte er seine Investitionen sowie seinen Gewinn auf sein eigenes Konto (Wallet) transferieren. Da dies nicht möglich war, wandte er sich auf Anraten der "Managerin" an den vermeintlichen Support, wo man ihm mitteilte, dass er dazu weitere Kryptowährungen erwerben müsse. Als er das entsprechend Geld zusammen hatte, wurde ihm nun gesagt, dass die Währung deutlich gestiegen sei und er noch mehr investieren müsse. Die "Managerin" bot an, ihn zu unterstützen. Sie lieh ihm angeblich Geld, welches dann sofort wieder auf das Konto investiert wurde. Erst jetzt wurde der 29-Jährige misstrauisch. Er informiert sich im Internet über die Seite, wo er investiert hatte. Dabei fand er einige Warnungen und entschied sich richtigerweise, Anzeige zu erstatten.

Bei der Anzeigenaufnahme wurde den Ermittlern schnell klar, dass der Korbacher fleißigen Betrügern aufgesessen war. Seine Investitionen sind direkt in das sogenannte Wallet der Betrüger geflossen. Der Staatsanwaltschaft Kassel gelang es, einen Vermögensarrest zu erwirken und ein sogenanntes Wallet, eine Art digitales Bankkonto, eines mutmaßlichen Geldwäschers mit einem Guthaben von umgerechnet circa 95.000 Euro sicherzustellen. Somit konnte zumindest ein Teil des Geldes des Korbachers und möglicherweise weiterer Geschädigten gesichert werden. Der Schaden für den Korbacher beläuft sich dennoch auf mehrere zehntausend Euro. (ots/r)

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Zuletzt bearbeitet am Mittwoch, 17. August 2022 12:26

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