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Dienstag, 05 Februar 2013 18:11

Neue Wildschadenregelung

DIEMELSEE. Die Gemeinde Diemelsee wird im Rahmen des neuen hessischen Jagdgesetzes eine Berechnung der Verwaltungskosten bei Wild- und Jagdschäden vornehmen. Bislang war dieser Dienst kostenlos. Wie Rainer Fischer von der Gemeinde Diemelsee auf Nachfrage von 112-magazin.de  mitteilte, werden pro 15 Minuten 12,55€ berechnet. Das sind immerhin gut 50,-€ pro Stunde. Ob die Anfahrtskosten  noch dazukommen, ist bis jetzt nicht bekannt. Die amtlichen Wildschadenschätzer der Gemeinde Diemelsee, Martin Vollbracht aus Giebringhausen und Kurt Biederbick aus Sudeck sind mit der Aufgabe betraut das neue Gesetz zum 01.April 2013 umzusetzen. Die Kosten für die Wildschadenschätzung wird in Zukunft derjenige bezahlen, der den Schätzer bestellt hat, so Kurt Biederbick gegenüber 112-magazin.de.

Gerade vor dem Hintergrund, dass der Schwarzwildbestand immer mehr zunimmt, rät Kurt Biederbick zur Besonnenheit bei Jagdpächtern und Landwirten. Zumindest kann man ausschliessen, dass die Schätzer ab 01. April wegen 15,-€  Wildschaden gerufen werden, da die Kosten des Schätzens erheblich teurer sind. Miteinander statt gegeneinander sollte die Devise heißen.

Die Fotos zeigen Wiesenschäden durch Schwarzwild in der Gemarkung Rhenegge und Stormbruch im Januar und Februar 2013.

 

 

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Sonntag, 20 Januar 2013 15:01

Der letzte Auerhahn vom Dommel

DIEMELSEE-STORMBRUCH. In den Hochlagen der Gemeinde Diemelsee gab es vor einigen Jahrzehnten noch unberührte Hochheideflächen die aus der letzten Eiszeit entstanden und anders als in den Tälern, die mit Buchen, Eschen und Eichen bewaldet waren, herrschte in der Tundra am Dommelkopf und im Dommeltal bei Stormbruch emsiges Treiben zur Balz der Auerhähne.  Damals waren die Hänge am Dommel noch nicht mit Fichten-Monokulturen bepflanzt und boten dem Auerwild lichte Misch -und Nadelwälder mit dem nötigen Altholzbeständen und eine reiche Kraut -und Strauchschicht. Die unzähligen Quellen und Feuchtwiesen waren damals mit den für das Auerwild so wichtigen Magensteinen versehen. Der Fürst zu Waldeck und Pyrmont streckte noch im Jahr 1902 einen kapitalen Auerhahn. Zu Ehren des Fürsten von Waldeck und Pyrmont versammelte sich der Männergesangverein Stormbruch und brachte um Mitternacht dem Fürsten ein Ständchen. Der letzte seiner Art soll 1921 in der Gemarkung Stormbruch am Dommelturm erlegt worden sein. Wer der Erleger des letzten Auerhahns war, ist  hingegen nicht bekannt.

Quelle: Ulla Brocke

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Samstag, 12 Januar 2013 12:53

Schneegans, Schwan und Co....

DIEMELSEE. Der Diemelsee belohnt seine Besucher mit blauem Himmel, einer bezaubernden Landschaft und vielen Wasservögeln. Vier Schwäne, ca. 30 Kanadagänse, Grau -und Nilgänse runden das farbenprächtige Bild ab. Als besonders seltene Gäste wurden in den ersten Januarwochen eine Schneegans und ein Silberreiher beobachtet. 

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Sonntag, 28 Oktober 2012 08:05

Kraniche über Waldeck-Frankenberg

WALDECK-FRANKENBERG. Der Vogelzug der Kraniche hat seinen Höhepunkt über Waldeck-Frankenberg erreicht. Mindestens 25.000 Kraniche sind am Freitag über unseren Landkreis hinweg gezogen.

