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Donnerstag, 01 Dezember 2011 08:33

Einmal Russland und zurück

Fortsetzung Teil 3

Kirov.  Verschlafen rollen wir uns aus unseren Schlafsäcken als der Zug in Kirov hält. Von Betriebsamkeit keine Spur, das Personal verlässt den Zug, geweckt hat uns natürlich niemand. Frühstück fällt aus, wir packen unsere Schlafsäcke zusammen, nehmen Waffen und Ausrüstung auf und stampfen durch die Waggons zum Ausgang. Ohne Zähneputzen und Waschen, unrasiert und fern der Heimat finden wir uns auf dem riesigen Bahnhofsvorplatz ein. Einer der Herren, der gestern  so aufdringlich zu der jungen Russin war, versucht sich vergeblich bei der holden Schönheit zu entschuldigen. So richtig scheint ihm das nicht zu gelingen, die Frau weist ihn zurück. Das Veilchen, das ihm Stephan gestern geschlagen hat überzieht sein Auge wie ein bunter Schwamm. Ich frage mich, wie er damit schießen will ?

Wir sammeln uns bei den Dolmetschern und werden in Gruppen aufgeteilt. Während unser Reiseleiter sich mit seinem Freund in ein Holzhaus am See zurückzieht, werden wir unseren Berufsjägern vorgestellt. Stephan, Thomas, Richard  und ich sind in einer Gruppe und haben Maria als Dolmetscherin an Bord. Genadi, der Chef der Truppe begrüßt uns in gebrochenem deutsch. Er stellt uns Iwan vor, ein bärtiger mitvierziger mit einem verschlagenen Dauergrinsen im Gesicht. Ihm wird Thomas zugeteilt. Der Sohn Genadis, Sergej wird sich um Stephan und mich kümmern. Genadi selbst betreut den alten Richard, der uns schon jetzt leid tut.

Wir verladen die Ausrüstung in einen alten Bus. Gestrichen ist er mit  diesem Komsomolzenblau ähnlich der DDR-farben für Trabis . Also, alles in den Bus, wir verlassen den Bahnhof, der nach unserer Abreise menschenleer  zurück bleibt. Kirov ist ein Alptraum. Die größte Stadt in der Region, graue Wohnviertel soweit das Auge schaut. Plattenbauten vom feinsten.... Die Strassen sind in einem bedenklichen Zustand. Aber, Kirov ist eine Universitätsstadt. Genadi steuert seinen Bus in die Einkaufsmeile, die aus drei Läden besteht. . Hier sollen wir Munition und Waatstiefel kaufen, da wir im Sumpf jagen werden. Für ein paar € werden wir bestens ausgestattet, der Bus wieder besetzt und auf geht´s in süd - östliche Richtung. Auf meine Frage, wie lange wir fahren, erhalte ich von Maria freundlich die Antwort: 4- 5 Stunden !! Ich bin jezt schon fertig mit de Nerven, wenn ich daran denke, das vorn die Russen zentnerweisen Machorka verqualmen und ich denen  4 - 5 Stunden ausgeliefert bin. Meine Lungenflügel  klatschen schon jetzt Beifall. Nach einer Stunde wird Rast an einer Imbissbude gemacht. Gott sei Dank, Kaffee denke ich und werde mit dem ersten Schluck in die Realität zurück kataputliert. Der Kaffe hat mit Sicherheit die letzten 3 Tage auf dem Herd gestanden, ich bekomme das Zeug nicht runter. Thomas gibt mir den Rat, etwas Zucker zu nehmen, Milch ist nicht vorhanden. Allerdings hat der Zucker gegen den guten Kaffeegeschmack keine Chance . Ich schütte das Zeug weg und erhalte fragende Blicke meiner russischen Gastgeber. Nix gutt sage ich und dränge zum Aufbruch.

Die Fahrt endet nach weiteren 60 Minuten mit einem Defekt an der Vorderachse. Alles raus aus dem Kahn, Ausrüstung ebenfalls entladen. Pause ist angesagt. Ich kann jedoch nicht erkennen, das man sich um den Defekt bemüht. Auf meine Frage erhalte ich die Antwort von Maria, das Hilfe unterwegs ist. Nach 2 Stunden des wartens fühle ich vorsichtig vor und erhalte die Antwort, das gleich jemand kommt. Das  " gleich " dauert dann noch mal 3 Stunden und so langsam verlier ich die Geduld. Auch stelle ich die Frage, woher die Hilfe den komme, wir stehen ja hier an der Hauptstrasse nach Wladiwostock und seit 3 Stunden habe ich kein Auto mehr gesehen. Von einem Telefon ganz zu schweigen ?? Die Antwort ist so einfach wie genial: Man wusste ja von dem Defekt am Bus und wenn man in 5 Stunden nicht am Ziel sei, würde dort jemand losfahren um uns zu holen. Ich fasse es nicht. Zeit spielt hier in Russland überhaupt keine Rolle.

