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BAD WILDUNGEN. Rund 40 Grad Celsius hat es im Cockpit der EC 155 der Bundespolizei Fliegerstaffel aus Fuldatal in einer Höhe von etwa 1500 Fuß. Der Hubschrauber ist mit rund 260 Stundenkilometern auf dem Weg nach Waldeck-Frankenberg. Die Bergwacht hat die Fliegerstaffel angefordert. In die Nähe von Bad Wildungen, zum Hahnberg bei Reinhardshausen. Dort ist Jan-Lucas Krause in Not geraten – er ist in unwegsamem Gelände verunglückt, hat sich am Bein verletzt. Laufen oder auftreten kann der junge Mann nicht mehr. Für einen Rettungswagen ist die abgelegene Stelle in einem Kahlschlag-Hang, bewachsen mit Dornensträuchern und übersät mit Baumstümpfen, die dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen sind, unerreichbar.

Eine Rettung mit Bergwacht und Feuerwehr ohne Unterstützung des Hubschraubers würde mehrere Stunden in Anspruch nehmen und Helfer wie Patient bei den derzeit heißen Temperaturen der Sahara Luft von Hoch Yona schnell an ihre Leistungsgrenzen bringen. Für beide Seiten wäre dies ein mehr als gefährliches Unterfangen.

An der Jägersburg bei Bad Wildungen landet der Pilot seine Maschine zunächst, um von Gerd Windhausen, dem Technischen Leiter der Bergwacht Hessen, die wichtigsten Informationen für sich und sein Team zu erhalten, und um Luftretter der Bergwacht an Bord zu nehmen.

Gleich zu Beginn macht der erfahrene Pilot klar: „Wir sind mit der Maschine an der Leistungsgrenze bei diesen extrem heißen Temperaturen. Wir können das Rettungsteam nur in zwei Flügen raus bringen. Alle zusammen schaffen wir heute nicht“. Die Bergretter stehen im Feld neben der Bundesstraße 253 und erhalten von Gerd Windhausen zusammen mit der Besatzung des Hubschraubers bei sengender Hitze die genauen Koordinaten der Einsatzstelle und eine Beschreibung, wo der Hahnberg sich genau befindet. Auf einer Karte können sich die Helfer die Lokalität kurz genau anschauen. „Über das Verletzungsmuster ist nichts Genaues bekannt. Ihr müsst so raus gehen, dass Ihr alle Situationen abarbeiten könnt“, gibt Gerd Windhausen seinen Kameraden mit auf den Weg. Nach der kurzen Einweisung startet der Pilot die Turbinen der Maschine und nimmt den Einsatzleiter der Bergwacht mit Rettungsrucksack an Bord.

Im Wald in Not

Derweil einige Kilometer weiter in unwegsamem Waldgelände: Jan-Lucas Krause hat es bei Temperaturen weit über 30 Grad noch geschafft, sich aus großen Pflanzenteilen einen Schattenspender über seinen Kopf zu bauen. Die mitgenommenen Wasserflaschen sind längst aufgebraucht. Da erscheint der knatternde und schnell näher kommenden Sound der EC 155 wie eine Erlösung: Als der junge Mann die Maschine kommen hört, macht er durch Winken auf sich aufmerksam. Pilot Jochen dreht den Hubschrauber ein: Sie haben Jan-Lucas erkannt. Eine steile Kurve, die Winde fährt runter und lässt den ersten Bergretter ab. Bei fast unerträglicher Hitze, in voller Montur, mit Helm und Handschuhen. Der Bergretter wird von Windenoperator Helmut präzise genau in den Hang abgelassen. So, als hätten sie alle nie etwas anderes getan. Per Sprechfunk und Handzeichen gibt der Bergretter der Hubschrauberbesatzung an, dass er sicher bei Jan-Lucas gelandet ist. Die Winde wird eingefahren und er Hubschrauber nimmt erneut Kurs zur Jägersburg: Dort werden weitere Bergretter mit dem Bergesack an Bord genommen.

Unterdessen erfährt Jan-Lucas die erste Versorgung durch den Bergretter. Er erklärt ihm auch, wie das weitere Vorgehen aussieht: „Du wirst gleich in einen Bergesack eingepackt und liegst ganz flach. Du bekommst einen Helm und eine Schutzbrille auf und Du wirst von einem der Bergretter an der Winde begleitet. Wenn Du am Hubschrauber angekommen bist, werden der Bergretter und die Bordtechniker Dich in die Maschine ziehen und wir fliegen Dich zum Landeplatz“. Wenige Augenblicke später kreist der Hubschrauber bereits am Hahnberg und lässt die Retter mit dem Bergesack ab, in den sie Jan-Lucas nach kurzer Versorgung legen. Wie angekündigt wird er mit Helm und Schutzbrille versorgt. Der Hubschrauber ist noch mal weg geflogen, um eine Verständigung bei der Versorgung zu ermöglichen und wird über Funk wieder angefordert, um Jan-Lucas und den Bergretter auszufliegen.

Tief über den Gipfeln der noch verbliebenen Fichten steuert der Pilot die Notfallstelle nun ein drittes Mal an. Zentimetergenau und präzise wird der Windenhaken abgelassen und am Bergesack befestigt. Auf das Kommando des Bergretters beginnt nun der Winchvorgang. Trotz der heißen Temperaturen hält der Pilot währenddessen seine Maschine in der Luft, wie eine Eins. Nach wenigen Augenblicken haben Bergretter und Patient den Hubschrauber erreicht und gemeinsam mit den Bordtechnikern wird Jan-Lucas in die Maschine gezogen und zum Landeplatz geflogen. Es ist unglaublich heiß im Hubschrauber. Klimaanlage ist an diesem heißen Sommertag heute Fehlanzeige: „Die schluckt unglaublich Leistung und bringt auch bei geöffneter Schiebetüre nichts“, erklärt der Pilot. Er fliegt übrigens heute mit Handtuch: „Es gibt nichts Schlimmeres als wenn Dir während des Fluges Schweiß in die Augen läuft und Du versuchst, irgendetwas zu sehen“.

An der Jägersburg angekommen wird Jan-Lucas aus der Maschine gebracht und aus dem Bergesack befreit – die Rettungsübung der Luftretter der Bergwacht Hessen und der Bundespolizei Fliegerstaffel endet hier. Alle Luftretter der Bergwacht haben ihre notwendigen Trainings absolviert und sind gemeinsam mit der Hubschrauberbesatzung und der Maschine an ihre Leistungsgrenzen gegangen.

