Großkontrolle: Autobahn 44 dicht gemacht

Montag, 28. November 2011 15:53 geschrieben von  Migration

DIEMELSTADT. Für eine Großkontrolle auf der Rastanlage Am Biggenkopf hat die Polizei in der Nacht zu Sonntag die A 44 in Fahrtrichtung Kassel komplett gesperrt. Fast 100 Fahrzeuge und ihre Insassen wurden überprüft. Die Beamten fanden unter anderem Drogen und eine scharfe Waffe, außerdem ging den Ermittlern ein per Haftbefehl gesuchter Mann ins Netz.

Im Rahmen der groß angelegten Kontrollaktion an der A 44 waren mehr als 20 Polizisten aus Hessen und Nordrhein-Westfalen, der Korbacher Kripo sowie des Zolls beteiligt. Die Einsatzkräfte kontrollierten in der Nacht von Samstag auf Sonntag 82 Fahrzeuge und überprüften 130 Insassen.

Zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens war die Autobahn in Fahrtrichtung Kassel in Höhe der Tank- und Rastanlage Am Biggenkopf Süd durch die Autobahnmeisterei Wünnenberg voll gesperrt worden. Der gesamte aus Richtung Dortmund kommende Verkehr wurde über die Raststätte geleitet. An der Tankstellenzufahrt führten die Ermittler stichprobenartig Anhaltekontrollen durch. Durch den Einsatz von zwei Rauschgiftspürhunden des Zolls fanden die Beamten Drogen und stellten sie sicher. Bei entsprechendem Verdacht wurden die Fahrzeuge und deren Insassen durchsucht.

Die Fahnder beschlagnahmten insgesamt fast 500 Gramm Marihuana, knapp 60 Gramm Haschisch und mehr als 75 Gramm Heroin. Eine Frau warf kurz vor der Kontrolle ein Päckchen mit Drogen aus dem Auto in ein Gebüsch - die Frau wurde später dabei ertappt, als sie sich in der Dunkelheit zu Fuß auf die Suche nach dem Rauchgift machte. Außerdem leiteten die Polizisten sechs Ermittlungsverfahren wegen des Fahrens unter Alkohol- beziehungsweise Drogeneinfluss ein. Ein Arzt nahm noch in der Nacht auf dem Raststättengelände die angeordneten Blutproben.

Darüber hinaus zeigten die Ermittler drei Verstöße gegen das Asylverfahrensgesetz an und vollstreckten einen Haftbefehl. Von einem bulgarischen Verkehrsteilnehmer nahmen sie 147 Euro Steuern entgegen, da er seinen Wohnsitz zwar in Deutschland, sein Auto aber hier nicht versteuert hatte.

"Bauchgefühl und jede Menge Erfahrung"
Ein Autofahrer gab bei der Kontrolle die Personalien seines Bruders an. Als ihm die Beamten auf die Schliche kamen und seinen wirklichen Namen herausgefunden hatten, stellte sich heraus, dass er nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis ist. "Für diese Ermittlungen ist eine Dokumentenfachkraft unter den Einsatzkräften der Kontrollaktion", sagte Einsatzleiter Jens Gaida von der Autobahnpolizei Baunatal gegenüber 112-magazin.de. Der Polizeihauptkommissar hatte in der Nacht unter anderem die Aufgabe zu entscheiden, welche Autofahrer kontrolliert wurden und welche ohne Überprüfung weiterfahren durften. "Da spielt Bauchgefühl und eine Menge Erfahrung eine Rolle", sagte der Polizeibeamte.

Einsatzleiter Gaida war es auch, der einen Kroaten in die Kontrolle schickte - und auch dabei hatte der Einsatzleiter den richtigen Riecher: Der Mann hatte in seinem Hosenbund eine scharfe Pistole sowie sechs Schuss Munition und einen Schlagring mit eingebautem Elektroschocker im Wagen. Waffen und Munition wurden beschlagnahmt, ein Verfahren wegen wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz eingeleitet. Im Lauf der ersten Ermittlungen stellte sich heraus, dass der Revolver vor etwa 20 Jahren gestohlen worden war. Weitere Erkenntnisse liegen bislang nicht vor, die Ermittlungen dauern an.

Zuletzt bearbeitet am Montag, 28. November 2011 16:56

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