Es dunkelt schon, als wir unser Ziel erreichen...

Fortsetzung folgt.

 

 

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Dienstag, 29 November 2011 14:41

Einmal Russland und zurück

Richtung Kirov...das monotone Rattern des Zuges wirkt einschläfernd. Seit gut einer Stunde befinden wir uns auf dem Weg von Moskau nach Kirov. Immer Richtung Osten. Noch 900 Kilometer bis zum Ziel. Die Abteils sind mit rotem Samt ausgeschlagen, sehr luxuriös und weiträumig. Einziger Nachteil: Die Fenster lassen sich nicht öffnen !! Unsere hübsche Begleiterein Maria versorgt uns mit Informationen über Land und Leute, dabei  schaue ich immer wieder aus dem Fenster und sehe die gleiche Landschaft an mir vorbei ziehen.  Birken, Fichten, Seeen und enlose Steppe wechseln sich ab. So muss es den deutschen Landsern gegangen sein, als sie in Gefangeschaft Richtung Sibirien transportiert wurden...für viele eine Reise ohne Rückfahrtschein.

Stefan und Richard In den Nachbarabteilen sitzen der Münchner Stefan und Richard aus dem Frankenland. Stefan ist Besitzer einer Personalagentur, 40 Jahre alt und ein Hühne von Mensch. Richard ist ein pensionierter Sparkassendirektor, der es mit seinen 66 Lenzen  noch mal wissen will. Allein, seine Knie machen ihm zu schaffen und Thomas und ich haben  Mitgefühl mit Richard. Und... wir sind uns schon jetz einig, Jagderfolg wird er nicht haben. Nun, wir sollten uns gehörig täuschen. Es wird eine Flasche Schnaps auf den Tisch gestellt, ein jeder hat seine Geschichte zu erzählen und schnell hat man Freunschaft geschlossen.

Alkohol und seine Folgen Wir spielen Karten, trinken Tee mit Rum und Essen aus dem Rucksack unsere mitgebrachte Verpflegung. Maria, unserer Dolmetscherin gesellt sich ebenfalls zu uns und bemerkt nur am Rande, dass sich einige Herren in den anderen Abteils mit Alkohol zuschütten. Wodka, Wodka, Wodka....flaschenweise. Nun, uns soll`s nicht stören, denke ich mir und schlafe auf meiner Pritsche ein. Geweckt werde ich durch lautes Schreien auf dem Gang. Einige alkoholgeschädigte Jäger  versuchen eine junge Reisebegleiterin zu vernaschen, die sich vehement dagegen wehrt. Unser Hühne Stefan macht dem ganzen mit ein paar Armbewegungen ein Ende und schmeisst die Bande in´s Abteil. Wiederstand ist hier zwecklos...

Teil 3 folgt in Kürze

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Mittwoch, 16 November 2011 13:29

Einmal Russland und zurück

Korbach / Kirov. 

Planung   Im Dezember des Jahres 2003 sitze ich mit meinem Freund Thomas Göpp aus Korbach bei einem Glas Rotwein in meiner Jgdhütte und wir  besprechen zu x -ten Male unsere geplante Jagdreise nach Russland.  Wir kennen  uns aus Bundeswehrzeiten als wir bei den Panzergrennadieren in der Pommernkaserne in Wolfhagen Dienst versahen. Vier Jahre des philosophierens der Verbindungsaufnahme zu renomierten Jagdreiseveranstaltern und das studieren von Angeboten sollen nun ein Ende finden.  Wir möchten auf Birkhahn und Auerhahn jagen. Thomas fasst den Entschluss einen Jagdreisevermittler aus Süddeutschland zu beauftragen. Kostengünstig, gut und seriös muss er sein. Da Thomas gut mit Geld umgehen kann, verlasse ich mich auf sein Können und bereits im Januar 2004 haben wir die Tickets nach Russland in der Hand. Das Ziel heisst Kirov und liegt  ca. 1000 Km nord -östlich von Moskau. Abflugtag von Frankfurt  ist der 28. April...

Warten Die lange Zeit bis zum Start mit der Lufthansa  ( Wir haben die teure Variante gewählt )  verbringen wir mit den nötigen  Formularen, Kauf eines Waffenkoffers, Papiere wie Waffenbesitzkarten, Ausrüstungsgegenständen die es gilt zu erweben und natürlich unsere Waffen. Da ich die Verhältnisse in Rusland nicht kenne, entscheide ich mich, meine teure Bockdoppelflinte im Waffenschrank zu lassen und eine russische  BDF  ( Baikal ) für 1000 ,-€ zu kaufen.