Maik Sommerhage vom NABU zählte bereits am Freitag 42 Formationen mit mehr als 4100 Kranichen. In Bad Wildungen zählten Ornithologen 67 Kranichformationen mit mehr als 11.000 Zugvögeln.

Am Diemelsee beobachteten Naturfreunde am Schlangenweg etwa 200 Kraniche, die sich in den frühen Morgenstunden auf den Weg in den Süden verabschiedeten.

Fotos: Maik Sommerhage / Klaus Rohde / Christopher Rohde / Darßland

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Montag, 22 Oktober 2012 16:18

Rotwildjagd

„Würdest du als Treiber zu einer Jagd mit in die Eifel kommen?“

Bevor ich richtig darüber nachdenken konnte…  „Findet am 23 November 2006 statt.“

„Ja sicherlich“ sagte ich, schaden kann es ja nicht…  
„Ach ja, nimm mal zur Sicherheit die Büchse mit. Man weiß ja nie.“
Als Durchgehschütze oder worauf spielte er an? Das traute ich mir nun wirklich nicht zu.
Den Jagdschein besaß ich seit einem Jahr und dann das. Nun gut, ich würde mich überraschen lassen.
Um Punkt 9 war der Wagen da, und die Fahrt ging los „Munition und Waffe sind dabei richtig?“ kam die Nachfrage.
„Ja sicher, alles dabei“ zu mehr war ich noch nicht in der Lage meine Gedanken kreisten seit gestern Abend dem bevorstehenden entgegen, was immer das sein mochte.


Nach ca. 45 Minuten Fahrt durch die Malerische Eifel fanden wir uns am Treffpunkt ein, die Autos wurden abgestellt und man begrüßte sich. Dann ging es  zum Schlachtplan über. Alle geländefähigen Autos waren bereits eingeteilt worden,  nun wurde gezählt und die Anwesenheit festgestellt. 2 Schützen fehlten, nach kurzem Gespräch zog ich die Büchse aus dem Auto…es fehlte nur noch 1 Schütze. Kurze Ansprache zur Freigabe, und ein kritischer Blick mir gegenüber, dann ging es los. Auf der Fahrt wurde ich schon mal  sanft darauf vorbeireitet, dass dies nicht der beste Platz war.

„Seit 3 Jahren ist hier nichts mehr gefallen.“ Nun das wollen wir doch mal sehen dachte ich mir.
Ich blickte auf eine tautriefende Wiese die sich, von dem Waldweg direkt unter mir bis 70m zu einem kleinen Flüsschen hinaus zog, nach dem Flüsschen stieg der Mischwald wieder leicht an, bis bei  150m mein Sichtfeld endete, nach rechts und links zog sich die Wiese in einem sanften Bogen, weiter als ich gucken konnte. Nun gut, meine Grenzen waren mir gesagt worden und da meine Nachbarn jeweils hinter der Kurve verborgen waren, konnte ich nicht viel falsch machen,
aber….hier soll seit Jahren nichts gefallen sein? Ich machte es mir halb vor einer Eiche auf meinem Rucksack sitzend bequemt, glaste die Gegend ab, spähte etwaige Wechsel aus und genoss den herrlichen Herbsttag.


In 200 m Entfernung auf rechter Seite zog ein Reh friedlich an meinem Nachbarn vorbei, der dort irgendwo abgestellt sein musste. Außer gelegentlichem Schussknall blieb es still. Gut vielleicht kam hier wirklich nichts vorbei…
Während ich darüber grübelte und nachdachte, was man sonst an so einem Samstag hätte tun können, sah ich eine Bewegung am oberen Rande des Wäldchens vor mir….eine 2te Bewegung. Schnell war der Tee zur Seite gestellt, das Gewehr im Anschlag. Vorsichtig sichernd kam ein Rudel Rotwild schräg von dem Hang auf mich zu. Hinten im Rudel machte ich ein Kalb und Alttier aus, welche offenbar zusammengehörten. Auf halber Höhe des Wäldchens verhoffen sie, jetzt oder nie dachte ich, ließ fliegen, satter Kugelschlag erklang, das Kalb trat aus und sackte zusammen und rutschte in Richtung Flüsschen herunter.