Besondere Umstände durch extreme Hitze

Gerd Windhausen von der Bergwacht und der Pilot der Bundespolizei erklären die Besonderheiten der extrem heißen Wetterlage: „Man muss bei solchen Wetterlagen jedes Gramm Gewicht in der Maschine sparen, um noch genügend Leistung bei der praktisch nicht mehr vorhandenen Luftdichte zu haben. Heute müssen viel mehr Tankstopps als sonst eingelegt werden, weil nicht so viel Treibstoff mitgenommen werden kann. Die Teams müssen heute in zwei Flügen und nicht wie sonst in einem Flug rausgebracht werden“. Auch für die Helfer an sich ist es eine wirkliche Probe: „Die Konzentration bei solchen Temperaturen lässt nachweislich sehr schnell nach. Gebt deshalb heute besonders Acht“, mahnt der Pilot alle Teilnehmer am Morgen beim Briefing. Mit viel Wasser und einer Ruhe und Gelassenheit, als wäre es das Selbstverständlichste von der Welt haben die Männer und Frauen ihren Auftrag auch heute gemeistert und einmal mehr unter Beweis gestellt, dass sie auch in extremen Situationen sofort und kompetent da sind, um Menschen in Not zu helfen. Und was sagt Unfallopfer Jan-Lucas dazu: „Absolut geil. Vielen, vielen Dank!“

Publiziert in Retter
Montag, 23 September 2019 17:14

Retter zwischen Himmel und Erde

BAD WILDUNGEN. Es herrscht reges Treiben rund um die Jägersburg bei Bad Wildungen, unweit der B 253. Ein Hubschrauber kreist und setzt nach kurzer Zeit zur Landung auf einem Feld an. Einsatzfahrzeuge der Bergwacht und der Polizei stehen am Rand. Hier findet eine Einsatzübung der Bergwacht Hessen und der Polizeifliegerstaffel Hessen aus Egelsbach statt. Die Frauen und Männer gehen vom Ernstfall aus: Wanderer sind in unwegsamem Gelände rund um Bad Wildungen verunglückt und können an den entlegenen Stellen nicht mehr bodengebunden erreicht werden. Es gibt keine Zufahrtmöglichkeiten für Rettungsfahrzeuge.

In real dargestellten Einsatzszenarien stellen die Retter ihre Fähigkeiten einmal mehr unter Beweis. Das Besondere dabei: Es erfolgt kein standardisiertes Training mit dem Abarbeiten einzelner Aufgaben, sondern der Hubschrauber und die ehrenamtlichen Rettungskräfte der Bergwacht werden wie in der Realität auch zu den einzelnen Einsatzstellen alarmiert. So erhalten die jeweils übenden Teams, bestehend aus einem Bergretterteam und einer Besatzung des Polizeihubschraubers „Ibis 1“ vor Ort einen Einsatzbefehl, der zuvor von der Leitstelle angenommen wurde. „Eine junge Frau ist auf einen Felsvorsprung bei den Bilstein- Klippen gefallen und kann nun nicht mehr auftreten. Die Dame ist ansprechbar und macht sich beim Anflug bemerkbar“, lauten die Einsatzinfos für die Crew. Dann gibt es noch die Koordinaten der vermuteten Einsatzstelle und los geht es. Timo Werner, Besatzungsmitglied und Windenoperator bei Ibis 1, wird heute die Winde an „seinem“ Polizeihubschrauber bedienen. Er checkt kurz noch ab, welcher der drei eingesetzten Bergretter wann abgeseilt werden soll – davon hängt ab, wer wann in die Maschine steigen darf. Dann geht es auch schon los. Der Pilot vorne im Cockpit der Maschine startet die Triebwerke des Eurocopter „EC 145“ und nimmt Kurs in Richtung Einsatzstelle.

Wenige Kilometer weiter werden die fliegenden Retter bereits sehnsüchtig erwartet.

Dort, auf den Felsen der Bilstein- Klippen, hoch oberhalb von Bad Wildungen, haben andere Bergretter eine Verletztendarstellerin positioniert. Alles unter der Koordination von Gerd Windhausen, Einsatzleiter der Bergwacht Bad Wildungen und Technischer Leiter der Bergwacht Hessen. Ebenfalls vor Ort: Klaus Boida, Ausbildungsleiter bei der Polizeifliegerstaffel aus Egelsbach.

Der Hubschrauber nimmt unterdessen Kurs auf die Felswand und die Besatzung schaut sich die Einsatzstelle zunächst aus der Luft an. Kurze Zeit später dreht der Hubschrauber ab. Jetzt machen sich die Windenretter bereit für ihren Einsatz. Die Maschine kommt zurück, Timo Werner steht in der offenen Schiebetür und lässt die Bergretter zur Verletzten herunter. Auf die Kommunikation zwischen den einzelnen Beteiligten kommt es nun an. Der Pilot kann nicht sehen, was senkrecht unter dem Hubschrauber geschieht. Hier muss Timo Werner sich auf die Handzeichen und Ansagen des Bergwachtlers an der Rettungswinde verlassen. Und der Pilot wiederum auf die exakten Angaben von Timo Werner. In diesem exzellenten Zusammenspiel werden die Bergretter innerhalb weniger Minuten sicher auf dem Felsvorsprung abgesetzt. Der Hubschrauber dreht nach dem geglückten Abseilen sofort ab und sucht sich einen Zwischenlandeplatz. Nun versorgen die Bergretter die junge Frau und legen sie in einen so genannten Luftrettungs- Bergesack. Darin ist ähnlich einer Vakuummatratze gewährleistet, dass der Patient völlig ruhig und erschütterungsfrei im Sack liegt. Etwa zehn bis fünfzehn Minuten dauert diese Vorbereitung und dann kommt der Hubschrauber zurück. Jetzt gilt es, die verletzte Frau und einen der Retter wieder an Bord zu nehmen, genauer gesagt auf die Kufe. Genau so professionell, wie auch beim Absetzten funktioniert die Zusammenarbeit beim Aufnehmen der Retter. Dabei ist ein besonders heikler Moment zu beachten, denn der Bergesack wird gegen Abstürzen direkt am Fels gesichert. Somit steht der Hubschrauber beim Aufwinchen quasi in direktem Kontakt zum Felsen, ist praktisch gefesselt, bis die Sicherung des Sackes von dort wieder gelöst wird. Dies kann dazu führen, dass der Pilot die Kontrolle über seine Maschine verliert. Doch es geht wie immer alles gut. Tausende Male geübt sitzt jeder Handgriff und dennoch darf niemals Routine aufkommen.

