Schlüsseldienste sorgfältig auswählen - sonst wird es teuer

Donnerstag, 12. Oktober 2017 09:31 geschrieben von  Migration

WALDECK-FRANKENBERG. Ein Knall und die Tür ist zu, Hose abgetastet, Jacke durchwühlt - doch der Schlüssel liegt in der Wohnung. Wer jetzt einen Schlüsseldienst braucht tappt schnell in die Kostenfalle, weil unseriöse Schlüsseldienste die Not der Menschen ausnutzen. Aus aktuellem Anlass warnt die Kriminalpolizei die Bevölkerung vor unseriösen Angeboten, um unnötige Kosten zu vermeiden.

Bereits in den letzten Monaten registrierte die Kripo Marburg im Landkreis einige Fälle dieser Art. Ende September zahlte eine Marburgerin für den Einbau eines Schließzylinders sage und schreibe 980 Euro in bar. Die in Rechnung gestellten Kosten variieren, sind aber in der Regel im Vergleich zu seriösen Dienstleistungen völlig überzogen! In Bad Arolsen wurden für eine Türöffnung 530 Euro von einer 38-jährigen Frau verlangt, weil der Wochenendzuschlag allein 250 Euro beträgt.  Daher möchte die Polizei grundsätzlich einige Tipps geben: Um Hilfe zu erhalten, suchen die aufgewühlten Betroffenen im Internet über diverse Suchmaschinen nach geeigneten Firmen. Dort wimmelt es vor entsprechenden Einträgen. Vorsicht bei Firmen, deren Name mit den Buchstaben "AAA" anfangen. Sie wollen im Branchenbuch ganz vorne stehen. Ebenso sind Dienste mit 0900-Nummern ein Tabu.

Teilweise wird mit sehr günstigen Preisen geworben. Die Einträge suggerieren dem Kunden teilweise, dass die Schlüsseldienste vor Ort sind, was erfahrungsgemäß nicht der Fall ist. Daher ist es wichtig, die Kosten für An- und Abfahrt zu erfragen. Zudem sollte man sich erkundigen, aus welcher Stadt der Handwerker anreist und wie lange er für die Anfahrt braucht. Dies ist insbesondere wichtig, wenn die Leistungen außerhalb der normalen Arbeitszeit eingefordert werden, denn auch auf die Zeiten für An- und Abfahrt darf der Schlüsseldienst Zuschläge erheben, die je nach Tageszeit und Wochentag zwischen 25 und 100 Prozent ausmachen können. Nicht selten reist der Handwerker aus einer Entfernung von über 200 Kilometern an. Nach teilweise stundenlangem Warten erfolgt dann die Türöffnung mit einer "saftigen" Rechnung, die noch vor Ort in bar bezahlt werden soll.

Daher der Hinweis: Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass die Rechnung nicht sofort beglichen werden muss. Seriöse Anbieter stellen eine Rechnung aus, die erst später überwiesen werden kann. Prüfen Sie die vom Handwerker ausgefertigten Auftragsformulare vor einer Unterschrift genau. Ziehen Sie eine Person Ihres Vertrauens hinzu, sollten Sie unsicher sein. Ist der Handwerker dann vor Ort, verabreden Sie mit ihm vor Beginn der Arbeiten einen Festpreis. Kommt Ihnen der Preis zu hoch vor oder weicht er massiv von dem ab, was Ihnen telefonisch angekündigt wurde, sollten Sie den Handwerker einfach wieder fortschicken. Lassen Sie sich nicht mit angeblich anfallenden An- und Abfahrtskosten unter Druck setzen.

Ist die Arbeit bereits getan und der Monteur droht damit, die Tür ohne Aushändigung von Schlüsseln wieder zu verschließen: Zögern Sie nicht und rufen sie in solchen Fällen die Polizei.

Stressfrei mit heimischen Unternehmen arbeiten: Auf Nummer sicher geht man, wenn man einen ortsansässigen Schlüsseldienst beauftragt. Die seriösesten Anbieter liegen meist vor der eigenen Haustür. Hier ist auch keine Sofortzahlung gefordert.

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Zuletzt bearbeitet am Donnerstag, 12. Oktober 2017 11:44

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