Das Rudel, offensichtlich verwirrt, stieß erst ein Stück vor, um dann zu versuchen, in gekommener Richtung zu entkommen.
Doch nicht alle Tiere flohen in den Wald.
Das Alttier des gefallenden Kalbes flüchtete halb schräg vorwärts  und kam schräg vor mir auf die Wiese.
Repetiert und schussbereit wartete ich, nur es wollte nicht still stehen bleiben.  


Auf dem Blatt mitfahrend pfiff ich, das  Tier verhoffte und rums, raus war die Kugel, quittiert von einem Satz nach vorne sprang das Alttier ab.
Es flüchtete in Richtung linker Nachbar… Ich wartete auf einen erlösenden Schuss seinerseits, wobei ich mir sicher war tödlich abgekommen zu sein. Doch mein unsichtbarer Nachbar  ließ nichts von sich hören. Schlief er denn?  Die Schritte des Alttiers wurden langsamer und genau am Rande meines Schussfeldes verhoffte es noch einmal, kurz überlegt, hoch anhalten, es war meine letzte Chance.
Das Tier brach im Knall zusammen und lag an Ort und Stelle.
Grenzenlose Erleichterung machte sich breit, das Kalb lag sicher im Flüsschen und sein Alttier auch.


Während des Schüsseltreibens (in welchem ich knapp an der Ehre des Jagdkönigs vorbeikam) fragte ich meinen Nachbarn, doch dieser meinte,
er hätte absolut nichts gesehen während dieser Jagd, es läge wohl an dieser Ecke, dass dort nichts kommen würde…


Quelle: Arno Pollmanns

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FRANKENBERG. Drei Brüder – 17, 18 und 20 Jahre alt – haben im Wald einen Hochsitz umgerissen und wollten das Holz mit einem Lkw abtransportieren. Dabei wurden sie vom Jagdaufseher erwischt. Am Donnerstag saßen die drei jungen Männer nebeneinander auf der Anklagebank. Gemeinschaftlichen Diebstahl in Tateinheit mit Sachbeschädigung wirft die Staatsanwaltschaft dem Trio vor.

„Wir holen immer ein bisschen Holz aus dem Wald", rechtfertigte sich der Älteste der drei Brüder. Und: „Der Hochsitz war doch schon alt." „Sie dürfen nicht einfach das Eigentum anderer Menschen mitnehmen", stellte Richterin Hülshorst klar. „Der Hochsitz war auf keinen Fall kaputt", sagte der 53 Jahre alte Jagdaufseher. Zusammen mit seiner Tochter sei er am 17. Mai dieses Jahres im Wald gewesen. Gegen 21 Uhr habe er zunächst einen Lkw und dann Hammerschläge gehört: „Da war mir klar, dass ein Hochsitz zerstört wird." Schnell habe er alles zusammengepackt und in seinen Wagen geladen. Dann sei ihm der Lkw mit dem zerschlagenen Hochsitz auf der Ladefläche auch schon entgegen gekommen. Mit Hupen und mit Lichtzeichen habe er Signale gegeben und den Lastwagen dann kurz vor einer Ortschaft eingeholt und gestellt.

Der Jagdaufseher informierte die Polizei und hielt die Tatverdächtigen bis zum Eintreffen der Beamten fest. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätten die jungen Männer das Holz mitnehmen können, sagte er. Das hätten jedoch die Polizeibeamten untersagt. So mussten die jungen Männer das Holz schließlich wieder abladen. „Mir geht es darum, dass meine Hochsitze nicht zerstört werden", betonte der 53-Jährige. Nachdem Richterin Hülshorst die schwierigen Lebensgeschichten der drei jungen Männer gehört und auch das Jugendamt seine Stellungnahme abgegeben hatte, nahm das Verfahren eine unerwartete Wende: „Wir müssen sie nicht verurteilen, aber dann muss jeder mindestens 50 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten", schlug die Richterin vor. Aufgrund der finanziellen Lage der Familie sei an Schadenersatz nicht zu denken. So muss nun jeder der drei jungen Männer bis zum Ende dieses Jahres 50 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

„Wenn da nochmal was passiert, können Sie nicht mit dieser Milde rechnen", gab die Richterin den jungen, allesamt arbeitslosen Männern noch mit auf den Weg.