Nachdem das Team an Bord genommen ist, fliegt der Hubschrauber zur Landebasis an der Jägersburg zurück, wo der entsprechende Übungsteil dann mit dem Absetzen des Patienten endet.

Viele Male wurden dieses und andere Szenarien von Donnerstag bis Sonntag rund um Bad Wildungen geprobt und die Retter für ihre zukünftigen Einsätze fit gehalten. Bereits seit 10 Jahren gibt es diese Kooperation zwischen den Polizeifliegern und der Bergwacht.

Übrigens waren nicht nur Bergwachtler aus Bad Wildungen vor Ort: Alle Luftretter der gesamten Bergwacht Hessen haben von Donnerstag bis Sonntag in und um Bad Wildungen trainiert. Für die Sicherheit der Wanderer, der Gleitschirmflieger, der Radfahrer, Sportler und Besucher. An der Grenze zwischen Himmel und Erde.

„Dank gilt an dieser Stelle auch der Bevölkerung für das Verständnis für diese Übung, es wurde versucht, die Geräuschemission so gering wie möglich zu halten, ganz vermeiden ließ sie sich jedoch nicht.“, erklärt Gerd Windhausen.

Publiziert in Retter

WALDECK-FRANKENBERG. Hubschrauberbesatzungen der hessischen Polizeifliegerstaffel haben im vergangenen Jahr 48 vermisste Personen gefunden - auch in Waldeck-Frankenberg. Hier waren die Maschinen mehrfach auch nach Verbrechen oder zu Übungen im Einsatz.

Hessenweit spürten die Besatzungen der Polizeihubschrauber nach Verbrechen gut ein Dutzend flüchtige Personen erfolgreich auf und sorgten durch hinzu gezogene Polizeikräfte am Boden für Festnahmen. "Als besonders hilfreich erwies sich der Hubschraubereinsatz im Rahmen der Gefahrenabwehr bei der Personensuche. So konnten durch die Besatzungen der mit Wärmebildtechnik ausgestatten Polizeihubschrauber 48 vermisste Menschen, die sich zum Teil in hilflosen und lebensbedrohlichen Situationen befanden, aufgefunden und medizinischer Versorgung zugeführt werden", heißt es in einer Pressemitteilung der Bereitschaftspolizei.

3600 Flugeinsätze im Jahr 2014
Zur Bewältigung von mehr als 3600 Flugeinsätzen verbrachten die Piloten der Polizeifliegerstaffel etwa 2000 Stunden im Cockpit der Polizeiluftfahrzeuge. Neben Fahndungs- und Suchflügen verbergen sich hinter den Einsatzflügen die unterschiedlichsten Einsatzanlässe, wie etwa die Unterstützung der Polizeipräsidien durch Videoübertragung bei Veranstaltungs- und Demonstrationslagen, Luftaufklärung vor der Sprengung von Weltkriegsbomben oder auch Fotoaufnahmen nach schweren Verkehrsunfällen oder Flugzeugabstürzen - wie im vergangenen Sommer bei Nieder-Werbe.

Zu den Einsatzerfolgen zählen unter anderem auch festgestellte Gewässerverschmutzungen - beispielsweise nach einem Vorfall mit Heizöl am Diemelsee (wir berichteten, hier klicken). Nicht zuletzt entdeckten die fliegenden Polizisten bei Überwachungsflügen zahlreiche Waldbrände im Hochsommer, die der Feuerwehr gemeldet wurden. Mit Spezialausrüstung ist die Fliegerstaffel auch selbst in der Lage, Waldbrände aus der Luft zu bekämpfen. Das übte die Staffel im vergangenen Jahr unter anderem am Edersee (wir berichteten, hier klicken).

Rund um die Uhr mit vier Maschinen einsatzbereit
Die Polizeifliegerstaffel Hessen ist am Flugplatz Egelsbach stationiert und steht rund um die Uhr mit drei Hubschraubern des Typs Eurocopter 145 sowie einem zweimotorigem Flugzeug des Typs P 68 Observer 2 für Flugeinsätze zur Verfügung.

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Publiziert in Polizei

ASEL/WALDECK. Nicht nur in Waldbrandgebieten in Südeuropa oder Amerika werden Flammen aus der Luft bekämpft: Auch in Hessen sind Löscheinsätze von Helikoptern aus möglich. Die Fliegerstaffel der Polizei übt derzeit am Edersee das Aufnehmen und punktgenaue Abgeben von Löschwasser mit einem als Bambi-Bucket bezeichneten Spezialbehälter.

Vor allem an bewaldeten Steilhängen, wie sie rund um den Edersee zu finden sind, macht das Löschen aus der Luft durchaus Sinn: Die Flächen sind für die Feuerwehren mit Fahrzeugen schwer oder gar nicht zu erreichen, eine Wasserförderung über lange Wegstrecken dauert lange und ist damit wenig effektiv. Mit einem Hubschrauber jedoch lässt sich das Wasser aus dem See in Minutenschnelle aufnehmen und über der Brandstelle abwerfen. Innerhalb kurzer Zeit sind so mehrere tausend Liter Löschwasser an Ort und Stelle. Aus der Luft lässt sich das Ausmaß eines Feuers weitaus genauer beurteilen.

Die Piloten, Co-Piloten und Operator der hessischen Polizeifliegerstaffel übten den Einsatz dieser aus Amerika stammenden Löschtechnik am Mittwoch mehrere Stunden lang: Nachdem auf dem Flugplatz bei Waldeck der orangefarbene Bambi-Bucket montiert worden war, nahmen die fliegenden Polizisten Kurs auf Asel: An einem von der Wasserschutzpolizei markierten Bereich ging der Pilot mit dem Eurocopter EC 145 in einen Schwebeflug knapp über der Wasseroberfläche. Der Behälter tauchte dabei in den See ein und lief voll. Nach einigen Sekunden stieg die Maschine wieder und flog hinauf zum Wald oberhalb der Jugendherberge Hohe Fahrt. Auf einer als "Brandstelle" angenommenen Fläche ließen die Polizisten das Löschwasser dann per Knopfdruck zu Boden schießen.