Moskau Nach einigen Stunden Flugzeit erreichen wir Moskau, der Airport enttäuscht mich . Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Polizei und auch das Personal an den Einreiseschaltern schauen einen so an, wie die VoPo`S zu DDR Zeiten als man den Transitweg nach Berlin bereiste. Stechender Blick, keine Mimik die etwas verrät, die Gestiken ( Wink )  deutlich... Der nächste bitte .

Flughafen Na, das kann ja heiter werden, denke ich mir und unser " Ostfeldzug "   bekommt einen bitteren Beigeschmack. Das wir nicht mit wehenden Fahnen begrüßt werden, leuchtet ein, diese Art aber befremdet uns. Der nächste Ärger lässt nicht auf sich warten, die Waffeneinfuhr von einem Jagdgast aus Amerika wird abgebrochen, da er bei dem Eintrag der Waffennummer ein U mit einem V verwechselt hat. Nichts  zu machen, entscheidet der Polizist in Uniform, die Waffe wird konfesziert. Oder Rückreise nach USA. Alles Reden nutz nichts, der Beamte ist und bleibt stur. Unser Verbindungsmann ( ein Russe Namens Sergej ) kommt mit einiger Verspätung demn Amerikaner zur Hilfe und im Nu hat sich die Sache ( wie auch immer ) geklärt . Der Ami kann mit seiner Waffe einreisen . Alles ist gut.

Bahnhof  Der Weg vom Flughafen zur Bahn geht quer  mit einem Bus durch Moskau, ich sehe am Eingang die überdimensional großen Panzersperren, bis hier waren die vorderen Spitzen der Heeresgruppe Mitte im II Weltkrieg voran gekommen. Ich sehe aber auch IKEA, Werbung von Coca Cola und Mc. Donald.  Am Bahnhof angekommen, sehe ich viel Elend, alte Mütterchen verkaufen Kartoffeln oder Pfannkuchen um sich über Wasser zu halten. Viele Junge Menschen mit  übermäßigem Alkoholkonsum vegetieren vor sich hin.

Maria  Nun erleben wir unsere erste große Überraschung, unsere Dolmetscherin, Maria wird uns vom Verbindungsmann vorgestellt. Eijeijeijeijei....mein lieber Herr Gesangverein denke ich mir und  werde mir sogleich bewusst, dass ich zu Hause eine junge Frau mit Kind und Heim  zurück gelassen habe. Maria ist blond, 19 Jahre jung,  tolle Figur und einen Akzent in der Stimme, die den eigenen Lendenbereich aktivieren. Allerdings sehe ich in den Gesichtern der anderen Jagdgäste den gleichen Ausdruck und denke mir, wie das problemlos 13 Stunden in der Bahn von Moskau nach Kirov weiter gehen soll...

Teil II erscheint in einigen Tagen.....

Text: Klaus Rohde

 

 

 

 

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Sonntag, 07 August 2011 16:13

Jagdtagebuch

STORMBRUCH Ich sitze heute auf der " Hohen Leiter "  am Diemelsee. Es hat wieder einige Liter in der Nacht geregnet und im Morgendunst erkenne ich einige Nilgänse, die  nur wenige Meter über dem Wasser dem Naturschutzgebiet entgegen fliegen.

Meine  DW Hündin Emma habe ich heute dabei.  Die letzte Woche war hart für die Hündin, da ich  ihr gerade das Apportieren  beibringe. So richtig Lust dazu hat sie nicht, aber was hilft es. Da müssen wir durch. Bei der Gänsejagd im Herbst möchte ich nicht selbst in´s doch schon kalte Wasser steigen um die Beute zu bergen wärend der Hund trockenen Fusses und hocherfreut am  Strand auf " seine " Gans wartet. Ein Gag ? Nein, das habe ich bei einer Jagd schon mal erlebt.

Die Natur erwacht durch den Vogelgesang. Iim letzten Frühling  habe ich einige Nistkästen aufgehängt und ich hoffe, das sämtliche Nistgelegenheiten ihre Mieter gefunden haben.

Der Haferschlag unter mir wird von einem  Waschbären besucht .   Der Hafer scheint ihm zu schmecken. Nach kurzer Zeit verschwindet er im Haferfeld und die Bühne ist leer. Für die Jagd auf Sauen ist es nun schon zu spät, die haben sich sicherlich irgendwo eingeschoben und ruhen sich aus. Eine Ricke mit Kitz steht auf dem Weg unter mir als wüssten sie nicht so recht was sie machen sollen. Nach kurzer Rast wechseln die beiden in den Buchenwald und sind von der Bildfläche verschwunden.

Ich nehme meine Waffe, die Hündin und den Rucksack, baume ab und trete den Heimweg an...

Red. Klaus Rohde

 

 

 

 

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