Quelle: HNA

 

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Samstag, 22 September 2012 09:42

Jagd in Schweden - Teil 6

ORE/ÖSTERSUND/HAMMARSTRAND. Am nächsten Tag verlegen  wir von Ore aus Richtung Östersund, tanken die PKw´s noch einmal voll und fahren die letzten 120 Km nach Hammarstrand, einem Wintersportgebiet mit reichlich Elchen und Bären. In der " Jägarvillar " treffen wir auf  Helmut Anspach mit seiner Tochter und zwei weiteren Jagdbegleitern. Alle vom Wunsch beseelt, einen Elch zu strecken. Ich verheimliche meinen Elchabschuss vom gestrigen Tag um unnötige Spannungen zu vermeiden. Allerdings stellen sich die Vier aus dem Ort Ochtendung im Kreis MYK ( nun weiss ich auch was das Kennzeichen bedeutet )  als taffe Leute heraus, wir freunden uns in den kommenden Tagen recht gut an. Die deutschen haben die Jagdreise auf der " Jagd  und Hund " bei einem Jagdreisevermittler gebucht . Die Lagebesprechung findet direkt um 18:00 Uhr in der Kantine statt, uns wird mitgeteilt, was wir schießen dürfen. Frei sind nichtführende Bären, Elchbulle, Kuh und Kalb . Das Kalb muss unbedingt vor der Kuh erlegt werden, also, so wie in Deutschland bei Reh und Rotwild  auch. Am nächsten Morgen ist um 4:30 wecken, ich schlafe mit Tobjörene und " Diesel " in einem Zimmer und wir schälen uns  aus den Decken um pünktlich das Früstück in der Kantine einzunehmen. Um 06:00 Uhr ist Treffen und Abfahrt in das rund 7000 Ha große private Forstrevier. Dort werden wir angestellt, Luftlinie sind die Stände oder Plätze ca. 500- 800 Meter auseinander. Helmut Anspach kommt eine Elchkuh, die er nicht beschiesst, weil er nicht sicher ist ob das Kalb noch folgt. Ein finnischer Hundeführer nimmt ihm die Arbeit ab und erlegt das kalblose Muttertier. Um 12:00 ist Halbzeit, wir finden uns in einem Jagdcamp zusammen, ich zähle mit Hundeführern 17 Personen. Hmmm... denke ich mir, für 7000 ha, das ist nicht viel, auch die vier  Hunde scheinen mir für die Größe des Reviers nicht genug. Aber, so denke ich mir, die Schweden werden wissen, was sie tun...

In den folgenden Tagen ist einfach der Wurm drin, keine Elche, zu heißes Wetter für Hund und Hundeführer, die sich anstrengen aber so gut wie nichts auf die Läufe bekommen. Die Fährten der Elche sind deutlich zu erkennen, allerdings wissen wir nicht, wo sie stehen. Auch Bären werden gefährtet, sogar Birkwild ist zu beobachten. Der Erfolg  stellt sich aber nicht ein und so kommt der Befehl von den Brüdern Bengtsson, mich in ein benachbartes Revier zu schieben um einen starken Bären zu strecken. Auf dem Rückweg von Hammarstrand rufe ich Helmut noch einmal an um nach dem Jagdverlauf des heutigen Tages zu fragen, die Antwort setzt der erfolglosen Elchjagd noch eins drauf: " Bei der Fahrt in das Revier ist ein Elchbulle angefahren worden, der letzte seiner Art,  wir suchen nach " Oh Gott denke ich, schlimmer kann`s eigentlich nicht kommen. Ich wünsche den vieren aber Waidmannsheil und hoffe, dass zumindest einer meiner Landsmänner zum Schuss kommt. Wie sich später herausstellt, ist das nicht der Fall.