Bei dem Training am Mittwoch übten die Polizisten der Fliegerstaffel den effizienten Einsatz dieser Löschtechnik und die dazu notwenige Kommunikation - innerhalb der Crew im Helikopter, aber auch mit Kontaktpersonen am Boden. Im Ernstfall können zum Beispiel Feuerwehrleute oder Mitarbeiter der Forstverwaltung den Hubschrauber einweisen. Die vielen Trainingsflüge der Beamten verfolgten von beiden Seeseiten aus mehrere Zuschauer. Auch für die Gäste der Ederseefähre zwischen Asel-Süd und Asel bot sich ein spannendes Bild: Nur wenige Meter vom Asel-Stein entfernt "stand" der Hubschrauber immer wieder über dem See.

Das Training der in Egelsbach stationierten Staffel wird am Donnerstag fortgesetzt. Etwa zwischen 9 und 14.30 Uhr ist die Maschine dabei immer wieder bei Asel zu sehen.


Weitere Bilder der Übung, aufgenommen von Helikopter-Fotografin Sarah Pfannkuch:
Waldbrandübung der Polizeifliegerstaffel (13.08.2014)

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Publiziert in Polizei

ASEL/ASEL-SÜD. Zwei Jahre nach einem Waldbrand bei Asel, bei dessen Bekämpfung erstmals auch ein Polizeihubschrauber zum Einsatz kam, übt die hessische Polizeifliegerstaffel an diesem Mittwoch und Donnerstag am Edersee das Aufnehmen und Abwerfen von Löschwasser mit speziellen Behältern.

Die sogenannten Bambi Buckets sind vor allem von großen Waldbrandkatastrophen in Südeuropa, Amerika oder Australien bekannt. Die Faltsäcke, die unter Helikoptern angebracht werden, stehen auch der in Egelsbach stationierten Polizeifliegerstaffel Hessen zur Verfügung. Als am 15. August 2012 nach einem Waldbrand bei Asel der Boden am Steilhang auch nach Abschluss der eigentlichen Löscharbeiten durch die Feuerwehren noch stark aufgeheizt war, forderte die Korbacher Polizei die fliegenden Kollegen an. Zehn mal tauchte der Hubschrauber den orangefarbenen Sack in den See, nahm jeweils 1000 Liter Wasser auf und warf es über den Brandgebiet ab - mit Erfolg.

Im Schwebeflug über dem Edersee
Die in Hessen eher selten angewandte Technik, per Helikopter große Wassermengen in unwegsame Gebiete zu transportieren, soll nun bei einer zweitägigen Übung der Staffel trainiert werden. Nach Auskunft von Polizeisprecher Hans Hänel würden acht Polizisten mit einer Maschine an beiden Tagen in Zusammenarbeit mit Hessen-Forst den Umgang mit dem Bambi Bucket praxisnah üben. An einer Maschine vom Typ EC 145 (Eurocopter) wird der Wassersack am Boden montiert, bevor der Pilot zum See fliegt und im Schwebeflug den Behälter langsam eintauchen lässt. Mit einer Zuladung von rund 1000 Kilogramm steuert die Maschine dann auf das "brennende" Waldgebiet zu, wo die Crew den Sack per Fernbedienung öffnet und das Wasser zu Boden stürzt.

Die Übungsflüge sind an beiden Tagen in der Zeit von 9 bis 15 Uhr im Bereich Asel/Asel-Süd vorgesehen und lassen sich vom Ufer aus verfolgen.


Über den Einsatz vor zwei Jahren berichtete 112-magazin.de ausführlich:
Nach Brand: Polizeihubschrauber wässert Waldboden (15.08.2012, mit Video u. Fotos)

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Publiziert in Polizei
Mittwoch, 09 Oktober 2013 23:08

Bergwacht und Polizei trainieren Helikopter-Rettung

BAD WILDUNGEN. Das punktgenaue Absetzen von Helfern aus einem Helikopter heraus an einer Einsatzstelle in unwegsamem Gebiet und das Hinaufwinden von Verletzten in den Hubschrauber üben noch bis einschließlich Samstag die Crewmitglieder der hessischen Polizeifliegerstaffel und die Aktiven der Bergwacht im Raum Bad Wildungen.

Nach einem Check lässt der Pilot die beiden je 720 PS starken Turbinentriebwerke der Maschine vom Typ Eurocopter EC 145 an, wenig später hebt der weiß-blaue Helikopter vor der Schlosskulisse Altwildungens ab. Mit an Bord sind neben Pilot und Co-Pilot ein sogenannten Winden-Operator sowie mehrere Mitglieder hessischen Bergwacht. Was im Ernstfall im Schnitt dreimal pro Jahr bis ins Details sitzen muss, üben die fliegenden Polizisten gemeinsam mit den ehrenamtlichen Bergwacht-Aktiven in dieser Woche unzählige Male.

Im Kern geht es darum, verletzte Personen aus Gebieten zu retten, die für Fahrzeuge nicht oder nur sehr schwer erreichbar sind: So fliegt der Helikopter am Dienstag zig mal den Bilstein bei Reitzenhagen an. Über dem Felsen bleibt die Maschine regelrecht in der Luft stehen, dann lässt der Winden-Operator das Drahtseil hinunter. Schon nach einigen Sekunden hat der Hubschrauber zwei Personen "am Haken": Ein Retter und ein "Opfer" werden hinaufgezogen. Die Maschine dreht eine Schleife, setzt die Personen am Ausgangspunkt an Busemanns Koppel ab und kehrt zurück zum "Unglücksort", wo die nächste Rettungsübung ansteht.

"Das ist eine wirklich schwierige Sache", erklärt Pilot und Fluglehrer Klaus Boida, der bei der in Egelsbach stationierten Polizeifliegerstaffel für die Aus- und Fortbildung verantwortlich ist. Der Pilot beispielsweise könne nicht sehen, was genau unter ihm vor sich geht. "Per Intercom und Handzeichen muss der Operator ihn einweisen", verdeutlicht Boida. Nur wenn der Helikopter exakt über der zu rettenden Person "steht", sei ein gefahrloses Hinaufwinden möglich. Für seine Piloten geht es im aktuellen Trainingszirkel auch darum, Notverfahren zu üben - beispielsweise beim Ausfall eines Triebwerks.

