ELKERINGHAUSEN. Wenn man Rettungseinsätze als perfekt bezeichnen kann, das Optimum an Effizienz, Zeit und schonendem Vorgehen für den Patienten raus geholt wurde, dann war das Pfingstmontag in Elkeringhausen bei Winterberg so einer. Im perfekten Zusammenspiel von Feuerwehr, Leitstelle, Rettungsdienst, Bergwacht und DRF Luftrettung wurde ein Einsatz mit einem massiv verletzten Wanderer in einem unwegsamen Waldstück abgearbeitet.
Handyortung und First Responder
Tim Braun, Feuerwehreinsatzleiter berichtete, dass der Tourist in unwegsamem und schwer zugänglichen Gelände abgestürzt und rund 15 Meter einen sehr steilen Abhang hinunter in einen Fichtenbestand gefallen war. Der Mann war schwer verletzt, konnte aber glücklicherweise noch selbst den Notruf absetzen. Die Leitstelle des Hochsauerlandkreises alarmierte daraufhin Rettungsdienst, Notarzt und Feuerwehr auf den schmalen Weg von Elkeringhausen in Richtung Orketal. Auch die Handynummer des Anrufers teilte die Leitstelle mit, und ortete auch sein Handy. Als Tim Braun mit seinen Kameraden am Einsatzort eintraf und ebenfalls die Leitstelle anrief, konnten die Kollegen dort auch sein Handy orten und ihn dann auf wenige Meter genau zum Patienten lotsen. „Ich bin dann von hier unten den Berg hoch durch den Wald gelaufen und die Ortung war so genau, dass ich dann direkt beim Patienten ankam“, erklärte Tim Braun. Mit im Einsatz waren auch zwei Kameraden, die erst vor kurzem eine First-Responder-Ausbildung absolviert hatten und mit ihrer Ausrüstung den Patienten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sofort versorgen konnten. Einsatzleiter Braun alarmierte unterdessen die Bergwacht und einen Rettungshubschrauber mit Rettungswinde zur Einsatzstelle. „Der Patient hatte massive Verletzungen, die einen Transport mit der Trage zu Fuß durch das unwegsame Gelände nicht erlaubt hätten“, schildert er.
Hubschrauber mit Winde kommt zum Einsatz
In Dortmund startet unterdessen „Christoph Dortmund“ mit einer Rettungswinde an Bord. Die Luftretter der DRF Luftrettung trainieren solche Manöver regelmäßig mit der in Winterberg ansässigen Bergwacht. Dort machen sich parallel vier Einsatzkräfte auf den Weg zum Einsatz. Drei von ihnen erkunden die Lage vor Ort und bauen ein Seilgeländer in den Wald, was den Einsatzkräften ein sicheres Arbeiten und Bewegen vor Ort ermöglicht. Sie sind zudem behilflich den Verletzten Wanderer gemeinsam mit Feuerwehr, Rettungsdienst und Notarzt einige Meter auf eine freie Lichtung nach oben zu tragen. Währenddessen hat der Hubschrauber den vierten Bergretter, Philipp Wiese, an der Bergrettungswache an Bord genommen und trifft an der Einsatzstelle ein. „Die Besatzung kannte den genauen Einsatzort im Wald nicht, so konnte ich sie ganz einfach einweisen und war zusätzlich vor Ort, falls ein anderes Rettungsverfahren nötig geworden wäre“, erklärt Wiese. Er ist Luftretter bei der Bergwacht Winterberg. Der Hubschrauber lässt ihn und die Notärztin am Windenseil herunter, direkt zum Patienten. Dort erhält die Ärztin eine Übergabe durch ihren Kollegen. Der Patient wurde bereits in einen Luftrettungsbergesack gelagert und wird nach wenigen Minuten mit der Notärztin an der Winde an Bord genommen und in eine Bochumer Klinik geflogen. Die medizinische Versorgung war bereits komplett im Wald erfolgt und nahm somit keine weitere Zeit mehr in Anspruch. Der Flug nach Bochum dauerte etwa fünfzehn Minuten, danach war der Einsatz für alle Beteiligten beendet. In einer anschließenden Nachbesprechung lobte Tim Braun die hervorragende Zusammenarbeit aller Beteiligen. „Hier haben alle Zahnräder zum Wohle des Patienten ineinander gegriffen“.