Am Abend halten wir in einem kleinen Bergdorf, dessen Name ich nicht kenne, hier verabschiedet sich Tobjoerne und  " Diesel "  von mir. Die beiden müssen zu PerAnders um an eineranderen Elchjagd teil zu nehmen. Ich bedanke mich bei den beiden und lasse mir von Tobjoerne noch die Telefonnummer geben, wir bleiben in Kontakt, so verschpricht er mir. Ich werde einem neuen Jagdführer anvertraut. Allerdings ist der neue Jagdführer eine Frau...

Aber davon berichte ich im 7 Teil der Jagdreise nach Schweden.

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Sonntag, 12 August 2012 10:03

Heringhausen im Nebel - Wildunfall

DIEMELSEE. Ich habe mir für 04.00 Uhr in der Früh den Wecker gestellt, werde aber von allein um 03.55 Uhr wach. Den  heißen Kaffe schlürfe ich genüßlich auf der Sofacouch . Die Hunde stehen ebenfalls auf und schauen mich etwas verschlafen an. So richtig fit sind sie heute nicht, da meine Frau gestern 25 Km mit ihnen gelaufen ist. Nun, die Mauser M03 im Kaliber 300 WSM aus dem Waffenschrank, die Hunde in den Jimny und den Lodenmantel nebst Glas auf den Beifahrersitz gelegt, geht die Fahrt über die Diemelbrücke nach  Stormbruch,  Richtung Bontkirchen. Die Waldzunge ist mein Ziel, hier wechseln die Sauen -aus der Eschenseite kommend - über die Gemeindestraße in die Fichtenschonungen um den Tag zu verschlafen.  Es ist heute sehr nebelig, ein Zeichen dafür, das es heute sehr schön werden wird.  Ich biege von der Gemeindestraße in den Waldweg ab, lasse mein Auto gleich in der Waldeinfahrt stehen. Die kleine Hündin nehme ich mit, sie folgt nun schon ohne Leine als ich gegen 04:45 Uhr zum Drückjagdbock am Hauptwechsel gelange. Hund auf den Sitz, Waffe und Lodenmandel ebenfalls. Ich merke, das mir der Nebel in das T - Shirt dringt, ich fange an zu frösteln und ziehe meinen Mantel an. Nun heisst es warten, bis um 06.00 Uhr sind immer mal wieder Sauen unterwegs. Oberhalb von mir, aus der Mönchsecke schreckt Rehwild, die Sauen kommen. Allerdings nicht direkt über den Wechsel sondern oberhalb der Fichten. Ich höre deutlich die Äste knacken als die Sauen an mir vorbei ziehen. In der Dunkelheit und bei diesem Nebel ist ein Ansprechen nicht möglich und nach wenigen Minuten ist der Spuk vorbei. Aus Richtung Bontkirchen höre ich  ein Auto herannahen und als ich noch denke das der bei diesem Nebel sehr schnell unterwegs ist höre ich Aufschlag und Reifenquitschen auf der etwa 200 Meter entfernten Gemeindestrasse. Ich entlade die Waffe, nehme meine Utensilien und mache mich auf den Weg zur Strasse. Dort angekommen sehe ich die Bescherung, der junge Mann ist total aufgebracht und schimpft über ein Stück Wild, das ihm vor den Wagen gelaufen ist.  