Um für den Ernstfall 100-prozentig vorbereitet zu sein, übt die Staffel einmal pro Jahr mit der Bergwacht. Übungsgebiete waren in der Vergangenheit der Edersee, die Rhön, der Feldberg oder Willingen mit Windentraining an der Ettelsberg-Seilbahn (112-magazin.de berichtete). Im Laufe dieser Woche sind von den 26 Piloten und acht Winden-Bedienern der Fliegerstaffel wechselweise 30 Kräfte mit von der Partie. Ebenfalls 30 Mitglieder verschiedener Bergwacht-Ortsverbände aus ganz Hessen trainieren in Wildungen. Der technische Leiter Gerd Windhausen (Bad Wildungen) ist stolz darauf, dass elf dieser Mitglieder in Willingen und Bad Wildungen ansässig sind. Außerdem ist Windhausen dankbar dafür, dass man auf insgesamt acht Trainingstage pro Jahr kommen. "Wir üben mit der Fliegerstaffel aus Egelsbach ebenso wie mit der Bundespolizei aus Fuldabrück", erklärt Windhausen. Mit beiden Abteilungen seien in der Vergangenheit bereits "scharfe" Einsätze erfolgreich absolviert worden.

Polizei und Bergwacht bitten die Bevölkerung von Bad Wildungen um Verständnis für die vorübergehende Lärmbelästigung durch die Helikopterflüge. "Nur wenn wir an realen Zielen trainieren, können wir im Ernstfall effektiv helfen", sagt Boida. Und nicht zuletzt profitiere die Bevölkerung davon: Wer in Wildungen lebt, der könne hier auch verunglücken und auf die schlagkräftige Hilfe aus der Luft angewiesen sein.

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Publiziert in Retter
Samstag, 07 September 2013 18:03

50 Jahre Bundespolizei in Fuldatal: Offene Türen

IHRINGHAUSEN. Die Bundespolizei, früher Bundesgrenzschutz, feiert das 50-jährige Bestehen ihres Standortes in Fuldatal-Ihringhausen. Am Sonntag, 8. September, gibt es dort von 11 bis 17 Uhr einen Tag der offenen Tür.

Gäste haben am Sonntag die Gelegenheit, "die vielfältigen Aufgaben einer modernen Bundesbereitschaftspolizei in enger Zusammenarbeit mit der Bundespolizei-Fliegerstaffel näher kennen zu lernen", sagt ihr Sprecher Christian Ohl. Das umfangreiche Programm ermöglicht einen Einblick in die Ausrüstung und Ausstattung der Bundespolizisten, die rund um die Uhr in der gesamten Bundesrepublik für die Sicherheit der Bürger sorgen.

Der heutige Standort in Fuldatal beheimatet mehrere Dienststellen der Bundespolizei von unterschiedlichen Behörden. Insgesamt sind hier 363 Mitarbeitende beschäftigt. Unter anderem sind dort auch die Piloten des Rettungshubschraubers Christoph 7 beheimatet. Die orangefarbene Maschine wird von der Bundespolizei gestellt, gewartet und geflogen. Aber auch größere Helikopter - allesamt blau - sind in Ihringshausen stationiert und starten von dort aus zu überregionalen Einsätzen - sei es in der Überwachung von Bahnstrecken, im Kampf gegen die Auswirkungen des Elbe-Hochwassers oder auch bei Waldbränden.

Der Tag der offenen Tür an diesem Sonntag beginnt mit einem ökumenischen Gottesdienst für alle Besucher. Pater Andreas Bröckling und sein evangelischer Kollege Reinhard Natt gestalten den Gottesdienst, den das Blechbläserquintett des Bundespolizeiorchesters Hannover unter Leitung von Romeo Balamiento musikalisch begleitet. Die Kollekte ist für die Arbeit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei und eines Vereins, der an Mukoviszidose erkrankte Menschen betreut, bestimmt.

Der Aktionstag zum 50-jährigen Bestehen bringt den Besuchern die Menschen, die hinter der Bundespolizei stehen, und deren Aufgaben näher. So sind Polizisten, Hunde und Pferde in Aktion zu sehen, die Helikopter und Einsatzfahrzeuge werden ausgestellt, außerdem gibt es ein buntes Kinderprogramm und ein Motorradkarussell. Den musikalischen Rahmen gestaltet das Bundespolizeiorchester aus Hannover.

Weil auf dem Gelände keine Parkplätze für Besucher zur Verfügung stehen, hat die Bundespolizei einen Shuttle-Service mit Polizeibussen organisiert. Nähere Informationen dazu sind über diesen Link zu finden.

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Publiziert in KS Polizei
Mittwoch, 15 Mai 2013 20:09

Alter Christoph 7 zu neuem Leben erweckt

KASSEL. Neuer Einsatz für einen alten Rettungshubschrauber: Die Originalmaschine, die seit 1976 als Christoph 7 zigtausendfach zu lebensrettenden Einsätzen auch in Waldeck-Frankenberg startete, soll künftig als mobiles Museumsstück am Boden die Geschichte(n) der Luftrettung für jedermann erlebbar machen. Premiere feiert die von vielen Händen ehrenamtlich restaurierte BO 105 beim Hessentag in Kassel, wo der orangefarbene Helikopter auf dem Ausstellungsgelände der Bundespolizei vor dem Staatstheater stehen wird.

Seit Ende 1974 hebt Christoph 7 vom Dach des Kasseler Rot-Kreuz-Krankenhauses tagtäglich zu Rettungseinsätzen nach Verkehrs- oder Arbeitsunfällen, nach medizinischen Notfällen oder für akute Verlegungen von Patienten ab. Dabei nutzte die Crew in den ersten Jahrzehnten eine Maschine, die Luftfahrtgeschichte schrieb: Die BO 105 des damaligen Herstellers Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB). Nach etwa anderthalbjähriger Nutzung der ersten Maschine wurde Mitte Juli 1976 eine neue BO in Dienst gestellt.

Wachsende medizinische Ausstattung brauchte Platz
Bis zum Austausch gegen ein Modell mit längerer Kabine - die anwachsende medizinische Ausstattung erforderte mehr Platz - Mitte der 90er Jahre flogen die Kasseler Luftretter mit dem Hubschrauber, der die Kennung D-HDFK trug. Die "DFK", wie Crewmitglieder die alte Maschine kurz nannten, ging zum Hersteller zurück, wurde dort fortan als Trainingsgerät für Piloten und Mechaniker genutzt. Doch weder bei Ärzten und Rettungsassistenten noch bei Piloten und Flugtechnikern der damaligen Bundesgrenzschutz-Staffel Mitte geriet der alte Christoph 7 jemals in Vergessenheit.

