MARSBERG. Nach dem großflächigen Wald- und Flächenbrand bei Helminghausen dauern die umfangreichen Löscharbeiten weiterhin an. Inzwischen ist das Feuer nach Angaben der Feuerwehr unter Kontrolle und breitet sich nicht weiter aus. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und Hitze flammen jedoch immer wieder Glutnester auf. Für die Stadt Marsberg handelt es sich um den größten Feuerwehreinsatz der vergangenen Jahrzehnte im Stadtgebiet.
Nach Angaben der Stadt Marsberg kam es am Donnerstag, 13. August 2026, gegen 14 Uhr im Bereich „Zum Birkenhof“ zunächst zu einem Flächenbrand. Aufgrund der anhaltenden Trockenperiode breitete sich das Feuer innerhalb kürzester Zeit auf ein angrenzendes Waldgebiet aus.
Betroffen sind derzeit rund 35 Hektar Fläche. Dazu gehören private Wiesenflächen sowie überwiegend städtische Waldflächen. Angaben zur Höhe des entstandenen Schadens liegen bislang nicht vor. Nach Auskunft der Polizei gibt es keine Hinweise auf verletzte Personen. Weiterhin unklar ist die Brandursache.
Mehr als 650 Feuerwehrkräfte bislang beteiligt
Mehr als 650 Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner waren nach Angaben der Stadt Marsberg bislang in wechselnden Schichten an den Einsatzmaßnahmen beteiligt. Aktuell befinden sich nach Angaben der Feuerwehr Marsberg noch rund 400 Einsatzkräfte vor Ort.
Neben nahezu allen Einheiten der Feuerwehr Marsberg unterstützen Kräfte aus Bestwig, Arnsberg, Schmallenberg, Brilon, Medebach, Meschede und Winterberg die Löscharbeiten. Hinzu kommen Einsatzkräfte aus den Kreisen Paderborn, Höxter und Waldeck-Frankenberg sowie Feuerwehrbereitschaften aus verschiedenen Teilen Nordrhein-Westfalens, darunter Münster und Dortmund.
Wasserförderzüge aus dem Hochsauerlandkreis sowie aus Düsseldorf, Krefeld und Kleve befinden sich ebenfalls im Einsatz. Unterstützung leisten außerdem das Technische Hilfswerk, das Deutsche Rote Kreuz, der Malteser Hilfsdienst, die DLRG sowie Landwirte und Forstunternehmen mit Maschinen und Geräten.
Auch Feuerwehren aus den hessischen Gemeinden Diemelsee, Willingen und Bad Arolsen unterstützten die Brandbekämpfung. Nach Einschätzung der Feuerwehr Marsberg wäre eine Eindämmung des Feuers bei der derzeitigen Wetterlage ohne diese umfangreiche überörtliche Hilfe nicht möglich gewesen.
Löschwasserversorgung aufwendig organisiert
Besondere Bedeutung kommt weiterhin der Löschwasserversorgung zu. Wegen des hohen Wasserbedarfs hatte die Stadt Marsberg die Bevölkerung am Donnerstagnachmittag zunächst dazu aufgerufen, sparsam mit Trinkwasser umzugehen.
Zwischenzeitlich wird die Löschwasserversorgung mithilfe eines sogenannten „Hytrans Fire Systems“ (HFS) sichergestellt. Über das System wird Oberflächenwasser aus dem Ausgleichsweiher des Diemelsees zur Einsatzstelle gefördert und damit die Trinkwasserversorgung entlastet.
Nach Angaben von Stadtwerke-Leiter Gerd Frericks konnte der Aufruf zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser inzwischen aufgehoben werden. Aufgrund der anhaltenden Trockenperiode bittet er dennoch weiterhin um einen grundsätzlich bewussten und sparsamen Umgang mit der Ressource Trinkwasser.
Zeitweise war es am Donnerstag im Bereich Helminghausen zu Eintrübungen des Trinkwassers gekommen. Laut Stadtwerken war die Qualität jedoch jederzeit hygienisch unbedenklich.
Unterstützung auch aus Hessen
Unterstützung kam unter anderem von der Feuerwehr Willingen. Alarmiert wurde sie am Donnerstag um 17.27 Uhr zur überörtlichen Hilfe nach Marsberg-Helminghausen. Mit ELW, STLF, TLF und GW-L2 rückten die Kräfte zur Einsatzstelle aus.
Mit dem Einsatzleitwagen wurde eine Wasserentnahmestelle koordiniert. STLF und TLF stellten im Pendelverkehr die Versorgung mit Löschwasser sicher.
Auch mehrere Einheiten der Feuerwehr Diemelsee waren über viele Stunden im Einsatz. Ursprünglich erfolgte die Alarmierung um 14.11 Uhr unter dem Stichwort „F Wald 1“ zu einem vermeintlichen Brand in der Gemarkung Heringhausen. Nachdem sich die Rauchentwicklung als Folge des Waldbrandes im angrenzenden Marsberg-Helminghausen herausgestellt hatte, wurde der Einsatz auf „F5 Wald“ erhöht.
