Staatsschutz ermittelt nach Autokorso

Montag, 22. Juni 2026 10:53 geschrieben von  Michael Fränkel
Nach einem Autokorso in Kassel kam es in der Nacht auf Sonntag zu einem größeren Polizeieinsatz. Nach einem Autokorso in Kassel kam es in der Nacht auf Sonntag zu einem größeren Polizeieinsatz. Symbolbild: Michael Fränkel / 112-magazin.de

KASSEL. Nach einem Autokorso anlässlich des WM-Spiels Deutschlands gegen die Elfenbeinküste ist es in der Kasseler Innenstadt zu einem größeren Polizeieinsatz gekommen. Ein 28-Jähriger steht im Verdacht, auf dem Dach eines Ford Mustang den Hitlergruß gezeigt zu haben.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand waren am Sonntag, 21. Juni 2026, gegen 1.20 Uhr drei Männer im Alter von 22 bis 40 Jahren sowie eine 16-Jährige gemeinsam in einem Ford Mustang auf der Friedrich-Ebert-Straße unterwegs. Zu diesem Zeitpunkt kam der Verkehr aufgrund zahlreicher Personen und Fahrzeuge bereits nahezu vollständig zum Erliegen.

Im Verdacht steht ein 28 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Kassel. Er soll den Pkw verlassen und auf dem Autodach stehend den Hitlergruß gezeigt haben. In der Folge kam es durch zahlreiche umstehende Personen zu Beschädigungen an dem Ford.

Unter anderem wurde das Kennzeichen abgerissen, dessen Buchstaben- und Zahlenkombination nach Polizeiangaben auch eine bekannte Symbolik im Rechtsextremismus darstellt. Zudem wurden die Fahrzeuginsassen teilweise durch die geöffneten Fenster attackiert.

Durch den Einsatz zahlreicher Polizeikräfte konnten weitere Aktionen der Person auf dem Fahrzeug sowie der Personen um das Fahrzeug herum unterbunden werden. Die beteiligten Personen wurden festgenommen und auf das Revier gebracht.

Noch in der Nacht übernahm die Kriminalinspektion Staatsschutz des Polizeipräsidiums Nordhessen die weiteren umfangreichen Ermittlungen. Diese wurden auch am selben Tag fortgeführt.

Ermittelt wird gegen den 28-Jährigen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Zudem richten sich Ermittlungen gegen zwei 20 und 25 Jahre alte Männer, die im Verdacht stehen, die Fahrzeuginsassen angegriffen zu haben. Gegen sie wird wegen Landfriedensbruchs und Sachbeschädigung ermittelt.

Die Ermittlungen dauern an und umfassen auch die Überprüfung von Videos im Internet hinsichtlich ihrer Echtheit und möglicher weiterer Ermittlungsansätze.

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