Als die Kasseler Luftretter im vergangenen Jahr Wind davon bekamen, dass "ihre" alte Maschine ins Ausland verkauft oder gar verschrottet werden sollte, schaltete sich der Förderverein der Luftrettungsstation Christoph 7 um Vorsitzenden und Notarzt Peter Stahl ein. Der Vorschlag, die "DFK" künftig als Ausstellungsstück bei besonderen Veranstaltungen oder im Kasseler Technikmuseum der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, kam bei den Verantwortlichen des MBB-Nachfolgeunternehmens Eurocopter gut an. Nach entsprechenden Verhandlungen holte man den Hubschrauber per Tieflader "nach Hause".

"Im jämmerlichen Zustand"
"Als sie kam, war sie in einem jämmerlichen Zustand", berichtet Rainer Philipp. Er ist Flugtechniker bei der Bundespolizei in Fuldatal und gehört zu einer Gruppe ehrenamtlicher (Hub-)Schrauber. Seit Februar treffen sich ehemalige und aktive Piloten, Luftfahrzeugtechniker, Notärzte und Rettungsassistenten nach Feierabend, um dem herunter gekommenen Helikopter zu neuem Glanz zu verhelfen. In bislang rund 250 Mannstunden haben die Helfer den Lack aufpoliert oder an einigen Stellen erneuert, Bodenbleche und Schubfächer erneuert, Sitze neu bezogen oder ausgebaute Cockpit-Instrumente wieder aufgetrieben und ersetzt. "Da zählte vor allem eines: Kontakte, Kontakte, Kontakte", berichtet Rainer Philipp.

Zahlreiche Teile für die Maschine habe man für diesen außergewöhnlichen Zweck kostenlos von verschiedenen Firmen der Branche zur Verfügung gestellt bekommen. Die kleinen Beulen und Macken, die der alte Christoph 7 hat, sollen jedoch bleiben: "Narben machen ein Gesicht interessant", findet Techniker und Co-Pilot Philipp, "man soll doch sehen, dass die Maschine geflogen ist".

"Wollen Eindruck erwecken, wir könnten zum Einsatz starten"
Um der BO 105 auch in der Kabine das alte Rettungshubschrauber-Flair wieder einzuhauchen, "haben wir zum Beispiel ausgemusterte Absaugpumpen und andere medizinische Geräte der damaligen Zeit vom Rot-Kreuz-Krankenhaus bekommen", schildert Uwe Baumert, Pilot und Schatzmeister des Fördervereins. Ziel der intensiven Restaurierung soll es laut Flugtechniker Philipp nämlich sein, möglichst authentisch zu sein und beim Betrachter den Eindruck zu erwecken, "wir könnten mit dem Hubschrauber sofort zum nächsten Rettungseinsatz starten". Zu diesem Eindruck sollen auch die Wappen, Schriftzüge oder Symbole von verschiedenen Hilfsorganisationen verhelfen, die einst an der Maschine angebracht waren. Ein Kollege aus dem Lager habe eine ganze Kiste mit original Aufklebern zur Verfügung gestellt. "Das war wie Weihnachten", sagt Rainer Philipp mit einem Funkeln in den Augen.

Für den aus dem Schwalm-Eder-Kreis stammenden Flugtechniker ist "das hier wie mein Baby geworden" - und seine Kollegen Willi Fischer, Rudi Krainer und Gunther Schulte-Hiltrop hat die Restaurierung des einstigen Christoph 7 ebenfalls völlig in den Bann gezogen. Beim Schrauben in einer Halle der Bundespolizei-Fliegerstaffel sprechen sie über alte Zeiten und freuen sich, einen Teil davon in die Gegenwart hinüber zu retten. Das sind sie nicht nur allen an der Luftrettung Interessierten schuldig, sondern vor allem auch "ihrem" alten Hubschrauber: "Er hat viel Gutes getan und viele Leben gerettet, jetzt tun wir ihm was Gutes und helfen ihm wieder auf die Beine", lautet die Mission.

Einmalig in Deutschland
Schon heute fiebern die Männer vom BO-Schrauberteam dem 13. Juni entgegen: Dann nämlich wird der fertige "Oldtimer" per Tieflader durch die Kasseler Innenstadt zum Theatervorplatz gebracht, wo der Förderverein des Rettungshubschraubers gemeinsam mit der Bundespolizei-Fliegerstaffel vertreten ist. Die restaurierte BO 105 wird dann neben aktuellen Hubschraubern stehen und während des Hessentags zu bestaunen sein. "Dass ein ehemaliger Rettungshubschrauber eine neue Funktion als Ausstellungsstück bekommt, ist in Deutschland einmalig", sagt Rainer Philipp, "das hat es noch nicht gegeben".

Vielfältige Verwendungsmöglichkeiten
Für Fördervereins-Vorsitzenden Peter Stahl wird der restaurierte Helikopter weit über den Aha-Effekt beim Hessentag hinauswirken. So soll das künftige Ausstellungsstück nicht nur im Technikmuseum stehen, sondern Crewmitgliedern als Trainingsgerät zur Verfügung stehen. "Wer in der BO 105 bei beengten Platzverhältnissen unter Verwendung aktueller medizinischer Geräte trainiert, wird in unserer aktuellen Maschine vom Typ EC 135 hervorragend arbeiten können", sagt Stahl, der selbst seit vielen Jahren in der Luftrettung tätig ist. Nicht zuletzt soll die "DFK" dem Förderverein als exklusive Informationsplattform dienen und bei Tagen der offenen Tür von Krankenhäusern, Rettungsdiensten oder Feuerwehren ausgestellt werden.

Noch fehlt Transportanhänger
Um den Transport der etwa 1200 Kilogramm schweren Maschine künftig zu bewerkstelligen, benötigt der Förderverein noch einen geeigneten Anhänger. "Den wollen und können wir aber nicht von den Spenden und Förderbeiträgen der Vereinsmitglieder bezahlen", unterstreicht der Vorsitzende. Schließlich dient das Vereinskapital ausschließlich der Förderung der aktiven Luftrettung. Daher sucht der Verein nun Personen und Firmen, die eigens für die Anschaffung des Transportanhängers spenden.