Nach Rücksprache zwischen den zuständigen Leitstellen fuhren die Kräfte aus Heringhausen, Stormbruch, Adorf, Vasbeck und Rhenegge/Sudeck nach Helminghausen weiter. Auch der Bauhof der Gemeinde Diemelsee war beteiligt.
Vor Ort unterstützten die Diemelseer Kräfte bei der Brandbekämpfung, der Wasserversorgung und im Pendelverkehr. Über einen ELW 1 wurden zudem die eingesetzten Kräfte aus Waldeck-Frankenberg geführt. Erst nach rund elf Stunden rückten die letzten Einsatzkräfte wieder ein.
Löschhubschrauber unterstützt aus der Luft
Unterstützung aus der Luft erhielt die Feuerwehr durch einen Polizeihubschrauber mit Löschwassertank. Dabei war auch der H145 „Hummel“ der Polizei Nordrhein-Westfalen im Einsatz.
Kräfte aus Siedlinghausen waren am Donnerstagnachmittag gegen 15 Uhr unter dem Einsatzstichwort „F5 Wald“ nach Marsberg-Helminghausen alarmiert worden. Als Teil des Wasserversorgungszuges Ost des Hochsauerlandkreises rückten sie mit einem LF 10 und einem Kommandowagen aus.
Auch aus der Luft wurde die Brandbekämpfung unterstützt. Ein Löschhubschrauber warf gezielt Wasser über dem betroffenen Gebiet ab.
Bis tief in die Nacht dauerte der Einsatz für die Siedlinghäuser Kräfte. Nachrückende Einheiten lösten sie gegen 2 Uhr ab, anschließend konnte die Rückfahrt angetreten werden. Bereits am Freitagmorgen machten sich erneut Kräfte aus dem Stadtgebiet Winterberg auf den Weg nach Helminghausen.
Glutnester werden aufgespürt und abgelöscht
Auch der Alarmzug Bestwig mit dem Löschzug Velmede-Bestwig sowie den Löschgruppen Heringhausen und Nuttlar wurde am Donnerstag um 19.39 Uhr mit drei Fahrzeugen nach Helminghausen alarmiert.
Zu den Aufgaben gehörten der Pendelverkehr zur Löschwasserversorgung sowie gezielte Nachlöscharbeiten im Wald. Vorhandene Glutnester wurden aufgespürt, freigelegt und anschließend gründlich abgelöscht, um eine erneute Ausbreitung des Feuers zu verhindern.
Rund zwölf Stunden dauerte der Einsatz für die Kräfte aus Bestwig.
Im Rahmen der fünften Bereitschaft der Bezirksregierung Münster befinden sich seit Donnerstagabend gegen 19 Uhr auch Einsatzkräfte aus Sassenberg mit einem LF-KatS in Helminghausen.
Zu ihren Aufgaben gehört die Sicherstellung der Löschwasserversorgung. Fahrzeuge und Wasserbehälter für den Pendelverkehr werden von den Kräften befüllt. Als Wasserentnahmestelle dient dabei die Diemelsee-Talsperre. Mittlerweile befindet sich bereits die dritte Schicht im Einsatz.
THW sorgt für Beleuchtung
Zur Unterstützung der Feuerwehren wurde am Donnerstagabend auch das THW Warburg nach Helminghausen alarmiert. Zu den Aufgaben gehörten Aufbau und Betrieb von Beleuchtungsmaterial.
Neben dem Ortsverband Warburg waren auch Einsatzkräfte aus den Ortsverbänden Büren, Brilon und Hallenberg-Hesborn beteiligt.
Nachlöscharbeiten dauern weiter an
Kilometerweit war die Rauchentwicklung am Donnerstag sichtbar. Auch in den kommenden Tagen muss im näheren Umfeld von Helminghausen weiterhin mit Rauch gerechnet werden, da die umfangreichen Nachlöscharbeiten noch andauern.
Nach derzeitiger Planung sollen die Löscharbeiten zunächst bis Samstagmorgen gegen 6 Uhr fortgesetzt werden. Im weiteren Verlauf soll die Lage erneut bewertet werden. Dabei steht die örtliche Einsatzleitung nach Angaben der Feuerwehr Marsberg in ständigem Kontakt mit der Einsatzleitung des Hochsauerlandkreises.
Michael Martin, Leiter des Amtes Bürgerdienste und Ordnung, warnt angesichts der weiterhin hohen Brandgefahr eindringlich vor offenem Feuer. Der Waldbrand habe deutlich gezeigt, wie schnell sich ein Feuer bei der derzeitigen Trockenheit ausbreiten könne. Sein Appell richtet sich deshalb an die Bevölkerung, draußen offenes Feuer jeder Art zu unterlassen.
Bürgermeister Koch war gemeinsam mit Führungskräften von Ordnungsamt, Stadtwerken und Betriebshof vor Ort. Er dankte allen Einsatzkräften und Unterstützenden ausdrücklich für ihren außergewöhnlichen Einsatz sowie die hervorragende interkommunale Zusammenarbeit über Stadt-, Kreis- und Landesgrenzen hinweg.