Der Kühler und die Motorhaube haben den Crash nicht überlebt, auch ein Licht ist defekt. Nun, ich frage ihn, ob er gesehen habe was er angefahren hat, ausser einem Schulterzucken und  einer Schimpfkanonade auf die Jäger, die zu wenig Wild erlegen, kann der junge Mann keine Angaben machen. Ich bin allerdigs verwundert, das sich der Fahrer in den Wagen setzt und mit quitschenden Reifen einfach davon braust. Nun,  soll nicht meine Sorge sein, wie er der Versicherung den Unfall ohne Bescheinigung erklären will. Vielleicht habe ich doch vorhin eine Alkoholfahne gerochen ? Bin mir aber nicht ganz sicher .  Wie dem auch sei, ich muss das angefahren Wild nachsuchen, Schweiß ( Blut ) oder Schnitthaar kann ich bei der Dunkelheit nicht erkennen . Die alte Hündin muss her, das Brinsel an der Halsung lasse ich die Hündin frei suchen, sie nimmt sofort die kalte Fährte auf, ich mit meiner Waffe hinterher. Nun wird die Hündin laut., ein Zeichen dafür, das das Tier - nicht wie vermutet -  verendet und somit auf den Läufen ist. Standlaut löst den Hetzlaut ab, das Stück Wild ist also noch am Leben und die Hündin bindet das Stück an den Platz. Jetz weiss ich bereits, das es ein Wildschwein sein muss, Rehwild hätte die Hündin längst nieder gezogen und getötet. In dem Nebel komme ich aber nicht schnell genug durch Buchenrauschen, Unterholz und Brombeerranken.  Die steilen Hänge lassen mich immer wieder ausrutschen. Die Hündin hält aber wacker den Schwarzkittel am Platz. Es ist Gott sei Dank so hell, das ich die Waffe nutzen kann und stehe 10 Minuten später im Fichtenhochwald am Ort  des Geschehens. Die Hündin und der Keiler stehen sich gegenüber, der Rotpunkt meines Glases steht direkt oberhalb des rechten Vorderlaufs als das Geschoss den Körper der Sau durchschlägt. Die schwer verletzte Sau ist tot. Ich nehme die Hündin zurück, lasse sie ablegen und  betrachte mir den Keiler von sicherlich 70 - 80 Kilo Gewicht. Bei der Begutachtung der Sau stelle ich eine schwere Fraktur der rechten  Keule fest, auch das Gebräch ist seltsam  verschoben. Durch den Aufprall  ist sicherlich der Kiefer gebrochen worden, die Sau wäre  zur Nahrungsaufnahme nicht mehr in der Lage  und somit einem entsetzlichen Tod ausgeliefert gewesen. Ich nehme die Hündin und die Waffe und gehe den Weg zurück zum Auto . Auf dem Heimweg nach Heringhausen halte ich  oberhalb von Rettungspunkt  KB 108 an und " schieße " ein Foto . Heringhausen liegt im Nebel. Heraus ragt der Eisenberg. Wie einzigartig schön doch die Landschaft um den Diemelsee herum ist. Vielleicht hat sich der Unfallfahrer ja bereits bei der Polizei gemeldet ? Wir werden es erfahren - oder auch nicht -.