Weitere Informationen gibt es unter folgender Kontaktadresse:
Förderverein der Luftrettungsstation „Christoph 7“ Kassel e.V.,
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Publiziert in Retter
Mittwoch, 15 Mai 2013 19:50

Alter Christoph 7 zu neuem Leben erweckt

KASSEL. Neuer Einsatz für einen alten Rettungshubschrauber: Die Originalmaschine, die seit 1976 als Christoph 7 zigtausendfach zu lebensrettenden Einsätzen startete, soll künftig als mobiles Museumsstück am Boden die Geschichte(n) der Luftrettung für jedermann erlebbar machen. Premiere feiert die von vielen Händen ehrenamtlich restaurierte BO 105 beim Hessentag in Kassel, wo der orangefarbene Helikopter auf dem Ausstellungsgelände der Bundespolizei vor dem Staatstheater stehen wird.

Seit Ende 1974 hebt Christoph 7 vom Dach des Kasseler Rot-Kreuz-Krankenhauses tagtäglich zu Rettungseinsätzen nach Verkehrs- oder Arbeitsunfällen, nach medizinischen Notfällen oder für akute Verlegungen von Patienten ab. Dabei nutzte die Crew eine Maschine, die Luftfahrtgeschichte schrieb: Die BO 105 des damaligen Herstellers Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB). Nach etwa anderthalbjähriger Nutzung der ersten Maschine wurde Mitte Juli 1976 eine nagelneue BO in Dienst gestellt.

Wachsende medizinische Ausstattung brauchte Platz
Bis zum Austausch gegen ein Modell mit längerer Kabine - die anwachsende medizinische Ausstattung erforderte mehr Platz - Mitte der 90er Jahre flogen die Kasseler Luftretter mit dem Hubschrauber, der die Kennung D-HDFK trug. Die "DFK", wie Crewmitglieder die alte Maschine kurz nannten, ging zum Hersteller zurück, wurde dort fortan als Trainingsgerät für Piloten und Mechaniker genutzt. Doch weder bei Ärzten und Rettungsassistenten noch bei Piloten und Flugtechnikern der damaligen Bundesgrenzschutz-Staffel Mitte geriet der alte Christoph 7 jemals in Vergessenheit.

Als die Kasseler Luftretter im vergangenen Jahr Wind davon bekamen, dass "ihre" alte Maschine ins Ausland verkauft oder gar verschrottet werden sollte, schaltete sich der Förderverein der Luftrettungsstation Christoph 7 um Vorsitzenden und Notarzt Peter Stahl ein. Der Vorschlag, die "DFK" künftig als Ausstellungsstück bei besonderen Veranstaltungen oder im Kasseler Technikmuseum der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, kam bei den Verantwortlichen des MBB-Nachfolgeunternehmens Eurocopter gut an. Nach entsprechenden Verhandlungen holte man den Hubschrauber per Tieflader "nach Hause".

"Im jämmerlichen Zustand"
"Als sie kam, war sie in einem jämmerlichen Zustand", berichtet Rainer Philipp. Er ist Flugtechniker bei der Bundespolizei in Fuldatal und gehört zu einer Gruppe ehrenamtlicher (Hub-)Schrauber. Seit Februar treffen sich ehemalige und aktive Piloten, Luftfahrzeugtechniker, Notärzte und Rettungsassistenten nach Feierabend, um den herunter gekommenen Helikopter zu neuem Glanz zu verhelfen. In bislang rund 250 Mannstunden haben die Helfer den Lack aufpoliert oder an einigen Stellen erneuert, Bodenbleche und Schubfächer erneuert, Sitze neu bezogen oder ausgebaute Cockpit-Instrumente wieder aufgetrieben und ersetzt. "Da zählte vor allem eines: Kontakte, Kontakte, Kontakte", berichtet Rainer Philipp.

Zahlreiche Teile für die Maschine habe man für diesen außergewöhnlichen Zweck kostenlos von verschiedenen Firmen der Branche zur Verfügung gestellt bekommen. Die kleinen Beulen und Macken, die der alte Christoph 7 hat, sollen jedoch bleiben: "Narben machen ein Gesicht interessant", findet Techniker und Co-Pilot Philipp, "man soll doch sehen, dass die Maschine geflogen ist".

"Wollen Eindruck erwecken, wir könnten zum Einsatz starten"
Um der BO 105 auch in der Kabine das alte Rettungshubschrauber-Flair wieder einzuhauchen, "haben wir zum Beispiel ausgemusterte Absaugpumpen und andere medizinische Geräte der damaligen Zeit vom Rot-Kreuz-Krankenhaus bekommen", schildert Uwe Baumert, Pilot und Schatzmeister des Fördervereins. Ziel der intensiven Restaurierung soll es laut Flugtechniker Philipp nämlich sein, möglichst authentisch zu sein und beim Betrachter den Eindruck zu erwecken, "wir könnten mit dem Hubschrauber sofort zum nächsten Rettungseinsatz starten". Zu diesem Eindruck sollen auch die Wappen, Schriftzüge oder Symbole von verschiedenen Hilfsorganisationen sein, die einst an der Maschine angebracht waren. Ein Kollege aus dem Lager habe eine ganze Kiste mit original Aufklebern zur Verfügung gestellt. "Das war wie Weihnachten", sagte Rainer Philipp mit einem Funkeln in den Augen.

Für den aus dem Schwalm-Eder-Kreis stammenden Flugtechniker ist "das hier wie mein Baby geworden" - und seine Kollegen Willi Fischer, Rudi Krainer und Gunther Schulte-Hiltrop hat die Restaurierung des einstigen Christoph 7 ebenfalls völlig in den Bann gezogen. Beim Schrauben in einer Halle der Bundespolizei-Fliegerstaffel sprechen sie über alte Zeiten und freuen sich, einen Teil davon in die Gegenwart hinüber zu retten. Das sind sie nicht nur allen an der Luftrettung Interessierten schuldig, sondern vor allem auch "ihrem" alten Hubschrauber: "Er hat viel Gutes getan und viele Leben gerettet, jetzt tun wir ihm was Gutes und helfen ihm wieder auf die Beine", lautet die Mission.

Einmalig in Deutschland
Schon heute fiebern die Männer vom BO-Schrauberteam dem 13. Juni entgegen: Dann nämlich wird der fertige "Oldtimer" per Tieflader durch die Kasseler Innenstadt zum Theatervorplatz gebracht, wo der Förderverein des Rettungshubschraubers gemeinsam mit der Bundespolizei-Fliegerstaffel vertreten ist. Die restaurierte BO 105 wird dann neben aktuellen Hubschraubern stehen und während des Hessentags zu bestaunen sein. "Dass ein ehemaliger Rettungshubschrauber eine neue Funktion als Ausstellungsstück bekommt, ist in Deutschland einmalig", sagt Rainer Philipp, "das hat es noch nicht gegeben".