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DIEMELSEE. Der kalte Ostwind zieht an diesem Tag an unserem Haus, in der Stube brennt der Kamin und meine treue DD-Hündin  Frigga schnarcht vor sich hin. Sie ist in die Tage gekommen, die gute alte Hündin. Was haben wir  in all den Jahren gemeinsam  erlebt ? Großartige Jagden bei dem Freiherrn von Dalwigk auf Sauen, Nachsuchen auf Reh, Schwarzwild und Fuchs,  Entenjagd an der Donau, Gänsejagd an der Ostsee bei dem Grafen von Waterneversdorf bei Lütjenburg... So gingen sie hin die Jahre der unbeschwerten Jugend, für mich, aber auch für die Hündin, ihre Augen sind trüb geworden, die Keulen zittern und mit 12 Jahren hat sie den Zenit der Leitungsfähigkeit längst überschritten.

Ich gehe in den Keller um meine Sachen für die morgige Drückjagd herbei zu suchen . Waffe, Patronen,Lodenmantel, Rucksack und eine Decke für Frigga. Morgen soll ihre letzte Jagd werden, danach wird sie auf das " Altenteil  " geschickt. Sie soll es gut haben, an ihrem warmen Kamin liegen und von alten Zeiten träumen. 

Der nächste Tag begrüßt uns mit einer kalten aber sonniger Einladung. Der alte Geländewagen wird gepackt, die Hündin in den Kofferraum geladen und wir fahren gemeinsam nach Arnsberg bei Warstein um auf Sauen, Fuchs und Sika zu Waidwerken.

Dort angekommen begrüßen uns die alten Kameraden, man trifft sich  immer mal wieder. Ich erhalte einen guten Platz und die Aufforderung meinem Hund bei Bedarf zu schnallen. Gesagt getan, Frigga liegt neben mir auf der Decke, ich habe mir den Lodenmantel umgeworfen, als meine Hündin mir signalisiert, das Wild anläuft. Die  Waffe fliegt mir an die Schulter und ich strecke mit drei Schüssen 2 Überläufer mit der Mauser 8 x 86 S.

Der Tag fängt ja gut an denke ich mir, als ein Hauptschwein, das angeschweisst ist in meine Richtung wechselt. Der Basse ergreift aber nicht die Flucht sondern nimmt mich an. Ich bin so überrascht, dass ich nicht mal dazu komme die Waffe in Position zu bringen. Der Basse überrent mich samt Sitzstock, die Waffe ist mir entfallen als meine treue Hündin den Angriff wagt. Sie hat sämtliche Kräfte mobilisiert und beisst sich an der Sau fest. Immer wieder wird die Hündin geschlagen, durch die Luft gewirbelt um trotz aller Not immer wieder anzugreifen um mir zu helfen. Ich habe nun meine Waffe aufgehoben, möchte meiner Hündin zu Hilfe eilen, kann aber keinen sicheren Schuss anbringen ohne die Hündin zu gefährden. Die Waffen des Keilers haben sich in den Rippenbereich der Hündin gegraben, nun muss ich schießen sonst ist die Hündin tot. Die Kugel trifft den Bassen weich, er lässt von meinem Hunde und greift mich voller Schmerzen und Wut an. Die zweite Schuss sitzt besser, dringt in den Stich ein und lässt die Sau verenden.

Ich merke gar nicht, das meine Finger abnorm verbogen sind, ein Resultat des zusammentreffens zwischen mir und dem Keiler. Die  Sorge gilt allein  meiner Hündin. Die alte Gefährtin liegt im Gras und klagt verhalten. Mit treuen Augen schaut sie mich an , ich rufe nach Hilfe in meiner Not, schrecklich zugerichgtet ist die Hündin. Was soll ich tun ? Ich lasse Waffe und Rucksack zurück ,nehme die Hündin auf meine Arme und trage sie zum Sammelpunkt. Von da aus werden wir sofort zu einem Tierartz gefahren. Dieser ist für das sofortige einschläfern der Hündin. Ich lehne das kategorisch ab. Auf zur nächsten Tierklinik. Notoperation, Infusionen, Wärmebett und die ganze Zeit wache ich bei ihr. Nach 4 Tagen - es ist ein Wunder geschehen - sind wir im Krankentranport auf dem Weg in die Heimat. Meine Waffe bringt der zuständige Forstbeamte zu mir nach Hause, dieser Kampf zwischen dem Bassen, der Hündin und mir ist lange Zeit Gesprächsthema.

Allein die Hündin kommt nicht so richtig in Schwung, der Heilungsprozess schreitet nicht voran, Antibiotikum hilft nun auch nicht mehr...als an einem kalten Dezembermorgen die Hündin nach mir ruft. Ich schleiche auf Sandalen zu ihr und sehe, das sie auf wackeligen Läufen an der Haustür steht. Sie möchte raus...ich öffne die Tür, sie dreht sich noch einmal um und schaut mir 5 - 6 Sekunden tief in die Augen . Wortlos, still und heimlich geht sie in den Garten und kratzt eine Kuhle unter einem Haselnussbaum. Ich möchte sie wieder ins Haus holen als mir ein Freund sagt: Sie ist zum Sterben nach draussen gegangen. Lass sie in Frieden sterben ". Nach drei Stunden halte ich es nicht mehr aus, unter dem Haselnussbaum liegt der tote Körper meiner lieben guten Frigga.

Ich gehe wortlos in den Schuppen und nagel einige Bretter zusammen, lege die tote Hündin hinein, schließe den Deckel und bringe sie an einen Ort, an dem wir oft verweilt haben, schaufel das Grab und beerdige sie. Mir fließen die Tränen über das Gesicht. Mein Freund bläst auf seinem Horn ein letzes Halali. Mir fällt  in diesen Moment ein Gedicht ein:

Dass mir mein Hund das Liebste sei, sagst du, oh Mensch, sei Sünde, mein Hund ist mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.

Ich habe nun wieder eine treue Hündin, vergleichen kann man die beiden nicht, jede war und ist auf ihre Weise etwas besonderes. Aber eines weiss ich ....Die Alte hat mich nie verraten, die Neue wird mich  nicht verraten.

 Mit diesen Sätzen möchte ich mich verabschieden. Behandelt eure Hunde gut !!

Text: Klaus Rohde   www.112-magazin.de

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Samstag, 07 Juli 2012 09:05

Artenschutz statt Abschuss

Artenschutz statt Abschuss

NABU fordert die Novellierung der Bundes- und Landesjagdgesetze

Bisher besteht selbst auf offiziell dem Naturschutz gewidmeten Flächen von weniger als 75 Hektar keine Chance, den Abschuss von Enten, Gänsen oder Hasen zu untersagen.

05. Juli 2012 - In seinem endgültigen Urteil vom 26. Juni 2012 hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschieden, dass die Pflichtmitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft die Europäische Menschenrechtskonvention verletzt. „Das Urteil zeigt einmal mehr, dass großer Reformbedarf beim Bundesjagdgesetz und der Landesjagdgesetze besteht.“, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke. „Die Jagdgesetze des Bundes und der Länder müssen dringend nach ethischen und ökologischen Kriterien novelliert werden.“, fordert Tschimpke. „Dabei muss Grundeigentümern, die weniger als 75 Hektar zusammenhängende Grundfläche und damit keine Eigenjagd besitzen, grundsätzlich das Recht eingeräumt werden, die Jagd auf ihren Flächen aus Gründen des Natur- und Artenschutzes sowie aus Gewissensgründen einzuschränken oder gänzlich zu untersagen.“

In Deutschland existiert seit dem 19. Jahrhundert das Revierjagdsystem, welches die Jagdausübung an Jagdbezirke (Reviere) koppelt, die der Grundstückseigentümer als Inhaber des Jagdrechts selbst bejagt oder zur Ausübung der Jagd verpachtet. Personen deren Flächenbesitz weniger als 75 Hektar beträgt, wurden bisher verpflichtet, einer Jagdgenossenschaft beizutreten und somit die Jagd auf ihrem Grundstück zuzulassen.
Geklagt hatte nun eine Privatperson, die die Jagd auf ihrem Grundstück aus ethischen und tierschutzbezogenen Gründen nicht hinnehmen wollte. Das Gericht entschied, dass die deutschen Jagdrechtsbestimmungen bezüglich der Zwangsmitgliedschaft in Jagdgenossenschaften den in der Europäischen Menschenrechtskonvention verankerten Schutz des Eigentums verletzen.

Bisher besteht selbst auf offiziell dem Naturschutz gewidmeten Flächen von weniger als 75 Hektar keine Chance, den Abschuss von Enten, Gänsen oder Hasen zu untersagen, wenn der Jagdpächter dazu nicht bereit ist. Deshalb ist das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) nur folgerichtig und längst überfällig, so Tschimpke.

Der NABU hat ein Hintergrundpapier zum EGMR-Urteil veröffentlicht und appelliert nunmehr an Bund und Länder, das Urteil schleunigst über entsprechende Änderungen der Jagdgesetze des Bundes und der Länder umzusetzen.

Für Rückfragen:
Stefan Adler
NABU-Waldreferent
Tel. 030-284984-1623
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