Vielfältige Verwendungsmöglichkeiten
Für Fördervereins-Vorsitzenden Peter Stahl wird der restaurierte Helikopter weit über den Aha-Effekt beim Hessentag hinauswirken. So soll das künftige Ausstellungsstück nicht nur im Technikmuseum stehen, sondern Crewmitgliedern als Trainingsgerät zur Verfügung stehen. "Wer in der BO 105 bei beengten Platzverhältnissen unter Verwendung aktueller medizinischer Geräte trainiert, wird in unserer aktuellen Maschine vom Typ EC 135 hervorragend arbeiten können", sagt Stahl, der selbst seit vielen Jahren in der Luftrettung tätig ist. Nicht zuletzt soll die "DFK" dem Förderverein als exklusive Informationsplattform dienen und bei Tagen der offenen Tür von Krankenhäusern, Rettungsdiensten oder Feuerwehren ausgestellt werden.

Noch fehlt Transportanhänger
Um den Transport der etwa 1200 Kilogramm schweren Maschine künftig zu bewerkstelligen, benötigt der Förderverein noch einen geeigneten Anhänger. "Den wollen und können wir aber nicht von den Spenden und Förderbeiträgen der Vereinsmitglieder bezahlen", unterstreicht der Vorsitzende. Schließlich dient das Vereinskapital ausschließlich der Förderung der aktiven Luftrettung. Daher sucht der Verein nun Personen und Firmen, die eigens für die Anschaffung des Transportanhängers spenden.


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Publiziert in KS Retter
Donnerstag, 27 September 2012 17:55

Rettung vom Helikopter aus trainiert

WILLINGEN. Wer in unwegsamem Gelände auf schnelle Hilfe angewiesen ist, der muss hierzulande nicht lange warten: Per Helikopter fliegt die Polizei im Ernstfall geschulte Rettungskräfte ein. Die Zusammenarbeit übt die Fliegerstaffel der hessischen Polizei in dieser Woche mit der Bergwacht.

Es ist laut über dem Weltcuport in dieser Woche, doch wer im Ernstfall das Geräusch des Hubschraubers vom Typ Eurocopter EC 145 hört, der kann sicher sein: Jetzt ist Hilfe nah. Auch bei widrigen Witterungsverhältnissen und vor allem an Stellen, die mit Rettungsfahrzeugen nicht zu erreichen sind, lassen sich vom Helikopter aus Rettungskräfte abseilen. Diese versorgen den Verletzten oder Erkrankten am Boden, "verpacken" ihn im Bergesack und lassen sich mit ihrem Patienten wieder nach oben winchen, wie das Hochziehen per Seilwinde heißt. Der Helikopter fliegt dann die Stelle an, an der der Rettungswagen oder ein anderes Fahrzeug steht.

25 Luftretter der Bergwacht trainieren den Einsatz
An "Fremdpersonal" für solche Rettungseinsätze sind an Bord der Helikopter der hessischen Polizeihubschrauberstaffel lediglich die Höhenretter der Berufsfeuerwehr Wiesbaden sowie Mitglieder von vier Bergwachtgruppen - darunter Willingen und Bad Wildungen - zugelassen. Mit 25 Luftrettern der vier Bergwachten üben die 15 Piloten in dieser Woche in wechselnden Kombinationen - und mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen: So gilt es unter anderem, Helfer auf eine Brücke im Kyrillpfad oder an der Mühlenkopfschanze hinab zu winchen und sie wieder aufzunehmen. Dabei schlüpfen Bergwacht-Mitglieder auch in die Rolle der "Verletzten" und lassen sich im Bergesack zum "Heli" hinaufziehen. Anspruchsvollste Übung in dieser Trainingswoche ist die Rettung aus einer Gondel der Seilbahn: Dabei seilt sich ein Bergwacht-Helfer auf das Dach der Gondel ab und klinkt sich dort mit dem Karabiner ein.

"Das ist der gefährlichste Augenblick, denn der Hubschrauber ist für einen Moment fest mit der Seilbahn verbunden", erklärt Pilot und Fluglehrer Klaus Boida, der bei der in Egelsbach stationierten Staffel für die Aus- und Fortbildung verantwortlich ist. Sollte der Helikopter in diesem Moment von einer Böe erfasst werden, könne es zu riskanten Situationen kommen. Generell verfüge die EC 145 aber über so gute Schwebeflug-Eigenschaften, dass sie regelrecht "am Himmel zementiert ist", sagte der 51-jährige Pilot.

"Man bekommt den Retter schnell dorthin, wo er gebraucht wird", sagt Jörg Wilke von der Seilbahngesellschaft über die Vorteile des Helikopter-Einsatzes.  Um beim Training an der Seilbahn keine Gefahren für Passagiere entstehen zu lassen und den Betrieb der Bahn nicht einzuschränken, starten Polizei und Bergwacht zu diesen Übungen erst am späten Nachmittag nach Ende des Bahnbetriebs.

Drei Helikopter, ein Flugzeug, 24 Piloten, sieben Techniker
Im Durchschnitt drei "scharfe" Windeneinsätze vom Polizeihubschrauber aus fliegen die hessischen Beamten pro Jahr. Nach Angaben von Fluglehrer Boida sind diese Einsätze erst möglich geworden, als die Staffel von der alten BO 105 auf die wesentlich leistungsstärkere EC 145 umsattelte. Hauptaufgaben der fliegenden Polizisten sind Suchflüge nach Vermissten, Fahndungsflüge nach Straftätern, Dokumentationen von Unfallstellen oder Tatorten aus der Vogelperspektive, das Einfliegen und Abseilen von Spezialkräften (SEK) oder die Überwachung von Gewässern in Zusammenarbeit mit der Wasserschutzpolizei. Dazu steht der Staffel seit März 2012 auch ein Aufklärungsflugzeug zur Verfügung. Die Staffel besteht aus 24 Piloten und sieben Technikern, die in vier Dienstgruppen rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr einsatzbereit sind. "Wir bieten einen 24-Stunden-Service aus der Luft an", sagt Klaus Boida nicht ohne Stolz.

Publiziert in Polizei

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